Flügeldeformationsvirus

  • Hallo,

    leider konnte ich krankheitsbedingt meine 6 Völker, welche auf dem Betriebsgelände meines Arbeitgebers stehen in diesem Jahr nicht richtig behandeln.
    Ich konnte nur 2x mit dem Schwammtuch behandeln.
    Die Erste Behandlung am 4.8. und die Zweite am 11.8.
    Seit dem 2.9 bin ich soweit wieder hergestellt.
    Gleich wieder auf der Arbeit kontrollierte ich die Völker.
    Das Zweiköniginnenzadantvolk, ein Zadantvolk und ein mit OS besprühter Zanderableger stehen ganz gut da - dort waren keine geschädigte Bienen zu sehen.
    Die anderen 2 Zandantvölker wie auch ein Zandervolk stehen relativ schwach da. Ich war sehr verwundert wie schwach diese Völker geworden sind, konnte es mir auch zuerst gar nicht erklären.
    In meinem sehr starken Zadantvolk konnte ich nach genauem hinsehen Bienen mit DWV und Bienen mit aufsitzenden Varroa erkennen.
    Beim offnen einiger Brutzellen waren die Bienen darin bereits tot - ein mieser Anblick wenn man eine Zelle öffnet, eine tote Biene rausholt und eine Varroa auf der Biene aufsitzt.


    Jetzt bin ich folgendermaßen vorgegangen: Ich habe alle aufsitzenden Bienen am Samstag mit OS besprüht, und in eine neue Kiste mit 8 Waben gefegt.
    Die Kö ist soweit noch intakt. Das komplette alte Wabenwerk liegt gesondert zum Einschmelzen. Die Zarge mit Boden habe ich abgeflammt.
    Wie würdet ihr jetzt die anderen Völker bearbeiten?
    Für AS ist mittels Schwammtuch ist es gerade zu kalt - des Weiteren muss ich noch auffüttern.
    Soll ich heute und nächste Woche noch einmal mit OS (30g auf 1 L Wasser) besprühen?
    Oder mit dem Pfannenverdampfer (7x alle 3 Tage) bedampfen.
    Evtl. rappelt sich der Rest wieder auf und kann ggf. im Oktober vereinigt werden.


    Habt ihr noch andere/bessere Ratschläge?



    Danke

    Jungimker

    Zander und Zadant, Einräumig

    Rheinland-Pfalz

    Donnersbergkreis

  • Moin, moin,


    und wieviele Bienen sind nun in den Feglingen? Erschreckend stark geschwunden... Das kann vieles heißen.

    Gaaanz enges Flugloch, erstmal auf besetzte Waben schieden, leicht füttern mit Zugang direkt über dem Brutnest/den besetzten Waben und in 3 bis 5 Tagen nach dem Abfegen nochmals besprühen/bedampfen. Fluglochbeobachtung: Pollen? Räuber? Motivierte Bienen? In 4 bis 6 Wochen nochmals durchsehen und die Vereinigungsfrage beantworten.


    Gruß Clas

    "Ach, das Risiko...!" sagte der Bundesbeamte für Risikoabschätzung abschätzig...

  • Das schaut nicht gut aus, jetzt müssen normalerweise langsam die Bienen schlüpfen die durch den Winter gehen und die Bienen die jetzt noch "fit" sind müssen noch durch ne Varroabehandlung. Keine guten Prognosen wenn du mich fragst.


    Wie stark sind denn deine Feglinge? Müssen die noch bauen oder nur brüten und aufgefüttert werden?


    Gruß Chris

  • Hallo,

    Mmh, sieht leider nicht gut aus.

    Ich schätze mal, dass die Bienenmasse jetzt auf 3-4 ZanderRähmchen noch sitzt.

    Echt doof.

    Die Kö war/ist super.

    Die müssen jetzt nur noch Winterbienen bilden.

    Hab denen am Samstag Zuwasser 1:1gegeben.

    Mal sehn wies heut aussieht...

    Jungimker

    Zander und Zadant, Einräumig

    Rheinland-Pfalz

    Donnersbergkreis

  • Hallo Andreas,


    Wenn du die Brut komplett entfernt hast, brauchst du keine Ameisensäure mehr. Du brauchst auch keine Oxalsäureblockbehandlung; es schlüpfen ja keine Bienen und damit werden auch keine Milben freigesetzt. Eine einmalige Oxalsäurebehandlung reicht aus. Alles andere ist zusätzliche Belastung.


    Clas hat alles gesagt. Eng halten, Flugloch klein, für Futter sorgen, Stress vermeiden.



    viel Glück
    Ludger

  • Schwammtuch mit zuwenig AS, es muß soviel drauf , das sie die weiße Brut ausräumen (Dr Radtke). Ich nehme 30ml AS60% je DNM Zarge.

    Ich hatte ein Volk in MV mit DWV, TBE vor 3 Wochen+ 1x Ox, hat leider nicht mehr geklappt- wurde ausgeräubert.

  • Hallo,

    ich habe noch Hoffnung da es am Wochenende mit einem Temperatursturz relativ viel geregnet hat.

    Somit bleibt die Räuberei evtl. aus.

    Die Frage ist, ob ich jetzt die andren Bienen am Stand noch behandeln soll.

    Jungimker

    Zander und Zadant, Einräumig

    Rheinland-Pfalz

    Donnersbergkreis

  • ...Bienenmasse jetzt auf 3-4 ZanderRähmchen noch sitzt.

    ...am Wochenende mit einem Temperatursturz relativ viel geregnet

    Das wären mir um diese Jahreszeit zuwenig Bienen. In der Schaubeute unseres IV haben die Bienen das Brutgeschäft bis auf etwa 4 x 4 cm Wabenfläche fast vollständig eingestellt, seit die Nachttemperaturen auf unter 15 Grad sanken und trotz Tagestemperaturen von deutlich über 20 Grad, tlw. > 25 Grad. Zugegeben, eine Schaubeute mit 2 ZanderW übereinander ist geometrisch besonders ungünstig für den Wärmehaushalt des Bien. Aber Bienenmasse ist derzeit für diesen Raum sehr reichlich vorhanden und würde sicherlich etwa 3 - 4 BrW in einer Zanderbeute gut besetzen.

    Nach meiner Erfahrung sind und bleiben solche kleinen Einheiten selbst bei niedriger Varroalast, einem "Goldenen Herbst" und guter Pollenversorgung Sorgenkinder bis in den Winter, haben Schwierigkeiten bei der Durchlenzung (besonders ungünstiges Verhältnis von alternden Pflegebienen zu großen Brutflächen, die bei Kälteeinbrüchen wegen Personalnot dann tlw. wieder ausgeräumt werden müssen etc.) und kommen im Frühjahr nicht rechtzeitig auf eine vernünftige Volksstärke - nix für ein Frühtrachtgebiet (Höhenlage hier: rd. 300m).

    Wenn man alle Bedingungen optimal hält, kann man aber durchaus in einer solchen kleinen Einheit eine Zucht- o.a. wertvolle Kö. in Reserve halten.

  • Eventuell könnte man die wertvolle Königin, dann mit der Königin aus einem anderen Volk tauschen. Doch was definiert man als erhaltungswertig?

    Den Preis, den man dafür bezahlt hat, bzw. den Aufwand für die Beschaffung?

    Oder wie milbenfest ist das Volk; Kübelindex ja auch, aber nicht ausschließlich usw. usf.

    Entscheiden musst du selbst.


    Sonst siehe Ludger und ribes, bitte nicht totbehandeln.


    Liebe Grüße Bernd