Haltbarkeit Sirup im Tank

  • Ich wühle das Ding jetzt noch mal hoch.


    Ich bin gerade in der Marktsichtung hinsichtlich des Erwerbs eines IBC mit +- 1 Tonne Sirup.

    Als erstes habe ich beim Weber etwas entsprechendes gefunden, wo ich inkl. Anlieferung bei knapp unter 1€ pro Kilo bleibe.


    Allerdings ist das Futter auf Weizenbasis. Nun liest man immer wieder mal von Problemen bei der Überwinterung auf Weizensirup (Stichwort: Kristallisation), aber wie sind denn da jetzt eure Erfahrungen?


    Jetzt suche ich gerade noch nach Futter auf Saccharose-Basis, finde hier aber nur den Geller, der mit 1,3 Tonnen plus Fracht mehr verkauft, als ich brauche.


    Dann habe ich noch einen ergoogled, der verkauft mir die Tonne Saccharose-Sirup für 96ct/KG, wobei ich nicht weiss, ob da noch Kosten für den IBC und die Spedition mit drauf kommen. Scheint aber nicht so zu sein - angeblich ist bei meiner PLZ der Spaß sogar versandkostenfrei... hmm.


    Jetzt also meine 2 Fragen:

    Würdet ihr Futter auf Weizen- oder Saccharosebasis vorziehen, oder ist das egal?

    Wo bestellt ihr euer Futter - vorausgesetzt, ihr nehmt auch mindestens einen IBC und lasst anliefern?

  • Ich zapfe immer selbst bei Amelunxen in Soest den ApiGold Sirup (glukose-fruktose Sirup aus Weizen). Funktioniert seit Jahren ohne Probleme, keine Kristallisation oder Ähnliches.

    Ich glaube die liefern bei großen Mengen auch mit dem Tanklaster. Du kannst ja einfach mal auf der Homepage nachschauen.


    Bezüglich Futter auf Weizen- oder Saccharose-Basis:

    Es geht hier ja um die Makro-Nährstoffe (Kohlenhydrate) und weniger darum, aus welchem Inhalt sie gezogen wurden. Von daher dürfte es egal sein, sofern die richtige Zusammensetzung im fertigen Sirup passt, wegen des Löslichkeitprodukts der verschiedenen Zuckerarten.

    Imker seit 2005. Ca. 10 Völker auf DNM 1,5 (Segeberger) im schönen Hochsauerland

  • Hallo,

    sowohl Weizen als auch Rübensirup haben sich bewährt. Ich verwende letzteren von

    einem norddeutschen gr. Zuckerhersteller. Rübensirub hat den Vorteil das man ihn

    mit Wasser verdünnen kann und er auch dann noch mikrobiologisch stabil bleibt

    (Verdünnung bis 30%). So lässt er sich dann auch hervorragend zur frühen

    Ablegerfütterung einsetzen, ohne das diese sich bei größeren Gaben mit dem

    Futter einschnüren und in ihrer Entwicklung gehemmt werden.

    Auf keinen Fall Futtersirup auf Maisstärkebasis verwenden !


    Die Preise erscheinen mir relativ hoch, im Raum Berlin sollte es möglich

    sein sich an eine Sammelbestellung zu hängen wenn Du mit Deinem IBC mobil

    bist, ihn z.B. auf einem Anhänger für die Zeit des fütterns parken kannst, oder

    jemand ihn dir vom Anhänger runter hebt (Radlader oder Schlepper mit

    Palettengabel / Achtung ca. 1,4to).


    LG

    Frank


    www.bienenpower.de

  • Weizensirup soll in Gegenden mit viel Eintrag durch Efeu schwierig sein. Weiterhin würde ich Weizensirup nicht unbedingt verdünnen, da gab es in der Vergangenheit auch häufiger Berichte drüber dass das Zeug dann zur Kristallisation neigt.


    Ich bin vom Weizensirup abgekommen, ich hab das Gefühl (subjektiv) dass die Bienen mit Sirup auf Zuckerbasis oder Zuckerwasser besser überwintern. Ist aber rein subjektiv!


    Gruß Chris

  • Ich glaube gelesen zu haben, dass es beim Weizensirup in ganz erheblichem Maße auf die Qualität ankommt und das kann ohne konkrete Empfehlung ein unangenehmes Roulettespiel sein.

    "Immer wenn man die Meinung der Mehrheit teilt, ist es Zeit, sich zu besinnen." Mark Twain

  • Ich hab in den letzten Jahren Api Fortune 1575 und Derivate bei der Erzeugergemeinschaft geholt in den normalen 1000l IBCs, vom Baumschulenradlader auf 3 Paletten umladen lassen und von da aus über 20l Kanister in die Völker gebracht. Davor auch mal ein Jahr direkt beim Weber glaub ich so nen kleinen 600l IBC geholt mit nem Hänger. Bisher keine Probleme, auch nicht mit den Resten bei der Ablegerfütterung im Folgejahr.

    Fällt diesjahr aber flach wegen Umstellung auf Bio....

    Preis war letztes Jahr irgendwas um die 54Cent/kg..

  • 600 Liter IBCs liefert auch nicht jeder weil die scheinbar teurer sind als die 1000 Liter.

    So wurde es mir mal gesagt. Da war es billiger sich einen 1000 Liter IBC auf den Hof zu stellen und den mittels Tankwagen gefüllt zu bekommen.


    Gruß Chris

  • Zur Menge und Preis kann ich nichts sagen - zu groß für mich...


    Ich hatte 2019/20 Probleme mit Sirup auf Weizenbasis. (Kristallisation auf den FW, musste Apifonda schon ab Januar geben). Spättrachten wie Efeu, Senf, Ölrettich in größeren Mengen kann ich ausschließen. Meine Hypothese: Die Bienen benötigen mehr Zeit zur Spaltung von Saccharoseanteilen in Glukose und dann Umwandlung von Glukose in Fruktose. Bleiben zuviel Glukoseanteile, ist das wie Rapdhonig. Mglw. habe ich das nicht beachtet.


    Letztes Jahr wieder Ambrosia gefüttert (Rübenzuckerbasis - ca.1/3 Saccharose, 1/3 Glukose, 1/3 Fruktose) -> keine Probleme, Völker schön eingewintert. Beim Auswintern im FJ '20 kamen sie nicht in Gang - mussten das krist. Futter sukzessive verflüssigen; da braucht's Wasser !


    Hätte ich die Wahl - nur Futter auf Rübenzuckerbasis.

  • Hi,


    bei uns in die Nähe kommt Amelunxen immer zu einer


    Sammelbestellung mit dem Tanklaster. Ich bin mir fast sicher


    das dieses auch in Berlin der Fall ist. Einfach anrufen und fragen.


    Eventuell hat er ja Kontaktdaten für dich.


    Dann liegst du mit einem 1000l IBC günstiger als mit 600l bei


    den von dir genannten. Die Qualität war bisher immer sehr gut.


    Gruss Joachim

  • In meinem Verein tun sich seit ein paar Jahren einige Mitglieder zusammen und bestellen bei dem von Manuel91 genannten Händler einen 1000l IBC ApiGold-Sirup. Da hab ich mich dieses Jahr auch dran gehängt. Preis war völlig iO (müsste ich nachschauen), v.a. wenn man bedenkt, dass das Futter fast frei Haus geliefert wurde.

    Von Problemen mit kandiertem Futter hab ich hier im Umfeld noch nichts gehört :/.

  • Ein Großimker hat mal auf YouTube davon berichtet, dass außergewöhnlich billiger Sirup den Völkern geschadet hat.

    Imker seit Februar 2020
    12er DNM im Warmbau, ab 2021 10er DD

  • beemax deine Theorie ist falsch. Sacharose ist Haushaltszucker, die besteht zu 50% aus Glucose und 50% aus Fruktose und genau das entsteht bei der Invertierung durch die Bienen, Glucose wird nicht in Fructose umgesetzt.


    Probleme kann es geben wenn man Sirup mit hohem Glucosegehalt oder aber hohem Gehalt an höheren Zuckern die in Glucose aufspalten (z.B. Maltose, Maltotriose) hat. Genau da wird dann aber da benannte Problem des verdünnen und auskristallisierens sein Grund haben. Die Invertierung der Zucker durch die Bienen braucht Zeit. Füttert man den Sirup direkt, liegt ein Teil des Zuckers weiter als gelöster höherer Zucker vor. Füttert man dagegen den Verdünnten Sirup, muss dieser wieder getrocknet werden, wird wieder bearbeitet und dabei stärker invertiert und liegt somit Plötzlich als Glucose vor.


    Das ist aber nur halb so schlimm, Bienen können auf kristallisierten Futter auch sehr gut überwintern.