Honig weiterrühren nach unplanmäßigem pausieren möglich bzw. sinnvoll?

  • Ich habe dieses Jahr zum ersten Mal erwähnenswerte Mengen Sommertracht (und die auch noch mit Waldtracht) schleudern können ( hier gibt es fast ausschließlich Frühtracht, daher fehlt mir generell die Erfahrung mit langsam kistallisierendem Honig). Ich habe nach einigen Tagen Warten angefangen zu rühren (Mörtelmischer mit Edelstahl-Spirale mit Kern), jeden Tag 1 mal ca. 3 Minuten langsamste Stufe. Die verschiedenen Gebinde sind unterschiedlich in der Festigkeit, aber alle sind fester geworden. Der berühmte Perlmuttschimmer war aber noch nicht da. Dann musste ich leider gesundheitlich ca. eine Woche pausieren.

    Jetzt überlege ich, was ich am besten tue...

    Habe eben von jedem Gebinde gekostet (natürlich alle mit neuem Löffel ;)) Alle haben eine feine Konsistenz, keine Kristalle zu spüren...


    Möglichkeit 1: Ich rühre weiter. Wird er dann fester oder fange ich wieder von vorne an? Trennt er sich dann vielleicht sogar?

    Möglichkeit 2: Ich fülle ihn so ab, wie er ist, jetzt und ohne Umweg über Wärmeschrank und hoffe, dass er seine feine Konsistenz behält, obwohl er natürlich im Glas fester werden wird, was ich auch noch wünsche.

    Möglichkeit 3: Ich lasse ihn stehen, obwohl der Perlmuttschimmer nicht da war, warte, bis er fest ist, Wärmeschrank und dann abfüllen.


    Ich bin natürlich für Möglichkeit 2, aber für mich ist die feincremige Konstistenz wirklich wichtig, wegen der kommen meine Kunden.


    Was würdet Ihr mir raten?


    Grüße Birgit

    Machen ist wie Wollen. Nur krasser.

  • Hallo Birgit,


    außer dem Arbeitsaufwand spricht m.E. nichts gegen das Weiterrühren.

    Dass der Honig dadurch fester wird habe ich noch nicht gehört, denn Festigkeit im Honig entsteht meines Wissens nach durch größere Kristalle.

    Dem wirkt das Rühren entgegen.


    VG Tom

  • Wenn ich mir unseren Honig so anschaue, da könnt ich rühren, bis ich schwarz werd, der wird nicht cremig. Ich hab noch a Glasl gefunden von vor zwei Jahren, der kristallisiert zwar, ist aber immer noch streichfähig. Und nein, den habe ich nicht erhitzt :)

  • Ich habe mich vielleicht etwas missverständlich ausgedrückt. Fester wird er natürlich durch die Zeit. Aber ob er dann cremig-fest wird ( kleine Kristalle) oder hart-fest (grobe Kristalle), liegt ja am Rühren. Aber Du denkst, ich kann ihn nicht "totrühren"? Also, dass er sich trennt?

    Machen ist wie Wollen. Nur krasser.

  • Wenn ich mir unseren Honig so anschaue, da könnt ich rühren, bis ich schwarz werd, der wird nicht cremig. Ich hab noch a Glasl gefunden von vor zwei Jahren, der kristallisiert zwar, ist aber immer noch streichfähig. Und nein, den habe ich nicht erhitzt :)

    Mit Erhitzen meinst du den Wärmeschrank?:/ Also hast du ihn nach Beendigung des Rührens sofort in die Gläser abgefüllt?

    Machen ist wie Wollen. Nur krasser.

  • Also hast du ihn nach Beendigung des Rührens sofort in die Gläser abgefüllt?

    Wir rühren gar nicht und ja, mein Mann hat den gleich, nachdem er (der Honig) abgeschäumt war, in Gläser gefüllt. Der Honig ist so, was drin ist, weiß ich nicht - vermutlich etwas Linde, etwas Blatthonig, etwas Wald und viel Läpperzeug. Relativ dunkel. Eines Tages lass ich ihn doch mal analysieren ;)


    Wir hatten auch früher dunkle Honige, die ewig nicht kristallisiert haben und unser Imker hat den bestimmt schonend behandelt, weil der helle Honig dieses Imkers wurde steinhart.

  • Der helle wird hier auch gerührt inzwischen, das war nur, um zu belegen, dass der Imker nicht "gepfuscht" hat. Was willst Du an Honig, der von sich aus überwiegend flüssig bleibt, denn rühren? Bis der mal anfängt zu kristallisieren, ist er schon längst gegessen normalerweise.


    Das Rühren ist doch nur, damit eben Blütenhonige, bzw. Honige, die leicht kristallisieren, eben nicht steinhart werden.