Infos zu Amitrax?

  • Hallo in die Runde


    Ich habe versucht, Informationen zu Amitrax als Varroabekämpfungsmittel zu finden - leider erfolglos. Wer kann dazu was sagen, insbesondere hinsichtlich der Rückstandsproblematik. In Donaueschingen wurde ein Vortrag von Dr. Wallner zu dem Thema gehalten.


    Vielen Dank vorab,


    Hedwig

  • Keine Ahnung, Reiner, ich war doch nicht da :( .
    Ich frage deshalb, weil ein größere Imker, von dem ich Honig zukaufen kann, dieses AmitraZ zur Varroabekämpfung einsetzt, da ihm Ameisensäure zu zeitaufwendig wurde. Es soll so instabil sein, dass es im Honig nicht mehr nachgewiesen werden kann.
    Bevor ich solch einen Honig ein- bzw. verkaufe, möchte ich schon wissen, was das ist.


    Gruß
    Hedwig

  • Hallo,


    über Amitraz laufen bei uns in Österreich gerade wilde Diskussionen (www.imkereizentrum.at). Ist bei uns noch nicht zugelassen wird aber meiner Meinung nach unter der Hand schon verwendet. Wieder ein chemisches Mittel bei dem man dann Jahre später drauf kommt, dass es doch nicht das Richtige war.

    mfG, Rohringer Franz
    aus dem schönen Salzkammergut


  • Hallo Hedwig,


    hier


    < http://www.biene-fridolin.ch/v…/verein_hock_nachlese.htm >


    fand ich folgendes Zitat:


    "So wird in Frankreich das Mittel Amitraz angewendet, man weiss aber, dass die Rückstände zwar in Bestandteile zerfallen, aber gerade diese Rest-Teile können beim Menschen Krebs erzeugen."

    Mit freundlichen Grüßen
    Frieder


    ____________________


    Der Bienenstaat gleicht einem Zauberbrunnen;
    je mehr man daraus schöpft, desto reicher fließt er (K.v.Frisch)


    Es irrt der Mensch, solang er strebt (J.W.v.G.)

  • Hallo Hedwig, hallo Franz,


    ich hatte das Vergnügen, Dr. Wallner gestern zu hören.
    Amitraz ist ein systemisch wirkendes Mittel, ähnlich wie Perizin wirkend. D.h. die Bienen nehmen den Stoff über das Haarkleid auf und verteilen es im Volk; durch Putzen und Ablecken wird der Wirkstoff aufgenommen .
    Bereits mehrere Stunden nach Einbringen ist Amitraz als solches nicht mehr nachweisbar, da es zerfällt.
    Es zerfällt in mindestens 5 Bestandteile, welche bisher nicht nachweisbar waren.
    Mittlerweile aber sehr wohl (!)
    Warum ?
    1. Sind die Analysemethoden besser geworden
    2. Weiß man jetzt, wonach man suchen soll. (!)
    Bisher haben die meisten Analyselabors nach Amitraz gesucht und waren ganz happy, nichts zu finden. Kein Wunder.
    Eine Riesengefahr ist auch, dass die Anwendung von Amitraz nicht standardisiert ist, wie z.B. Perizin.
    Das heißt, jeder kann "sein" Patentrezept anwenden, wie er will. Dadurch ist die Gefahr des "Overkill" gegeben, es können Unmengen Wirkstoff in die Völker gelangen, keiner kann es kontrollieren.
    Über die krebserregende Wirkung sagte Dr. Wallner nichts, ich habe darüber aber schon am anderen Ort gelesen.
    In Spanien macht man sich wohl lt. Dr. Wallner verstärkt Gedanken über Resistenzen und Rückstände bei Amitraz.
    Eine Zulassung in Deutschland wird es wohl nicht geben.



    Ich hoffe, ich war euch eine Hilfe



    M.

    Grüße an alle


    Michael



    -Denken ist wie googeln. Nur krasser-

  • Halloo,
    ich habe folgenden Beitrag bei unseren oberösterr. Kollegen gefunden:
    Ich hoffe die Autorin hat nichts dagegen.



    Elisabeth H., 20.10.200200:09:26
    Warum wollt ihr Amitraz?
    Amitraz - Kleintier CliniTox Substanzen I. Allgemeine Toxikologie 1. Chemisch-physikalische Eigenschaften Amitraz ist ein aus Formamidin abgeleiteter, lipophiler Stoff. Die reine Substanz ist farblos und hat eine kristalline Struktur. Amitraz ist in Wasser schlecht, in Aceton, Toluol, Xylol oder anderen organischen Lösungsmitteln gut löslich. Die Lagerung angerührter wässriger Lösungen ist gefährlich, weil dabei toxische Abbauprodukte entstehen. 2. Quellen Amitraz wird als Insektizid und Akarizid mit breiter Wirkung eingesetzt. In der Landwirtschaft kommt Amitraz als Emulsionskonzentrat vor allem auf Obstkulturen zum Einsatz. Beim Hund wird Amitraz als Waschlösung oder in Form von Halsbändern gegen Ektoparasiten angewendet. Beim Schwein wird Amitraz als Aufgußpräparat ebenfalls gegen Ektoparasiten gebraucht. Die handelsüblichen Konzentrate von Amitraz enthalten organische Lösungsmittel. Oftmals sind diese Lösungsmittel Verursacher weiterer Vergiftungssymptome. 3. Kinetik Amitraz wird sowohl dermal wie enteral resorbiert. Die dermale Bioverfügbarkeit beträgt jedoch weniger als 40%. Bereits 3 Stunden nach oraler Aufnahme erreicht der Plasmaspiegel seine höchsten Werte. Der aufgenommene Wirkstoff wird umfangreich metabolisiert und als Konjugat überwiegend renal ausgeschieden. Nach Überdosierung wird eine Eliminationshalbwertszeit von ca. 24 Stunden gemessen. 4. Toxisches Prinzip Amitraz entfaltet eine agonistische Wirkung an alpha-2-Adrenozeptoren, ähnlich wie Xylazin oder Medetomidin. Als Hauptkennzeichen der Vergiftung ist deshalb eine zentrale Sedation mit Analgesie und Muskelrelaxation zu erwarten. Ferner führt die alpha-2-adrenerge Wirkung zu Bradykardie, Blutdruckabfall und Magen- sowie Darmatonie. Bei Ratten und Hunden vermindert Amitraz die Freisetzung von Insulin, womit sich eine Hyperglykämie einstellt. Die meisten Amitrazpräparate enthalten außerdem Lösungsmittel (zum Beispiel Xylol), die ebenfalls toxische Wirkungen besitzen können. 5. Toxizität bei Labortieren Akute orale LD50 (in mg/kg Körpergewicht): Maus Ratte Kaninchen Huhn Amitraz 800-1'600 600-800 > 100 Bei Aufnahme über die Haut erhöht sich die LD50 um einen Faktor von 2-4. Die akute orale LD50 von Amitraz beträgt für das Meerschwein > 400 mg/kg Körpergewicht. 6. Umwelttoxikologie Amitraz wird in der Umwelt zwar rasch zersetzt, infolge der hohen Fischtoxizität sollte diese Substanz jedoch nicht in die Gewässer gelangen. Laßt die Finger von solchen Giften!!

    Grüße an alle


    Michael



    -Denken ist wie googeln. Nur krasser-


  • Hallo,


    Amitraz wird in einem Großteil Europas gegen die Varroa äußerst erfolgreich eingesetzt, von Spanien über Frankreich, Italien, Griechanland bis in den gesamten osteuropäischen Raum hinein. In Polen kenne ich es als brennbare Tablette "Apiwarol". Nach drei Anwendungen im Herbst (Abglimmen der Tablette auf dem Beutenboden) sind die Völker praktisch varroafrei. Bienenschäden durch das Mittel sind unbekannt.


    In Deutschland ist Amitraz zugelassen für Haushunde, die unter Ektoparasisten leiden. Eine behördliche Genehmigung zur Varroabekämpfung liegt in Deutschland nicht vor.


    Gruß
    KME

  • Wird meines Wissens landauf und landab auch in Deutschland in die Beuten geworfen. Ich hatte schon mal was rausgesucht, daß es sooo ungefährlich nicht für die Bienen ist.


    Gruß
    Bernhard

  • Hier:


    http://www.imkerforum.de/showthread.php?t=18100&p=303552#post303552
    http://www.imkerforum.de/showthread.php?t=24446&p=268684#post268684


    Und wer ist der Hersteller? Yeah...



    http://de.wikipedia.org/wiki/Amitraz


    Daraus:
    >>Amitraz ist ein Arzneistoff aus der Gruppe der Amidine und wird in der Tiermedizin als Mittel gegen Ektoparasiten wie Milben und Insekten eingesetzt. Die Substanz wird auch als insektizider Wirkstoff in Pflanzenschutzmitteln eingesetzt.
    [...]
    Amitraz ist bienengefährlich und darf daher nicht bei blühenden Pflanzen angewendet werden.<<


  • Amitraz ist bienengefährlich und darf daher nicht bei blühenden Pflanzen angewendet werden.<<


    HAllo,


    völlig richtig zitiert. Dies ist aber Theorie, bzw. die Erfüllung der Vorschriften zur Kennzeichnungspflicht.


    In Wirklichkeit sind Ameisensäure, Oxalsäure und Tabakrauch weit bienengefährlicher als Amitraz.


    Gruß
    KME