Einfache Königinnenzucht für Anfänger?

  • Hallo liebe Imkerkolegen.

    Ich bin ein Jungimker und bin gerade erst im 2. Jahr. Jedes Jahr behandel ich meine meine Wirtschaftsvölker (und stärkere Ableger) mit der kompletten Brutentnahme + Fangwabe und mache aus den Brutwaben Sammelbrutableger. Da ich die Sammelbrutableger lieber eigenständig durch den Winter bringen möchte und sie nicht mit den Ablegern aus dem Frühjahr vereinigen will, muss ich sie dann recht zeitnah mit einer begatteten Königin beweiseln. Daher hatte ich eine Idee wie ich als Jungimker einfach meine eigene kleine Königinnenzucht im nächsten Jahr machen könnte. Ich möchte wissen, was ihr davon haltet und ob ich vielleicht etwas übersehen habe.


    Da ich dieses Jahr von meinem Imkerpaten 2 reinzuchtweiseln bekommen habe, würde ich im nächsten Jahr bei der Ablegerbildung aus diesen Völkern umlarven und Zuchtlatten in die Ableger hängen. Die Zellen werden dann mit Arbeiterinnen gekäfigt und nach dem Schlupf bekommt jeder Ableger eine Weisel und die restlichen Weiseln kommen mit etwas Bienenmasse in Kieler Begattungskästen an einen Standplatz. Mir ist klar, dass man die Genetik der Drohnen nicht beeinflussen kann, jedoch denke ich, dass es für den Anfang ein guter Start ist.


    Was denkt Ihr? Gute Idee? Dumme Idee? Was kann man besser machen?

    Bin auf eure Antworten gespannt.


    Mit freundlichen Grüßen

    Kevin

  • Von sog. "Reinzuchtweiseln" würde ich im gut gefüllten Sammelbrutableger nachziehen. Wenn Du das mit "Ableger" meinst, ist es aus meiner Sicht i.O.


    Bestehen die Ableger wie üblich aus nur 2 - 3 Brutwaben mit ansitzenden Bienen, ist es nicht optimal. Geht, ist aber recht wenig Bienenmasse.


    Bei mir ziehen sich die Sammelbrutableger selbst aus der vorhandenen Brut eine Königin. Diese, von guter Herkunft gezogenen, sind ganz ordentlich, sofern sie noch ausreichend begattet werden (August).


    Meine Meinung.

  • Mir ist klar, dass man die Genetik der Drohnen nicht beeinflussen kann, jedoch denke ich, dass es für den Anfang ein guter Start ist.

    Doch kann man, zumindest die, die von den eigenen Völkern kommen... ;-)

    (Bei den schlechten Völkern Drohnenrahmen schneiden, bei den guten Völkern nicht....)


    Ich würde Dir nahelegen es erst einmal ein paar Jahre mit Basiszucht zu versuchen, näheres hier: https://basiszuechter.de/basiszucht/ - da kann man schon viel lernen und der Aufwand ist für ein paar Völker vertretbar, aber viel kleiner als mit anderen Methoden. Die Ergebnisse können auch sehr gut sein, sofern man es einige Jahre konsequent macht und evtl. auch den einen oder anderen Nachbar zum Mitmachen überzeugt!


    Später kannst Du dann immer noch Zuchtkurse besuchen und das vermehren durch umlarven versuchen... ;-)


    Gruß

    Franz

  • Bei den basiszüchtern gibt es auch die Abteilung "Zucht aus dem Eistreifen". Das ganze Equipment besteht aus einem scharfen Windmühlen-Küchenmesser. Im Rest des Jahres kann man damit in der Küche Gemüse schälen.

    Imkern muß einfach, praktisch, bienengemäß, imkerschonend und preisgünstig sein

  • Wieviel Völker hast du denn momentan und wieviele Königinnen brauchst du denn?

    Bei der Zucht, egal ob Basiszucht, Reinzucht etc. ist Sparen absolut fehl am Platz. Heißt nicht dass du das teuerste Equipment brauchst sondern viele pflegebereite Bienen.

    Je nach Betriebsweise würde es sich sogar eher lohnen früh Ableger mit schlupfreifen Zellen zu bilden und diese im Herbst mit den Brutsammlern vereinigen.


    Gruß Chris

  • Je nach Betriebsweise würde es sich sogar eher lohnen früh Ableger mit schlupfreifen Zellen zu bilden und diese im Herbst mit den Brutsammlern vereinigen.


    Gruß Chris

    Hallo Chris, das ist auch immer mein Plan für gerade mal 10 - 15 Kö's. Die Praxis läuft dann immer anders:

    - von 10 geschlüpften kommen 6 - 7 begattet wieder; immerhin

    - die 2-Wabenableger mit den begatteten Kö's entwickeln sich von Juni bis August zu Vollvölkern, bringen bei guter Tracht sogar noch Sommerhonig. Dazu noch entmilbte TBE-Bienen im August, dann sind die Kisten (DD, DNM1,5) rappelvoll.

    - die Standbegattung im August/September ist hier (!) eher zurückhaltend - ich schätze max. 50 % Erfolgsquote


    Und dann hat man nochmals z. B. 3 Kisten mit Großwaben, die entweder mangels begatteter Königin noch verteilt werden müssen oder man bestellt sich noch Kö's beim Züchter des Vertrauens. Die Planung ist jedenfalls dahin.


    Besser zu viele als zu wenige Bienen. D.J. Ist mal wieder ein besonderes...

  • Mach dir das ganze nicht so kompliziert und vergiss die Krüken wie Sammelbrutableger, guck dir das Starter/Finisher Verfahren an und lerne damit umzugehen.


    Kauf dir ein aktuelles Zuchtsystem, also Nicot (wenn es dir nicht gefällt lässt es sich auch gut wieder verkaufen), ne Nicot Kopie. Fang blos nicht mit dem alten Stöpselsystem oder Improvisationen an, das macht mehr Stress als alles andere.


    Dazu n Chin Umlarvlöffel (am besten die neue Version)


    Für dein Vorhaben solltest du lieber das M+ System nehmen, damit lassen sich Weiseln einfach länger und einfacher halten. Standard Boden II (ganzflächiges Gitter) oder Holtermann Holzboden, Zarge Deckel. Zum Füttern 30er Loch in den Deckel und mit ner Cola Flasche füttern oder mit einer Futtertasche.