Auf 3 Zargen überwintern?

  • Hallo,

    ich habe Völker die jetzt noch so stark sind, dass sie nicht genug Platz in ihren 2 DN Bruträumen haben, jetzt wo ich eben die Honigräume weggenommen habe.

    Daher meine Frage: ist es realistisch, solche Völker auf 3 Zargen zu überwintern? Was sind die Nachteile, von der Tasache abgesehen, dass es für sie wohl schwieriger sein würde, die richtige Temperatur im Winter zu halten?

    Mit freundlichen Grüßen

    Aloha

  • Aloha , wieviel Bienen Du auch immer jetzt in den Beuten hast, das sind nicht alles Winterbienen, es werden bis November weniger, die dann garantiert mit zwei Zargen auskommen. Die Bienen bilden im Winter eine Kugel, diese befindet sich im Dezember in der unteren Zarge da in der oberen das Futter gestapelt ist. Mit dem Futterverzehr wandert die Kugel weiter nach oben. Starke Völker besetzen 8 Wabengassen, selten mehr. Also mach Dir da mal keine Sorgen. VG

  • Und weil die Bienen anfangs relativ weit unten sitzen und im Laufe des Winters sich nach oben fressen ist es für mich kein Thema in wieviel Zargen sie im Spätsommer sitzen.

    Lt. Aussage in anderen Fäden heizt die Wintertraube nicht den Raum (?) sondern nur sich selbst.

    Ergo: Der Raum sollte demnach von untergeordneter Bedeutung sein!

    Ein gesundes Volk hat jetzt über Kopf das Winterfutter und darunter das Brutnest. Letzteres wird kleiner und schließlich sind die Leerwabenbereiche der Sitz der Wintertraube.

    Dann wird das gesunde Volk auch mit 3 (oder mehr) Zargen erfolgreich überwintern.

    Sicher wird das Volk von unten in der zweiten Zarge in den Winter gehen und im März in der oberen angekommen sein.

    In den Warre-Beuten sitzen die starken

    Völker sogar auf vier Zargen (68 Liter).

    Davon sind zwei voll Winterfutter.

    Ableger haben auch schon in einer Zarge überwintert und haben als WV nahezu 40 kg Honig gebracht.


    Woran mag das wohl liegen?

    Harald

    Es wird in jedem Jahr Frühling, nur wann?

  • Lt. Aussage in anderen Fäden heizt die Wintertraube nicht den Raum (?) sondern nur sich selbst.

    So ganz kann ich mir das nicht vorstellen, weil dann müssten Bienen, die hier in Deutschland an einem offenen, aber geschützten Platz wild gebaut haben, überleben. Das tun sie aber wohl nicht. Vielleicht ist der Aufwand, die Außentemperatur der Kugel auf 10 Grad C zu halten, in einer kleineren Kiste geringer?

  • Lt. Aussage in anderen Fäden heizt die Wintertraube nicht den Raum (?) sondern nur sich selbst.

    So ganz kann ich mir das nicht vorstellen, weil dann müssten Bienen, die hier in Deutschland an einem offenen, aber geschützten Platz wild gebaut haben, überleben.

    Nein; denn ungeschützt vor Regen, Schnee und eisigem Wind geht es eben nicht. Physikalisch ließe sich der Wärmeverlust in ungeschützter Formation ohne Kiste sogar berechnen. Die Beutenwandung hält diese unwirtlichen Bedingungen von den Bienen fern. Insofern hat die Beute schon eine gewisse Isolationswirkung, d.h. die Wärmestrahlung der Wintertraube (außen 5 - 10°C) wird durch Futterwaben mit Leerstellen und Beutenwandung sozusagen im geschützten Raum erhalten, während im ungeschützten Zustand diese sofort verloren ginge.

  • So ganz kann ich mir das nicht vorstellen, weil dann müssten Bienen, die hier in Deutschland an einem offenen, aber geschützten Platz wild gebaut haben, überleben.

    Nein, diese Folgerung ist falsch, Du vergisst den Wind und die Luftbewegung/Zugluft. In einer Beute die oben dicht ist, gibt es keinen anstehen Wind und auch keine Zugluft, das ist wichtig, auch wenn die Wintertraube (ohne Brut) außen kaum wärmer ist als die Umgebungsluft. Auch vergisst Du Regen und Schnee. - Hier gab es einmal einen Faden dazu mit Termobildern... - Aber, sobald wieder Brut vorhand ist, wird die Traube wärmer und benötigt viel mehr Energie, dazu wird mehr Futter verheizt, was den Stoffwechsel erhöht, die Gefahr des Futterabrisses erhöht (da dann die Wintertraube die Brut nicht verlässt) und die Ruhrgefahr steigt. Daher sind auch milde Winter schlechter für die Bienen als kalte Winter. (Sorry beemax war schneller...)

  • So ganz kann ich mir das nicht vorstellen, weil dann müssten Bienen, die hier in Deutschland an einem offenen, aber geschützten Platz wild gebaut haben, überleben.

    Nein, diese Folgerung ist falsch, Du vergisst den Wind und die Luftbewegung/Zugluft. In einer Beute die oben dicht ist, gibt es keinen anstehen Wind und auch keine Zugluft, das ist wichtig, auch wenn die Wintertraube (ohne Brut) außen kaum wärmer ist als die Umgebungsluft. Auch vergisst Du Regen und Schnee. - Hier gab es einmal einen Faden dazu mit Termobildern... -

    Mal gucken gehen, vielleicht erhellt mich der Faden, wenn ich ihn finde :) Ich dachte schon an so etwas wie eine Höhle - kein Schnee, kein Regen, keine Zugluft, kein Wind. Da scheinen sie sich ja auch nicht halten zu können.

  • ...die Wärmestrahlung der Wintertraube (außen 5 - 10°C) wird durch Futterwaben mit Leerstellen und Beutenwandung sozusagen im geschützten Raum erhalten, ...

    Strahlung, auch Wärmestrahlung wird durch das umgebende Material ev. nur gemindert, nicht aber aufgehoben. (Bsp.: Eine Wandheizung kann mit Schränken zugestellt werden. Die Schrankvorderseite hat die gleiche Temperatur wie die nichtverstellte Wand und strahlt die gleiche Energie ab wie die unverstellte Wand).

    Die Beutenwand mindert dann doch nur den Wärmeabtrag durch die Luftbewegung. Winddicht ist da das Zauberwort. Wie da der offene Boden wirkt weiß ich nicht. Den gibt es ja nicht überall.

    Aber das ist ein anderes Thema.

    Es wird in jedem Jahr Frühling, nur wann?

  • Drei Zargen machen von der Futtermenge her keinen Sinn. Wenn es im Frühjahr wieder losgeht, willst Du ja irgendwann Honig machen. Was fängst Du dann an, mit diesen Mengen überschüssigen Futters?

    Schwitzwasser und dann Schimmel würde ich als weiteres Problem ausmachen.

    Was dem Volk in der Behausung sicher gut tut, gegenüber einem Wildbau am Baum oder in einer Höhle, ist die Sicherheit vor Feinden wie z.B. Mäusen. Bei Kälte ist das Volk für diese wie eine offene Speisekammer. Es ist halt dann wie vor der Imkerei. Die Bienen schwärmen und vermehren sich, dann siebt die Natur gnadenlos aus und nur die gewappneten Völker überleben.

  • So ganz kann ich mir das nicht vorstellen, weil dann müssten Bienen, die hier in Deutschland an einem offenen, aber geschützten Platz wild gebaut haben, überleben.

    Nein, diese Folgerung ist falsch, Du vergisst den Wind und die Luftbewegung/Zugluft. In einer Beute die oben dicht ist, gibt es keinen anstehen Wind und auch keine Zugluft, das ist wichtig, auch wenn die Wintertraube (ohne Brut) außen kaum wärmer ist als die Umgebungsluft. Auch vergisst Du Regen und Schnee. - Hier gab es einmal einen Faden dazu mit Termobildern... -

    Mal gucken gehen, vielleicht erhellt mich der Faden, wenn ich ihn finde :) Ich dachte schon an so etwas wie eine Höhle - kein Schnee, kein Regen, keine Zugluft, kein Wind. Da scheinen sie sich ja auch nicht halten zu können.

    Bei den wild bauenden Bienenvölkern kommt aus meiner Sicht noch die fehlende Varroa Behandlung hinzu. Ich glaube allein deswegen ist es schon sehr schwer für sie in der freien Natur zu überleben. Und wenn dann noch eine schlechte Thermik hinzukommt;)