Kleinzellige MW & Carnica

  • Hallo, zusammen,


    ich hatte nach dem "Mord" meiner ersten Ableger dieses Jahr ziemlich spät nochmal welche gemacht, auf kleinen MWs.


    Meine Carnis kamen vorher überhaupt nicht mit den 4,9ern klar, nur Chaos beim Ausbauen.


    Für die neuen Ableger mußte ich aber wieder Carnis als Grundlage nehmen, war ja nichts anderes mehr da.
     
    Zu meinem größten Erstaunen haben sie es diesmal ALLE auf Anhieb gepackt!


    Der Sprung von 5,7 auf 4,9 ist schon wirklich heftig, wird auch so nicht empfohlen, man sollte über eine Zwischengröße gehen, aber ich frage mich, wie sie das gemacht haben???


    Interessant ist in diesem Zusammenhang vielleicht auch noch ein unabsichtliches Experiment eines Kollegen: er hatte ein weisellos gewordenes Volk auf 5,6mm und gab eine schon seit zwei Monaten problemlos legende Königin aus einem 4,9er Begattungsvolk dazu. Von Stund an legte das arme Mädchen nur noch Drohneneier...
    Er verbuchte das unter unzureichender Begattung und hatte sie leider schon abgedrückt, als ihm irgendwann mal der Unterschied der Mittelwandgrößen einfiel...

    "Meet me in a land of hope and dreams"
    Bruce Springsteen

  • Hi Sabine,


    das stimmt mit meinen Erfahrungen im wesentlichen überein. Wie ich schon früher geschrieben habe, habe ich dieses Jahr meine Carnicas auf kleine Zellen gesetzt. Einige können dies gut und andere wieder nicht. Ferner habe ich den Eindruck das sie auch lernen mit den kleinen Zellen zurechtzukommen. Ich habe auch die Erfahrung gemacht das, je schneller sie bauen, mehr "murks" rauskommt. Zu Zeiten wo sie nur sehr langsam bauen kommen sie dagegen scheinbar viel besser zurecht. (Zum Beispiel im Spätsommer - alle Mittelwände die ich im August ausbauen ließ sind sehr gut ausgebaut worden. Das hat natürlich auch eventuell damit zu tun das die Baubienen im Juli - August bereits selbst aus kleinen Zellen geschlüpft waren - aber ich habe auch andere Erfahrung gemacht. Eines meiner Völker kam das ganze Jahr nicht so gut mit den kleinen Zellen zurecht. Mal sehen was die im nächsten Jahr machen.
    Nächstes Jahr werde ich auch mal testen ob die "Houssel-Positioning" darauf Einfluß hat. Bis jetzt habe ich darauf nicht geachtet.


    Ich hoffe damit Euch geholfen zu haben.



    Gruß
    Franz

  • Hallo miteinander
    Ich habe seit 7 Jahren einen Schaustock im Wildbau. Nicht nur ein kleines Völkchen sondern ein Carnica-Vollvolk, sehr sanftmütig und auch im Ertrag nicht schlecht. Aufgefallen ist mir auch schon, dass die Königin nicht in den aufgesetzten Honigraum (normale MW) brütet. Gestern habe ich das schöne Wetter genutzt, hinten ein Stück einer Randwabe herausgeschnitten und siehe da er baut 4,9 er Zellen. Werde nächstes Jahr den Schaustock auflösen und Ableger auf kleinen Zellen machen.

    mfG, Rohringer Franz
    aus dem schönen Salzkammergut

  • Hallo, Franz,


    das ist aber interessant! Mir wollen ganz viele Leute erzählen, daß Carnis NIEMALS freiwillig 4,9er bauen würden!
    Nächste logische Frage:
    Wie sieht denn bei denen der Varroa-Befall aus? Und wie behandelst du?


    In gespannter Erwartung der Antwort :D


    Sabi(e)ne

    "Meet me in a land of hope and dreams"
    Bruce Springsteen

  • Hallo Sabine


    ich war bisher leider ein "Chemieimker", es war halt so einfach mit Apistan und wir haben es in unserer Ortsgruppe geschlossen angewandt.
    Nachdem die Resistenz nun auch uns erreicht hat möchte ich mit dem chemischen Weg Schluss machen. Mein Schaustock wurde auch mit Apistan behandelt, auf Milbenabfall habe ich bisher nicht geachtet, es hat immer funktioniert und meine Völker waren ok. Eine Kontrolle der Apistanwirkung mit OS hat mich heuer stutzig gemacht, ich denke um.

    mfG, Rohringer Franz
    aus dem schönen Salzkammergut

  • Hallo Sabine,


    warscheinlich gilt auch hier wieder der alte Satz "Carnica ist nicht gleich Carnica". Ich würde hier die Bienenrasse einmal als sekundär betrachten, primär ist doch entscheidend "welches Maß waren Deine Bienen vorher gewöhnt?" - Hast Du eine Linie die noch nie Mittelwände größer 5,4 mm gesehen hatte (wie bei meinen Carnicas) dann ist die Umstellung auf 4,9 mm MWs mit Sicherheit leichter als wenn Du eine Linie hast die über Jahrenzehnte auf >5,6 mm MWs gewöhnt war und deren Königinnen immer auf "größe" selektiert wurden.
    Richtig ist hier warscheinlich das viele sogenanate "Reinzucht-Carnicas" unserer Institute und anderer, die seit Jahrzehnten nur "Jumbo-Mittelwände" (>= 5,6 mm Zellmaß) gesehen hatten und auch darauf selektiert wurden damit super zurechtzukommen. Diese Stämme sind warscheinlich nur sehr schwer an ein kleineres Maß ranzuführen.
    Aber so wie bei meinem Stamm, der nur kleinere Zellen (5,4mm) gesehen hatte, und deren Königinnen nicht nur auf Belegstellen begattet wurden, sondern auch mal "nur" Standbegattet wurden, und wo bei der Selektion die Größe nie beachtet wurde, ist durchaus eine Umstellung auf 4,9 mm MWs relativ leicht möglich.


    Hat man wie Franz Rohringer seit Jahren die Bienen auf Naturbau, hat sich die Zellgröße schon angepaßt. Es gibt Leute die behaupten das ca. 0,1 mm pro Jahr im Naturbau die Zellen kleiner werden bis die "natürliche Grenze" erreicht sei.



    Gruß
    Franz

  • Hallo,


    wie wäre es, wenn man Mittelwände ohne Zellstruktur verwendet, einfach nur Wachsplatten. Hat das schon jemand probiert?

    mfG, Rohringer Franz
    aus dem schönen Salzkammergut