Honig füttern

  • So langsam verstehe ich die Diskussion nicht mehr.

    Abgesehen von bestimmten Honigen ist eine Überwinterung auf Honig und auf Honigersatz problemlos möglich.

    Ob die eine oder andere Methode da maginale Vorteile hat, ist doch eigentlich unerheblich.

    Wer das gute Gewissen auf Honig zu überwintern braucht, soll es tun!

    Wer den Honig wie ich lieber verkauft und die gängige Praxis nutzt, macht da keinen Unterschied!


    Nur das gegenseitige ..... ist nicht zielführend. Beschissene Beuten hatte ich auch schon bei Sirup und bei Ablegern mit fast reinen Honig.

    So gab es im letzten Jahr hier am Niederrhein sehr spät noch Waldtracht. Die meisten Imkerkollegen hatten schon eingefüttert und die "Gefahr" nicht erkannt.

    Die Bienen haben es trotzdem überlebt.


    Ich nutze den Honig lieber zum Verkauf und finanziere damit mein Hobby damit.

    Aber jeder so wie es mag.

    Freier Imker

    Ohne Verein, DIB, Imkerverband und sonstigen Establishment

    Neutral und unbelastet.

  • trotzdem denke ich, dass die Stimmungmache gegen das Überwintern auf Honig nicht angebracht ist. Die Natur bringt normalerweise nicht das schlechteste hervor, d.h. was die Bienen von Natur aus sammeln kann nicht wirklich schlecht für sie sein.

    Du verdrehst die Diskussion, es wurden die "Zuckerüberwinterer" angegriffen, die den Bienen Mineralstoffe, Vitamine, etc. vorenthalten.

    Pilzvergiftung beim Menschen, Jakobskreuzkraut bei Pferden oder Melizitose bei Bienen: Manchmal liegt die Natur auch daneben;)

  • Mal zurück zum Honigfächer. Dieser polarisiert unnötig. Natürlich enthält der Zucker nur reinste Kohlenhydrate. Aber muss er noch mehr enthalten? Oder holt sich das Volk nicht den Rest (Vitamine, Proteine, Enzyme, usw.) aus Pollen und Bienenbrot und arbeitet den Zucker in gut verdaulichen Quasi-Honig um?

  • Muss ja nun wirklich nicht sein!

    Letztlich ist es den anderen Imkern egal, der eine so, der andere so!

    Bienen sammeln Nektar und machen daraus ein lagerfähiges Produkt. Honig ,sagen wir dazu.

    Darauf überwintern sie von Natur aus gut und sicher.

    Die Probe: Ein (oder mehrere) Volk nicht ernten und ohne „Umbauten „ an der Beute im Sommer so in den Winter gehen lassen.

    Aus Gründen des Vergleiches alles andere wie bei den anderen Völkern am Stand.

    Es wird in jedem Jahr Frühling, nur wann?

  • Ich frage mich, warum sich hier Imker, die den Bienen das lassen, womit diese Jahrtausende offensichtlich mit klargekommen sind, rechtfertigen müssen und Studien anbringen sollen, weil sie nicht mit reinweißem Zucker füttern, den es so lange noch gar nicht gibt. (übrigens bin ich ja gespannt, wann mir der erste hier unterstellt, dass ich das mache, nur, weil ich auf eine Frage geantwortet und meine Meinung als Vermutung - "vielleicht" - kundgetan habe :)).

    Du darfst deinen Bienen gerne den Honig lassen. Nur die Annahme, dass du damit deinen Bienen etwas Gutes tust, ist leider nach meinem besten Kenntnisstand falsch. Wenn dann noch unterstellt wird, dass diejenigen die "weissen" Zucker füttern, etwas schlechteres tun, dann sollte man das nicht tun, ohne dies wissenschaftlich fundiert belegen zu können.


    Schau dir die Zusammensetzung von Honig einmal genau an. (z.B. Wikipedia) Demnach sind in 100g Honig - 77-84g Kohlehydrate (in diesem Fall verschiedene Zucker), 16-23g Wasser und gerade 0,4g Protein. (Vitamine und Spurenelemente liegen nochmal darunter) Dein Werbebildchen zu Honig, stellt dies leider ziemlich verzerrt dar. In einem Tortendiagramm bliebe nur eine nicht weiter differenzierbare dünne Linie für - alle übrigen Inhalte übrig. Es ist zwar richtig, dass diese Inhaltsstoffe in Honig enthalten sind, die Mengen sind aber kaum relevant.


    Wikipedia schlüsselt die Aminosäuren sogar noch auf. Demnach ist kaum eine Aminosäure mit mehr als 50mg pro 100g vertreten. Das sind Mengen, die wenige Gramm Pollen kompensieren können, denn hier liegt der Proteingehalt bei ca. 20% von denen die Hälfte in Form von freien Aminosäuren vorliegen (Spektrum übrigens ähnlich wie in Honig). Ähnliches gilt für die Mineralien und Spurenelemente. Eine schön schlammige Pfütze liefert mindestens dieselben Inhalte. Damit ist übrigens auch deine Frage beantwortet - wo bekommen die Bienen die Stoffe, die neben Zucker noch im Hong sind her...


    Deswegen ist durch entsprechende Anpflanzungen für ein reiches Pollenspektrum in der Auffütterungsphase zu sorgen sicherlich wertvoller, als in dieser Hinsicht auf den Honig zu vertrauen. Zumal die Speicherung dieser Eiweiße und Fette, die für den Bruteinschlag im nächsten Frühjahr tatsächlich essentiell wichtig sind, nicht im Energievorrat (Honig/Zucker) stattfindet, sondern als Fettkörper direkt im Körper der Bienen. D.h. die Brut, die als Winterbienen in den Winter geht, muss gut versorgt werden und darf keinen Pollenmangel haben. Im Frühjahr greifen die Pflegebienen dann direkt auf diese Körperreserven zurück, um den ersten Brutsatz anzulegen. Den Honig benötigen die Bienen im Frühjahr, um die Brutnesttemperatur aufrecht erhalten zu können, Eiweiße und Fette werden frisch als Pollen eingetragen, oder aus den körpereigenen Reserven bezogen.


    liebe Grüße

    Ludger

  • Danke für diese eingehende Darstellung, Ludger! :thumbup:Als Fazit könnte man dann also sagen: Wer seinen Bienen wirklich etwas Gutes für die Überwinterung tun will, soll für viele (sehr) spät und dann wieder (sehr) früh blühende Pflanzen bzw. Pollenlieferanten sorgen.

    «Wer heute die Dunkle Biene, die Carnica oder die Buckfast will, findet dieselbe Ausgangslange vor: Allein intensives Züchten und gepflegte Belegstationen entscheiden darüber, ob sich die gewünschte Rasse halten, bzw. erhalten lässt. Der Unterlassungsfall nennt sich Swissmix, hat alle erdenklichen Eigenschaften und ist vor dem Anspruch der Biodiversität wertlos» (aus: mellifera.ch-Magazin, April 2018, S. 10).

  • Dein Werbebildchen zu Honig, stellt dies leider ziemlich verzerrt dar. In einem Tortendiagramm bliebe nur eine nicht weiter differenzierbare dünne Linie für - alle übrigen Inhalte übrig.

    Ludger Merkens Gut, dass du das Diagramm entzauberst - das hätte eigentlich schon viel früher passieren sollen. Demnach wären die Kohlehydrate schon fast Spurenelemente im Honig 8o

  • Dein Werbebildchen zu Honig, stellt dies leider ziemlich verzerrt dar. In einem Tortendiagramm bliebe nur eine nicht weiter differenzierbare dünne Linie für - alle übrigen Inhalte übrig.

    Ludger Merkens Gut, dass du das Diagramm entzauberst - das hätte eigentlich schon viel früher passieren sollen. Demnach wären die Kohlehydrate schon fast Spurenelemente im Honig 8o

    Die Proteine sind Spurenelemente, die Kohlehydrate (Zucker) gerade nicht.

  • "nicht zur guten imkerliche Praxis" ?

    darf ich lachen?

    eigentlich ist der Honig zu schade dafür, Zucker ist billiger

    aber wenn man wie in diesem Jahr viel zu viel Honig hat, kann man den natürlich auch verfüttern. Selbstverständlich.

    So mach ich es zur Zeit bei den kleineren Ablegern und verfüttere einen Teil der Frühtracht :)


    "Denn alles was einem Bienenvolk entnommen worden ist, sollte aus Gründen der Hygiene nicht wieder retour gegeben werden."


    Das ist ja völliger Unsinn.

    Solange es der eigene Honig ist kann der selbstverständlich retour gegeben werden!


    "Ich würde wenigstens das Laborergebnis einer aktuellen Futterkranzprobe abwarten. Denn wenn es der Teufel will, verteilst Du mit der beabsichtigten Massnahme Faulbrutsproren auf Deinem Bienenstand, und infizierst damit alle Deine Völker."



    Unsinn.


    Das einzige Problem könnte dunkler Waldhonig darstellen. Wenn die Bienen im Winter darauf sitzen, können sie Probleme mit der Verdauung bekommen. Der dunkle Honig geht auf die Kotblase.
    Aus Zuckerfütterung gehen Verdauungsrückstände gegen null.

    Carnicabiene in Segeberger Deutschnormal (DNM) 1.0 :)

  • Danke für diese eingehende Darstellung, Ludger! :thumbup:Als Fazit könnte man dann also sagen: Wer seinen Bienen wirklich etwas Gutes für die Überwinterung tun will, soll für viele (sehr) spät und dann wieder (sehr) früh blühende Pflanzen bzw. Pollenlieferanten sorgen.

    Ja, letztlich schon. Aber wenn man genau hinschaut, ist das noch nicht ausreichend.


    Denn wenn man über gut gepflegte Brut spricht, muss man immer noch mindestens eine Bienengeneration weiter zurückgehen. Schon die Bienen, die die Winterbienen aufziehen, müssen gesund sein und gut ausgebildete Futtersaftdrüsen haben, anderenfalls sind sie nicht in der Lage selbst ausreichend zu füttern und zu pflegen. Auch diese Pflegebienen müssen deshalb schon ohne Krankheiten (Varroa) und ohne Nährstoffengpass aufwachsen. (Ja die Pflegekapazität einer Biene, ist von ihrer eigenen Versorgung in der Brutphase abhängig.)


    Jegliche Notsituation, schleppt sich deswegen immer mindestens 2 Brutsätze weiter. Wir brauchen für die Bienen also ein durchgehendes Pollentrachtband, welches außer im echten Winter, nie wirklich abreisst. (Auf die Winterlücke sind die Bienen eingestellt.)


    Gruß
    Ludger

  • Du darfst deinen Bienen gerne den Honig lassen. Nur die Annahme, dass du damit deinen Bienen etwas Gutes tust, ist leider nach meinem besten Kenntnisstand falsch.

    Und schon isses so weit :D

    Dein Werbebildchen zu Honig, stellt dies leider ziemlich verzerrt dar.

    Was bitte meinst Du mit "Werbebildchen"? Was habe ich da gepostet?


    Zum Pollen, bzw. zu Pollenlieferanten, sind wir uns ja einig. Es sollte überhaupt wieder viel mehr Bienen-freundliche Pflanzen geben. Ein Anteil daran ist unterwegs zu mir, Knollen von Frühblühern :) Hoffentlich wachsen sie gut ein und vermehren sich recht.

  • He, ich weiß gar nicht wie das gehen soll. Ich bin dabei, 200 kg Zucker einzufüttern, habe aber nur ca. 25 kg Honig geerntet. Oder haben die Bienen irgendwo ein Versteck, wo sie den Honig vor mir verbergen?

    Wie heisst die Rasse?

    Gemeine dunkle Versteckerbiene? 😄

    "Versteckus Honig hinterhältikus"?

    Der Beitrag war eine Morgendliche Bereicherung.


    Ansonsten mittlerweile eine, teils von Ignoranz, Unverständniß und Dummheit gefüllter Threat.

    Wenn einer meint, dass es die Natur ist, dass Pferde, Bienen etc. Verrecken oder, Ihr Entschuldigt, sich anscheissen sollen, weil sie etwas Natürliches wie Honig im Winter oder Jakobskraut fressen wird's mir zu schräg.


    1) Nicht Analysierten Honig verfüttern ist ein Risiko betreffend Mineralstoffen und AFB

    2) Jeder kann tun was er will

    3) Mir geht es hier nicht darum Philosophisch den weißen Zucker zu beschwören sondern zu sensibilisieren, dass Honig im Winter, teils zu erheblichen Schweinerei führen kann.

    4) Füttert was Ihr wollt Möglicherweise passiert auch garnichts.


    Es gibt nur keine mir bekannte Arbeit welche besagt dass Zuckerfütterung Nachteile hat.

    Nur einige, dass Honigf<tterung Problematisch sein kann.

    ( wird wohl von der bösen Industrie kommen fehlt jetzt noch)


    Ich wünsche allen Naturfreaks viel Glück.

    Frage fünf Imker, bekomme sieben Antworten und bilde Dir die achte Meinung.

    Das sind Imker Foren...

    Keiner hat Unrecht, nur den Weg, den muss man selber finden.

    In der eigenen Lage, Höhe, Umgebung, mit der eigenen Genetik.

    Und können, oder Unvermögen.

    :thumbup: