Auf 3 Zargen überwintern?

  • je nach Belüftungsverhältnissen sammelt sich im kalten unbesetzten Raum in Beuten mehr Feuchtigkeit(-> Schimmel) und es wird auch durch andere Besucher wie Wachsmotten und Mäuse, auch Wespenköniginnen, gerne (ab)genutzt.

    Mehr als 2 Vollzargen(DNM,Za, Ls) bringt keine Vorteile, ich habe auf einigen Dadant-Völkern(10er) 1 DNM-Vollzarge, sind die Futterreserve für Ableger und Einzargige DNM und sind zum Teil auch mit Perga gespickt.

  • Bei den wild bauenden Bienenvölkern kommt aus meiner Sicht noch die fehlende Varroa Behandlung hinzu. Ich glaube allein deswegen ist es schon sehr schwer für sie in der freien Natur zu überleben. Und wenn dann noch eine schlechte Thermik hinzukommt

    Das auch. Ich kenne hier aber Bäume, wo Schwärme längere Zeit sind.


    Andererseits gibt es auch genügend Imker, die mit offenem Boden arbeiten. Das dürfte ja dann an sich auch nicht funktionieren, wenn die Bienen so anfällig sind. :/

    HG

    Monika


    Wir sollten immer daran denken: Im wesentlichen sind unsere Bemühungen auf eine vernünftige, fürsorgliche Pflege beschränkt. (Bruder Adam)

  • windgeschützte Standorte wie Ecken unter Dachkästen, Innenhöfe bieten ohne weiteres genug Schutz, um das Überleben zu sichern, Verlustraten werden aber sicherlich wie bei Varroa-nicht-behandlung sehr hoch sein, auch durch Standortwahl oder zu geringer Anfangsstärke, wobei Schwärmen - Brut als Varroaspeicher zurücklassen und Brutpause - ein Reinigungsprozeß ist, der ohne weiteres bis zum Schwärmen im nächsten Jahr ausreichen kann.

    Nicht zu vergessen, das auch solche freihängenden Nester bzgl Wespen, Waschbären... wesentlich ungeschützter sind als Baumhöhlen oder Beuten.


    Bessere Überlebenschancen als bei einem Imker kann ein Bienenvolk kaum haben. Es sollte so sein.

  • Ich dachte schon an so etwas wie eine Höhle - kein Schnee, kein Regen, keine Zugluft, kein Wind. Da scheinen sie sich ja auch nicht halten zu können.

    Aha, jetzt sind wir bei einem anderen Thema, nicht mehr bei "offen überleben" - also Baumhöhlen bieten länger einen Schutz und dort können Bienen durchaus länger überleben, problematisch ist aber:

    • Größe der Höhle, heutzutage werden unsere Wälder 80-100 Jahre früher geerntet als früher, daher gibt es kaum noch genügend große Baumhöhlen. Auch hilft unsere weit verbreitete "Fichtenmonokultur" hier nicht ;-(
    • Winterfutter: In den letzten Jahren sind oft Juli und August komplett ohne nennenswerte Tracht, höchstens Waldhonig oder Melizetose, diese Sorten lassen unsere Bienen nur schlecht überwintern (Ruhr) und wenn der Bienenherbst ohne Tracht ist, können nicht genügend große Vorräte angelegt werden....
    • Das Klima in natürlichen Baumhöhlen ist dagegen kein Problem, wenn man diesbezüglichen Untersuchungen glauben darf. :-)
    • Andere Untekünfte wie "Bauernhauszwischenboden oder alte offen gelassenen Bienenstände mit Beuten sind da schon eher geeignet aber auch problematisch wegen o.g. Punkten. Dort überleben aber oft Schwärme durchaus ein bis drei Jahre...

    Bei den wild bauenden Bienenvölkern kommt aus meiner Sicht noch die fehlende Varroa Behandlung hinzu.

    Varroa ist im ersten Winter nicht das Problem, Varroa killt ein Volk meist erst im zweiten oder dritten Winter... ;-(

    Mehr als 2 Vollzargen(DNM,Za, Ls) bringt keine Vorteile, ich habe auf einigen Dadant-Völkern(10er) 1 DNM-Vollzarge, sind die Futterreserve

    Jetzt sind wir wieder beim Thema "Überwintern auf 3 Zargen", mach es doch einmal! Nimm aber dann im zeitigen Frühjahr die unteren, leeren Zargen weg. Dann kannst Du im späteren Frühjahr normal aufsetzen und hast wieder Honig... :-)

    Abhängig vom Zargenmaß kannst Du dann feststellen ob es für DICH und DEINE Verhältnisse besser oder schlechter war ;-) ...

    TIPP: Lass dann aber den Gitterboden offen! Damit kann man Schwitzwasser minimieren und Schimmel oft vermeiden...

  • ich habe schon mit 3 DNM-Zargen überwintert, aber durch- bzw raushängende Bienentrauben auf 2 Zargen im Herbst, mit Reduktion des Brutraums auf eine Zarge im Frühjahr, + 2 weitere Zargen als HR (idr 4-5 Zargen/Volk) waren an meinen Ständen besser.

    Erneuert wird im Brutraum durch TBE/Ablegerbildung in Schwarmzeit oder am Ende der Saison-überwiegend mit Mittelwänden bzw Anfangsstreifen.


  • Mehr als 2 Vollzargen(DNM,Za, Ls) bringt keine Vorteile ...

    Stimmt, aber auch keine Nachteile. Bei mir überwintern gelegentlich eine handvoll Zandervölker auf drei Zargen genau so gut wie auf zweien. Sei es, weil ich zu faul war, den letzten drittelgefüllten Honigraum abzunehmen, oder ich im Oktober noch den einen oder anderen übrigen Ableger einfach aufgesetzt habe. Ich kann dann im folgenden März die unterste Zarge entspannt brut- und bienenfrei entnehmen, dauert keine zwei Minuten.


    Cheers

    Baudus

    Und wieder ist Frühling / auf alte Torheiten / folgen neue Torheiten (Issa)

  • Hallo,

    ich habe dann doch allen Völkern den zwecks geschleuderter Honigwabenputzens wieder aufgesetzten Honigraum wieder weggenommen und überweintere wie gehabt auf 2 Zargen.

    Allerdings, falls das eine oder andere Volk wirklich 2 Zargen weiterhin komplett ausfüllen würde, würde es dann nicht knapp zu werden riskieren was den Futtervorrat der in 2 Zargen unterzubringen ist anbelangt?

    MfG
    Aloha

  • Allerdings, falls das eine oder andere Volk wirklich 2 Zargen weiterhin komplett ausfüllen würde, würde es dann nicht knapp zu werden riskieren was den Futtervorrat der in 2 Zargen unterzubringen ist anbelangt?

    Nein, die Bienen sitzen ja in den Wabengassen und das können sie bis auf weiteres auch zwischen Waben mit Futter. Du wirst jetzt ja keine ganze Zarge mir Brut mehr haben. Die Völker schwinden noch erheblich. Das "Problem" löst sich von ganz allein.

    I never loose - either I win or I learn (Nelson Mandela)