Brutschaden in Jungvolk nach AS Behandlung

  • Hallo zusammen,

    ich habe Ableger, die über 10 Milben pro Tag verlieren. Gebildet im April und Mai, immer mit Milchsäure behandelt bevor die erste verdeckelte Brut vorhanden war. Nun musst ich handeln und habe mit Liebigdispender und 100 ml AS behandelt bevor ich für zwei Tage weg gefahren bin. Jetzt sind die 100 ml nach drei Tage durch. In den Einzargern liegen 500 bis 1000 Bienen im Gitterboden und die verdeckelte Brut ist wohl zu Großteil auch hin - Königinnen sind aber noch da. Da das Varroawetter nur bedingt brauchbares Wetter angezeigt hatte habe ich lediglich einen Streifen vom Docht entfernt und den Docht mittig in die Zargen gesetzt. Ja ich weiß, das Problem steht hinter der Beute, aber nun muss ich dennoch sehen was ich tun kann um die Schaden in Grenzen zu halten.

    Was kann ich nun tun? Die Gitterböden habe ich geleert, was passiert mit den toten, bzw geschädigten Brut, schaffen die Bienen das alleine auszuräumen? Das Flugloch ist sehr klein, so dass nur 2 bis 3 Bienen durch gehen, da ist das Ausräumen sehr schwer für die Restmanschaft.

    Ich würde mich über konstruktive Unterstützung freuen.

    Weiter habe ich ein Wirtschaftsvolk gefunden, dass keine Eier oder Brut hat, allerdings viele Reste von Nachschaffungszellen. Hier ist wohl umgeweiselt worden, Königin oder neue Eier konnte ich nicht finden, das Volk ist aber ruhig gewesen. Kann jetzt noch eine Königin richtig begattet werden? Dann warte ich noch eine Woche und suche wieder noch Eiern. Wäre der Zeitpunkt nicht perfekt um mit Milchsäure (Sprühbehandlung) nochmal Milben zu erledigen? Wie lang würdet ihr warten bevor ihr eine neue Königin zusetzt?

    Danke und summende Grüße

    Markus

  • Also ich würde auch bei dem großen Volk eine Weiselprobe machen. Wenn die keine Königin haben, dann mit einem der AS Opfer, dem schwächsten, das noch eine Königin hat, vereinigen.

    Ansonsten: bei 10 Milben/tag hätte die Brut sowieso nicht viel getaugt, schade drum, aber so ist das. Die Bienen räumen ganz ordentlich auf, die tote Brut raus etc. und sind hoffentlich schon recht gut gefüttert. Dann können die noch einen Zyklus brüten, und man kann hoffen.

    In vier Wochen dann Bienenschätzung, und im Notfallnochmal was zusammenlegen.

    Meine Opfer der MAQS sehen auch schon wieder besser aus, wobei eins weisellos war und schon woanders drunter gesetzt wurde...

    Grüße Wiebke

  • Wer behandelt denn noch mit Milchsäure? Das ist schon lange out da viel zu schwachbrüstig. Lass das, nimm Oxalsäure.


    Ansonsten war der Verbrauch des Liebig-Dispensers ja Schwammtuch-like. Warum ist denn da das Flugloch eingeengt? Würde ich erstmal größer machen und dann nach ein paar Tagen gucken ob da noch junge Brut angelegt wird und Weiselzellen gezogen werden.

    Dann kannst Du auch entscheiden, wie es weitergehen soll.


    M.

  • Bin ich der einzige der tote Bienen bei 33,3ml am Tag seltsam findet? Das ist doch nur knapp über dem was eh verdunsten sollte bei Zander. Er hat ja noch nicht mal erwähnt ob 2 oder 3 Zargig.

  • AS ist nun mal der Hammer, insbesondere bei so hoher Dosierung.

    Bin ich der einzige der tote Bienen bei 33,3ml am Tag seltsam findet? Das ist doch nur knapp über dem was eh verdunsten sollte bei Zander. Er hat ja noch nicht mal erwähnt ob 2 oder 3 Zargig.

    2 ml 60 %ige AS pro Wabengasse Zander oder DNM ist wohl die richtige Dosis; bei 11 Waben also 22 bis 25 ml pro Zarge.


    Ich hatte früher 3ml für Großwaben (DN1,5) genutzt - mit Schwammtuch. Hier wurde ja das 3-fache appliziert.


    Jetzt hilft päppeln, ggf. füttern, wenn das Zielgewicht noch nicht erreicht wurde. Und evt. mit einem.anderen Volk vereinigen, wenn bis Oktober kein neues Brutnest aufgebaut wurde. Die Milben hast jedenfalls erwischt.


    Viel Glück!


    p. s. AS nutze ich nicht mehr - ungewisse Dosierbarkeit, Bienenschäden unnötiger Stress fürs Volk. Es gibt andere Säuren...

  • Hier wurde ja das 3-fache appliziert.

    ??? Wenn es normal abläuft nicht. Es wäre die gleiche Menge pro Tag. Ich halte den Rat von Aumeier/Liebig überall 100 ml einzufüllen, egal ob 1 oder 2zargig, für schlecht. (Bei den Einzargern halt nach 3 Tagen rausnehmen und hoffen, dass nur die beabsichtigten 50ml verdunstet sind) Die Flasche muss nur leicht schräg auf der Verdunsterfläche stehen und die ganze Theorie geht den Bach runter. Wenn nur 50 ml drin sind, können nur 50 ml verdunsten.

    Auch wenn die schneller als in drei Tagen weg sind, ist der Schaden am Bienenvolk noch erträglich. Das fürs nächste Jahr.

    Dieses Jahr kannst du nur hoffen und beobachten was passiert, moderat und beständig fütten und Ende Oktober entscheiden, was mit den Völkern passieren soll. Je nach Wohnort im Bergischen kann es ja auch noch eine Weile mild bleiben.

  • As Behandlung und gleichzeitiges weg fahren kann schief laufen. Immer am nächsten Tag kontrollieren, was tatsächlich verdunstet ist. Jetzt hilft nur hoffen und in Zukunft besser machen

    Der Pessimist ist ein Optimist, der aus seinen Erfahrungen gelernt hat.

  • Bin ich der einzige der tote Bienen bei 33,3ml am Tag seltsam findet?

    offenbar, wie viel davon ist denn schon in den ersten 12 Stunden verdunstet - etwa schon 45ml oder mehr?

    Was im Schnitt nach 3 Tagen verdunstet war interessiert doch nicht, die Frage ist doch wie viel im Peak verdunstet wurde, die Verdunstung ist bei vielen Geräten nicht so linear wie das gerne der Imker hätte...

  • Das Hauptproblem hier war wohl das eingeengte Flugloch - normalerweise äußert sich die AS-Wirkung durch massives Austragen von abgestorbenen Puppen und fast schlupfreifen Bienen aber nicht durch massiven Totenfall im Stock. Normalerweise weicht die Bienenmasse vor der AS zurück und kettet sich zur Not draussen vor dem Flugloch auf. Dann stirbt allenfalls ein Teil der Brut; nicht zuletzt durch Unterkühlung.


    Dieser Totenfall spricht dafür, dass die Bienen das nicht mehr durch das enge Flugloch schafften - daher ja die Empfehlung, nach Beginn der AS-Behandlung noch mal gucken zu gehen und das in einem engen Zeitfenster. Also nach 15 Minuten und noch mal nach einer Stunde, so in der Art. Dann kann man auch noch rasch abbrechen.


    Tjaha, AS ist und bleibt tricky... wirklich nicht mehr das Mittel erster Wahl!


    M.

  • Ich kann mir gar nicht vorstellen, dass so viel an einem Tag verdampfen kann. Wir haben kühle Temperaturen und die Fläche des Verdunsters ist auch nicht besonders groß. Mein Nassenheider hat gerade zu viel verloren und es waren 50ml am Tag mit dem mittleren Docht. Dabei war das Vlies komplett nass.

    Bei 25° kam die Säure nicht mal bis zum Rand der Wanne.

    Ist die Fläche vom Liebig nicht viel kleiner?

  • Wer behandelt denn noch mit Milchsäure? Das ist schon lange out da viel zu schwachbrüstig. Lass das, nimm Oxalsäure.

    Wenn wBienen das jetzt macht, dann aber nicht mehr im Winter zusätzlich träufeln, oder?


    Wir hatten im letzen Jahr, zugegebenermaßen relativ spät, Mitte August, bei einem Volk eine TBE gemacht und Oxal gesprüht. Das Volk hatte sich dann gut entwickelt. Anschl. die "normale" Winterbehandlung mit Oxal träufeln. Da hat's leider viele dahingerafft. Die haben da so gerade noch die Kurve gekriegt.


    Gibt's eigentlich eine Faustregel, .... bis dann und dann Oxal sprühen und sonst im Winter nicht mehr träufeln. Weil, es heißt doch eigentlich, man darf die Bienen nur 1x mit Oxal behandeln, mehr vertragen die nicht !? Es sei denn, man will "verdampfen".

  • Also sprühen und träufeln ist in der Abfolge eigentlich kein Problem - das Sprühen erfolgt ja mit wässriger Lösung aber das Träufeln mit zuckeriger Lösung und genau das sollte eben nur einmal im Winter passieren. Die Bienen nehmen das nämlich auf und OS schädigt den Mitteldarm. Daher macht es auch keinen Sinn, schwache Völker im Winter damit tot zu behandeln. Ich sprühe lieber zuckerfreie OS-Präparate für die Winterbehandlung; das ist oft vor Weihnachten bei vergleichsweise milden Temperaturen noch gut möglich.


    M.