Ablegerbildung nach der Honigernte

  • Liebe Kollegen/Innen,


    ich versuche langsam zu einer Arbeitsweise zu kommen, die mit wenig Eingriffen und möglichst wenig Unruhe im Volk auskommt. Deshalb der folgende Vorschlag zur Ablegerbildung:


    1. Rechtzeitig (Mai) Königinnenzucht in einem Volk durchführen, was hoffnungslos weisellos gemacht wird: also Königin entnehmen, dann 9 Tage warten und WZ brechen. Zuchtrahmen einhängen und dIe Königinnen dann in Apidea Kästchen vereinzeln und halten bis Ende Juli.


    2. Nach der Honigernte Ende Juli ausgeschleuderte Honigräume auf die Völker zurücksetzen über Absperrgitter und nach einem Tag runternehmen, auf eigenes Bodenbrett (zunächst 3 Tage geschlossenes Flugloch), bei genug Futter und Königin in geschlossenem Käfig zusetzen. Nach 3 Tagen Käfigverschluss gegen Futterteig tauschen und Flugloch auf.


    Fertig ist die Völkervermehrung. D.h. kein Sammelbrutableger mit Schwächung der Wirtschaftsvölker während der Tracht, keine Kunstschwärme mit Abklopfen/Abkehren der Bienen. Nach der Honigernte sind ohnehin zuviel Bienen vorhanden, die sonst bald abgetrieben würden. Keine Notwendigkeit, die Königin zu suchen (außer einmal im Mai). Ist das korrekt oder gibt es einen Denkfehler?

    VG

    Rolf

  • N'Abend


    Setzt doch die HR (je nach Besatz mit Bienen 3-4 Stk.) VOR dem Schleudern über ne Bienenflucht auf ne neue Beute, in die du MW und ne Kö reinhängst. Einfacherer KS geht gar nicht. Nix Abkehren oder so.

    Die "Ausschlecker" sind bei mir zuwenig, um jetzt noch ein neues Volk zu bilden.


    Grüsse, Robert

  • Königinnenzucht in einem Volk durchführen, was hoffnungslos weisellos gemacht wird

    kein Sammelbrutableger mit Schwächung der Wirtschaftsvölker

    aber dafür ein ganzes Wirtschaftsvolk geopfert...


    Viele wollten schon das Fahrrad neu erfinden, es gibt für die Königinnenzucht aber einfach nichts besseres als ein schönes starkes Sammelbrutvolk.


    (Ableger sollte man nur bei Pflanzen machen...)

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  • Moin, moin,

    Am besten ausprobieren und dann im nächsten Jahr berichten!

    Gruß Jörg

    Habe ich schon. Taugt nicht. Die Ausschlecker sind zu wenige und vor allem zu alt. (Wer geht Futtermeldungen nach, im Volk? Wer sitzt da also vor allem? Eben.)


    Apidea von Mai bis Mitte Juli kommt mir zu lang vor.


    Kunstschwärme bei der Ernte klappt gut, am besten mit den Bienen des Begattungsvolkes dazu. Ich kenne da nur abfegen/abstoßen, nass machen und Völkchen dazu. Kann man andern Tag einlaufen lassen. Bienenflucht zur Ernte sollte das auch können.


    Gruß Clas

    "Ach, das Risiko...!" sagte der Bundesbeamte für Risikoabschätzung abschätzig...

  • 1. Rechtzeitig (Mai) Königinnenzucht ... und dIe Königinnen dann in Apidea Kästchen vereinzeln und halten bis Ende Juli.

    Königinnen 2 Monate im Apidea?

    Verwende für mich selbst oft rein gepaarte Weiseln welche 8-10 Wochen im Apidea saßen zur Kunstschwarmbildung nach der Heide, also Mitte/Ende September. Es hat danach nie Probleme mit solchen Königinnen gegeben !


    LG

    Frank

  • Moin Frank,


    wenn sie noch da sind, nicht. (Letztes Jahr hatte ich welche im Kieler nicht ganz so lange, und das waren nicht die besten. Auch nicht mehr alle da. Selbe Herkunft, aber später und gleich nach Begattungserfolg KS gebildet, war bedeutend besser. Ist natürlich Kasuistik)


    Mein Hauptbedenken gegen die angedachte Vorgehensweise ist aber die Zusammensetzung der Bienenmasse.


    Gruß Clas

    "Ach, das Risiko...!" sagte der Bundesbeamte für Risikoabschätzung abschätzig...

  • ...welche 8-10 Wochen im Apidea saßen zur Kunstschwarmbildung nach der Heide, also Mitte/Ende September...

    Hallo Frank Osterloh , danke für diese interessante Tatsache aus deiner Erfahrung, 10 Wochen ist ja echt eine ganz schön lange Zeit. Da muß dann wohl auch alles passen, also Völkchenstärke, Futtervorrat usw. das bedarf auch guter Pflege. Das die Königinnen dadurch nicht schlechter werden glaube ich auch, enges Flugloch ist dann natürlich Pflicht. Letztes Jahr hatte ich übersehen, das beim Kieler gerne unten das zweite Fugloch frei geknabbert wurde. Dann wundert man sich schon mal, wo die gezeichnete Königin herkommt, die im Skimmer vom Poolfilter gelandet ist... (also so ein kleines rundes 3,6m Ding, mit dem Pool will ich echt nicht angeben...;))

    Aber wenn man als kleiner Hobbyimker schon im Mai mal ein paar Königinnen nachgezogen hat, sollte man glaube ich auch gleich im Mai damit Kunstschwärme bilden, bei der ersten Honigernte, in größeren Kisten damit sie sich entwickeln können. Und wenn es nur "Kleinkunstschwärme" sind, wie sie Kleingartendrohn hier schon oft beschrieben hat.

  • Wenn man so zeitig anfangen will, geht es einfacher meiner Meinung, wenn man von allen WV je einen Königinnenableger zu Beginn der Schwarmzeit macht. So hat man seine Belegschaft im günstigsten Fall mal flott verdoppelt und keinen Stress mit der Schwärmerei.


    Wenn man dann den Hals nicht genug vollbekommen kann, macht man 14 Tage vor Sommerhaupttrachtende eine komplette TBE mit einem SammelBrutAbleger (SBA) je 3 WV-Völker.


    Dann noch jeweils ein bis x SammelSammelBbrutAbleger (SSBA) mit max 3 Zargen für die 2x Fangwaben aus WV und SBA.

    Jetzt hat man die Milben aus den WV los und gleichzeitig Erweiterungspotential.


    Und schon hat man ein reichliches weiteres Drittel dazu.


    Als Arbeit fällt nur das Kontrollieren an, haben die Völker alle nachgeschafft und ein ordentliches Brutgeschäft oder nicht.

    Möchte man das Nachziehen der Weiseln nicht dem Zufall überlassen zieht man sich vorher Königinnen aus eigenem oder edlem Bestand nach der Josh Guth Methode und Pflege im HR eines weiselrichtigen Volk https://imkerei-kuenzel.de/starter-ohne-wartezeit/ oder kauft sich zum Termin unbegattete Weiseln, so wie Rase das oft vorschlägt.


    Ob das jetzt dein Weg sein kann, weiß ich nicht, weil aus deinem Posting nicht hervorgeht in welchen Größenordnungen du vermehren willst.

    Jedenfalls wenn du Königinnen im Mai ziehen möchtest, um sie dann im Ende Juli einzusetzen, haben die bei mir in der Zeit schon sehr starke Ableger selbst erzeugt, natürlich mit den notwendigen Bienenmasse als Starthilfe.

    Mach dir dann die Königinnen lieber im Juni bei der Frühtrachternte, weil die HR Bienen sind dann eh übrig und man kann sie großzügig in die Begattungseinheiten verteilen.


    Das Thema könnte man endlos auswalzen.


    Liebe Grüße Bernd.

    Pushen wir uns nicht an den Stöckchen dieser Welt, bewegen wir Baumstämme, auf denen wir stehen.