Richtig Wiegen?!

  • Es geht um das Thema wiegen. Wie mache ich es richtig? Zur Situation: habe 3 Völker, einzargig auf Segeberger Kunststoff, habe mit 2 28kg Containern Apiinvert gefüttert. Ich habe 2 wägemethoden ausprobiert. Einmal mit der links-rechts Methode, das errechnete Gewicht war bei allen dreien 24-25kg. Dann habe ich einen Gurt unter gespannt, komplett angehoben und bin nur bis 20-22 kg gekommen. Wo liegt der Fehler? Habe eine digital Kofferwaage benutzt.Wo liege ich beim wahren Wert?

  • Bei der einseitigen Wägung mit der Kofferwaage kann es leicht passieren, dass man eben doch nicht ganz genau nach oben zieht und dann ist es gleich ein bisschen mehr.

    Es ist aber auch vollkommen egal, ob da jetzt 2 kg mehr oder weniger drin sind, wichtig ist Dein Zielbereich, den Du noch nicht erreicht haben dürftest, sowie die Tendenz beim Füttern.

    Was nützt Dir eine genaue Zahl überhaupt, wenn sich dann der individuelle Verbrauch sowieso unterscheidet? Größenordnungen reichen zum Einfüttern vollkommen aus.

  • Ja, wollte auf ca 24 kg kommen pro Beute. Der Futterverbrauch ist gut. Ich hab über eine aufgesetzte Leerzarge mit Futtertaschen gefüttert und da ging das sehr bequem. Nur den Wilbau auf den Rähmchen Oberseiten zu beseitigen hat genervt.

  • Nun, seine Werte widersprechen aber deiner Erklärung.

    Es wird wohl bei der beidseitigen Messung jeweils etwas mehr als die Hälfte gewogen. Das ist aber für die Futterabschätzung vollkommen ausreichend. Das Messen durch Anheben der gesamten Beute ist natürlich genauer, aber es ist den Mehraufwand in der Regel nicht wert.

  • Aus den bereits genannten Gründen gibt es beim einseitigen Wiegen immer einen gewissen Faktor x, um den das Ergebnis verfälscht ist. Bei Dir etwas weniger als 10%, bei mir übrigens auch so um die 10%, obwohl ich eine analoge Kofferwaage verwende. ;) Wichtig ist nur, dass Du immer auf genau dieselbe Weise wiegst (und Dir irgendwo notierst, wie Du es machst). Jetzt bist Du ja praktisch am Ziel. Im Frühjahr wiegst Du wieder genau gleich und dann kannst Du ziemlich genau abschätzen, wie viel Futter verbraucht bzw. noch in der Kiste ist. :)

    «Wer heute die Dunkle Biene, die Carnica oder die Buckfast will, findet dieselbe Ausgangslange vor: Allein intensives Züchten und gepflegte Belegstationen entscheiden darüber, ob sich die gewünschte Rasse halten, bzw. erhalten lässt. Der Unterlassungsfall nennt sich Swissmix, hat alle erdenklichen Eigenschaften und ist vor dem Anspruch der Biodiversität wertlos» (aus: mellifera.ch-Magazin, April 2018, S. 10).

  • Ich mir so ein Excelsheet dafür gebastelt. ich kenne die Leergewichte der Einzelteile sowie einem ausgebauten Rähmchen, setze pauschal 2 kg für die Bienen an (halt etwas mehr als Puffer) und gebe nur die Anzahl der Rähmchen an (7 bis 9 DN 1.5). Ich wiege regelmässig vorn und hinten da Kaltbau und bekomme eine rechnerische Abschätzung über die Reserven. Das passt eigentlich ganz gut und im Vergleich zur Stockwaage zeigt sich, dass die Reserven eher höher sind. Mehr Genauigkeit braucht es nicht.


    M.

  • Nun, seine Werte widersprechen aber deiner Erklärung.

    Es wird wohl bei der beidseitigen Messung jeweils etwas mehr als die Hälfte gewogen. Das ist aber für die Futterabschätzung vollkommen ausreichend. Das Messen durch Anheben der gesamten Beute ist natürlich genauer, aber es ist den Mehraufwand in der Regel nicht wert.

    Meinst du mich?

    Da hast du erst mal recht.

    Wenn man hälftig wiegt, wieso wird dann mehr als die Hälfte gewogen?

    Eher etwas weniger. Natürlich müssen die Füße der Beute genau aufliegen und nicht irgendwo

    paar cm überstehen!

    Meine Kofferwaage geht blos bis 25 kg, da muss ich beidseitig wiegen:)

  • Zitat

    ich kenne die Leergewichte der Einzelteile sowie einem ausgebauten Rähmchen, setze pauschal 2 kg für die Bienen an (halt etwas mehr als Puffer) und gebe nur die Anzahl der Rähmchen an (7 bis 9 DN 1.5).

    Hi "Hymenoptera". Kannst Du mir (uns) die Leergewichte der Beuten(teile) geben? Ich hatte versäumt diese beim Umziehen von 1 auf 1 1/2 zu messen. Nun kann ich nur Schätzen, was auf einer Wabe eingelagert wurde und zusammenaddieren.

    Auf welch Soll-Gewicht gehst Du bei 1 1/2 zum Einwintern im Schnitt?


    Wäre super :-)

    Ich kann nicht vorgeben HONIG zu sein, wenn ich eine Bratwurst bin.

  • Das Futter-Sollgewicht hängt von der Trachtsituation im Herbst ab. An meinem Standort reicht ein Soll-Futtergewicht von ca. 18kg für Segeberger DN1,5 aus. Ich mache es ebenso wie Melanie mit einem Spread-Sheet und kenne alle Leergewichte der Beutenteile.

    • 1,5-Zarge 3,0kg
    • Deckel 1,5kg
    • Hochboden 1,8kg
    • Leerwabe 0,4kg
    • Futtertrog 1,3kg

    Gruß Ralph

  • Mal über den "Auflagepunkt" nachgedacht?

    Wenn der nicht ganz vorne ist an der Kante des Bodens, dann kann man nur Fahrkarten messen.

    Aber dann misst man weniger als das tatsächliche Gewicht von der Beute

    Nicht das Leben ist das höchste Gut, sondern ein gutes Leben.
    Sokrates
    (469-399 BC, Griechischer Ethiker und Philosoph)

  • Beim Wiegen geht es doch nur um Richtwerte...
    Wenn da zwei Kilo mehr drin sind, was soll's.


    Zwei Kilo im Mini Plus zuviel und du hast kein Brutnest mehr;)

    Steingarten ist Keingarten
    Für alle die, die kein Imker sind: gemeint ist Schottergarten, reimt sich aber nicht so prickelnd...

  • Zitat
    • das errechnete Gewicht war bei allen dreien 24-25kg. Dann habe ich einen Gurt unter gespannt, komplett angehoben und bin nur bis 20-22 kg gekommen. Wo liegt der Fehler? Habe eine digital Kofferwaage benutzt.Wo liege ich beim wahren Wert?
    Zitat

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    Grüße an alle


    Michael




    -Das größte Geheimnis ist, ein Genie zu sein, aber niemand außer einem selbst weiß es-

    (Mark Twain) Donald Duck