Totenkopfschwärmer

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    Hallo liebe Forianer,
    heute habe ich auf Facebook in einem Forum eine Artanfrage bezüglich eines Totenkopfschwärmers gesehen. Dieser fand sich wohl schon verendet in oder kurz vor der Beute.
    Diese nachtaktiven Schmetterlinge fliegen jährlich aus Afrika in den südeuropäischen Raum ein und vermehren sich hier auch. Nahrungspflanzen für die Raupen gibt es einige, besonders Kartoffelkraut scheint sehr beliebt zu sein. Hier wurden früher, in Zeiten als die Kartoffeln noch nicht so intensiv begiftet wurden, häufiger Raupen von den Bauern entdeckt - selbst hier in Norddeutschland.
    Die Falter selber sind auf Honig spezialisiert, der Rüssel ist viel zu kurz, um Nektar aus langen Blütenkelchen zu saugen. Dafür ist er wohl kräftig genug, auch mal einen Zelldeckel zu durchstoßen.
    Ich finde es sehr interessant, dass die Falter sich "maskieren" können - also durch chemische Substanzen eine "Bienengeruch" annehmen. So gelangen sie meist unbehelligt in die Beuten und scheinen auch Bienengift bis zu einem gewissen Grade gut zu vertragen.
    Leider sind hier im Forum recht wenige Angaben zu Funden und zu Fundorten zu finden.
    Im Zuge der Klimaerwärmung könnte der Falter immer häufiger bei uns vorkommen, vielleicht könnte man hier im Forum dazu Meldungen bekommen.
    Wer hat den Falter schon einmal bei sich am Stand bemerkt? Hat er noch gelebt, wie hat er sich verhalten? Und natürlich wäre ein Fundort mit Datum sehr wichtig.
    Vielen Dank. :)
    Beste Grüße

    Meapas



  • Keine Ahnung, ob das ein Totenkopfschwärmer ist. Die typische Zeichnung war nicht zu erkennen, aber ich habe davor noch nie einen so grossen Falter gesehen. Lag am 26. Juli tot neben einigen Bienenbeuten, schon völlig ausgetrocknet, mit einem grossen Loch im Bauch und offenbar ausgehöhlt, von wem auch immer.


    «Wer heute die Dunkle Biene, die Carnica oder die Buckfast will, findet dieselbe Ausgangslange vor: Allein intensives Züchten und gepflegte Belegstationen entscheiden darüber, ob sich die gewünschte Rasse halten, bzw. erhalten lässt. Der Unterlassungsfall nennt sich Swissmix, hat alle erdenklichen Eigenschaften und ist vor dem Anspruch der Biodiversität wertlos» (aus: mellifera.ch-Magazin, April 2018, S. 10).

  • Sind bei uns auch ab und zu zu finden. Meistens nach einer Süd-Föhn Wetterlage. Da haben Sie's leichter über die Alpen zu kommen. Das nutzen die Falter sehr geschickt. Ich freue mich immer sehr, wenn ich einen finde "dead or alive", meistens eher erstes ...

  • Hallo Immenreiner und Swissmix,
    vielen Dank für die Meldungen. swissmix , auch wenn nicht mehr viel von der Zeichnung zu erkennen ist, würde ich den Falter durchaus als Totenkopfschwärmer ansprechen.
    Ich bin auch gespannt, ob es Meldungen aus dem Norden gibt. Hier in meiner Region kommt es wohl nur aller "Jubeljahre" mal vor. Aber ich denke, es wird sich häufen.
    Danke.
    Beste Grüße
    Meapas

  • Meapas


    Hier  bei -> #36 haben wir schon mal über den Totenkopfschwärmer gesprochen.

    Und zufällig nur wenige Tage danach habe ich bei mir - ganz klassisch am bereits dunklen Abend beim Einfüttern im Licht der Taschenlampe - wieder mal einen gesehen.

    Er wurde gerade lebend von einem Pulk aufgeregter Bienen aus dem Flugloch gezerrt, wohl weil die Maskierung nicht ausgereicht hat. Sie hingen an allen Beinen und den Flügeln und durch das Geräusch der Bienen bin ich auch erst darauf aufmerksam geworden. Doch der ist so stark, er konnte alle Bienen abschütteln und danach wegfliegen, im Dunkeln konnte ich nicht sehen wohin, aber vermutlich gleich in eine der anderen Beuten am Stand.


    Ich glaube aber nicht, dass der Klimawandel für einen Anstieg der Population bei uns sorgen wird. Und zwar weil der Falter absolut nicht winterhart ist, aber auch bei noch wärmerem Klima in unseren Winter auch weiterhin ausreichend lange, kalte Phasen existieren werden, die die Exemplare bei uns abtöten.


    Er ist schon immer im Sommer von Süden her eingewandert, nur wenig unterstützt durch Südwinde, weil er es als Herkules unter den Schmetterlingenauch ohne Winde locker schafft. Natürlich gibt es ihn im Süden bei uns häufig, im Norden selten, schon weil mit zunehmender Flugstrecke immer mehr Falter "hängen bleiben".


    Aber solange er sich aber in den Herkunftsgebieten nicht deutlich vermehrt, wird es daher auch bei uns insgesamt nicht mehr davon geben.

    Allerhöchstens dass warme Sommer dabei helfen, dass er künftig auch noch etwas weiter nach Norden vorstößt, weil auf dem Weg in den Norden weniger Falter wetterbedingt ausfallen.


    Wie häufig er ist, ist schwer zu bestimmen, weil man ihn im Dunkeln praktisch nur durch große Zufälle überhaupt bemerkt, wie bei mir neulich wieder.

  • Hallo Meapas,

    im Herbst 2014 oder 2015 habe ich ein totes Exemplar beim Einfüttern auf den Oberträgern gefunden, bereits propolisiert. Dr. Berg von Veitshöchheim hat mir bestätigt, dass es ein Totenkopfschwärmer ist. Ich bin damals ganz erschrocken beim Finden, weil es ja stattliche Kerle sind und frage mich, wie er sich durch das Flugloch zwängen konnte.

    Bei mir heißt: In der Oberpfalz, Umgebung von Weiden.

    Viele Grüße

    Bienenfrau

  • Hallo und guten Abend!

    Bei meinem Aussenstand (da wo der Raps des netten Landwirts jedes Jahr steht) bauen wir jedes Jahr hobbymäßig Kartoffeln und Gemüse und Kürbisse an. Da haben wir seit 2016 bislang jedes Jahr beim Ernten im September die verpuppten Totenkopfschwärmer gefunden. Jedes Jahr so 3 - 4 Stück. Am Anfang haben wir die wieder eingebuddelt. Nachdem nun seit letztem Jahr mein Stand dort steht bin ich etwas unsicher ob die, wenn Sie geschlüpft sind, den Weg tatsächlich in die Beuten finden? Fluglöcher sind wg. der laufenden Auffütterung ganz eng. Wann ist für die denn Hauptflugzeit? Dieses Jahr hatten wir nur eine Puppe gefunden.

    Tu es oder lass es! Es gibt kein versuchen!

    555 über NN in Oberbayern

  • guten Abend,


    den hab den heute in einem Stock gefunden, voll mit unglaublich klebrigem Propolis, was ein sehr gutes Zeichen für Stöcke ist, die sich aus eigener Kraft gegen die Varroen zur Wehr setzen.


    Der Körper ist ca 7cm lang

    prop_7a.jpg


    das klebrige Propolis:

    prop_7.jpg

    ©ResistantBees.es


    hier sieht man dass es sie auf den kanarischen Inseln gibt:

    https://fuerteventuraenimagene…ropos-o-esfinge-calavera/

    sie heisst Acherontia Atropos

    unter Nummer 5 aufgeführt:

    https://magnet.xataka.com/natu…es-encontrar-por-el-mundo


    hier wird beschrieben wie sich der Falter zu den Bienen verhält:

    https://de.wikipedia.org/wiki/Totenkopfschwärmer



    liebe Grüße

  • Da haben wir seit 2016 bislang jedes Jahr beim Ernten im September die verpuppten Totenkopfschwärmer gefunden. Jedes Jahr so 3 - 4 Stück. Am Anfang haben wir die wieder eingebuddelt. Nachdem nun seit letztem Jahr mein Stand dort steht bin ich etwas unsicher ob die, wenn Sie geschlüpft sind, den Weg tatsächlich in die Beuten finden?

    Freue dich doch! Den Bienen schaden die Falter doch nicht ernsthaft, sie klauen nur ein paar Gramm Honig, meist sogar völlig unbemerkt. Ob es diese Puppen noch heuer schaffen, weiß ich jetzt nicht auswendig. Wenn nicht, frieren sie aber sowieso ab und die Falter nächstes Jahr sind dann wieder welche, die direkt aus dem Mittelmeerraum gekommen sind.


    Es fällt aber schon auf, dass sich hier vor allem Kollegen aus dem Süden melden, jetzt interessiert es mich nun auch, wo und wie weit hinauf die im Norden noch gesichtet werden. Vielleicht melden sich noch ein paar Nordlichter mit Sichtungen.