Königinnenzucht im Spätsommer

  • Nachdem ich jetzt mit einem in die Tage (24-30) gekommenen Sammelbrutableger rumexperimentiert habe und mit der Anzahl angezogener Zellen auch mit Nachlarven auf keinen grünen Zweig komme, habe ich gestern 2 Völker nach der Josh Guth Methode in quasi Königinnenableger und Honigraum + verdeckelte Brut + Pflegebienen + Flugbienen geteilt und nach 2h je 14x umgelarvte Zellen gegeben. Das Ergebnis der angezogenen Zellen werde ich ja dann heute sehen und die Larven dann auf mehrere Völker zur Endpflege verteilen.

    Da ich meine Arbeitsweise noch weiter optimieren möchte und für das nächste Jahr im Bereich Königinvermehrung aufs Jahr gesehen weniger rumstümpern will, interessieren mich eure Methoden, die ihr in der Anwendung habt, wenn ihr eine größere Anzahl von Königinnen (ca.30) nach der eigentlichen Saison, also im Spätsommer erstellen wollt.


    Liebe Grüße Bernd

  • Hallo Bernd,


    Zuchttrog, wie ihn Ralf Kolbe hier vorstellt:

    Video Bau eines Zuchttroges I

    Video Bau eines Zuchttroges II

    Einsetzen einer Zuchtleisten in den Zuchttrog


    Ich hatte dieses Jahr, einen solchen Zuchttrog die erste Saison im Einsatz. Ich habe ihn zwar nicht jede Woche sondern eher so alle 14 Tage beschickt. Es scheint sich aber abzuzeichnen, dass er im Laufe der Zeit eher besser, als schlechter pflegt. Die letzte Serie ist jetzt bei mir kurz vor Schlupf, mit guter Annahme.


    Probleme:

    - 2 Völker im Dauereinsatz für die Vermehrung. (Also relativ hoher Materialeinsatz)

    - unbewegliche Spezialkiste. (Nochmal Materialeinsatz)

    - regelmäßige Kontrolle und Pflege, damit er in Zuchtstimmung bleibt (Arbeit und evtl. Futter)

    - der weisellose Teil des Troges ist ein Jungköniginnenmagnet. Das hat mich mindestens 2 Serien und einiges an Sucherei gekostet.

    - je nach Königinnenbedarf - hat man viel zu viele Königinnen.


    Wegen des Aufwands (und der Anlaufphase) wird der Trog erst wirklich spannend, wenn du (übers Jahr) dreistellige Königinnenzahlen planst.


    Gruß

    Ludger

  • Da ich meine Arbeitsweise noch weiter optimieren möchte und für das nächste Jahr im Bereich Königinvermehrung aufs Jahr gesehen weniger rumstümpern will, interessieren mich eure Methoden, die ihr in der Anwendung habt, wenn ihr eine größere Anzahl von Königinnen (ca.30) nach der eigentlichen Saison, also im Spätsommer erstellen wollt.

    Unbegattet bestellen beim Züchter des Vertrauens.

    Imkern im Spannungsfeld zwischen Hoffnung und resignativer Reife

  • Hui, nein 3stellig kann ich mir derzeit nicht vorstellen.

    Die Idee finde ich grundsätzlich sehr gut, da man nicht viel umbauen und heben muss und im Starter immer zu jeder beliebigen Zeit eine Menge Bienen hat.

    Vielleicht probiere ich das nächstes Jahr mal aus. Möglicherweise dann etwas kleineres für jeweils ca 14-16 pro Serie, mal sehen. Ansonsten ist es ja ein ganz normaler Zweiköniginnbetrieb in Trogbeute mit einem Flugloch.

    Auf alle Fälle ist das etwas zum experimentieren für das nächstes Jahr. Zu klein darf das System auch nicht sein, sonst muss man laufend Bienen entnehmen oder sie hängen im Baum.


    Danke für diese Information.


    Liebe Grüße Bernd.

  • Unbegattet bestellen beim Züchter des Vertrauens.

    Ja rase, das wäre eine Option, auf die ich dieses Jahr auch zurückgegriffen habe.

    Doch leider ist sie nicht für meine Planung im nächsten Jahr anwendbar, denn es geht um die flexible Vermehrung von genau spezifiziertem Erbgut auch unter Anwendung genau spezifizierter Anpaarungen und natürlich als Abfall Standbegattungen von ausgewähltem Erbgut.

    Noch eine Info, mit 30 waren Königinnen pro Durchgang nicht pro Jahr gemeint.


    Liebe Grüße Bernd.

  • Hallo d2dum!

    Bei meiner Königinnenzucht war heuer auch ein "Sonderjahr".

    Seit mindestens 15 Jahren züchte ich immer anfangs Mai mit einem Sammelbrutableger neue Königinnen. Es gab überhaupt noch nie Probleme.


    Heuer: Der Sammelbrutableger anfangs Mai erreichte wider Erwarten nicht die gewohnte Volksstärke. Normalerweise hängen nach 9 Tagen, beim Ausbrechen und Belarven die Bienen unten stark durch. Nach dem Belarven wurden nur 9 oder 10 Zellen angenommen, zum Zeitpunkt des Verschulens war überhaupt keine Zelle mehr in Pflege.


    2. Versuch: Während des gesamten Mai's herrschte Schlechtwetter. Ende Mai stellte ich wieder einen Sammelbrutableger (ganz normal, wie immer, aus weiselrichtigen Völkern) zusammen. Annahme und Pflege der Zellen war sehr durchschnittlich. Als weiteres Sondermerkmal wurde festgestellt, dass bei den aufgeteilten Ableger etwa um den 35. Tag nach der Erstellung des Sammelbrutablegers herum verdeckelte Drohnenbrut vorhanden war. Es mussten also eierlegende Drohnenmütterchen vorhanden gewesen sein.


    3. Versuch: Neuerliche Erstellung eines Sammelbrutablegers Anfang Juli: Alles funktionierte perfekt, die gezogenen Königinnen waren auffallend groß und von der Statur her sehr ausgeprägt.


    Bei meinem 3. Versuch dachte ich schon, dass es zu spät in der Jahreszeit sein könnte, was aber nicht der Fall war. Bei deiner späten Zucht könnte die geteilte Pflege zum Problem werden. Ich möchte bezweifeln, dass ein weiselrichtiges Volk um diese Jahreszeit Zellen weiter pflegt. Ich bin gespannt auf deine Erfahrungen.


    MfG

    Honigmaul

  • Heuer: Der Sammelbrutableger anfangs Mai erreichte wider Erwarten nicht die gewohnte Volksstärke. Normalerweise hängen nach 9 Tagen, beim Ausbrechen und Belarven die Bienen unten stark durch. Nach dem Belarven wurden nur 9 oder 10 Zellen angenommen, zum Zeitpunkt des Verschulens war überhaupt keine Zelle mehr in Pflege.


    2. Versuch: Während des gesamten Mai's herrschte Schlechtwetter. Ende Mai stellte ich wieder einen Sammelbrutableger (ganz normal, wie immer, aus weiselrichtigen Völkern) zusammen. Annahme und Pflege der Zellen war sehr durchschnittlich.

    Ein Volk mit flachem Honigraum auf Schwarmzellen prüfen.
    Setzte den Sammelbrutableger über ASG auf das Volk auf. Den Honigraum drauf.
    Nach 9 Tagen Honigraum aufs Bodenbrett, falls nötig im SBA Zellen brechen, Pollenwabe (ohne Brut oder Eier) aus Volk neben die Position des Zuchtrahmens hängen. Wenn keine vorhanden, eine anfertigen. Aus dem Volk den Brutbereich locker auf den SBA sieben oder (wenn Könnigin gefunden) schütteln. Dabei auch hier auf Schwarmzellen prüfen. Volk beiseite stellen.
    Mittag essen.
    Umlarven. Einhängen. Fütteren.
    Wenn Zellen verdeckelt sind, diese verschulen und komplett alles wieder zurückbauen. Zwei Brutwaben neben den Zuchtrahmen. Pollenwabe kann jetzt wieder runter...
    Wenn du den SBA aufteilen willst, das Volk nicht zusammenbauen und am Ende den SBA aufteilen.
    Dann kann man auch einen hohen Honigraum nehmen.


    schau mal hier: Mike Palmer

    Steingarten ist Keingarten
    Für alle die, die kein Imker sind: gemeint ist Schottergarten, reimt sich aber nicht so prickelnd...

  • Als Anfänger würde ich sagen: Je später der Sommer, umso dickere Geschütze muss man auffahren; das dickste scheint der Adam-Starter zu sein. Kann mich natürlich auch in jedem Punkt täuschen …

    «Wer heute die Dunkle Biene, die Carnica oder die Buckfast will, findet dieselbe Ausgangslange vor: Allein intensives Züchten und gepflegte Belegstationen entscheiden darüber, ob sich die gewünschte Rasse halten, bzw. erhalten lässt. Der Unterlassungsfall nennt sich Swissmix, hat alle erdenklichen Eigenschaften und ist vor dem Anspruch der Biodiversität wertlos» (aus: mellifera.ch-Magazin, April 2018, S. 10).

  • "Adamstarter geht immer".


    Das ist der große Vorteil dieses Verfahrens. Bruder Adam musste bei recht rauhen klimatischen Bedingungen arbeiten. Entsprechend blieben ihm nur Methoden, die auch in Randzeiten noch funktionieren. Wenn du die (gesunde) Brut dafür zusammenbekommst, wird dir der Adamstarter auch Zellen pflegen.


    Gruß
    Ludger

  • Als dickes Geschütz würde ich auch eine Methode bezeichnen, über die Eugen Neuhauser bei einem Vortrag berichtet hat: Er nimmt sehr große Kunstschärme mit jüngeren Bienen (5 kg) zum Anblasen von Weiselzellen. Könnte mir gut vorstellen ohne es selbst getestet zu haben, dass diese Methode auch funktioniert.


    Über die Verfügbarkeit von guten Drohnen Mitte September hast du dir auch Gedanken gemacht?


    Grüße vom Apidät