Königinnenzucht im Spätsommer

  • Wenn ich sehe was es kostet 20 Königinnen auf Belegstelle zu schicken. Da biste nach ein paar Jahren ohne Probleme bei dem Preis für ein entsprechendes Besamungsgerät inkl. Zubehör.

    Auf den Belegstellen gehen die Plätze jedes Jahr schneller weg... Wenn das Wetter nicht passt bezahlste für Königinnen die du nachher abdrückst oder nicht zurückkommen (jaja ich weiß, natürliche Selektion). Du bist immer davon Abhängig was auf den Belegstellen steht.


    Beim Besamen bist du, wenn alles anständig vorbereitet ist, in 2 Tagen durch. 1. Tag Sperma aufziehen, nächster Tag in Ruhe besamen. Wenn du die Drohnenvölker die Saison über anständig pflegst kannst du theoretisch die ganze Saison über aus dem Stand besamen (nicht täglich aber alle 2 Wochen) und das von Vaterlinien die du bestimmst, nicht das was auf der Belegstelle steht.

    Die Kosten sind, je nachdem was und wo man kauft, auch überschaubar.

    Hatte ich dir geglaubt......:liebe002:

    :liebe002:


    Gruß Chris

  • Wenn du die Drohnenvölker die Saison über anständig pflegst kannst du theoretisch die ganze Saison über aus dem Stand besamen (nicht täglich aber alle 2 Wochen) und das von Vaterlinien die du bestimmst, nicht das was auf der Belegstelle steht.

    Das ist ein ganz wichtiger Punkt, der für den vermehrten Einsatz von instrumenteller Besamung spricht. Jedes Besamungsgerät, das wirklich im Einsatz ist, entspricht einer eigenen Belegstelle, in der Hinsicht, dass damit weitere Drohnenlinien aufrecht erhalten werden können. Dies fördert in hohem Maße, die genetische Breite der Bienen.

    Umgekehrt fördert der Einsatz eigener Drohnenlinien natürlich auch das Risiko von (lokaler) Inzucht, über das züchterisch sinnvolle Maß hinaus. Man wird deshalb im Normalfall nicht darum herumkommen, fremde Genetik mit in den eigenen Zuchtplan aufzunehmen, z.B. auch durch den Besuch von Belegstellen.


    Gruß
    Ludger

  • Ludger Merkens

    Richtig, aber jemand der sich mit der Thematik Besamung und Zucht befasst sollte verstehen wie wichtig die genetische Breite ist. Um Drohnenlinien zu halten brauch ich nur standbegattete Nachzuchten. Da was von anderen Züchtern zu bekommen ist normal kein Problem.


    Besamung ersetzt natürlich nicht den Einsatz von Belegstellen, allein schon von der Masse her.


    Gruß Chris

  • Hallo Chris!


    Das mit der Standbegattung von guten Linien stimmt zwar, aber Selektion auf der Drohnenseite passiert auch über Belegstellenanpaarung von Drohnenvölkern. Die meisten Erbgänge bei der Honigbiene sind ADDITIV. Dadurch zeigen sich die additiven Eigenschaften auch am besten wenn sie REIN angepaart werden. Nicht in der Standbegattung...


    Und die Besamung heißt eigentlich:


    KÜNSTLICHE Besamung...


    Die natürliche Begattung ist mir persönlich immer und überall lieber. Zur Erhaltung und besseren Kombination ist eine künstliche Besamung unschlagbar. Aber man verliert dadurch wie bei allen Reinzuchtmethoden Genetische Breite. Zucht ist immer der gezielte Verlust von unerwünschten Eigenschaften, zur Konzentration (Addition) erwünschter Eigenschaften.


    Dass der wasgau immen jetzt besamt finde ich klasse!

    :liebe002:


    Aber er wird sicher im Auge behalten, dass bei der normalen Multidrohnbesamung nur so ca. 6 bis 8 Drohnen zum Einsatz kommen. Bei der natürlichen Begattung auf der Belegstelle oder am Bienenstand kommen 15 bis 25 Drohnen zum Einsatz.


    Und nur damit kein falscher Eindruck entsteht: Ein Einsatz von Eindrohnbesamung und auch Multidrohnbesamung halte ich zwar für eine Verarmung von Genetik. Wohl aber kann man besser über diesen genetischen Flaschenhals sehr schnell züchterisch weiter kommen. Aber die Inzucht ist ganz schnell da und es gibt ganz ganz deutliche Vitalitätsverluste!

    :u_idea_bulb02:

    Grüße Luffi


    Nicht weil es schwer ist, wagen wir es nicht, sondern weil wir es nicht wagen, ist es schwer. :u_idea_bulb02:

    (Lucius Annaeus Seneca - römischer Politiker, Dichter und Philosoph - * 4 v.Chr, † 65)

  • luffi

    Bin ich voll und ganz bei dir.

    Ich sagte ja Belegstellen können dadurch auf keinen Fall ersetzt werden. Aber manche Anpaarungen oder Kombinationen können unter Umständen nicht anders durchgeführt werden.

    Eine Linie rein über künstliche Besamung anzupaaren und zu führen würde ich persönlich auch nicht tun.


    Gruß Chris

  • Noch kann ich dir es nicht abnehmen, das dies der Weg statt Belegstellen ist, da ich wirklich nicht mal ansatzweise über Besamung etc Kenntnisse habe. Du siehst da wieder dieses Ja Aber.

    Stömmt:). Du brauchst aber das Eine, damit du das andere mit Auswirkung tun kannst, also zuerst Reinzucht (KB) und dann in die Breite auf Belegstelle.

    Bruder Adam wußte..... eigentlich..:u_idea_bulb02:


    Sowas hab ich Mittlerweile auch:u_idea_bulb02:, 7Km Radius, kein weg kein Steeg, keine Kastanien, tiefster Pfälzer Wald halt.(bitte keine Anfragen, ich werd immer nein sagen)

    Das alles schützt aber nicht vor dem Griff ins Klo!!!!

    die teilweise hingeworfenen Brocken einfach (nicht/noch nicht) verstehen kann.

    Ist es nicht viel einfacher ein Rezept zu bekommen? Aber selbst ein Rezept, schützt nich vor Ungemach.

    Ich hab mir mühevoll viieel selber, auch schmerzhaft und teuer, erarbeitet, dem Verlangen nach vollständiger Offenlegung mag ich im Gespräch vielleicht schon mal nachkommen, in der Zeitung stelle ich nich gerne alles aus.

    Wer mit den Brocken, unter zur Hilfenahme des eigenen Hirns was anfangen, kann, bitteschön!

    Auch fehlt mir die Luft immer zu sagen das das Grüne nach oben gehört!

    Klar du weißt auch, das nicht jedes was man tut das NonPlusUltra ist, aber ohne deine Frau wärst du aufgeschmissen und wohl längst nicht mehr unter uns.

    Wer wäre das nicht?

    Viele Völker... und die BSE Krankheit (mmmhh ich denke hin und wieder auch ich bin verrückt/krank)

    Kurze (Aus)/Befragungen an die Beste von allen;):P (wir haben hinterher doch beide Tränen gelacht)....

    Nein und ja, du schaffst sowas nur, wenn alle am gleichen Seil ziehen und jeder macht was er kann, bis er nich mehr kann, bis die Gesundheit Grenzen setzt.

    Heut zu Tage unmodern, aber mit ner Emanze im Gespann kommst nich weit(er)..(nu bekomm ich Haue)

    Aber auch, ohne ne starke Frau im Rücken bekommst nie irgend was hin!

    Abschließend, wer ohne Tadel ist, werfe den Ersten Stein


    Wen ich mich so umsehe in Sachen VSB, lieber Bernd, ich strenge mich schon an, aber ich bin immer noch eher Nehmer als Geber, aber ich strenge mich aus Überzeugung an, versuche "so gut ich kann" mit gleich Gesinnten den Karren nach vorne zu ziehen!

    Es ist nötig das zu tun!

    LG Wasi

    12er DD, und Buckies, gaanz sicher!

    Der Pessimist sieht die Schwierigkeit in jeder Möglichkeit!

    Der Optimist sieht die Möglichkeiten in jeder Schwierigkeit!

    W. Churchill

  • Hallo Chris,


    Luffi hat das eigentlich schon gesagt. Aber zur Verdeutlichung - mit anderen Worten nochmal. Standbegattete Nachzuchten zu beurteilen, um daraus einen Drohnenspender auszuwählen, ist schwierig. Die Anpaarung der potentiellen Drohnenspender muss schon einigermaßen einheitlich sein, damit sich der genetische Einfluss der Vaterseite ausgleicht und der mütterliche Anteil (der Teil der Genetik, den das Drohnenvolk weitergibt) sichtbar wird.


    Mit einer einzelnen Tochter deiner Drohnenlinie kommst du deshalb nicht weit. Wobei - wenn du sowieso nur eine Königin zur Verfügung hast, spielt Standbegattung dann auch keine Rolle mehr.

    Idealerweise aber wirst du auch die Drohnenspender selektieren wollen, um das Potential einer instrumentellen Besamung wirklich voll ausnutzen zu können.


    Auch auf gut geführtren Belegstellen, werden die Drohnenvölker vorselektiert. Belegstellen haben außerdem den Vorteil, dass direkt über die Vitalität des Drohns selektiert werden kann.


    Gruß
    Ludger