Wann ist es genug?

  • Hallo,
    in einem anderen Thread ging es um die Behandlung mit Varromed und es wurde die Blockbehandlung mit diesem Mittel angesprochen. Nebenbei ging es um Erfahrungen mit OX Sublimation im Block. Ich weiß, darüber wurde schon viel geschrieben, aber als Jungimker möchte ich es nochmal ganz genau wissen...
    Zur Vorgeschichte -
    Anfang Juli habe ich eine totale Brutentnahme durchgeführt. Das heißt, sämtliche Brut in einen weiselrichtigen Sammelbrutableger und die Brutspender wurden mit Mittelwänden und Anfangsstreifen bestückt. Jeweils eine Wabe mit jüngsten Maden und Stiften wurde als Fangwabe belassen und nach 7 Tagen entnommen und vernichtet. Das Gleiche nochmal nach weiteren 7 Tagen. Dann folgte noch eine einmalige Sublimation. Also "todsicher" wie ich mir einbilde.

    Anfang September habe ich dann die Windeln eingelegt und im 3 tägigen Rhythmus untersucht. Der tägliche natürliche Totenfall lag zwischen 0 und 3 Milben. Ausnahme der Sammelbrutableger mit knapp über 10 Milben täglich. Also bis auf den Sammelbrutableger unter der Schadschwelle.
    Da ich den Sammelbrutableger nicht zu sehr belasten wollte, habe ich mich zu einer Blockbedampfung im Abstand von 3 Tagen entschieden und gleich weitere Völker als Referenz mit ins "Programm" genommen.
    Da für euch Zahlen oft relevant sind, ich euch aber nicht mit Kolonnen langweilen möchte - hier die Zahlen vom Sammelbrutableger(Sba), einer Mini Plus Beute auf 3 Zargen und 3 Dadantbeuten mit 3-4 Rähmchen Brut und über 10kg Futter.


    gezählt wurde immer 24h nach der Sublimation - danach wurde die Windel bis zur nächsten Sublimation(3 Tage Abstand) entfernt.


    Sba M+ Beute 2 Beute 1 Beute 0
    1 = 129 1 = 53 1 = 176 1 = 65 1 = 15
    2 = 196 2 = 78 2 = 74 2 = 123 2 = 30
    3 = 226 3 = 53
    3 = 41 3 = 84 3 = 27
    4 = 124 4 = 76 4 = 121 4 = 78 4 = 8
    5 = 99 5 = 66 5 = 67 5 = 39 5 = 8
    6 = 70 6 = 64


    Nun zu meinen Fragen:
    1. hättet ihr Beute 0 überhaupt nach der 2. Behandlung noch weiterbehandelt oder euch die Arbeit und den Bienen den Stress erspart?
    2. wann hört man jetzt auf zu behandeln? Ich glaube nicht, dass die Völker jemals komplett milbenfrei sind.

    3. Sollte ich bei allen Völkern noch eine 6. und eine 7. Behandlung durchführen - das wäre ja dann ein kompletter Brutzyklus?
    4. Sollten dann die Fallzahlen nicht drastisch sinken - was, wenn nicht? Habt ihr Zahlen(Schwelle) wo ihr sagt, jetzt ist es OK, die paar Milben schaden nicht mehr.
    5. Die Brutnester werden jetzt rasch kleiner - nach der Behandlung rechne ich nicht mehr mit einer drastischen Zunahme(kontrollieren werde ich trotzdem). Kann man im Falle von unauffälligen natürlichen Fallzahlen auf eine Winterbehandlung verzichten(Subl).

    Viel Text und viele Fragen - ich danke für eure Aufmerksamkeit.
    Beste Grüße
    Meapas


  • Keine Antwort auf Deine Frage, aber:

    Durch Entfernung des Varroaschiebers hast Du Dich um Fallmengen von Tag 2 und 3 gebracht. Meist fallen da mehr als in den ersten 24 Stunden.


    Wenn Du bei der 5 ten Behandlung bist, würde ich den kompletten Brutzyklus durchziehen und

    Beute 0 auslassen. Entscheiden musst Du selbst.

  • Immenlos ,
    vielen Dank für Deine Antwort. Ich wollte nicht noch mehr Zahlen ins Spiel bringen und habe ein bisschen geschwindelt;)
    Die Windeln waren immer drin und natürlich sind noch weitere Milben gefallen - allerdings nicht mehr, als in den ersten 24 Stunden, aber auch nicht viel weniger.
    Beste Grüße
    Meapas

  • Antworten und Erklärungsversuch:

    Frg.1 - weiterbehandelt, so wie geschehen

    Frg. 2 - nach 7 Behdlg. / ein voller Brutzyklus

    Frg. 3 - ja

    Frg. 4 - nach der letzten Beh. wird's weniger

    Frg. 5 - nein, gerade Jungvölker brüten lange.


    Es fallen nach der letzten Behandlg. Ein bis zwei Wochen lang immer noch vermehrt Milben, weil leere Brutzellen geputzt werden oder die Wirkung länger anhält. Kontrolle danach gibt eine gewisse Auskunft. Jedoch würde ich auf die Winterbehandlung bei Brutfreiheit nicht verzichten.

  • Moin,

    die Fallzahlen finde ich jetzt nicht besorgniserregend, auch nicht die vom Sammelbrutableger.

    Welches System verwendest du beim verdampfen? Mein Erfahrung bezieht sich auf den Oxamaten.

    Wie schon angesprochen hätte ich den 2. und 3. Tag nach der Behandlung mit ausgezählt, gibt ein rundes Bild. Oder zumindest die beiden Tage zusammen ausgezählt, bevor neu bedampft wird. (Ok, hab gerade gesehen, dass du das auch gemacht hast;-))

    Meiner Erfahrung fällt am 1. Tag am meisten, an den anderen beiden Tagen nimmt der Milbenfall drastisch ab. Kann aber auch am Verfahren liegen (wie gesagt, meine Erfahrung mit dem Oxamat).

    Wenn du sicher gehen willst, nimm den 7. Block mit, meiner Meinung reichen aber 6x (insgesamt 16 Tage abgedeckt).

    Danach noch ein paar Tage den natürlichen Fall beobachten.

    Bei 0-3 Milben pro Tag würde ich mir jetzt keine Gedanken machen. Wahrscheinlich hättest du Beute 0 nicht behandeln brauchen, die haben ja schon eine TBE plus 2x Fangwabe plus 1x bedampft bei Brutfreiheit durch. Da sollten deutlich über 90% (wenn richtig gemacht schon in Richtung 98%) der Milben weg sein.

    Sollte es doch noch Ausreißer geben (mehr als 10 pro Tag), ggf. noch mal bedampfen.

    Winterbehandlung halte ich dennoch für unerlässlich.

    Grüße aus HH Andreas


    Man kann sich den ganzen Tag aufregen :evil: ------- Ist aber nicht verpflichtet dazu :cool:

  • Hamburger-Jung ,
    vielen Dank. Ich habe den Varrox benutzt, durch Leihgaben ging es mit 3 Stück auch immer recht zügig. Bedampft habe ich immer abends, im letzten Tageslicht, da war an den Fluglöchern schon Ruhe.
    Interessehalber werde ich den 7. Block wohl noch mitnehmen und bin schon sehr gespannt, ob und wie die Zahlen dann noch zurückgehen.
    Ich muss natürlich auch noch erwähnen, dass hier am Ort ein sehr hoher Bienendruck herrscht - gerade am Wochenende wurde ein Bienenwagen zum Überwintern in den Flugradius gebracht. Leider ist es auch so, dass hier einige Imker sehr schlecht, bzw. überhaupt nicht behandeln. Die hohen Völkerverluste werden dann im nächsten Jahr durch Schwärme wieder ausgeglichen...
    Beste Grüße
    Meapas

  • Solange es nicht deine Völkerverluste sind....

    Blöd ist nur, wenn es Völker gibt, die zusammen brechen, und deine Völker beim Ausräubern Milben mit Heim schleppen.

    Dann kannst du noch so viel behandeln, es kommen immer neue Milben nach (Reinvasion).

    Aber daran wollen wir jetzt nicht denken.

    Kannst gerne mal berichten, wie und ob der Befall zurück gegangen ist.

    Grüße aus HH Andreas


    Man kann sich den ganzen Tag aufregen :evil: ------- Ist aber nicht verpflichtet dazu :cool:

  • Aber daran wollen wir jetzt nicht denken.

    Doch, muss man! Das ist m.E. ein sehr wesentliches Kriterium:

    Ich muss natürlich auch noch erwähnen, dass hier am Ort ein sehr hoher Bienendruck herrscht

    Fitte Völker holen sich bei Schwächlingen ihren Honig und bringen alles Mögliche mit.

    Das verfälscht u.U. den Befall, da dieser dann schwanken kann.


    Dagegen kann man erst einmal nichts ausrichten, außer das, was Du schon machst - Blockbehandlung. Bei Deinem Kandidaten mit 2-fach einstelliger Fallzahl würde ich auch aufhören - die sollten es bis zur Winterbehandlung schaffen.

    Beim Rest abschließende Behandlung und auszählen. Nach 3 Wochen erneut beproben (Ende Oktober) und hoffentlich Gewissheit haben, dass der Löwenanteil der Milben raus ist. Anfang Dez. dann Winterbehandlung mit der gleichen Methodik. Fallen bei mir dann mehr als 100 in der Erstbehandlung, mache ich eine zweite. Das war's dann aber.

  • Hallo nochmal,
    nun bin ich mit der Blockbehandlung durch und möchte euch auch die kompletten Daten zur Verfügung stellen.

    So richtig runtergegangen sind die Fallzahlen auch bei der 6. und 7. Behandlung nicht mehr. Besonders der Sammelbrutableger wird weiter scharf beobachtet. Bei einer kurzen Durchsicht habe ich gesehen, dass noch knapp 3 Mittelwände(Dadant) fast komplett mit Brut bedeckt sind. Bei allen anderen Völkern ist das deutlich weniger. Vielleicht zeigt sich hier, dass gegen die Varroa angebrütet wird - oder ist das nur ein Gerücht?

    Sba M+ Beute 2 Beute 1 Beute 0
    1 = 129 1 = 53 1 = 176 1 = 65 1 = 15
    2 = 196 2 = 78 2 = 74 2 = 123 2 = 30
    3 = 226 3 = 53
    3 = 41 3 = 84 3 = 27
    4 = 124 4 = 76 4 = 121 4 = 78 4 = 8
    5 = 99 5 = 66 5 = 67 5 = 39 5 = 8
    6 = 70 6 = 25 6 = 64 6 = 27
    7 = 27 7 = 40 7= 34 7 = 32
    8 = 60!


    Auf jeden Fall sollte es jetzt erst einmal genug sein - die letzten beiden Nächte hatten wir schon Minusgrade und ich denke, dass die Brutnester sich nun rasch verkleinern. Gleichzeitig habe ich jetzt nochmals etwas Futter (4 Liter) in die Fütterer gegeben um die Völker etwas aus der Brut zu drücken und einen letzten Wintervorrat zu geben.
    Beste Grüße
    Meapas

  • Schau mal nach 3 Wochen, ob da noch etwas fällt. Die Belastungen sind m. E. insgesamt übersichtlich und die Dynamik nimmt ja gg. Ende hin überwiegend ab. Und ob zuletzt 25 oder 40 fallen, ist bei der Schwankungsbreite eher gleich zu werten. Wenn immer 3 Tge. dazwischen lagen, "wirkt" die OXS noch nach, d.h., es sind noch geschädigte Milben aus der Vorbehandlung unterwegs, die dann abfallen. Ich habe bei Winterbehandlungen den Milbenfall über 2 - 3 Wochen gezählt; da fällt über die Zeit immer noch etwas.

  • Klar werden immer noch Milben fallen, vor allem, wenn noch Brut vorhanden ist.

    Aber du machst ja mit der Herbstbehandlung auch nur einen Deckel auf die Milben.

    Den Rest erwischt du im Winter bei Brutfreiheit!

    Wie Rainer schreibt, schau noch mal in ein paar Tagen nach und sieh, wieviel Milben in 24h fallen.

    Sind es deutlich unter 10, möglichst unter 5, ist erst mal alles ok.

    Nur wenn immer noch mehr als 10 fallen, würde ich jetzt noch mal behandeln.

    Grüße aus HH Andreas


    Man kann sich den ganzen Tag aufregen :evil: ------- Ist aber nicht verpflichtet dazu :cool: