Honigpreis, die x.te...

  • Hallo, zusammen,


    hab heute beim Einkaufen was Neues von Langnese gesehen: "Wintermärchen", einmal "Akazienhonig mit Vanillestange" und dann "Kleehonig mit Mandeln". Die Mandeln waren geröstet und püriert, das Zeug hatte eine sehr merkwürdige Farbe...
    250 g zum Einführungspreis von 3,45€!!!


    Manche Leute schrecken auch vor nix zurück! :-?

    "Meet me in a land of hope and dreams"
    Bruce Springsteen

  • Hallo, alle Miteinander,
    Hallo, Sabi(e)ne,


    das wird nicht nur von Langnese so verkauft.
    Du siehst die schlafen nicht!
    Bei uns im Norden ist das schon ein alter Schinken,
    auch ich habe ähnliche Rezepte und ich verkaufe es gut.
    Ein grosser Marzipanhersteller hier im Norden hat uberwiegend
    Honig zum süßen und der Hauptbestandteil beim Marzipan sind
    Mandeln, allerdings nicht gebrannte!
    Es ist uns Imkern gestattet Honig und Honigprodukte zu verkaufen,
    ein Honigprodukt ist auch Akazienhonig mit Vanillestange!!
    Met und Liköre, Gummibären und Bonbons und... ist alles vom Honig.
    Der Phantasie sind keine Grenzen gesetzt,oder was würde ein Schlachter
    machen wenn er nur das Fleisch verkaufen dürfte.
    Wenn ich nur warten würde das ich meinen Honig verkauft bekomme,
    ginge es mir wie den armen Bayern,ich würde darin ersaufen.


    einen guten Appetit


    Margret

  • bisy schrieb:

    Hallo, alle Miteinander,
    Wenn ich nur warten würde das ich meinen Honig verkauft bekomme,
    ginge es mir wie den armen Bayern,ich würde darin ersaufen.
    einen guten Appetit
    Margret


    Hallo Margret,
    du kannst es wohl nicht lassen Seitenhiebe zu verteilen, aber man muß eben die Menschen nehmen wie sie sind. Ich hoffe, mit meinem nachfolgenden Beitrag dir nicht auf den Schlips zu treten, ansonsten wartest du mit dem Zurückschreiben bis morgen, war doch mal ein Rat im Stammtisch. Meiner Ansicht nach gehört Honig nicht gepanscht mit Anisstangen oder ähnlichem Zeug. Ich kann mir nicht vorstellen, dass ein Heideimker seinen Honig so verschandeln würde. Auch der tiefschwarze Waldhonig oder der grünschimmernde Tannenhonig wäre viel zu schade zum Verpantschen, das wäre direkt Sünde und zu vergleichen mit einem Metzger, der aus dem Filet Gulasch schneidet. Das Verpantschen sollen die Honigverkäufer machen, die einen minderwertigen Honig aufwerten wollen. Eine tolle Idee fand ich allerdings den letzten Honig, den mir mein Hausarzt aus der Südsee mitbrachte, worin sich ein Wabenstück befand, sah so richtig schön aus.

  • Hallo, alle Miteinander,
    Hallo, Franz Xaver,


    eine alte kaufmännische Aussage behauptet, die Nachfrage beherrscht das Angebot.
    Auch einige andere Kollegen sind mit mir einer Meinung, das, das Angebot auch erst die Nachfrage wecken muss!
    Was nicht aussagen soll dass ich Honig panschen will, oder unterstütze.
    Und ich wette mit Dir, jeder Schlachter schneidet mir Gulasch vom Filet!
    Wenn ich es will, - und sei es für meinen Hund…
    Deine Ansicht in Ehren, aber wenn ein Kunde von mir Honig mit Knoblauchgeschmack haben will mit einem weiß- blauen Hintern als Etikett.
    Dann bekommt er ihn!
    Du musst ihn nicht essen oder kaufen und ich auch nicht.
    Es ist eben alles eine Geschmacksache.
    Und was einige Heideimker mit ihrem Honig machen, da kannst Du den Honigobmann vom LV Hamburg gerne mal fragen.
    Ich esse für mein Leben gern Honig, ca. ein Kilo im Monat, jede Sorte.
    Und ich esse meine Sesam- oder Mandelcreme mit Honig und meine Honigfrüchte und und…..
    Wenn ich dann den „ minderwertigen Blütenhonig „ den ja laut einiger Aussagen sowieso niemand haben will, nach meinen Rezepten veredle, dann ist das meines Ermessens, kein Panschen!
    Wenn ich den letzten Honig, mit hohem Wassergehalt in Met und Likör umarbeite, dann ist das auch kein Panschen!
    In den Apotheken bekommst Du mit Kräuterauszügen versetzten Honig zu einem Preis, das Dir das Herz hüpfen würde wenn Du für Deinen guten Waldhonig, wo mit Sicherheit fast die gleichen Kräuterinhalte vorhanden sind, nur annähernd soviel bekämst.
    Und, Franz Xaver, bei uns im Norden ist Anis- und Fenchelhonig schon lange ein altes Hausmittel gegen Erkältung.
    Wenn es einmal eine/n Wandersfrau/mann aus dem Norden in die südlichen Provinzen verschlagen sollte, dann beschimpfe sie/ihn nicht als Panscher, nur weil er Dir einen Bärenfang anbietet.
    Ich hab nicht vergessen dass Du keinen Alkohol trinkst, aber sie/er kann es ja nicht wissen.
    Sonst hätte ich Dir auch mein Rezept für meinen Tannenlikör gegeben, aber da ist ja auch „ guter grünschimmernder Tannenhonig „ Hauptbestandteil!!
    Und verzeih mir meine Seitenhiebe, ein kluger Mann sagte mal,
    Nachsicht ist die Stärke des Weisen.



    Ich wünsche Euch viele gesunde Bienen !


    Margret



    PS. Und ich hab doch gleich geschrieben!!

  • Hallo liebe Imker(innen),


    also seit ich bei Magret´s Beiträge den Polemik-Scanner aktiviert habe, lesen die sich runter wie Öl. :D 
    Aber wie es in jedem Ihrer Beiträge ist, ist auch hier ein Stück Wahrheit zu finden.
    Die Imker die nur 3 Sorten Honig anzubieten haben und nicht zu frieden sind, können daran nur etwas ändern wenn sie bereit sind sich auf das Kaufverhalten der Kunden einzustellen. Ich weis, die meisten Imker sind bessere Imker als Verkäufer. Aber bei offensiver Herangehensweise (an sich selbst) kann man da auch noch dazu lernen, und dazu sollte man sich nicht zu schade sein.
    Ich hab´ auf dem Imkertag in Donaueschingen eine interessante Entdeckung gemacht, die ich in meinem „Sortiment“ integrieren werde. – Wabenhonig - mit relativ wenig Aufwand gewonnen, und für Gesundheitsbewusste geradezu ein Muß. Allergiker profitieren von den Pollen ihrer Region und nicht von den die aus Australien (Reformhaus) stammen.
    (info: www.spuergin.de)


    Gruß


    Matthias

  • Hallo, zusammen,
    bin gerade über eine sehr eindrucksvolle Website gestolpert:
    www.dutchgoldhoney.com
    Am allereindrucksvollsten sind ihre Preise: 10,45$ für 1 lb Glas!
    Mehr als 10€ für 450g... Und noch nicht mal Bio!


    Wie schaffen sie es, solche Preise am Markt durchzusetzen???
    (O.K., für Wiederverkäufer nehmen sie 116$ für 60 lbs, aber trotzdem...,
    sie müssen zu dem Preis genug loswerden, sonst hätten sie nicht so eine aufwendige Website, oder?)


    Wenn ich die diversen Listen lese, verkaufen die Direktvermarkter ab 2$ bis ca. 4,50$ per lb, Händler zahlen nur zwischen 0,80$ bis max.2,10$ per Kilo.


    Hat jemand gute Marketingideen?????

    "Meet me in a land of hope and dreams"
    Bruce Springsteen

  • Hallo


    in der Hoffnung, daß dieses Jahr von der Ernte her besser wird (außer die Frühtracht, welches letztes Jahr okay war) sonst muß ich mir ernsthaft überlegen, ob sich das mit dem Wandern noch lohnt.
    Einige Landkreise verlangen zur Wandergenehmigung jetzt auch schon die Faulbrutsporenuntersuchung, welche im Gegensatz zum letzten Jahr nun auch nicht mehr kostenlos ist. Soll jetzt 16 - 20 Euro die Probe kosten; eine Probe heißt Futterkranzprobe aus 5 Völkern.


    Die Kosten für eine Wandergenehmigung lag 2002 bei 12 - 13,75 Euro,
    (mal abgesehen davon was die noch zu DM-Zeiten gekostet hat)
    die Empfehlung der Landwirtschaftskammer für dieses Jahr liegt bei 15 Euro !


    Also zusammen dann ca. 31 Euro.
    Dazu die wesentlich höheren Spritkosten, welches dieses Jahr an unserem Geldbeutel nagen werden.


    Habt Ihr schon mal darüber nachgedacht,
    (auch im Zuge der Verknappung des Angebotes; siehe massive Völkerausfälle in Deutschland und höhere Preise für Importhonige -
    (nein keine Angst, ich werde nie fremden Honig zukaufen wollen,
    bei meinem weiß ich was ich habe!))


    dieses Jahr evtl. beim Verkauf höhere Verkaufspreise zu verlangen ?


    (ich fange jedenfalls an darüber nachzudenken, ob nicht mind. + 0,1 Euro mehr dran wären, auf dann 4,00 Teuro)


    mit Gruß an alle

  • Hallo Jungimker,


    ich finde es nicht korrekt, daß eure Landwirtschaftskammer immer noch Futterkranzproben für ein Gesundheitszeugniss verlangt! Denn im Bundesgesetzt wird dies nicht klar verlangt, und euer Bundesland macht da was, das eigentlich nicht ganz rechtens ist, und eben nur die Kosten hochtreibt, und nur von zweifelhaftem Erfog ist, wenn nur die jenigen Unterssuchen, die Wandern wollen!
    Da haben es unsere Imkerkollegen in unseren Nachbarländer schon viel leichter und wesentlich weniger Kosten nicht nur bei der Beschaffung von Wandergenehmigungen!
    Der Diesel kostet z. B. in Frankreich z.Z. nur 0,76 € stand Donnerstag letzte Woche!

    geht´s den Bienen gut, geht´s der Umwelt gut!

  • Hallo Toyota und Bienengemeinde,


    der Diesel hier in Ro kostet etwa 50Cent. Und für die hiesigen Verhältnisse ist das eine ganze Menge. Hier muss man sparen, basteln und improvisieren. Dennoch hat der Honig hier die gleiche wenn nicht eine bessere Qualität als der aus deutschen Landen. Natürlich gibt es auch hier schwarze Schafe. Das sei unbestritten.


    Ich muss hier mal einen Stab brechen für den hier so oft angeklagten "billigen" und "schlechten" Importhonig. Natürlich spiegeln sich hierin nur meine bisherigen Erfahrungen aus Ro wiider, aus einem Land also, welches ebenfalls in der Lage ist den Honig "billig" zu "erzeugen".


    Nicht der Honig aus anderen Ländern ist zu billig. Die Erzeugerpreise in D sind zu hoch.
    Bitte vergesst nicht, dass die Bienen für euch den Job gratis erledigen. Und das machen sie in jedem Land, unabhängig von irgendwelchen Staatsgrenzen oder Weltregionen. Das was ihr drumherum "baut" macht den Honig teuer. Wenn ich mir eure "Spielzeuge" so anschaue für die ihr etliche tausend Euro ausgebt, dann müsst ihr euch nicht wundern, dass sich die Honigproduktion nicht mehr so richtig lohnen will.


    Ich stemme mich dagegen im Honig einen Luxusartikel zu sehen, und wie für jedes Produkt stimme ich dafür, dass die Preise nach unten gehen. Ich bin für einen freien Markt, ohne Lobby und deren Funktionäre. Ich brauche keine künstlich hoch gehaltenen Preise. Was gebraucht wird sind intelligente Produzenten/Händler/Vermarkter.


    Kontrollen sind in Ordnung. Denen haben wir es zu verdanken, dass Länder wie China geblockt worden sind. Und das sicher nicht zu unrecht. Aber bitte doch nicht ein mehr an Kontrollen in unseren eigenen Reihen. Seit ihr denn nicht kontrolliert genug in Deutschland? Wie steht es denn mit Eigenverantwortung, dem Bestreben sich ständig zu informieren und den wechselnden Marktverhältnissen anzupassen? Wenn ich merke, dass sich die Imkerei für mich nicht mehr lohnt weil Importhonig zu billig ist, dann gehe ich nicht hin und mache diesen schlecht. Ich muss mich den neuen Umständen dann eben anpassen. Was bleibt ist: Ich kann Bienenprodukte importieren und verkaufen. Ich kann importierte Bienenprodukte veredeln und teurer verkaufen. Es gibt soviele Varianten mit den aktuellen Umständen nicht zu hadern!


    Honig sollte ein leckeres, naturbelassenes Grundnahrungsmittel sein. Für jeden erschwinglich und in ordentlichen Mengen geniessbar. Das sollte unser aller Ziel sein!  :D


    Es sollte der Kreativität des jeweiligen Händlers überlassen bleiben aus Honigprodukten auch Luxusartikel zu machen und diese teuer zu verkaufen. Für diesen höheren Preis soll er dann auch etwas tun. Er soll seine Gehirnzellen aktivieren und arbeiten. Er soll sich nicht darauf verlassen, dass irgendeine Lobby seine Trägheit unterstützt und die Preise künstlich hochhält. - In einer ganz verwandten Branche ist das ja leider so üblich. :(


    Die rumänischen Imker lieben ihre Bienen und die Arbeit damit genauso wie ihr. Das war auch das erste was uns hier von den Kollegen gesagt wurde als wir uns in dieser Richtung orientierten. Wir müssen die Bienen lieben. Ihre Macken und Eigenheiten. Wir müssen die Natur lieben und die direkte Verbundenheit mit ihr.
    Niemand hier vergiftet seine Bienen. Natürlich gibt es hier "Medikamente" gegen die Varroa, irgendetwas muss dagegen ja getan werden, auch wenn der eine Imker Probleme mit dieser Milbe hat und der andere nicht. Doch viele haben kein Geld dafür oder wollen es dafür nicht ausgeben. Vielleicht ändert es sich dieses Jahr, weil erstmalig gute Preise für rumänischen Honig bezahlt werden. Auch dieses Jahr gibt es einige Völkerverluste weil die Bienen unbehandelt waren.
    Bio-Imkerei ist auch hier im Gespräch, nicht zuletzt weil die Importeure mehr dafür bezahlen. Die hiesigen Imker bilden sich weiter. Seit vier Wochen werden die Schulungen/Versammlungen einer der regionalen Vereine in einem Klassenzimmer abgehalten, soviel Zulauf gibt es. Dieses Jahr soll ein neues Mittel gegen die Varroa eingesetzt werden. Irgendein Kraut dessen botanische Zuordnung mir nicht ganz geläufig ist (wenn ich darüber mehr weiss gebe ich das an euch weiter). Von Ameisen-/Milch-/Oxalsäure habe ich bislang noch nichts gehört. Warum? Das finde ich noch heraus.


    Oben habe ich angedeutet, dass ich der Meinung bin, der hiesige Honig habe eine bessere Qualität als der Deutsche. Noch einmal zur Erinnerung: Nicht der Imker produziert den Honig, die Bienen tun es. Und die Bienen können nur so guten Honig produzieren wie es deren Rohstoff zulässt. Und da sind wir beim Rohstoff, dem Nektar. - So naturbelassen wie hier alles ist ist es für mich keine Frage welcher Nektar eine bessere Qualität hat... :-)
    Die hiesigen Imker arbeiten (für deutsche Verhältnisse) primitv, aber sauber und effektiv. Natürlich mit der Einschränkung, dass das sicher nicht auf alle zutrifft, aber auf die Mehrheit tut es das! Hier wird nicht gepanscht und gedreckt. Sie bekommen von einem deutschen Importeur sagenhafte 2.80 Euro für das Kilo. Das ist ein klasse Einkommen und für soviel Geld beugt man sich gerne den Qualitätanforderungen. - Jetzt prüft mal selbst ob auch umgekehrt ein Schuh draus wird... Ich lese aus euren Zeilen nicht heraus, dass ihr bereit seid euch für 2.80 Euro wirklich krumm zu machen... :wink:


    So, jetzt aber Schluß. Es ist doch mehr geworden als ich eigentlich wollte. :-)


    Vielen Dank für eure Geduld.


    Viele Grüsse
    Wolf

  • Hallo Ostwolf!
    Dein Beitrag klingt in meinen Ohren doch etwas überheblich.
    Du willst viel Honig billig erzeugen - ich habe den Eindruck, das du Quantität vor Qualität setzt und bei euch will man von der "China-Schlappe" profitieren.
    Die Erzeugerpreise sind in Westeuropa sicher nicht zu hoch - man muss hier andere Maßstäbe setzen. Der Standart ist einfach ein anderer. Vergleicht man das monatl. Durchschnitts-Einkommen so müsste unser Honig wesentlich mehr kosten als jetzt der eurige - da sind die 2,80 bei euch, für den Konsumenten sowieso schon fast Wucher.
    Außerdem werden Massentrachthonigsorten in ähnlichen Preislagen auch bei uns gehandelt. Ich kann keinen Massentrachthonig produzieren (Gottseidank) und bei meinen 15 kg Jahresschnitt (über 1200m Seehöhe)haben die Bienen Zeit um ein besonders wertvolles Endprodukt zu produzieren - liegt natürlich auch in einer anderen Preisklasse - Absatzprobleme habe ich noch nie gehabt....
    mfg

  • Hallo biene.at,


    es ist mir natürlich klar, dass mein Beitrag dem einen oder anderen mächtig in den Ohren klingeln muß. Zumal ich ja überwiegend einen konträren Standpunkt vertrete: Nicht die Preise raufschrauben sondern runter. Aber eigentlich sind das doch Forderungen die von den meisten Menschen wieder und immer wieder gestellt werden, quer durch den Markt. Natürlich stoppen diese Forderungen da wo die eigenen Pfründe betroffen sind. :wink:


    Dieser Beitrag klang mitnichten überheblich (hoffe ich doch wirklich). Ich habe lediglich versucht ein objektives Bild aus meiner Sicht darzulegen. Ich habe versucht die Sache mit den Augen der Kunden/Käufer zu sehen, weniger mit denen der Händler/Hersteller.


    Quantität, verbunden mit Qualität schliesst sich nicht aus. Ich denke, das habe ich auch versucht in meinem Beitrag klarzustellen. Aus keiner meiner Darlegungen geht hervor, dass ich die Quantität der Qualität vorziehe. Aber letztlich ist es doch der Kunde der die Qualitätsmaßstäbe setzt. Und die können sehr vielfältig sein.


    Natürlich sind die Erzeugerpreise in Westeuropa, im Vergleich zu den erwähnten anderen Ländern wesentlich höher. Daran ändert auch das setzen anderer Maßstäbe nix. - Hier schleudert man seinen Honig mit Selbstgebasteltem, im Westen latzt man dafür erstmal einige tausend Euro. Die Kohle muss erstmal wieder reinkommen... - und mit der Schleuder hört es ja nicht auf. An der Qualität des Honigs ändert sich durch die verschiedenen "Techniken" nichts. An der Quantität schon! Hier nimmt die Imkerschaft zu. Im Westen nimmt sie ab. - Unterschiedliche Maßstäbe? :wink:


    Ich glaube der politische Hintergrund (China-Schlappe) spielt hier überhaupt keine Rolle. Tatsächlich ist dieses Thema noch nie angesprochen worden. Es war hier immer so, dass die Preise vom Ausland diktiert wurden. Ein deutscher Importeur bezahlt jetzt diesen Preis und dadurch wird die Imkerei für viele attraktiv. - Das ist doch ganz normal und überhaupt nicht verwerflich, oder? :)


    Was die Lebenshaltungskosten hier betrifft tangierst du einen wunden Punkt. Tatsächlich sind annähernd alle Lebensmittel teurer bis wesentlich teurer als in D. Wann immer ich nach D fahre ist Grosseinkauf angesagt um ein paar bezahlbare Lebensmittel in guter Qualität zu horten. Es ist nicht so, dass es Mangelwirtschaft gäbe. Es gibt hier alles (man muss nur ein bisschen suchen). Allerdings frage ich mich immer wieder wer das kaufen soll. Das durchschnittliche Einkommen liegt bei 100 Euro...


    Es ist schön, dass du ein wertvolles und wahrscheinlich auch seltenes Produkt anbieten kannst. Ich bin sicher, dass deine ganz spezielle Klientel auch sehr froh darüber ist, dass es dich und dieses Produkt gibt. Und genau das ist doch das faszinierende an diesem Gewerbe. Man soll sich mit den Gegebenheiten arrangieren. Honig, der sich leicht und preiswert produzieren lässt, sollte man auch preiswert weitergeben. Es bleibt jetzt den kreativen Kaufleuten überlassen einen preiswerten Honig mit intelligentem Marketing teuer an eine spezielle Zielgruppe zu verkaufen. - Das ist Marktwirtschaft und so sollte sie auch funktionieren.


    In diesem Sinne wünsche ich euch allen viele kreative Ideen und fleissige Bienen... :D


    Wolf

  • Hallo Ostwolf,


    ich bin jetzt aber doch richtig neugierig.
    Ich habe Deine Artikel gelesen und einiges ist mir besonders aufgefallen. Du sprichst über die Erzeugung und Vermarktung von Honig wie ein Großimker, sicher hast Du berufliche Erfahrungen auf diesem Gebiet. Wie lange bist Du eigentlich schon Imker, kannst Du uns mal verraten wieviel Völker du hast und was du so im durchschnitt pro Volk erntest?


    Du schreibst;
    ...Dennoch hat der Honig hier die gleiche wenn nicht eine bessere Qualität als der aus deutschen Landen......Wie ist die Qualität deines Honigs, hast du ihn mal untersuchen lassen? Welche Sorten hast Du geerntet und wie vermarktest Du Deinen Honig bei Euch?


    Warum sprichst Du so Negativ über unsere Geräte??.....Wenn ich mir eure "Spielzeuge" so anschaue für die ihr etliche tausend Euro ausgebt, dann müsst ihr euch nicht wundern, dass sich die Honigproduktion nicht mehr so richtig lohnen will....
    Hast Du Deine Schleuder selbst gebaut und wieviel Waben passen hinein?
    Woher nimmst Du die Annahme, dass sich die Honigproduktion hier nicht mehr richtig lohnt? Was hast Du für Erwartungen, willst Du in einem Jahr reicht werden, ohne technische Hilfsmittel und ohne den Finger krumm zu machen?


    Noch eines ist mir ganz schön aufgestoßen;
    .....Sie bekommen von einem deutschen Importeur sagenhafte 2.80 Euro für das Kilo. Das ist ein klasse Einkommen und für soviel Geld beugt man sich gerne den Qualitätanforderungen. - Jetzt prüft mal selbst ob auch umgekehrt ein Schuh draus wird... Ich lese aus euren Zeilen nicht heraus, dass ihr bereit seid euch für 2.80 Euro wirklich krumm zu machen...
    Wenn Du soviel Honig erntest, muß auch die Vermarktung stimmen, sonst hat die ganze Sache keinen Sinn. Ich kann nicht Honig produzieren auf Teufel komm raus und habe keinen Käufer dafür. Soll ich ihn mir in die Haare schmieren?
    Was denkst Du denn, was mir ein Händler für das Kilo Honig angeboten hat?


    Wenn wir 2.80 oder was immer vom Händler bekommen machen wir uns auch nicht krumm „wie Du so schön schreibst“!
    Da ist kein Gläser spülen, kein Abfüllen, kein Honigstand auf dem Wochenmarkt,
    keine Kundenpflege und Reklame notwendig. Dies alles macht eine menge Arbeit und jede Arbeit hat seinen Preis. Hast Du eine Ahnung wieviel Benzin ich verfahre (2.20 Euro per Liter) und was für eine Zeit es mich kostet um den Honig an die Kundschaft zu bringen?


    Wenn ich mich hinsetze und die Hände in den Schoß lege geht nichts, da kommen keine gebratenen Tauben geflogen! Vielleicht ist das bei Euch anders?
    Ich vermarkte meinen Honig mit einem anderen Imker aus unserem Verein und wir haben uns in den letzten 10 Jahren einen Kundenstamm aufgebaut. Wir haben ganz klein angefangen. Da ist so mancher Eimer Honig verschenkt worden und für die Kinder unserer Kunden ist der Honig noch heute kostenlos.
    In 2002 haben wir zwei Hobbyimker insgesamt 62 Zentner Honig an unsere Kundschaft verkauft und kein Glas davon war unter 3.00 Euro. Ich kann Dir jetzt schon sagen, 2003 sieht noch besser aus.
    Der Kunde ruft Heute an und hat spätestens Morgen seinen Kasten Honig frei Haus. Wir haben keine ...spezielle Zielgruppe.... wie Du schreibst. Lediglich treue und zufriedene Kunden.
    Von nichts kommt nichts, hier läuft die Wirtschaft etwas anders als bei Euch.

    ......Honig, der sich leicht und preiswert produzieren lässt, sollte man auch preiswert weitergeben.......


    Warum gibst Du Deinen Honig denn nicht billiger an die Händler wenn er sich so leicht produzieren läßt?


    Abschließend noch eine kleine Bemerkung. Ich habe den Eindruck, dass Du uns mit vielen Deiner Artikel zum schreiben animieren willst, da geht es oft nicht um eine vernünftige Frage von einem Imker zum anderen.



    Gruß
    Sabine aus Wiesbaden

  • „Jetzt dreht mir ja keinen Strick” ich zahle per Liter Benzin keine 2.20 Euro.
    Ihr habt sicher schon gemerkt, dass ich DM mit Euro verwechselt habe. Wem ist das noch nicht passiert????? :wink::wink:


    Gruß
    Sabine aus W