Behandlungsarme Völkerführung

  • Hallo,

    paar Leute haben mich gebeten, über meine etwas andere Art, mit den Milben umzugehen, zu schreiben.

    “Keinimker“ fragte, seit wann ich es so minimalistisch handhabe.

    Es hat sich vor Jahren so ergeben, aus der Konsequenz, die Bienen artgerecht zu begleiten.

    Ich bewundere Sulz 53, der gar nicht behandelt. Da will ich mehr wissen.


    Die Null-Lösung bis hin zur Winterbehandlung mit Oxalsäure ist für

    mich eine Quälerei an den Bienen.

    Die Varroabehandlung kann man bis zum Spätsommer erledigt sein.

    Im Frühjahr ist es ganz wichtig, die aufkommende Milbenpopulation zu unterbrechen.

    Meine Völker ziehen sich im Winter auf

    6 Waben zurück, was ich als naturgegeben

    empfinde. So kann ich im Frühjahr dunkle Waben wegschneiden und gleichzeitig alle

    Waben mit Milchsäure besprühen.

    Dabei achte ich das Brutnest.

    Auch Schwärme und vorweggenomme

    Ableger behandele ich damit.

    Die brauchen auch keine AS Behandlung

    mehr.

    Was mir unlogisch ist, man gibt den Bienen

    keine Chancen, eigene Strategien gegen

    die Milben zu entwickeln.

    Soviel erstmal.

    Und glaubt mir, wegen dieser unüblichen

    Idee, habe ich Lehrgeld bezahlt.

    Seit paar Jahren läuft es.

    Liebe Grüße.

    Honig im Kopf oder im Glas. Ich habe beides.;):saint:

  • Hallo Nationalparker, so ganz klar wird mir hier nicht, was du jetzt machst oder auch nicht machst.


    Nur im Frühjahr mit MS? Oder doch im Spätsommer etwas, da bis dahin die Varroa Behandlung "erledigt ist"?


    Was ist Quälerei für dich, die Nullbehandlung oder die Winterbehandlung mit OS?


    Ist nicht böse gemeint, aber das ergibt für mich keinen Sinn - weil ich gar nicht erst verstehe was du mitteilen möchtest. Mag durchaus an mir und der späten Stunde liegen, aber vielleicht magst du das nochmal, dieses Mal etwas ausführlicher und weniger widersprüchlich darlegen?


    Merci.

  • "Honig im Kopf oder im Glas. Ich habe beides.;)" Hoffentlich verkaufst du ihn nicht, denn auch mit Milchsäure darf man ab dem 1.1 des Honigjahrs nicht mehr rumspielen.

    Bis bald

    Marcus

    40 Wirtschaftsvölker auf DN 1,5, 8 Miniplus, 20 Ableger Dadant, Zander und DN, Waage 401

  • Um das abzurunden....

    Im September gebe ich dann den Nassenheider mit 60 ml 85% über 10 Tage.

    Meistens reicht das.

    Als Hilfsmittel übers Jahr gebe ich schon

    mal natürlichen Kampfer in die Windel.

    In Futterkranzproben wurde weder Kampfer noch MS nachgewiesen.

    Mir ist auch wichtig, Drohnen zu haben,

    Sie ziehen die Milben an.

    Viele Grüße

    Honig im Kopf oder im Glas. Ich habe beides.;):saint:

  • Hallo,


    ich muss Llecter erstmal recht geben. Ich habe Probleme damit das Geschriebene nachzuvollziehen.


    Was ich bis jetzt verstehe: Im Sommer gibt es Milchsäure, im Spätsommer dann Ameisensäure und im Neuen Jahr dann wieder Milchsäure. Ansonsten gibt es nichts. Das nennt sich dann "behandlungsarm".


    Hast du Winterverluste, oder hattest du welche in der Anfangszeit und das hat jetzt nachgelassen?


    Grüße

    Mike

  • da verdient man doch glatt die "Nichtbehandler"-Medaille

    1. Milchsäurebehandlung nach Brutbeginn ...

    2. Dauerbehandlung mit "natürlichem" Kampfer

    3. "Im September gebe ich dann den Nassenheider mit 60 ml 85% über 10 Tage"

    Futterkranzproben werden nur auf Faulbrutsporen untersucht, das einzige was mit nachgewiesen werden könnte, wäre die Verwendung von Antibiotika ... da wird nicht nach MS oder Kampfer gesucht...


    Eine Häufung von schlecht wirksamen Behandlungen- da ist das Weglassen der Schwarmkontrollen und der natürliche Weg der Bienen besser- schwärmen! Nichts wie weg !

  • Mir ist auch wichtig, Drohnen zu haben,

    Sie ziehen die Milben an.

    Heisst das, Du schneidest außerdem Drohenbrut?

    Andernfalls ziehen die Drohnen die Milben nicht nur an, sondern stoßen sie auch wieder ab, und zwar um das Dreifache vermehrt.


    Im September gebe ich dann den Nassenheider mit 60 ml 85% über 10 Tage.

    Und das nennst du dann "behandlungsarme Völkerführung".

    Das ist genauso viel Behandlung wie im klassischen Behandlungskonzept (AS im Sommer, OS im Winter), nur dass Du die Winterbehandlung unsinniger und unzulässigerweise im Frühjahr machst.

    I never loose - either I win or I learn (Nelson Mandela)