Richtig Wiegen?!

  • Ok, aber ich tippe mal auf einen besseren Schätzwert als wenn ich links und rechts einmal hebe.

    Über kurz denke ich über eine (Selbstbau-) Stockwaage nach. Da ich im Garten arbeite, brauche ich auch keinen Schnickschnack. Nur ein verlässliches System aus Wägezellen.

  • Die sollten dann aber ordentlich temperaturkompensiert sein. Der Fehler von den bezahlbaren Wägezellen ist bei den derzeitigen Temperaturen deutlich größer, als das Wackeln beim hochheben.
    Mach mal den direkten Vergleich: Alles hochheben und über die Ecken wiegen. Bei mir ist der Unterschied weniger als 100g.


    Achja, auch die digitalen Kofferwaagen sind für Raumtemperatur gemacht und nicht kompensiert. Also besser in der Hosentasche tragen.


    s.

  • Mit ca, 25kg am Haken wird du es aber manuell kaum schaffen, wirklich still zu halten. Von daher ist auch der Messwert nicht stabil und die Waage zeigt am Ende entweder einen durchschnittlichen Wert an (was ich nicht glaube) oder einfach den Wert, der am Ende einer voreingestellten Zeit gemessen wird.

    Dem kann ich voll zustimmen.

    Bei "angeblich" 10g Genauigkeit/Anzeige klappt das nicht immer ...


    Rolf

    Konfuzianer:

    "Man soll ein anständiges Menschenleben führen, aus dem einfachen Grund, weil man ein anständiges Menschenwesen ist."

  • Die Wiegerei soll eigentlich nur das Abschätzen des Futters ermöglichen, ohne dafür die Waben einzeln ansehen zu müssen. Der exakte Wert ist dabei sowas von uninteressant...

    Solange man als weitere Ungenauigkeit die veränderliche Bienenmasse, die aufgenommenen Luftfeuchte.... hat, ist jede Waage, die nicht mehr als 100g Fehler macht locker ausreichend genau.

    Der Vorteil beim Wiegen der beiden Seiten ist für mich, dass ich nur etwa die Hälfte vom Beutengewicht halten muss. Das ist mir ohne Hebevorrichtung die doppelte Anzahl an Wiegevorgängen wert. Für die Kontrolle mal schnell eine Hebehilfe hinzubauen wäre mir dann wiederum zu viel Arbeit, selbst wenn es nur wenige Handgriffe sind.

    In der Natur gibt es weder Belohnungen noch Strafen. Es gibt Folgen.
    (Robert Green Ingersoll)

  • Der genaue Wert ist auch deshalb uninteressant, weil es nur um die Differenz zur vorherigen Messung geht.


    Ich will gar nicht wissen, was die Beute (genau) wiegt, sondern nur, wie sich das Gewicht ca. verändert hat.


    Arbeit ist das mit dem beiseitigen wiegen aber trotzdem.

    Hat schon mal jemand versucht, eine Personenwaage unterzubauen und damit zu wiegen?

  • Ich habe einfach meiner guten alten Federzugwaage einen Blechstreifen spendiert, den links und rechts um das Skalenblech herumgeschlagen. Dieser wird von der Blechzunge die das Gewicht anzeigt mitgeschleppt. Wenn ich wieder ablasse, kann man anschließend in Ruhe das Gewicht ablesen.

    Manchmal finde ich "Low Tech" einfach geiler. Das Ding funktioniert seit bestimmt 30 Jahren schon, ohne Batterie, ohne Temperaturkompensation, ohne Plastik, ohne Ausfall.

    Wenn nur alle Gerätschaften so zuverlässig wären...

    Man kann ohne Bienen leben, aber wie halt.

  • Ich finde einseitiges Wiegen auch angenehmer für den Rücken. Der Dirk Unger hat mal ein Video gemacht, in dem er mit einem Hebelgestänge die Beuten komplett anhebt, was zwar auch rückenergonomisch ist, aber schon etwas wild aussieht, wenn man berücksichtigt, wie die Beute dann so im Wind hin und her schaukelt. ;)

    «Wer heute die Dunkle Biene, die Carnica oder die Buckfast will, findet dieselbe Ausgangslange vor: Allein intensives Züchten und gepflegte Belegstationen entscheiden darüber, ob sich die gewünschte Rasse halten, bzw. erhalten lässt. Der Unterlassungsfall nennt sich Swissmix, hat alle erdenklichen Eigenschaften und ist vor dem Anspruch der Biodiversität wertlos» (aus: mellifera.ch-Magazin, April 2018, S. 10).

  • Ich habe einfach meiner guten alten Federzugwaage einen Blechstreifen spendiert, den links und rechts um das Skalenblech herumgeschlagen. Dieser wird von der Blechzunge die das Gewicht anzeigt mitgeschleppt. Wenn ich wieder ablasse, kann man anschließend in Ruhe das Gewicht ablesen.

    Manchmal finde ich "Low Tech" einfach geiler. Das Ding funktioniert seit bestimmt 30 Jahren schon, ohne Batterie, ohne Temperaturkompensation, ohne Plastik, ohne Ausfall.

    Wenn nur alle Gerätschaften so zuverlässig wären...

    Statt Blechstreifen habe ich einen Notizhaltermagneten als Schleppzeiger

  • Der genaue Wert ist auch deshalb uninteressant, weil es nur um die Differenz zur vorherigen Messung geht.


    Ich will gar nicht wissen, was die Beute (genau) wiegt, sondern nur, wie sich das Gewicht ca. verändert hat.


    Arbeit ist das mit dem beiseitigen wiegen aber trotzdem.

    Hat schon mal jemand versucht, eine Personenwaage unterzubauen und damit zu wiegen?

    Ich habe schon Konstruktionen auf Personenwaagen oder auch sowas wie Kartoffelwaagen usw. gesehen. Hauptproblem ist bei fast allen, dass sie nicht dafür ausgelegt sind, dass ständig was draufdrückt und sie nur von der Beute bedeckt aber ansonsten ungeschützt im Freien stehen. Zum Schätzen wird es ebenfalls reichen, aber der gesparte Aufwand beim Wiegen ist dafür vorher beim (geraden) Unterbau und dem Bedarf an mehreren Waagen größer. Beim Umsetzen der Beuten zum Wiegen mit einer solchen Waage für den ganzen Stand musst du die Beuten weiter heben als beim leicht anheben.

    In der Natur gibt es weder Belohnungen noch Strafen. Es gibt Folgen.
    (Robert Green Ingersoll)

  • Hat schon mal jemand versucht, eine Personenwaage unterzubauen und damit zu wiegen?

    Ja, wurde so am Lehrbienenstand gezeigt - der Kollege hat Kanthölzer längs außen unter seinen Böden verschraubt, da wird dann eine der Waagenhöhe angepasste Holzplatte drunter geschoben auf der eine (Lidl) Waage mit Sprachausgabe liegt. Zum Drunterschieben muß man die Beute lediglich etwas nach vorne kippen.
    Die Sprachausgabe funktioniert praktischer als Waage mit Bluetooth (geht ohne Smartfon, und man hat nicht noch'ne App mehr).

  • Beim Imkerhändler meines Vertrauens gibt es da ein Holzgestell, wie eine Art Unterboden, in dem ist eine Personenwaage mit Umlenkspiegel drin. Dann kann man diese auch unter der Beute das Gewicht ablesen.

    Also quasi eine Offline Stockwaage.

    Man kann ohne Bienen leben, aber wie halt.

  • Und sowas kaufst Du Dir für jede Beute, oder? Oder Du musst jedesmal die Beute drauf stellen.

    (Da war meine mechanische Zugwaage für 8,90 Mark billiger - Draht ran für max. Wertablesung und gut ist - aber das wurde ja schon erwähnt... ;-) - ich muss nicht die gesamte Beute anheben - pro Beute dauert das Wägen keine 10 Sekunden - jede Beute wäge ich maximal 3-5 mal pro Jahr...)

  • Zitat:

    Ich habe schon Konstruktionen auf Personenwaagen oder auch sowas wie Kartoffelwaagen usw. gesehen. Hauptproblem ist bei fast allen, dass sie nicht dafür ausgelegt sind, dass ständig was draufdrückt und sie nur von der Beute bedeckt aber ansonsten ungeschützt im Freien stehen.


    Darum ist es gegangen, dafür war die Antwort. Nicht als Lösung für 300 Völker. ;)

    Man kann ohne Bienen leben, aber wie halt.