Jenseits der Urproduktion

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    Hallo Ihr Lieben,


    wir moechten gerne Produkte wie Honigsenf, Nuesse in Honig und Baerenfang anbieten.
    Nicht unter der Hand, irgendwie hingemogelt, sondern hieb- und stichfest.


    Von allem was medizinischen und/oder kosmetischen Nutzen hat, nehmen wir Abstand - was nicht heissen soll, das das hier nicht thematisiert werden soll, ist ja nicht uninteressant und liegt auch 'jenseits der Urproduktion'.


    Aehnlich der Thematik 'Steuer' findet man bei der Recherche zu 'Weiterverarbeitung' extrem viel Halbwissen und schlichtweg falsche/widerspruechliche Informationen.
    Daher nun meine Frage an Euch:
    mag sich jemand, der dieses Gebiet bereits fuer sich und seine Imkerei erschlossen hat, dazu aeussern?


    Sei's mit expliziten Infos aus der eigenen Erfahrung heraus, oder mit (verbindlichen!) Quellen, denen man allgemeine Vorschriften entnehmen kann.


    Aktuell hilft uns im Prinzip ALLES weiter, also Aussagen zu Herstellungsvoraussetzungen ebenso wie steuerliche und/oder gewerbliche Aspekte.


    Ich wuerde mich wirklich freuen, wenn hier ein reger Austausch entstehen wuerde.


    Viele liebe Gruesse;
    humml

  • Hallo Ihr Lieben,


    wir moechten gerne Produkte wie Honigsenf, Nuesse in Honig und Baerenfang anbieten.

    Dann macht das doch. Ich versteh jetzt gerade nicht, wo das Problem ist?

    Zusammen mit der Überschrift ist wahrscheinlich die Frage ob das dann noch unter "Landwirtschaft" zu versteuern ist oder ob man dann bereits ein Gewerbe anmelden muss, oder?

    ( hummlmmuh eine Frage im ersten Post eines neuen Threads würde wirklich helfen....)

  • Hallo,


    mich interessiert bei dem Thema Folgendes:

    a) Wie sind die Produkte zu versteuern und wie? Mit 7 Prozent MwSt weil Lebensmittel? Wahrscheinlich schon. Da hätte ich aber gerne eine Rechtsquelle.

    b) Gibt es bestimmte gesetzliche Vorgaben bei der Verpackung, also den Gläsern. Sind die zugesetzten Inhalte (Nüsse, Pfefferminz, wie auch immer) auf den Gläsern aufzuzählen und wenn in welcher Schriftgröße?

    c) Wie melde ich das beim Finanzamt an?


    Schon mal vielen Dank im Voraus für die Beantwortung der Fragen.

  • Franz & Chris,

    Ihr habt beide recht.

    Gehört ja alles zum Themenkomplex.


    Aber ich werde nachher gerne ein paar (Beispiel-) Fragen formulieren, um es den erfahrenen Usern hier zu erleichtern, mein 'Problem' zu erkennen.


    Wenn man selbst eine Tätigkeit seit Jahren (oder gar Generationen) ausübt, ist es wirklich nicht einfach, das aus der Perspektive eines Anfängers zu sehen, das verstehe ich.


    Bis später also,

    liebe Grüsse,

    humml

  • Hi,


    zu b: ja, die Inhalte müssen angegeben werden, ebenso die Nährwertangaben.

    Schriftgrösse usw. findest du in der Fertigpackungsverordnung. Die hängt u.a. von der

    Verpackungsgrösse ab.

    zu c: Erstmal Gewerbeanmeldung als Lebensmittel verarbeitender Betrieb,

    Dann Anmeldung beim Finanzamt, dort kann man sich auch beraten lassen.

    Oder den Meldebogen online herunterladen.


    Bereite dich schon mal auf den Besuch der Lebensmittelkontrolle vor, und schätze die


    erwarteten Umsätze, für die Steuervoranmeldung.


    Ein separater, für die Lebensmittelverarbeitung geeigneter, Raum ist dann normalerweise


    schon mal Pflicht. Hier kann die Lebensmittelkontrolle entsprechend Auskünfte geben.


    Bei uns sind die Anforderungen für die Herstellung von Met und Bärenfang schon durch


    meinen Schleuderraum gegeben. Lediglich die Anmeldung beim Zoll bzgl. des Bärenfang


    sollte man nicht vergessen. Branntweinmonopolgesetz §156.


    Gruss Joachim

  • Dann gibt es da ja einiges zu beachten. Vielen Dank für die Infos.

  • Die Quelle zu umsatzsteuerlichen Behandlung ist der Umsatzsteuer-Anwendungserlass (UStAE) Abschnitt 24.2 und 24.6.

    I never loose - either I win or I learn (Nelson Mandela)

  • zu b: ja, die Inhalte müssen angegeben werden, ebenso die Nährwertangaben.

    Angabe der Nährwerte nicht erforderlich - Pflicht entfällt sofern folgendes zutrifft:


    Handwerklich hergestellte Lebensmittel, die direkt in kleinen Mengen durch den Hersteller an den Endverbraucher oder an lokale Einzelhandelsgeschäfteabgegeben werden, die die Erzeugnisse unmittelbar an den Endverbraucher abgeben.


    kelte

  • Dann werf ich zum bisher Angeschnittenen ein paar explizitere Fragen in den Raum:


    1.)

    ja, die Inhalte müssen angegeben werden, ebenso die Nährwertangaben.

    Frage an die (wirklichen) Praktiker:

    Werden hier Analysen gefordert?

    Pro Charge?

    Kenne es (aus einem aehnlichen Metier) so, dass auch Durchschnittswerte aus beglaubigten Quellen angewandt werden koennen.

    Falls es Laboranalysen sein muessen: mit welchen Kosten ist hier zu rechnen, an welches Labor wendet Ihr Euch diesbezueglich?


    zu c: Erstmal Gewerbeanmeldung als Lebensmittel verarbeitender Betrieb,

    Dann Anmeldung beim Finanzamt, dort kann man sich auch beraten lassen.

    Gewerbeanmeldung: immer, sobald es ueber Urproduktion hinaus geht?

    Oder gibt es da Ausnahmen?

    Gilt das nur fuer Lebensmittel, oder setzen andere Weiterverarbeitungen auch ein angemeldetes Gewerbe voraus?

    Nicht missverstehen, ich schrecke nich davor zurueck, ein Gewerbe anzumelden.

    War sowieso sehr erstaunt darueber, als ich anfangs erfahren habe, dass man als Imker fuer etliche Produkte gar keine Gewerbeanmeldung braucht, ja sogar zugekaufte Produkte zusaetzlich mit in's Angebot aufnehmen darf.

    Daher meine Frage.


    Lediglich die Anmeldung beim Zoll bzgl. des Bärenfang
    sollte man nicht vergessen. Branntweinmonopolgesetz §156.

    Ich war jetzt auf dem (laienhaften) Kenntnisstand, dass der Zoll erst aktiv wird, wenn Alkohol hergestellt wird. Beispiel: Honig wird zu Met.

    Wenn ich Alkohol kaufe, Quittung (mit der entsprechenden Steuer) aufbewahre, und den gleichen Alkohol, versetzt mit anderen Inhaltsstoffen wieder verkaufe - ist das relevant fuer den Zoll?



    Ich wuerde saemtliche Weiterverarbeitungsprozesse sowieso in eine Gewerbekueche auslagern. In unserem Haushalt gibt es nicht mal 'ne verschliessbare Kueche, das entspricht auch nicht meinen persoenlichen Vorstellung von der Herstellung eines Lebensmittels fuer den Verkauf.

    Auch HACCP ist mir nicht unbekannt und kein Stolperstein.


    Aus eben diesem anderen, lebensmittelgewerbeaehnlichen Metier, kenne ich schwammige Voraussetzungen fuer Produktionsraeume, die in Gesetzestexten (sinngemaess) lauten:

    'die Raeume muessen so beschaffen sein, dass sie leicht zu reinigen sind'.

    Der eine Kontrolleur will dann bei der Erstabnahme Hohlkehlen an den Uebergaengen zwischen Wand und Boden sehen, und einen Bodenabfluss sowieso.

    Der naechste sagt: Edelstahloberflaechen und Fliesen, die nicht kapput sind, reichen voellig aus.


    Wie sind da Eure praktischen Erfahrungen?


    Joachim, Du bewirtschaftest ja mit Deiner Lebensgefaehrtin zusammen nicht grade wenige Voelker, da gibt es reichlich 'Ausgangsmaterial' fuer die verschiedensten weiterverarbeiteten Produkte.

    Was davon bietet Ihr denn so an?


    Liebe Gruesse,

    humml

  • Interessant - koennte jetzt auch Auslegungssache sein.

    Wer weiss was genaues dazu?


    Ausserdem: ich habe in einem Infoschreiben eines Lebensmittel-Analyse-Labors gelesen, dass Zubereitungen mit einem gewissen Alkoholgehalt auch von der Deklarationspflicht befreit sind - kann das jemand bestaetigen?


    Suche gleich nochmal den genauen Wortlaut und die Quelle raus, wenn ich es finde...

  • Wer weiss was genaues dazu?

    Die LMIV (Lebensmittelinformationsverordnung) oder ausgeschrieben:

    VERORDNUNG (EU) Nr. 1169/2011 DES EUROPÄISCHEN PARLAMENTS UND DES RATES betreffend die Information der Verbraucher über Lebensmittel und zur Änderung der Verordnungen (EG) Nr. 1924/2006 und (EG) Nr. 1925/2006 des Europäischen Parlaments und des Rates und zur Aufhebung der Richtlinie 87/250/EWG der Kommission, der Richtlinie 90/496/EWG des Rates, der Richtlinie 1999/10/EG der Kommission, der Richtlinie 2000/13/EG des Europäischen Parlaments und des Rates, der Richtlinien 2002/67/EG und 2008/5/EG der Kommission und der Verordnung (EG) Nr. 608/2004 der Kommission.



    kelte