Honig weiterrühren nach unplanmäßigem pausieren möglich bzw. sinnvoll?

  • Geimpft mit wieviel Prozent etwa?

    Welche Temperatur herrscht in dem Raum, in dem der Honig steht?

    Bei den bisherigen Informationen würde ich weiterrühren. Wenn der Fortschritt nur so langsam geht, nur jeden zweiten Tag.

    ..."ist mir noch nie passiert" sagte der erfahrene Imker, "aber..."

  • Bergeist, geimpft mit etwa 3%. Ist wenig, ich weiß, hatte nicht mit so einer Riesen-Sommerernte gerechnet und nicht genug imfhonig übrig. Gelagert in "modernem" Einfamilienhauskeller bei 17, 18 Grad.


    Danke dir, das ist eine klare Aussage und der Tipp mit alle 2 Tage ist gut.

    Machen ist wie Wollen. Nur krasser.

  • warum unbedingt cremig rühren?

    ein flüssiger Honig im Glas ist etwas ganz feines

    wenn man gegen das Licht durchschauen kann


    wenn mein Honig irgendwann zum Jahresende hin kandiert, wird er bei mir zu 90 % wieder aufgetaut

    Carnicabiene in Segeberger Deutschnormal (DNM) 1.0 :)

  • Warum nicht einfach mal lesen bevor man schreibt?


    bei 17, 18 Grad.

    wenn es irgendwie kühler geht, geht es auch schneller. Und drei Prozent sind, wie schon richtig erkannt, nicht so arg viel Impfhonig. Dann dauert es halt etwas länger.


    Wenn du nur "mechanisch" rührst, also ohne den Rührer anzustellen, kannst du ohne Beschädigungen, den meist schon minimal festeren Honig von Rand und Boden in die Mitte des Gefäßes verteilen. Das beschleunigt auch. Also immer mal ein paar Umdrehungen am Rand lang, und ein paar mal rauf und runter mit dem Rührer ohne Strom durch den Honig gehen (vor dem Einschalten). Nicht zu schnell, damit möglichst wenig Luft dabei eingearbeitet wird.

    ..."ist mir noch nie passiert" sagte der erfahrene Imker, "aber..."

  • Berggeist, danke, auch das ist ein guter Tipp, der einleuchtet. Eigentlich logisch, am Rand kristallisiert es schneller und die entstandenen Kristalle kann man nutzen, die chemischen Prozesse im Inneren anzufeuern....

    Das mit dem Ohne-Strom-Rühren.... Ich werde es versuchen, aber ich denke, da bin ich kräftemäßig am Limit.

    Ich hatte mir vor 2 oder 3 Jahren einen Mörtelmischer gekauft, den aber bisher nicht eingesetzt, weil es für meine kleinen Mengen viel zu viel Aufwand war. Bisher war der "Auf-und-ab" im Einsatz und bei dem hatte ich in den Plastikeimern so meine Bedenken, wie viel Abrieb im Honig landen könnte Für die Maschine habe ich mir einen Spiralrührer mit Mittelwelle gekauft. Ich denke, dass der an den Eimerinnenwänden schonender ist, da er keine eckigen bzw. scharfen Kanten hat. Außerdem bilde ich mir ein, er verquirlt auch schonender. Den Mischer betreibe ich nur auf langsamster Stufe.


    Durch Deinen ersten Post ermutigt, habe ich mich heute wieder durch die Eimer gepflügt und habe festgestellt, dass er in der letzten Woche deutlich zäher geworden ist. Die Textur ist wunderbar feincremig. Ein Eimer, bei dem eine Kuhle, die ich mit einem Löffel gezogen hatte, nicht mehr zulief, ist in den Wärmemeister gewandert und wird morgen abgefüllt. Die anderen bekommen in den nächsten 1 bis 2 Wochen ihren Feinschliff.


    Was ich bisher auf jeden Fall von dieser Ernte als Lehrgeld mitnehme: für nächstes Jahr besorge ich mir 25-Kilo-Eimer. Bis auf einen großen Eimer sind alle anderen 12-Kilo-Eimer. Das verdoppelt die Zeit. Beim Rühren und dadurch auch beim Abfüllen.


    Aber nächstes Jahr kommt wahrscheinlich wieder eine normale Miniernte, dieses Jahr war hier wirklich eine Jahrhundertausbeute. Das sagen auch erfahrene Kollegen

    Grüße Birgit

    Machen ist wie Wollen. Nur krasser.

  • Du kannst den Mörtelrührer wie den Aufundab bedienen, wenn er nicht läuft.

    Das muss auch nicht viel oder lange sein. Ein paar mal am Rand her. Anschließend kannst du ihn ja anstellen. Nur wenn er am Rand läuft, macht man leicht Beschädigungen an die Plastikeimer.

    ..."ist mir noch nie passiert" sagte der erfahrene Imker, "aber..."

  • Um auf die Ursprungsfrage zurückzukommen:


    Honig, der sozusagen unbeaufsichtigt vom Rühren pausiert, kann grobe Kristalle bilden, die sich wie Sand auf der Zunge anfühlen. Die bekommt dann leider auch kein Wärmeschrank mehr klein. Raussieben geht auch nicht, weil einfach nur das Sieb im Nu verstopft.


    Honige, die langsam kristallisieren, wie Wald/Blatthonig neigen zu gröberen Kristallen. Sobald der Kristallisationsprozess beginnt, heisst es Rühren Rühren Rühren. Also die noch kleinen Kristallchen verteilen verteilen verteilen; möglichst gleichmässig sollen sie im Honiggebinde verteilt sein. Je höher der Wassergehalt, desto schneller sinken sie auf den Grund, oder hängen sich an die Wandung.


    Die Vorstellung, dass durch das Rühren Kristalle zertrümmert werden, ist ein altes Märchen aus dem Hause Black & Decker.


    Fazit: Die Pause beim Honigrühren, wie in der Musik muss an der richtigen Stelle sitzen.

  • Danke noch mal an alle Tippgeber. Ich habe das Rühren inzwischen beendet und auch 2 Eimer schon wieder aufgewärmt und abgefüllt. Resultat wunderbar feincremiger Honig. Wahrscheinlich, Benjabien , weil die Kristallisation zum Glück noch nicht allzu weit fortgeschritten war. Ob das Resultat bei den dunkleren Honigen ( viel Linde + Honigtau) ähnlich gut wird, bleibt abzuwarten.

    Machen ist wie Wollen. Nur krasser.

  • Honige, die sehr langsam kristallisieren, können bei einem Wassergehalt unter 16% auch eine Struktur annehmen, die nach meiner Erfahrung von Honigliebhabern geschätzt wird. Der Honig wird im Ergebnis nicht hart, sondern bildet ein Gemenge aus großen weichen Kristallen mit etwas umgebender Flüssigkeit, ohne dass eine Phasentrennung zwischen oben und unten erfolgt. Die Struktur erinnert an Marmelade.

    Geschmacklich finde ich einen solchen Honig dem geimpften Honig überlegen. Schwierig ist das Abfüllen, das geht wohl nur mit einem Marmeladen-Einfülltrichter. Deshalb rechtfertigt ein solcher Honig auch einen höheren Preis.

    Ich will damit anregen, auch mit einem solchen Honig zu experimentiern.

    Gruß Ralph

  • Ähm, ich glaub, ich steh auf'm Schlauch.

    Warum rührst du so lange, wenn du den Honig hinterher noch in den Wärmeschrank stellst?
    Oder hab ich was mißverstanden?

    Entweder rühre ich den Honig bis ich ihn feincremig in das Glas abfüllen kann, oder ich rühre ihn kurz an, lasse ihn stehen bis er fest wird (oder weil ich keine Zeit und/oder keine Lust habe zu rühren), erwärme ihn, setze die Kristallisation quasi auf Null, rühre noch mal kurz durch und fülle den Honig dann direkt ab.......

    Rühren verlängert doch nur den vollständigen Kristallisationsprozeß (Verteilung der Kristalle, sodaß nur kleine Kristalle entstehen, Benjabien hat dazu ja was geschrieben), bzw. führt zu feineren Kristallen.

    Beim Erwärmen breche ich die Kristalle wieder auf........

    Grüße aus HH Andreas


    Man kann sich den ganzen Tag aufregen :evil: ------- Ist aber nicht verpflichtet dazu :cool: