Schwacher Flugling - Brutwaben reinhängen?

  • Hallo zusammen,


    Ich bin Jungimker und stehe vor einem Problem.


    Ich habe mein WV durch die TuB Methode geteilt. Im Flugling waren anfangs noch recht viele Bienen, jetzt sind es nicht mal mehr 4 voll besetzte Waben (Zander).


    Ist es möglich aus dem zugehörigen Brutling Brutwaben in den Flugling zu hängen?


    Falls ja, mit oder ohne Bienen? Der Brutling ist noch auf zwei Zargen mit Brut versorgt.


    Viele Grüße

    Basti

  • Wann hat die Teilung stattgefunden? Ist Brut im Flugling?
    Willst du Milben aus dem Brutling in den Flugling bringen?

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  • Hallo, Basti!


    Ich habe T&B noch nie angewandt, aber der Sinn und Zweck besteht doch in einer gezielten Varroabehandlung. Zuerst müssen beide Teile komplett behandelt sein, sonst hast Du das Volk völlig vergeblich getrennt! Führe also die Aktion zuerst einmal zu Ende, dürfte ja wohl nicht mehr allzu lange dauern. Wenn der Flugling schwach bleibt, kannst Du anschliessend einfach wieder vereinigen. Das sollt eigentlich alles im Konzeptplan erklärt sein.


    Beste Grüsse

    Tobias

    «Wer heute die Dunkle Biene, die Carnica oder die Buckfast will, findet dieselbe Ausgangslange vor: Allein intensives Züchten und gepflegte Belegstationen entscheiden darüber, ob sich die gewünschte Rasse halten, bzw. erhalten lässt. Der Unterlassungsfall nennt sich Swissmix, hat alle erdenklichen Eigenschaften und ist vor dem Anspruch der Biodiversität wertlos» (aus: mellifera.ch-Magazin, April 2018, S. 10).

  • Ja, das geht. Das Wiedervereinigen ist ja eigentlich Teil des TuB-Konzepts.

    Um diese Jahreszeit ist es kein Problem, Bienen mit zuzusetzen. Das würde ich auch machen, wenn der Flugling zu schwach ist, um das Mehr an Brut zu wärmen.

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  • Vielen Dank für die schnellen Antworten


    Also die Teilung war Ende Juli und alle wurden bereits mit OS behandelt. AS-Behandlung läuft gerade.


    Im Flugling gibt es Brut, wenn auch nicht viel. Ich weiß nicht, ob der so durch den Winter kommt. Vereinigen will ich nicht unbedingt.


    Daher die Idee die Brut umzuhängen.

    Gibt es da keinen Stress, wenn ich Bienen vom Brutling in den Flugling hänge?


    Danke für eure Antworten

  • Hier fehlen definitiv Informationen um zielführende Ratschläge geben zu können. Nähere Angaben zu diese Punkten sind nötig:


    - Zeitpunkt der Teilung

    - Art und Zeitpunkt der Varroabehandlung

    - Bienenmasse der beiden Völker (Stichwort: Liebefelder Schätzmethode)

    - Brutmasse der beiden Völker (Stichwort: Liebefelder Schätzmethode)

    - Infos zu den Königinnen (Nachschaffung, Zukauf)

    - Standort (möglichst im Nutzerprofil hinterlegen)


    Grüße vom Apidät

  • jetzt sind es nicht mal mehr 4 voll besetzte Waben (Zander).

    Wenn Du noch 4 besetzte Waben hast, kannst Du natürlich eine auslaufende Brutwabe ohne Bienen reinhängen - das wäre kein Problem, aber ich würde wirklich eine auslaufende Brutwabe nehmen wo die Bienen in den nächsten Tagen schlüpfen. Das ganze ggf. eine Woche später noch einmal. Gleichzeitig würde ich mit Zuckerwasser leicht füttern.

    Im Flugling gibt es Brut, wenn auch nicht viel. Ich weiß nicht, ob der so durch den Winter kommt. Vereinigen will ich nicht unbedingt.

    Nun, die Frage ist doch warum ist das Brutnest so klein, ein paar Möglichkeiten:

    • Die Königin taugt nichts
    • Es ist kein Platz für mehr Brut
    • es gibt schon lange keine Tracht mehr und die Königin stellt auf Winter um
    • Die AS Behandlung läuft gerade oder ist gerade zu Ende, so das noch keine Zeit war mehr Brut anzulegen - bzw. die AS-Behandlung killt jeden neuen Brutansatz...

    Abhängig von der möglichen Antwort(en) würde ich dann das weitere Vorgehen planen... ;-) :-)

    Sollte aber die AS Behandlung wirklich noch laufen würde ich nur Brut zuhängen wenn die AS Behandlung abgeschlossen ist.

  • alle wurden bereits mit OS behandelt. AS-Behandlung läuft gerade.

    Warum behandelst Du denn bei TuB zusätzlich mit AS?

    Sinn der TuB-Methode ist doch gerade, die brutfreie Behandlung zu ermöglichen - also auf AS verzichten können.

    Das ist unnötig, eine Bienenquälerei und außerdem gehen die Bienen aus der Brut.

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  • AS Behandlung im September ist bei TUB meist nicht notwendig. Die sind doch gerade frisch entmilbt worden und der Brutling ist voll im Nestaufbau. Da kommt AS nicht wirklich gut. Wenn mann sich unsicher ist, besser erstmal Befallskontrolle durch PZM oder Auswaschen.

    Beim Flugling schlüpfen gerade die Bienen, die in den ersten zwei Wochen nach Bildung als Ei gelegt wurden und die alten Damen gehen ab. Das die Volksstärke bei Fluglingen erstmal abnimmt ist normal.
    Warum der Brutling mehr Brut haben sollte als der Flugling erklärt sich mir nicht. Da dürften eigentlich gerade erst die ersten neuen Bienen schlüpfen, falls die neue Königin fix begattet wurde...


    Ich würde die so ohne Veränderungen weiterlaufen lassen. Lass beide weiter brüten und vereinige bei Bedarf im Oktober. Füttern nicht vergessen. Und hol die AS runter...

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  • alle wurden bereits mit OS behandelt. AS-Behandlung läuft gerade.

    Warum behandelst Du denn bei TuB zusätzlich mit AS?

    Sinn der TuB-Methode ist doch gerade, die brutfreie Behandlung zu ermöglichen - also auf AS verzichten können.

    Das ist unnötig, eine Bienenquälerei und außerdem gehen die Bienen aus der Brut.

    Das versteh' ich ehrlich gesagt auch nicht. Sinn und Zweck der ganzen Übung war und ist, dass du doch beide Teile brutfrei behandeln kannst. (und zwar mit gesprühter oder sublimierter Oxalsäure)

    Beim Flugling ----> sofort nach der Teilung

    Beim Brutling ----> nachdem alle Brut ausgelaufen war und die dort nachgeschaffte Königin zu legen begonnen hat, aber dort noch nix verdeckelt ist.

    So hättest du im Regelfall 90% oder mehr Milben erwischt. Was dann jetzt noch die Ameisensäure soll, erschließt sich mir nicht. Weil im Sammler müsstest du ja eine legende Königin haben.

    So gibst du jetzt den so wichtigen Jungbienen voll eine auf den Deckel, wozu normalerweise keinerlei Notwendigkeit bestünde.

    Soll auch nicht besserwisserisch klingen, ist noch kein Meister vom Himmel gefallen. Aber für mich ist es immer wichtig zu hinterfragen, warum macht man was.

    Zu deiner eigentlichen Frage hast du ja schon Antworten bekommen, daher der Exkurs.

  • Das Umhängen von Brutwaben ist kein Problem. Wie hier schon geschrieben wurde, kannst du auch Bienen mit rüber hängen, falls der Flugling zu schwach ist um die Brut zu wärmen. Dabei würde ich aber darauf achten, dass die bienenbesetzte Wabe nicht direkt neben die Wabenseite gehängt wird auf der die Königin grade unterwegs ist - better safe than sorry.


    Idealerweise entnimmst du dem Brutling oder einem anderen, bereits entmilbtem Volk eine vollverdeckelte Wabe, sofern vorhanden. Damit hat der Flugling nur noch wenig Arbeit, da nicht mehr gefüttert werden muss. Aus einer (Zander-)Wabe können bis zu 6.000 Bienen schlüpfen, sofern sie von Holz zu bebrütet ist - mit einem solchen Boost sollte der Flugling auch gut über den Winter kommen.


    Und ganz subjektiv: Es ist eine Freude, wenn man zwei Wochen später rein schaut und aus dem Mickerling mit 4 belegten Wabengassen ist plötzlich ein halbwegs brauchbares Volk mit 7 belegten Wabengassen geworden. Einen Brutzyklus schaffen die zudem auch noch, wenn du nicht grad auf 1000 m über NN wohnst.


    Im Oktober dann entscheiden ob vereinigt wird. Lieber einen starken Kandidaten als zwei Mickerlinge mit in den Winter nehmen. Das (anfangs) tut zwar einmal weh beim Vereinigen, ohne Vereinigen machts aber den ganzen Winter und das nächste Frühjahr Kummer.

  • Also ich mach ja TUB nun schon zum zweiten Mal. Ich würde da jetzt weder Waben umhängen, noch Ameisensäure geben, außer der Milbenbefall ist deutlich über der Schadschwelle. Dann hätte aber die Oxalsäure nicht gewirkt. Bei mir ist der Flugling auch immer schwächer als der Brutling zu dieser Zeit. Ich denke, dass liegt auch daran, dass er die ältere Königin hat. Ich füttere gerade auf, insgesamt 15 Liter Sirup etwa pro Volk in 2 bis 3 Gaben bei den Einzargern. Dann ist genug, um alleine zu überwintern und ich muss im Oktober nicht noch versuchen, hektisch Futter in die Völker zu bekommen. Letztes Jahr hatte ich gleich nach der Behandlung alles gefüttert, aber das hatte das Brutgeschäft behindert.


    Wirklich: warten bei Oktober, dann gucken, ob 5 Wabengassen belegt sind, und dann entscheiden, was vereinigt gehört.


    Gruß Wiebke