Hilfe - da sind so viele Varroen - was tun?

  • Liebe Kolleg(innen)!
    Wie schon öfter gesagt, bin ich Anfänger. So habe ich - auf Rat meines Imkervaters - meine Völker im Vorjahr mit Bayvarol behandelt. Die Diskussion hier in den Foren hat mich dann doch bekehrt und ich wollte ohne Chemie auskommen. So habe ich mit 60 % Ameisensäure von unten behandelt. In der letzten Woche habe ich dann saubere Stockwindeln untergeschoben und zu meinem Schrecken zähle ich bei zwei Völkern zwischen 15 und 20 tote Varroen nach einem Tag. Bei den anderen habe ich noch nicht nachzählen können. Jetzt ist guter Rat teuer. Was soll ich nehmen? Komme ich noch am Perizin vorbei? An der Oxalsäure-Verdampfung stört mich die Technik, die ich für meine Segeberger-Beuten mit offenen Gitterboden (und Styropor) für ziemlich kompliziert halte. Gebt mir doch bitte gute und praktische Tips!

  • Hallo Markus,


    für AS ist es zu kalt.
    Momentan kann helfen: - Perizin
    -Oxalsäure
    Wenn Du von Perizin die Finger lassen möchtest, versuchs mit O-Säure, die kann man ja auch träufeln. Hier im Forum schon oft beschrieben.
    Übrigens: Bienenwohl ist nichts anderes als Oxalsäure mit einigen Zusätzen. Falls du das Selbst-Anmischen scheust, kein Problem, wirkt auch.
    Aber immer wieder auf die Windeln achten.
    Wenn Du die Völker auf hast, schau mal nach, ob noch Brut vorhanden ist .(Ich glaube eher schon)
    Wenn ja, musst Du evtl. nochmal nach einer längeren Käteperiode ran.
    Und im nächsten Jahr daran denken:
    Wenn Du mit AS behandelst, immer auf die Windeln schauen. Die AS ist eine tolle Sache, man muss nur immer daran denken, es kann schon mal Faktoren geben, die sie nicht so wirken läßt, wie man will.
    Wenn ich behandele und finde plötzlich einen "Ausreißer" mit ungewöhnlich wenig Totenfall an Milben, behalte ich den im Auge und behandele ggf. nochmal.



    Viel Erfolg und mach weiter so



    M.[/quote]

    Grüße an alle


    Michael



    -Denken ist wie googeln. Nur krasser-

  • Hallo Markus,
    keine Panik. 10-20 Milben/Tag können viel sein oder auch wenig, es kommt auf die Umstände an.


    Wann hast Du mit der AS behandelt?


    Hast Du den Milbenfall während und 1-2 Wochen nach der Behandlung durch genaues Zählen oder Schätzen überwacht?


    Öffne mal eins der Völker und schau dir die Bienen genau an.
    Sind verkrüppelte Bienen dabei? Achte besonders auf die Flügel.
    Findest Du Bienen mit Milben auf dem Rücken? Meist zwischen den Flügeln.
    Wenn Du das Volk gerade offen hast, überprüfe gleich die Größe des Brutnest. Arbeite aber zügig und lass die Beute nicht länger offen als nötig.
    Zum einen ist es schon recht Frisch und zum anderen besteht immer noch die Gefahr das eine Räuberei entsteht.
    Bei viel Wind und/oder Regen lässt Du die Beuten natürlich zu und wartest damit auf einen passenden Tag.


    --- Harry ---

  • Hallo zusammen,
    bin auch etwas unsicher ob meine AS-Behandlung funktioniert hat. Ich habe die letzten 3 Wochen mit dem Langzeitverdunster mit 85%iger AS behandelt, 200 ml bei zweizargigen, 150 bei einzargigen Völkern. Michael schreibt es wäre jetzt zu kalt. Ich bin davon ausgegangen, dass ich ab 12°C mit 85%iger AS noch behandeln kann. Der Erfolg der Behandlungen scheint aber nicht so toll gewesen zu sein. Der Milbenfall lag i.d.R nicht über 30 M. pro Tag während der Behandlung. Bei der im Vorfeld durchgeführten Gemülldiagnose fielen aber auch schon ca. 10 M./Tag. Als Schluss ziehe ich daraus, die Behandlung war nicht erfolgreich. Werde nach 1-2 Wochen nochmals Gemüll auf natürlichen Milbenfall untersuchen und ggf. mit Oxalsäure träufeln, was ich den Bienen eigentlich ersparen wollte.
    Ist meine Schlussfolgerung richtig, was sagen die AS-Experten?


    Gruß Magnus

  • Hallo Magnus,


    ich bin beileibe kein Ameisensäure -Experte, allerdings arbeite ich schon eine Zeitlang damit.
    Und bei der AS ist es wichtig, dass eine bestimmte Säurekonzentration in der Stockluft entsteht, egal ob Stoss -oder Langzeitbehandlung.Aber dazu bedarf es einer Aussentemperatur deutlich im zweistelligen Bereich, so 18° C sollten es schon sein. So zumindest sind meine Erfahrungen, ich lasse mich da gerne korrigieren. Und die Luftfeuchtigkeit darf nicht zu hoch sein, da jede Säure Wasser anzieht und sich dadurch verdünnt. Wenn man bei einem Langzeitverdunster, dessen Inhalt nicht komplett verdunstet ist, einmal testen würde, sähe man gleich, dass die Säure nur noch ein Schatten seiner selbst ist.
    Bei deiner Situation schlage ich folgendes vor:
    Egal, was, um eine weitere Behandlung kommst Du wahrscheinlich nicht herum.
    Also würde ich noch ein wenig warten, bis die Völker annähernd brutfrei sind. (Ich schreibe, annähernd, weil ich nicht weiß, wo Du imkerst, und z. B. bei mir gibt es Winter,wo ich von Brutfreiheit weit entfernt bin.)
    Danach behandeln, und zwar mit Bienenwohl, Oxalsäure oder eben -wenn Du den anderen Dingen nicht traust, mit Perizin.
    Am ehesten die Chance, Brutfreiheit zu haben, ist bei mir hier so um Weihnachten herum. Wir haben Ende November, Anfang Dezember meist eine Kälteperiode, so dass die Bienen aus der Eilage gehen. Danach wirds bei uns oft für eine Woche oder zwei wieder vorfrühlingshaft warm, so dass gerade Jungköniginnen wieder ein Brutnest anzulegen beginnen.


    In diesen Sinne,


    frohes Schaffen


    wünscht




    M.

    Grüße an alle


    Michael



    -Denken ist wie googeln. Nur krasser-

  • Hallo Michael,


    danke für den Tipp.


    Perizin möchte ich eigentlich nicht verwenden, wegen der Rückstandsproblematik. Den Bienen wollte ich grundsätzlich eine weitere Behandlung (Störung) ersparen. Dann werde ich wohl Oxalsäure einträufeln müssen. Sprühen soll ja einem Himmelfahrtskommando gleichkommen, was ich allerdings nicht so ganz verstehe. Gut, beim Umgang mit Säuren ist immer Vorsicht geboten, die Haut kann verätzen, eingeatmete Dämpfe oder Nebel können zu Verätzungen der Atemwege führen. Nur der in Imkerkreisen beschriebenen Giftigkeit bis hin zu Todesfällen kann ich nicht ganz Glauben schenken. Bei einer Imkerversammlung letzte Woche wurde sogar bahauptet OS sei krebserregend. Also mit meinem bescheidenen Chemiewissen zähle ich die Oxalsäure zu den Carbonsäuren (wie Essig- Ameisen- und Milchsäure auch) die, natürlich nicht hochkonzentriert, in vielen essbaren Pflanzen vorkommt.
    Weiß jemand mehr darüber? Hat jemand beim Umgang mit OS negative Erfahrungen gemacht?



    Gruß Magnus

  • Hallo Magnus,


    gefährlich ist die Oxalsäure besonders im gasförmigen Zustand, also beim Verdampfen. Da muss der Imker wirklich vorsichtig sein, sonst kommt es zu einer massiven Entkalkungsproblematik durch Bildung von Calciumoxalat im Körper. Dadurch sollen schon einige Probleme bekommen haben. Beim Sprühen von 3 - 5% OS ist natürlich auch Vorsicht geboten. Die für den Imker ungefährlichste Methode ist das Träufeln, das ist aber wieder für die Bienen am wenigsten verträglich...


    Ich werde jedoch auch in diesem Jahr wieder die OS-Träufelmethode im Winter verwenden, das mache ich schon seit 1999 so. Probleme mit schwachen Völkern im Frühjahr hatte ich nicht. Aber ich vermute, dass das auch mit dem Klienklima zusammenhängen kann.


    Schönen Gruß
    Reiner

    42

    ganz sicher

    nur nicht beim bee-space

  • Ganz kurz zu mir! Ich bin Jungimker (16 Jahre).
    Ich habe auch unten versucht zu behandeln, als ich nach genau 24 Stunden keine einzige Varoa fand behandelte ich von oben.
    Siehe da ich fand bis zur 3. Behandlung über 1000 Milben.
    Die Obere Ameisensäure Behandlung (AS)
    Ich nahm pro DNM Wabe 1. ml 60%ige Ameisensäre, Spritzte sie anhand einer Spritze auf ein Schwammtuch das ich oben (für die Bienen zugänglich) auf die Rähmchen legte.