Futter gärt in der Wabe

  • Hallo,


    ich lese schon längere Zeit mit, habe nun aber selbst etwas Kurioses, auf das ich keine Antwort habe und auch keine finden konnte. Da dies aber der erste Beitrag ist, möchte ich erstmal ein freundliches Hallo in die Runde werfen!


    Ich habe einen Ableger aus diesem Jahr, in dem das vorhandene Futter in der Wabe gärt. Der Ableger wurde, zusammen mit 4 weiteren, Mitte Juni mit begatteten Königinnen und Brutwaben gebildet. Alle Ableger stehen an dem gleichen Stand und wurden immer zusammen gefüttert, aber nur der eine zeigt dieses Phänomen. In den Waben an diesem Stand ist auch in offenen Zellen immer noch Eintrag von Fruchtsaft (roter Schimmer) in einzelnen Zellen zu erkennen. Meine Vermutung ist, dass das Futter vielleicht zwischendurch doch etwas zu dünn war, und genau dieser Ableger ggf. zu lange mit der Abnahme gebraucht hat.


    Die (hellen) Zellen sind auf den Fotos zu erkennen, sie blähen sich auf und platzen auch recht schnell, wenn man sie berührt.


    Gibt es zu dieser Zeit noch Ideen zum "sanieren"? Es sind ca 4-5 Waben betroffen.


    Grüße

    Mike

  • Kannst Du bitte den Begriff "Fruchtsaft" genauer definieren?

    Was meinst Du damit?

    Nektar, Futter oder Fallobstsaft, oder???

    Mit was und welcher Verdünnung würde gefüttert?

    Frage fünf Imker, bekomme sieben Antworten und bilde Dir die achte Meinung.

    Das sind Imker Foren...

    Keiner hat Unrecht, nur den Weg, den muss man selber finden.

    In der eigenen Lage, Höhe, Umgebung, mit der eigenen Genetik.

    Und können, oder Unvermögen.

    :thumbup:

  • Moin, moin,

    meinem Eindruck nach sind die Bienen bereits dabei, da nachzuarbeiten, da sehen Futterzellen bereits aus, als seien sie revidiert worden, neu befüllt und wiederum verdeckelt. Sind die schwächer als die anderen?

    Gruß Clas

    "Ach, das Risiko...!" sagte der Bundesbeamte für Risikoabschätzung abschätzig...

  • Hallo,

    Kannst Du bitte den Begriff "Fruchtsaft" genauer definieren?

    Was meinst Du damit?

    Nektar, Futter oder Fallobstsaft, oder???

    Mit was und welcher Verdünnung würde gefüttert?

    Saft von Obst. Vermutlich Kirsche oder Pflaume.

    Gefüttert wurde mit Apiinvert (verdünnt).

    Moin, moin,

    meinem Eindruck nach sind die Bienen bereits dabei, da nachzuarbeiten, da sehen Futterzellen bereits aus, als seien sie revidiert worden, neu befüllt und wiederum verdeckelt. Sind die schwächer als die anderen?

    Gruß Clas

    Die sind alle ähnlich stark, da ist zwar ein Ausreißer dabei, aber das ist ein anderer Ableger. Die restlichen sitzen bei 7–8 bienenbesetzten Waben, 4-5 Brutwaben.


    Seht ihr aktuell Handlungsbedarf? Meine Idee wäre, das Volk jetzt mit Waben und Futter stärker zu erweitern, und dann die gärigen Waben als Randwaben zu entnehmen. So bleibt die auf den Waben vorhandene Brut noch im Volk, bis sie ausgelaufen ist. Momentan nehmen Sie die Mittelwände noch gut zum Brüten an.


    Grüße

    Mike

  • Tja, inwieweit Fallobst als Winterfutter geeignet ist, so es sich um Fallobststnektar handelt

    , weiss ich nicht.

    Da Mineralien darin sein werden wohl eher nicht.

    Ich würde mal kosten nach was es schmeckt und das auffüttern einstellen, damit Sie selber verbrauchen vor dem Winter und erst später einfüttern.

    Wobei dass geöffnet und wieder verschlossen sein dürfte, nach dem sieht es aus...

    Was die Mineralien nicht verschwinden lässt.

    Es ist erst August und die nehmen später doch auch noch Futter auf.

    Frage fünf Imker, bekomme sieben Antworten und bilde Dir die achte Meinung.

    Das sind Imker Foren...

    Keiner hat Unrecht, nur den Weg, den muss man selber finden.

    In der eigenen Lage, Höhe, Umgebung, mit der eigenen Genetik.

    Und können, oder Unvermögen.

    :thumbup:

  • Die Haltbarkeit von Sirups und Honig beruht vor allem auf ihrem hohen Zuckergehalt bzw. genau genommen an der extrem niedrigen Konzentration verfügbaren Wassers. Bakterien und Pilze können nicht wachsen, solange sie zu wenig Wasser haben. Sobald Wasser dazugeschüttet wird, fällt dieser Konservierungseffekt weg.

    Zusätzlich dürften Sirups durch den Herstellungsprozess relativ wenig Keime enthalten. Sobald der Kanister geöffnet wird, umgefüllt oder aufgefüllt, kommen dort vermehrt welche rein. Wie bei einer angebrochenen Apfelsaftflasche hängt es direkt davon ab, was Du unter welchen Umständen damit machst. Wenn Du direkt aus der Flasche nuckelst, wird der Rest schneller schlecht.

    Auch verdünntes Futter wird wieder haltbar, wenn die Bienen ihm schnell genug vor Einsetzen der Gärung das überschüssige Wasser entziehen können, womit wir wieder am Anfang wären.

  • Zum Glück sind unsere Bienen gut erzogen: sie stehen nicht nachts am Kühlschrank und nehmen einen Schluck Sirup direkt aus der Flasche :S


    Ihr habt meine Vermutung bestätigt, dass die Fütterung kleiner (sprich: schnell abgenommener) Mengen verdünnten Sirups unproblematisch ist - danke.

  • Verdünntes Futtersirup ist definitiv haltbarer als Zuckerwasser 1:1.

    Das dürfte daran liegen, dass er aus Einfachzuckern besteht, während Haushaltszucker (Sacharose) ja ein Zweifachzucker ist. Bei gleichem Gewichtsanteil an Zuckern (Fruktose/Glukose) enthält der verdünnte Sirup also mehr gelöste Teilchen. Der osmotische Wert ist also höher und just der macht ja die Haltbarkeit aus.

    Der Vorteil von Zucker ist dagegen dass man ihn trocken lagern kann. Da kann gar nix verderben. Also ganz einfach: erst bei Bedarf anrühren!

    I never loose - either I win or I learn (Nelson Mandela)

  • Hallo,


    Ich habe die letzten 3 Jahre für Ableger Futtersirup verdünnt, dabei gab es bis jetzt keine Probleme. In der letzten Biene&Natur steht dazu, dass sich verdünnter Sirup als Reizfütterung eignet, aber nicht als Winterfutter. Als Grund wird hier allerdings die Kristallisation genannt.


    Ob es jetzt am Sirup, zusätzlicher Hefebelastung, langsame Abnahme, ..., oder einfach an allem zusammen liegt, lässt sich vermutlich nicht mehr abschließend beantworten. Jedenfalls werde ich in Zukunft zumindest vorsichtiger verdünnen und Ableger dann in kleineren Mengen füttern.


    Für mich bleibt die Frage, wie bekomme ich die Waben am einfachsten aus dem Volk? Muss ich das unbedingt?


    Grüße

    Mike