Bienen auf Hortgelände aufstellen ?

  • Hallo,

    ich wurde gefragt ob ich ein Projekt der Gemeinde betreuen möchte und Bienen (2 Beuten) auf einem neu gestalteten Gelände des Gemeinde-Hort aufstellen und betreuen möchte.

    Hier ist es allerdings so das es ein Gelände wäre auf welchem Kinder, die eben in der Hort-Betreuung sind, auch spielen. Ich bin mir nicht so sicher ob das von der Gemeinde eine so tolle Idee ist hier Bienen aufzustellen.

    Diese wären zwar durch eine mittelhohe Hecke etwas abgegrenzt, aber es könnte doch immer sein das ein paar neugierige Kinder durchschlüpfen und Unfug machen.

    Wie seht ihr das, sollte ich entsprechende Vorschriften beachten/veranlassen oder das Projekt einfach lassen ?

    Für die Kinder wären die Bienen sicher interessant obwohl ich Bedenken habe das sich die Bienen gestört fühlen könnten. Ich will ja nicht das die noch aggressiv werden und Kinder stechen. ;)

  • Du brauchst hier die Erfahrung anderer Schulprojekte, wie die das in der Praxis lösen. Solche Lösungen muss man sich mal anschauen und mit dem Imker dort reden. Sie werden zumeist bestätigen, dass Bienen als tolles Projekt erlebt und von den Kids meist sehr verantwortungsvoll behandelt wird.

    Wie dann diese Erfahrungen in diesem Hort umgesetzt werden, kann man ohne Ortskenntnis nicht wissen.

    Seit 2005 Sächsischer* Hobby-Imker mit ca. 10 Völkern in DNM

    * sie summen weicher als die nicht-sächsischen Bienen

  • Moin,


    Ich würde das auf keinen Fall machen. Insbesondere bei den ganz Kleinen darf der Abstand gerne ganz groß sein! Meine sechsjährige Tochter nehme ich mittlerweile regelmäßig zu den Völkern mit, aber unser Jüngster will direkt in die Kisten klettern, weswegen wir im Garten jetzt ein Tor zwischen den Völkern und dem Rest aufgestellt haben. Mit Schulkindern geht das schon gut, aber gerade bei einem Hort kann viel zu viel schief laufen.


    Beste Grüße


    Peter

  • Man muss sich genau erkundigen, wie der Hort das Gelände um die Bienen herum nutzt. Ist dort Rasen, wird dieser regelmäßig gemäht? Toben Kinder dort barfuß herum?
    Wird auf dem Gelände im Freien gefrühstückt?


    Ich gehe davon aus, dass all diese Punkte zutreffen.
    Also: Bienen abgeschirmt, nicht antastbar, höher gestellt (Dach?) Flugschneise nicht über Kinderbetobtes Gelände ..

    dann ginge es vielleicht

    Man muß keinen Wind machen, aber man muß segeln können.

  • Anni : ich gebe Dir recht. Ich hätte da ebenfalls Bedenken. Aber dann läuft doch der Wunsch nach Bienen ins Leere, oder? Man will doch sicher den Kindern mal zeigen, wie Imker/-in arbeitet und erklären, was die Bienen so tun und was sie so besonders macht. Dazu ist zumindest Sichtkontakt zum Arbeitsbereich notwendig, besser noch kontrollierbare Zugänglichkeit, um mit den verschleierten Kleinen mal näher ran gehen zu können.


    Pinky69 : Alles in allem eher aufwändig, Sicherheit und Transparenz unter einen Hut zu bringen. Ich würde mir das sehr gut überlegen.


    LG

    Roland

  • Anni, zuviel der Vorsicht ist zwar Zeittrend, aber: die Beuten sollen erreichbar sein. Was sollen die auf einem Dach?

    In "meiner" Schule haben mich Kinder immer wieder stolz hingeführt und sie mir gezeigt (wussten gar nicht, dass ich mich da auskenne). Die sind zum Beobachten hingegangen und waren immer repektvoll.

    Seit 2005 Sächsischer* Hobby-Imker mit ca. 10 Völkern in DNM

    * sie summen weicher als die nicht-sächsischen Bienen

  • Hort heißt zumindest bei uns ab Grundschulalter. Das sollte mit netten Völkern gehen, wenn die Bienen eine freie Einflugschneise haben. Ich glaube auch nicht, dass die Kinder dort Blödsinn machen. Traut den Kindern doch mal was zu! Die haben schnell raus, was geht und was nicht. Ein Problem könnten eher Helikopter-Eltern mit 150%-Sicherheitsanspruch sein.

    Coronataugliches Freiluft-Imkerforumstreffen am 3.-5.9.2021 an der Lahn.

  • Danke für eure schnellen und ausführlichen Meinungen. Auch ich stehe dem Projekt eher etwas skeptisch gegenüber, das Kinder ja unberechenbar sind. Da das Flugloch auch gegen die Grünfläche mit Bienenwiesen ausgerichtet sein soll, könnte es eben auch sein das sich da Kinder aufhalten.

    Werde das nochmal genau absprechen, meine Bedenken vorbringen, und wenn dann erst einmal mit einer Beute, evtl. ein Ableger, starten. Wenn sich alles zum Guten einpendelt kann man ja gegebenenfalls noch erweitern. :)

    Sollte ich von den Eltern noch eine Art "Einverständnis-Erklärung" unterschreiben lassen, falls doch mal ein Kind gestochen werden sollte?

  • Ich betreue Bienenvölker in einem Grundschulprojekt.


    Meine Bienen stehen dort frei zugänglich aber auf einem abgelegenen Platz. Das heisst nicht direkt im Blickfeld und auch nicht auf dem Schulhof. Sondern auf der, hinter der Turnhalle gelegenen, Schulwiese.


    Die Kinder gehen dort auch gerne (auch alleine) hin und schauen, halten aber respektvollen Abstand.

    Einige Male im Jahr gehe ich mit ihnen dort hin und erzäle ein bisschen was über Bienen, Wespen und andere Insekten. Kommt immer darauf an was sie für Fragen haben. :)


    Dass man dort keine Stecher hinstellt dürfte wohl selbstverständlich sein. ;)


    Ich habe dafür keine Einverständnisserklärung. Ob die Schule sowas hat kann ich nicht sagen.

  • Wenn der Hort Bienen möchte, muss er das mit den Eltern klären. Ich würde das an Deiner Stelle nur mit der Hortleitung diskutieren, diese ist Dein "Geschäftspartner", aber nicht jeder einzelne Papi.

    Coronataugliches Freiluft-Imkerforumstreffen am 3.-5.9.2021 an der Lahn.

  • Habe auch einen Standplatz auf einem Flurstück der Gemeinde. In der Nähe befindet sich ein Spielplatz, auch Gemeinde. Auf jeden Fall mit der Versicherung in Verbindung setzen und eine schriftliche Absicherung beantragen. Sollte im Fall einer Verletzung durch die Bienen kein Versicherungsschutz bestehen, soll bitte die Gemeinde eine dem entsprechende Versicherung im Vorfeld abschließen. Die wollen ja was von Dir, nicht anders herum. Und bitte alles Schriftlich festhalten, Sachbearbeiter in Ämtern wechseln auch mal.

    Der Pessimist ist ein Optimist, der aus seinen Erfahrungen gelernt hat.

  • Wir haben nur gute Erfahrungen gemacht. Ausflugrichtung über die Spielwiese ist aber nicht das, was passend ist. Mit der Hortleitung besprechen, dass die Spielwiese nicht blühen soll, in diesem Fall halt vorher mähen. Eher eine Ecke bei den Bienen als Blühwiese mit anlegen, dann hat jeder seinen Platz. Ansonsten sind Kinder im Hortalter respektvoll neugierig, das ist das, was man für Aufklärung braucht. Erst wenn es Richtung halbstarke geht, dann wird mal der Eine oder Andere sich stark zeigen müssen. In der Regel aber nicht an gemeinschaftlich betreuten Bienen.

    Intoleranz gibt es natürlich auch da, aber es ist ein Angebot, es muss ja keiner die Hand rein halten.

    Auch ohne Hortbienen wird die Spielwiese bei blühendem Klee nicht bienenfrei sein.

    Eltern können natürlich sehr speziell sein, aber wenn die Leitung dahinter steht, dann wird das gut funktionieren.

    Die Gemeinde hat normalerweise eine Haftpflichtversicherung. Als Imker bist Du in der Regel aber auch über den Verein (falls Mitglied) versichert. Wenn nicht, dann kannst Du Dich auch selber versichern, es ist als privates Hobby idR schon in der privaten Haftpflicht mit drin. Vorher einfach mal anfragen.

    Ansonsten sind die Imker über Gaede und Glaudert versichert. Die haben (meine ich) als Einzige eine spezielle Imker Versicherung. Ich gehe im Frühjahr mit Bienenvolk auf Märkte, auch das ist als Öffentlichkeitsarbeit mit versichert.

    Man kann ohne Bienen leben, aber wie halt.