SC (small caps) Das Wie und warum von kleinzelligen Waben 4.9mm

  • Zu den Abständen hat er nichts gebaut. Sie bauen natürlich reinen Naturwabenbau im Stabilbau; sind ja keine Zeidler-Völker in Klotzbeuten mit Oberträgern oder sowas, sondern von ihm per Bee-Lining gefundene wildlebende Völker, die nach dem Einmarsch der Varroa überlebt haben.


    M.

  • guten Abend Luffi,

    Ich denke, dass die kleinen Zellen auch "irgendwas" zur Varroaresistenz beitragen. Varroaresistenz ist und bleibt Multifaktorell. Es kommen einfach viele verschiedene Möglichkeiten dazu...

    Da sind meine Erfahrungen komplett konträr.

    Ich würde sagen, dass ohne die Anwendung kleinerer Zellgrößen, eine Varroa Resistenz oder Toleranz sehr schwierig zu erreichen ist.


    Es ist absolut klaŕ und eindeutig, dass das hygienische Verhalten durch die kleinen Zellen stark motiviert wird. Das berichten alle Imker, die mit kleinen Zellen begonnen haben. Und das hygienische Verhalten ist ja Grundvoraussetzung für das VSH (Varro Sensitive Hygiene), was von John Harbo neu definiert wurde.


    Im Frühjahr und jetzt im Herbst wenn die Varroen aus der Drohnenbrut in die Bienenbrut wechseln müssen ist das ein gewöhnliches und wünschenswertes Brutbild:


    bh_4a.jpeg



    Bei den grossen Zellen kommt es zu einem Pseudo-Drohnen Effektim Bienenstock, wie es Dee Lusby ausdrückt.

    Ich zitiere:

    Zitat


    Wie ja schon besprochen bevorzugt die Varroa bei den kleinzelligen Bienen die Drohnenbrut, weil sie sich durch den um einen Tag verkürzten Brutzyklus der kleinzelligen Biene, dort nicht vermehren kann. Das weiß sie.

    Eine Varroa rein und eine raus, im Gegensatz bei den großzelligen Bienen ist das Verhältnis im Schnitt eine rein und eineinhalb raus. Es ist so, daß die konventionellen Bienen (5,4mm Zellenmaß) fast so groß sind wie die Drohnen der kleinzelligen Bienen. So verwechselt nun die Varroa die Bienenbrut mit der Drohnenbrut bei den großzelligen Bienen, dh sie meint daß die Bienenbrut Drohnenbrut sei. Denn in der asiatischen Biene, die ja auch kleine Zellen baut, geht die Varroa auch bevorzugt in die Drohnenbrut. Dee nennt das den Pseudo-Drohnen Effekt. Und dann vermehrt sie sich plötzlich explosionsartig in unseren großzelligen Bienenstöcken, wo sie sich in der Bienenbrut einnistet.

    Und das ist ein Mechanismus, den ich vor ein paar Jahren exakt untersucht habe in meinen kleinzelligen, unbehandelten Bienenvölkern:

    Wirkt die Drohnenbrut bei kleinzelligen Bienen als Varroafalle?


    Und dieser Mechanismus kommt bei den grossen Zellen nicht zum tragen.


    liebe Grüße


  • Hallo Stephan!


    Ich bestreite nicht den positiven Einfluss von kleineren Zellen auf Varroaresistenz, aber kleinere Zellen als Voraussetzung für Varroaresistenz anzuführen ist nicht korrekt.


    Da muss ich Dir leider widersprechen!


    Wir haben sehr viele Züchter in unserer Gruppe, die mit "normalem" Zellmaß (=5,4 mm) arbeiten. Dieses ist sogar bevorzugt, damit wir bei VSH die eventuellen Nicht-VSH-Effekte durch kleinere Zellen ausschließen können.


    Aber es gibt viele Wege, die zum Ziel führen.

    :wink:

    Grüße Luffi


    Nicht weil es schwer ist, wagen wir es nicht, sondern weil wir es nicht wagen, ist es schwer. :u_idea_bulb02:

    (Lucius Annaeus Seneca - römischer Politiker, Dichter und Philosoph - * 4 v.Chr, † 65)

  • Hier ist eine interessante Zusammenfassung von älteren Ergebnissen zum Thema "kleine Zellen" für interessierte.


    http://www.bienenarchiv.de/ver…groesse/zellengroesse.htm


    Ich bin skeptisch, dass alleine das kleinere Zellmass gegen die Varroa hilft. Ich habe es drei Jahre mal ausprobiert und hatte keine Verbesserung der Milbenzahlen, jedoch Probleme beim Ausbau der Waben.

    Allerdings habe ich meine Bienen nicht selektiert oder damals einen Züchter mit Resistenzzucht um Königinnen genutzt.

  • guten Abend,

    Ich bin skeptisch, dass alleine das kleinere Zellmass gegen die Varroa hilft......

    Ich bin mir nicht klar woher immer wieder diese Meinung kommt, daß alleine das kleine Zellmaß gegen die Varroa hilft.


    Wie schon vor ein paar Tagen auf dieselbe Frage hier geantwortet kann ich das nur wiederholen:

    Zitat

    genau das betonen wir und Ed&Dee Lusby schon immer:

    Die Zellengröße ist nur ein, wenn auch wichtiger Bestandteil des Systems von Ed&Dee Lusby.

    Wenn wir aber nur die Zellen verkleinern und so wie bisher mit den Bienen weiter machen, können wir überhaupt keinen Nutzen daraus ziehen und die Bienen müssen weiter wie gewohnt behandelt werden.

    hier mehr dazu: http://resistantbees.es/?p=2888


    denn der Grund liegt im multiplen Stress, den der Imker im Bienenstock hervorruft und dazu gehört nun mal als einer der wichtigsten Stressfaktoren die vom Imker künstlich vergrösserten Brutzellen.


    liebe Grüße

  • guten Abend Herr Immenreiner,

    Hallo Herr Braun,

    Welche Betriebe in DE können Sie als Referenz nennen, wo das System erfolgreich angewendet wird und nicht mehr behandelt werden muss?

    Wie Sie ja wissen gibt es in Europa eine Behandlungspflicht. Somit ist es mir leider nicht möglich Infos über behandlugsfrei arbeitende Imker weiter zu geben. Damit würden wir diese Imker eventuell in ziemliche Schwierigkeiten bringen, was Sie bestimmt verstehen werden.


    liebe Grüße

  • Hallo Stephan!


    Von der Behandlungspflicht kann man sich auch befreien lassen...

    :wink:

    Grüße Luffi


    Nicht weil es schwer ist, wagen wir es nicht, sondern weil wir es nicht wagen, ist es schwer. :u_idea_bulb02:

    (Lucius Annaeus Seneca - römischer Politiker, Dichter und Philosoph - * 4 v.Chr, † 65)

  • Hallo,

    die kleinere Zellenstruktur ist ein Entgegekommen an das ursprüngliche

    Verhalten der Bienen.

    Die heutige Mittelwandvorgabe wurde im “dritten Reich“ erschaffen.

    Größere Zellen-größere Bienen:

    Mehr Ertrag.

    Das ist eine Milchmädchen Rechnung.

    Die Fläche eines Maßes bleibt gleich.

    Der Vorteil kleinerer Bienen:

    Viel mehr Bienen besetzen die gleiche Fläche, sie können besser heizen, sich besser verteidigen. Die Milben mögen das Zellmaß nicht zum Eierlegen.

    Ich arbeite im Naturbau mit Anfangsstreifen,

    mit kleinem Zellmaß. Die Bienen übernehmen das dankbar.

    Honig im Kopf oder im Glas. Ich habe beides.;):saint:

  • Die Mittelwände wurden schon deutlich vor den Nazis erfunden und die vergrösserten Zellen auch. Das letzte war Prof Ursmar Baudoux, ein Belgier, der 1934 starb.

  • Übrigens ganz interessant: Seeley sagte in der Fragerunde in Weimar, bei der die SC-Anhänger seine Aussage der nicht-kleiner bauenden Arnot-Bienen nicht unkommentiert lassen wollten, dass er glaube, dass das "System Lusby" in erster Linie auf einer guten Portion scutellata in deren Bienenmaterial basiert - der afrikanisierten Honigbiene, die sich zu geringen Anteilen genetisch selbst im Arnot Forest finden lässt und die mit Varroa bekanntermassen besser klar kommt als andere...


    M.

  • Ja, paar Jahre in der Geschichte......

    Hier geht's ja um die heutige Praxis.

    Aber Hut ab vor deinem Wissen.

    Honig im Kopf oder im Glas. Ich habe beides.;):saint: