SC (small caps) Das Wie und warum von kleinzelligen Waben 4.9mm

  • ...

    Findest du in so einem Brutbild in den Zellen weniger als 10% Befall dann darf man gratulieren.

    Findet man in einem vollflächige Brutbild auch weniger als 10% Befall, dann ebenso Gratulation.


    Liebe Grüße Bernd.

    Nimm 3% statt 10%, dann ist das ok.

    Oder unter 1% in der Brut mit "purple eyes"

    :u_idea_bulb02:

    Kleine Zellen hin oder her...

    :lol:

    Grüße Luffi


    Nicht weil es schwer ist, wagen wir es nicht, sondern weil wir es nicht wagen, ist es schwer. :u_idea_bulb02:

    (Lucius Annaeus Seneca - römischer Politiker, Dichter und Philosoph - * 4 v.Chr, † 65)

  • guten Abend Hymenoptera,

    Wie gewinnst Du aber die Erkenntnis, dass das wegen Varroa ausgeräumte Brut ist? Das kann zahlreiche Ursachen haben - die Queen fährt das Brutgeschäft zurück und die Bienen bauen die Wabe zu einer Pollenwabe um, die Brutmortalität ist erhöht und das muss nicht Varroa gewesen sein, die Queen ist nicht mehr so fit... was auch immer.


    Hast Du die Bienen beim Ausräumen beobachtet? Hast Du dabei Varroen gesehen? Oder kann es nicht einfach nur DWV sein denn nach aktueller Studienlage werden DWV-geschädigte Puppen tatsächlich signifikant stärker ausgeräumt als "nur" mit Varroen besetzte Zellen...


    M.

    dieses Brutbild bewegt ja anscheinend ziemlich die Gemüter hier ;-)


    Vor 4 Jahren habe ich genau untersucht wie sich Überlebensvölker gegen die Varroen zur Wehr setzen. Alle Bilder sind © Resistantbees.es


    Stock N° 35sa

    4.3.15

    Ich öffnete 100 Arbeiterinnenbrutzellen mit Bienenpuppen, die purpurfarbene Augen hatten und demnach 15 Tage alt waren (nach dem VSH Test von Harbo).

    35sa_4_3a_1.jpg

    35sa_4_3b_1.jpg

    ich fand in den 100 geöffneten Arbeiterinnenbrutzellen folgendes:

    Varroen

    va.jpg
    weibl Nachkommenw1.jpg männl Nachkommen

    m1.jpg
    1 1 ja
    1
    1 ja
    1 ja
    4 1

    In den 100 geöffneten Arbeiterinnenzellen fand ich nur 4 Varroen von denen 3 keine weiblichen Nachkommen hatten, eine gar keine Nachkommen hatte und eine, die eine weibliche Tochter hatte. In 100 Zellen fand ich nur ein weibliches Varroanachkommen.

    Das bedeutet daß fast der gesamte Varroadruck in der Drohnenbrut zu finden sein muss.

    Somit suchte ich nach Waben mit Drohnenbrut.

    In dem Stock fand ich 2 Waben die einige Drohnenbrut aufwiesen und 3 Waben die vergleichbar weing Drohnenbrut hatten. Die eine Wabe hatte ca 200 verdeckelte Drohnenbrutzellen pro Seite, die andere ca 110 pro Seite, was zusammen ca 620 Drohnenbrutzellen ausmacht. Hinzu kommen noch 90 verdeckelte Drohnenbrutzellen von den anderen 3 Waben. Insgesamt waren also ca 710 verdeckelte Drohnenbrutzellen in dem Stock.

    Ich öffnete einige Drohnenbrutzellen, jedoch waren die Puppen zu jung um eine verlässliche Aussage über die Varroanachkommen zu machen. Alle verdeckelten Drohnenpuppen hatten ungefähr dasselbe Alter auf dieser Wabe, sie waren nun eine Puppe mit weissen Augen.

    Aber ich sah 7 Zellen mit hygienischem Verhalten in der Drohnenbrut. Das heisst daß die Bienen die verdeckelte Drohnenbrutzelle geöffnet hatten, um die Varroen auszuputzen:

    35sa_4_3_1.jpg

    Von diesen 7 schon von den Bienen geöffneten Drohnenbrutzellen (mit weissäuigigen Puppen) waren 3 total ausgefressen und 4 erst kürzlich geöffnet. Ich fand noch 2 oder 3 Muttervarroen je Zelle, jedoch waren die Nachkommen noch sehr jung und klein durch das junge Alter der Drohnenpuppen.

    Somit wartete ich 3 Tage bis die Drohnenpuppen violette Augen hatten.

    Am 7.3.15 begutachtete ich dieselbe Wabe und fand erneut hygienisches Verhalten sowohl in der Bienen als auch in der Drohnenbrut.

    (zum vergrößern auf das Bild klicken)

    35sa_bh_7_1.jpg

    Auf einer Seite der Wabe fand ich 11 geöffnete Drohnenbrutzellen und auf der anderen Seite 12 und 5 schon ganz ausgefressene Zellen, zusammen also 28 von den Bienen geöffnete Drohnenbrutzellen.

    In allen so von den Bienen geöffneten Zellen fand ich daß sich dort Varroen aufgehalten hatten

    In diesen von den Bienen geöffneten Drohnenbrutzellen fand ich 4 Zellen mit jeweils 4 Muttervarroen und 2 bis 3 weiblichen Nachkommen, 2 Zellen mit 3 Muttervarroen und 4 bzw 2 weibl Nachkommen, 1 Zelle mit 2 Varroen und 2 weibl Nachkommen und 4 Zellen mit nur einer Muttervarroa, 2 hatten keine weibl Nachkommen, eine 7 weibliche Nachkommen und eine gar keine. Insgesamt 11 Zellen mit 24 Muttervarroen und 24 weiblichen Nachkommen. Das heisst daß wir wieder eine häufige Mehrfachbesetzung der Drohnenbrut durch Muttervarroen vorfinden.

    Dazu muss man sagen, daß ich beobachtet habe, daß, obwohl die Zellen von den Bienen geöffnet wurden, die Muttervarroen sich nicht aus den Zellen heraus begeben haben. Oft sieht man sogar daß eine Muttervarroa ein Nachkommen aufpickt und es herumträgt. Es hat den Anschein daß sie es beschützen will. Somit kann man in Zellen, in denen die Bienen komplett die Bienenpuppe herausgefressen haben, immer noch die Varroafamilien vorfinden, bis sie dann von den Bienen attackiert werden.

    Ich öffnete 58 verdeckelte Drohnenbrutzellen mit Puppen die violette Augen hatten.

    35sa_7_3_b_1.jpg

    und fand in 33 Drohnenbrutzellen keine Varroen und in den restlichen 25 folgendes:

    va.jpg w1.jpg m1.jpg va.jpg w1.jpg m1.jpg
    1 2 ja 3 ja
    2 ja 3 1 ja
    2 2 ja 2 3 ja
    1 ja 1 1 ja
    1 3 ja 4 5 ja
    1 2 ja 1 2 ja
    5 4 ja 2tot
    2 3 ja 1 2 ja
    4 2 ja 2 2 ja
    2 3 ja 3 5 ja
    1tot 2 ja
    2 4 ja 1 3 ja
    3 3 ja
    zus. 52 52

    Das heisst daß ich wieder Mehrfachbesetzung von Varroen in der Drohnenbrut vorfand, obwohl mehr unbesetzte Drohnenbrutzellen als besetzte da waren.

    In den 58 geöffneten Drohnenbrutzellen fand ich 52 Muttervarroen mit insgesamt 52 weiblichen Nachkommen.

    Nun fiel mir aber auf daß das Brutbild durchlöcherter war als vor 3 Tagen. Am 4.3. fand ich auf dieser Wabenseite 7 von den den Bienen durch das hygienische Verhalten geöffnete Drohnenbrutzellen. Heute waren es 11 auf derselben Wabenseite.

    Das ist das Brutbild am 4.3.

    35sa_4_3_1.jpg

    und das ist das Brutbild am 7.3.

    (zum vergrößern auf das Bild klicken)

    35sa_7_3_1.jpg

    das heisst daß die Bienen in den letzten 3 Tagen einige Zellen ausgeräumt haben, die mit Varroen besetzt waren.

    Hier sieht man welche Zellen das sind:

    35sa_bh_1.jpg

    grün markiert sind Zellen die gerade geöffnet wurden und in denen sich in allen Varroen befanden, wie oben beschrieben.

    rot markiert sind Zellen die in den letzten 3 Tagen ausgeräumt wurden.

    Das heisst daß in den letzten 3 Tagen 33 Drohnenbrutzellen zusätzlich gesäubert wurden, die mit Varroen besetzt waren.

    Auf dieser Seite der Wabe waren ca 200 verdeckelte Drohnenbrutzellen am 4.3.

    Davon wurden damals 7 durch die Bienen geöffnet und am 7.3. waren es 11. Das sind insgesamt 7+11+33=51 gesäuberte Zellen.

    Wenn man davon ausgeht daß von den 200 Drohnenbrutzellen nur 86 mit Varroen besetzt waren (nach dem oben gefundenen Verhältnis 33:25) und 51 schon von den Bienen gesäubert wurden, dann bleiben da nur noch 35 Drohnenbrutzellen übrig, die mit Varroen besetzt sind.

    Die Bienen haben also in den letzten 3 Tagen ca 59 Prozent der von Varroen besetzten Drohnenbrutzellen geöffnet und damit die Brut der Varroen unterbrochen und vernichtet.

    Da ja in der Arbeiterinnenbrut sehr wenig Varroen zu finden waren und wir dennoch einige geöffnete und gesäuberte Zellen auf dieser Wabe in der Bienenbrut vorfinden (33 geputze Zellen in den letzten 3 Tagen und 6 kürzlich geöffnete), kann man davon ausgehen, daß mehr als 90% der Varroen in der Drohnenbrut konzentriert sein muß.


    Weitere Untersuchung, wieder 3 Tage später am 10.3.2015 hier einzusehen.


    das Ergebnis:


    1. die Varroa ist sehr wenig in der Arbeiterinnenbrut der kleinzelligen Bienen anwesend und dort hat nur ein viertel davon weibliche Nachkommen
    2. die Varroen konzentrieren sich auf die Drohnenbrut
    3. jedoch werden nur 43% der Drohnenbrutzellen von Varroen besetzt, dafür aber durch Mehrfachbesetzung.
    4. durch die Mehrfachbesetzung wird die Vermehrung der Milben verringert – 52 Muttermilben haben nur 52 weibliche Nachkommen, was in der Drohnenbrut ein Verhältnis von mehr als 1:2 sein müsste.
    5. die von Varroen besetzten Drohnenbrutzellen werden von den Bienen innerhalb kürzester Zeit geöffnet (in 3 Tagen 59% und in 6 Tagen 95% der besetzten Drohnenbrutzellen) und dadurch wird die Brut der Varroen unterbrochen und vernichtet.
    6. das ist nichts neues denn Ed&Dee Lusby zeigen uns genau diesen Mechanismus seit Jahrzehnten auf und ich kann nun voll bestätigen daß dies zutrifft.


    Diese Untersuchung ist vom März 2015. Das Bild, das ich vorgestern gezeigt habe und an dem sich viele interessiert zeigten hier, wurde Anfang Herbst heuer aufgenommen. Da ist kaum noch Drohnenbrut vorhanden gewesen in dem Stock und deshalb mussten die Varroen von der Drohnenbrut in die Bienenbrut wechseln und da werden sie jetzt von den Bienen erfolgreich ausgeräumt.


    bh_7.jpg

    © ResistantBees.es


    liebe Grüße


  • Lebenserwartung der Bienen - Unterschied grosszellig und kleinzellig


    ein spanischer Wissenschaftler,Dr. Fernando Calatayud, Doktor in Biologíe, der für die Imkergenossenschaft APIADS in Valencia arbeitet (APIADS hat ca 100.000 Bienenstöcke), berichtet dass die Erfahrung heute zeigt, dass die Lebensdauer der Bienen, die in mit Chemie und Säuren behandelten Stöcken wohnen, erheblich kürzer ist als die 6 Wochen von denen man normalerweise ausgeht.

    Das kann katastrophale Folgen für einen Bienenstock haben. Immerwährender Stress, durch die gleiche Menge zu verrichtender Arbeit, mit zu wenigen Bienen, kratzt am Abwehrsystem der Bienen.


    Nun beweist aber eine wissenschaftliche Studie, dass durch die kleineren Zellen die Lebensdauer der Bienen verlängert wird.

    Hier erkläre ich warum die kleinzelligen Bienen länger leben.


    liebe Grüße

  • hallo Rase,

    Es wurde ja nun mehrfach explizit darauf hingewiesen, das weder die Umstände noch Genetik oder Zucht, sondern ausschließlich die kleinen Zellen das Heil bringen. Ich halte das angesichts dieses Bildes für Scharlatanerie - warum, wieso, weshalb ist mir egal....

    ich hab ja schon vor einigen Tagen auf einen ähnlichen Post geantwortet:

    ResistantBees schrieb:


    Die Zellengröße ist nur ein, wenn auch wichtiger Bestandteil des Systems von Ed&Dee Lusby.

    Wenn wir aber nur die Zellen verkleinern und so wie bisher mit den Bienen weiter machen, können wir überhaupt keinen Nutzen daraus ziehen und die Bienen müssen weiter wie gewohnt behandelt werden.

    hier zeige ich auf um was es da genau geht.


    liebe Grüße

  • Ich persönlich selektieren nach solchen Brutbildern. Wer die nicht hat scheidet aus. Dabei entscheidet das Bild nicht allein, sondern was noch in der Brut zu finden ist.

    Findest du in so einem Brutbild in den Zellen weniger als 10% Befall dann darf man gratulieren.

    Findet man in einem vollflächige Brutbild auch weniger als 10% Befall, dann ebenso Gratulation.


    Liebe Grüße Bernd.

    Guten Abend Bernd.


    Danke für deinen Beitrag.


    Gibt es einen Grund, warum diejenigen ohne dieses Brutbild ausscheiden?

    Oder scheiden diese nur aus, wenn der Befall über 10% liegt?


    Ziehst du auch eine Grenze zwischen denen Völkern mit diesem Brutbild und hohem Befall, zu den Völkern ohne dieses Brutbild mit eher geringem Befall?


    Oder einfacher gefragt: Was wird höher gewichtet, Brutbild oder Befall?


    lg sulz.

  • Höhere Brutnesttemperatur in Verbindung mit früherem Schlupf ist was für diejenigen die noch an den Weihnachtsmann glauben.

    Ganz ehrlich, warum gehen diejenigen die es behaupten nicht hin und entnehmen eine gezeichnete Wabe mit markierten Bereichen die an Tag x verdeckelt wurden und überführen diese dann in den Brutapparat mit einer Vergleichsprobe aus einem Volk ohne kleine Zellen?


    Wenn es doch soooo sicher ist, dann müsste man das ja in weniger wie 2 Wochen beweisen können.

    So einen einfachen Versuch hätte jeder schonmal bewerkstelligen können!

    Richtig, es wurde mehrfach erforscht was für eine Auswirkung ie Brutnesttemperatur auf die adulte Biene hat. Ich finde dort jedoch nichts über eine frühere Verdeckelung oder gar Schlupf. Lediglich eine mögliche Erklärung weshalb ei VSH die Bienen erst ab Juli richtig loslegen und aufräumen. Dies könnte an einer erhöhten Brutnesttemperatur liegen die vermutlich dann durch die äusseren Umstände (klimatisch bedingt) oder dem Verhältnis Bienen:Brut eine leichte Erhöhung findet.


    Meine Versuche mit Weiselzellen brachten mir keinen merkbaren Unterschied in der Verdeckelungszeit. Ob die bei 32 oder 37 Grad gebacken werden ergibt wenn, dann nur einen Schlupfunterschied von maximal wenigen Stunden der auch dem Larvenalter geschuldet sein kann.


    Viel mehr würde ich das Augenmerk neben der Temperatur für die Puppenphase auf die Temperatur der Ei-/Larvenphase richten. Genau hier beobachte ich immer wieder erhebliche Unterschiede bei denen die Bienen aktiv eingreifen und die Entwicklung durch mehr oder weniger Pflege/Temperatur beschleunigen (Normalzeit nach Literatur) oder verlangsamen. Wenn ich da z.b. gleich alte Larven in Näpfchen packe und dann nach 5 Tagen die meisten verdeckelt sind und im Randbereich seitlich/unten noch offene Zellen sind mit Larven die aussehen wie 2-3 Tage alt und die dann erst 4-5 Tage nach der Verdeckelung der anderen Zellen verdeckelt werden, dann wird es doch spannend. Das Gleiche sieht man auch bei der normalen Arbeiterbrut, besonders in besonderen Situationen sind die Bienen hier ganz stark am steuern.

    Hier kann eine Larve nicht selbst dazu beitragen, wer aber schon mal einen Drohnenrahmen zur Seite gestellt hat, erlebt nach wenigen Tagen die Überraschung, dass auf einmal das Auto/die Garage etc. voller Drohnen ist.


    Mal als Denkanstoß, besonders für diejenigen die nur mit Belegen anderer ihre Behauptungen untermauern können und bei ihren eigenen Beobachtungen versagen.

    Gruß Markus


    Ubi apis, ibi salus 
    Wo Bienen sind, dort ist Gesundheit

  • Sulz, Hauptkriterium ist natürlich der Befallsgrad. Wodurch der jetzt entsteht ist in gewisser Hinsicht für mich im 1.Schritt 2. rangig.

    Die Einschätzung das VSB Verhalten vorliegt ist natürlich bei dem diskutierten Brutbild einfacher. Wichtig für mich sind unverdeckelte Zellen mit Larven älteren Datums und Zellen an denen man erkennt, daß sie von Bienen geöffnet wurden.

    imkerforum.de/attachment/12540/

    Das ist hier bei der Wabe vom September besonders gut zu erkennen.


    rase 10% ist der Wert den ich mir gesetzt habe, ab dem es interessant wird und ich genauer schaue.

    Die 3% ist ein Wert den Luffi gesetzt hat, ab dem er evt. nicht mehr behandeln würde und bei 1% tut er es nicht mehr.

    Aber wir weichen etwas von SmallCells ab.


    @myfly ja kann man machen, habe ich nicht, da mir dafür geeignete Hardware fehlt.

    Eine DD BW passt schlecht in mein "Eierkocher". Vielleicht baue ich diesen Winter mir einen Brutkasten, indem man mal MP BW einhängen kann.

    Auf Grund wichtigerer Baustellen war das bisher für mich nicht so so dringend.


    Liebe Grüße Bernd.

  • @myfly ja kann man machen, habe ich nicht, da mir dafür geeignete Hardware fehlt.

    Eine DD BW passt schlecht in mein "Eierkocher". Vielleicht baue ich diesen Winter mir einen Brutkasten, indem man mal MP BW einhängen kann.

    Auf Grund wichtigerer Baustellen war das bisher für mich nicht so so dringend.

    Genau deshalb finde ich den Ansatz bei VSH zumindest dahingehend richtig, dass man solche Nebenbaustellen erstmal ausklammert. Man orientiert sich an den mehrheitlichen Gegebenheiten um Ergebnisse liefern zu können, die der normale 5,4MW Imker auch bei sich vorfindet/nachstellen kann.


    Ein Bienenvolk baut auch nicht nur kleine oder große Zellen, sondern legt diese je nach Bereich und Jahreszeit anders an. Was für mich zumindest zu der Erkenntnis führt, dass man im Brutnest nicht zuviel herum rühren soll. Belege hab ich dazu noch nicht, bin da aber daran weitere Beobachtungen anzustellen.

    Vielleicht sollte man mal eine MW mit 5,9er Zellen machen um dann vergleichen zu können wo die wirklichen Unterschiede von 4,9 - 5,1 - 5,4 und 5,9 liegen. Schnellere Verdeckelung gibt es, bringt aber keine schnellere Entwicklung. Hab ich bisher meist nur beobachtet, wenn ein Mangel vorlag und dadurch der Deckel einfach zugemacht wurde.

    Gruß Markus


    Ubi apis, ibi salus 
    Wo Bienen sind, dort ist Gesundheit

  • @mcfly ich stimme dir zu, das es wichtig ist/scheint bei der VSB Zucht mögliche nicht aus der Genetik stammende "+/- Störgrößen" auszuklammern.

    Ich für mich, möchte Ergebnisse der VSB Vermehrung mit fördernden Maßnahmen kombinieren, um Völker evt. eher chemisch behandlungsfrei zu führen und das evt schon mit 50% VSB Genetik. Wenn möglich kann das wenig begünstigende Plus auch ein" VSB Abfallprodukt" aus überwiegend durch Standgegattung hervorgegangen Königinnen hochprozentig attestierten Königinnen zum Ziel führen.

    Das ist kein Pro oder Kontra zu den VSB Bestrebungen und wird, was mögliche VSB Genetik betrifft, nach Möglichkeit nach vergleichbaren Bedingungen geführt und "gemessen".

    Ich glaube dahingehend sind die meisten Beteiligten sich einig.


    Liebe Grüße Bernd.

  • Hallo!


    Der SMR-/VSH-Wert nimmt im Laufe des Jahres in der Regel AB!!!

    Am höchsten ist er wohl Ende Juli / Anfang August.

    Danach konzentrieren sich die Bienen auf die Erbrütung der Winterbienen.


    Vorausgesetzt, sie müssen aufgrund des starken Befalls keine Panik-VSH durchführen.


    Was heißt:


    Ist der Milbenbefall sehr sehr hoch, dann fängt jedes Bienenvolk an, Brut auszuräumen.

    Da sieht man dann auf einmal bei vorher geschlossenen Brutflächen Löcher mit ausgeräumten Zellen.


    Die einen rechtzeitig (="richtiges" VSH) und die anderen zu spät (=Panik-VSH).


    In der Natur würden die zu spät (in Panik) ausräumenden nicht überleben, weil sie keine gesunden Winterbienen mehr hervorbringen.


    Hier ist auch das große Problem beim VSH-Test.

    Kippt man zuviele Milben in so ein Kleinvolk, dann misst man schnell Panik-VSH.

    Daher ist eine Messung keine Messung.


    Der Wert ist zu verifizieren!


    Um den Einfluss des Zellformats auszuschließen, arbeiten wir in der Regel mit Zellmaß 5,1 mm und 5,4 mm.


    Mit 4,9 mm arbeiten wir weitestgehend nicht (mehr), um EVENTUELLE Umwelteinflüsse durch diese kleinen Zellen auszuschließen.


    Einflüsse von kleinen Zellen oder großen Zellen sind - aus meiner persönlichen Sicht und Erfahrung - eher gering einzuschätzen. Bienenherkünfte schneiden auf 4,9 mm oder 5,1 mm oder 5,4 mm bei unseren Prüfungen gleich schlecht (oder gleich gut) ab.


    Das ist überhaupt das Problem: SIGNIFIKANTE Unterschiede zu erkennen.


    Diese haben wir bis jetzt nicht heraus gefunden.


    Mit einer der Gründe, wieso ich selbst nicht mehr auf 4,9 mm weiter mache, sondern bei 5,1 mm bleibe. So im Übrigen auch Josef Koller...

    :u_idea_bulb02:

    Grüße Luffi


    Nicht weil es schwer ist, wagen wir es nicht, sondern weil wir es nicht wagen, ist es schwer. :u_idea_bulb02:

    (Lucius Annaeus Seneca - römischer Politiker, Dichter und Philosoph - * 4 v.Chr, † 65)

  • guten Abend Mc Fly,

    Höhere Brutnesttemperatur in Verbindung mit früherem Schlupf ist was für diejenigen die noch an den Weihnachtsmann glauben.

    Ganz ehrlich, warum gehen diejenigen die es behaupten nicht hin und entnehmen eine gezeichnete Wabe mit markierten Bereichen die an Tag x verdeckelt wurden und überführen diese dann in den Brutapparat mit einer Vergleichsprobe aus einem Volk ohne kleine Zellen?

    das haben wir schon vor vielen Jahren gemacht und deshalb sind wir ja zu diesem Schluss gekommen, so auch Michael Bush und sogar Francois Huber aus dem 18.Jahrhundert.


    Zum Thema Weihnachtsmann -

    Aber da ist dir der Wissenschaftler Tom Seeley weit voraus. Er beobachtet ja die Überlebensvölker im amerikanischen Arnot Wald seit Jahren.

    Tom Seeley wird hier zitiert. Ich übersetze das mal ins deutsche.


    Zitat


    Die überlebenden Bienen entwickelten sich kleiner, was darauf hindeutet, dass diese Bienen weniger Zeit benötigen, um sich zu entwickeln. Da die Milben Bienenbrutzellen befallen, kann sich die junge Biene durch die kürzere Brutzeit entwickeln, bevor die Milben ihre eigene Entwicklung beenden können. Milbenresistente Honigbienen in Afrika sind auch klein und haben kurze Entwicklungszeiten, sagte Seeley.

    und hier ist die Studie von Tom Seeley:

    https://www.nature.com/articles/ncomms8991

    in der wird auch über die Größe der Bienen gesprochen, unter "Changes in body size and shape" zu finden.


    liebe Grüße


  • Zitat

    Die überlebenden Bienen entwickelten sich kleiner, was darauf hindeutet, dass diese Bienen weniger Zeit benötigen, um sich zu entwickeln.

    Das könnte man ja messen, anstatt zu mutmaßen. Kausalketten sind echt schwierig, schon für sich allein und dann nochmals in der Richtung ;)


    Ich find's super, wieviel Gedanken Du Dir machst. Bislang war aber noch kein überzeugender dabei, geschweige denn erfolgreiche Beispiele einer Umsetzung. Was verhindert das, wenn doch die Mechanik und der Weg so klar sind? Das wäre doch neben dem Ruhm auch der finanzielle Durchbruch!?

    Imkern im Spannungsfeld zwischen Hoffnung und resignativer Reife