Aufforstung, Waldumbau bienenfreundlich

  • Ich schätze den Wohlleben durchaus sehr und weiß, dass er in der Forstbranche eher unbeliebt ist. Auch ich teile keinesweges alle seine Argumente, aber grundsätzlich hat er eine sehr vernünftige Sicht der Dinge.

    Wo ich mit ihm allerdings nicht übereinstimme sind viele seiner übertrieben idealistischen und damit unrealistischen Forderungen.

    Natürlich wäre auch mir ein Urwald, in dem gar nichts gemacht wird lieber. Je mehr desto besser.

    Aber wer ehrlich ist, weiß, dass es durchaus sinnvoll ist, den Wald zu nutzen und damit auch zu bewirtschaften. Diese beiden Dinge müssen halt unter einen Hut gebracht werden.

    Auch wenn es für den Imker Vorteile hat, hat das drüsige Springkraut und Co viele negative Eigenschaften.

    Welche denn?

    Meiner Meinung nach verdrängt es kaum heimische Pflanzen, da seine Entwicklung viel später einsetzt. Bis es so hoch ist, dass es heimische Pflanzen verdunkelt, haben die sich längst fertig entwickelt.

    In der großen Fläche tut es doch niemandem wirklich weh, von wenigen ganz speziellen Stellen abgesehen.

    Außerdem habe ich seit einigen Jahren das Gefühl, dass es "dünner" wird und gebietsweise sogar wieder etwas auf dem Rückzug ist.

    Wo Waldbestände lichter werden, z.B. wegen Klimawandel, Trockenheit, Sturm, Borkenkäfer, Waldumbau, da nimmt es aber durchaus noch zu. Für einige Jahre, ehe es wieder von den Bäumen ausgedunkelt wird. Die sonstige Krautflora wächst trotzdem wie zuvor.

  • Und Schwupp gehen die Meinungen weit auseinander.

    Als Angler weiss ich,. dass das Springkraut durch die Dichte der Bestände die wichtigen Pflanzen am Gewässerrand verdrängt.

    Ja, dass die Bestände lichter werden, ist mir auch aufgefallen.

    Aber das ist für mich das passende Beispiel für unseren Wald.

    Wir wissen nicht was passiert, wenn wir nicht heimische Bäume in unseren Wald verfrachten.

    Bienenbaum und Co können dann irgendwann die.unerwünschten Eigenschaften offenlegen, die uns in unserem Öko System gefährden..

    Wollhandkrabbe, Donaugrundel, Froschpilz, Baumpilze und Krankheiten haben schon eine verheerende Wirkung.

    Varroa, Beutenkäfer.und Ttacheenmilbe haben ihre Wikung auf die Bienen gezeigt.

    Ich verstehe nicht, dass man dann immer wieder die gleichen Fehler macht.

    Freier Imker

    Ohne Verein, DIB, Imkerverband und sonstigen Establishment

    Neutral und unbelastet.

  • Klar, Nadelholz ist billiger. Und bislang war ich der Meinung, das ist der Hauptgrund dafür, dass es in grossen Mengen im Bau verwendet wird.

    Ich hatte mir bisher immer eingebildet, es hinge von den Eigenschaften des Holzes ab, für welchen Verwendungszweck es eingesetzt wird. Nadel passt halt für an Dachstuhl besser (afaik), während Eichenstirnholz ein unschlagbarer Werkstattboden ist. Sofern man überhaupt drankommt.

    Die Buche wurde beim Bau eigentlich nie benutzt, nochnichtmal für Fußbodendielen, wo Laubhölzer schon verwendet wurden. Die ist einfach nicht schön zu verarbeiten, arbeitet stark und ist pilzanfällig. Und schön ist sie auch nicht besonders, weshalb sie auch z.B. im Möbelbau keine große Rolle spielt.

    Da tust jetzt der Buche aber schon Unrecht. Ich bin jahrelang auf einer Buchenbank recht bequem gesessen; Küchenarbeitsplatten aus Buche sind spitze und ich mein, bevor die Mode mit den Olivenholzbrettern aufkam, waren Schneidbretteln aus Buche. Sind nicht auch die Hackstöck vom Fleischer aus Buche?

  • Bienen Ede

    So lange es globalen Welthandel geht, wird das so weiter gehen, die Welt wird immer mehr uni.


    Von 1000 neu eingeführten oder eingwanderten Neobiota sind nur ganz, ganz wenige, weniger als 10 nennenswert problematisch. Alle anderen fallen nicht weiter auf. Die 10 dafür um so mehr. Das sollte man bei der Bewertung von neuen Arten durchaus berücksichtigen.


    Von der Wasserhyazinthe, dem Ochsenfrosch, dem Riesenbärenklau, den Kaninchen in Australien etc. redet jeder. Von den Tausenden anderer Arten, die still und problemlos irgendwo neu dazu gekommen sind redet kaum jemand.


    Und es ist ein Unterschied, ob ich Kaninchen oder Katzen schlagartig auf einem neuen Kontinent aussetze, oder ob ich Baumarten forciere, die zwar nur in geringem Umfang, eber eben doch schon seit über 100 Jahren bei uns in Gärten, Arboreten oder Versuchsanpflanzungen wachsen, ohne Probleme zu verursachen. Restrisiken gibt's immer, das ganze Leben ist ein Risiko.

  • N'Abend


    Bei Buche im Möbelbau wird halt oft dieses kleinteilig zusammengestückelte Leimholz genommen. Sieht halt im Vergleich zu Möbeln, die aus grösseren Brettern zusammengesetzt sind, etwas unruhig aus und ist ehrlich gesagt auch nicht mein Geschmack. Eine breite, lange Dielung (Extrembsp. gesehen in einem alten slowak. Schloss: 40-50cm breite, ca. 15-20m lange Dielen aus einem Stück Fichte oder Tanne) aus Buche wirst du auch nicht finden, das geben die Stammqualitäten und Holz(verarbeitungs)eigenschaften einfach nicht her.

    Andererseits haben wir hier Buchenparkett in Fischgrätmuster, was recht gut aussieht (allerdings auch diverse schwindungsbedingte Fehler bei den Spaltmassen, stört mich aber nicht gross). Dafür wird halt möglichst viel vom kleinteiligen Holz langjährig genutzt und nicht nur in den Ofen geworfen.

    Für viele Hölzer gibt es halt traditionell bestimmte Verwendungsgebiete, basierend auf ihren Eigenschaften. Es wird versucht, gerade für Laubbäume diese Verwendungen zu erweitern, aber das ist eben ein weiter Weg. Und ein weiteres Steinchen im Hindernispuzzle, das einen ökologischen Waldumbau in Dtl. verlangsamt. Das sind alles lösbare Probleme, aber das dauert halt.


    Grüsse, Robert

  • Ich will die Buche bestimmt nicht schlechter machen als sie ist, ich liebe Buchenwälder und habe in ihnen früher viel Zeit verbracht.

    Aber es ist eben kein Zufall, dass auch die mächtigen Buchenstämme in kleinteiliges Parkett oder Leimholz zerstückelt werden: kein Holz arbeitet so mies wie die Buche.

    Deshalb keine Dielen, kaum Verwendung im Innenausbau, kaum klassischer Möbelbau.

    Nur im Stuhlbau (von englischen Chair bodgers bis Thonet) war sie zu gebrauchen, auch da fein zerstückelt.

    Aber weder Instrumentenbauer, Bildhauer, Drechsler, Tischler noch Zimmerer haben in der Regel eine hohe Meinung von ihr.

    Das ist Erfahrung und nicht Marketing.

    All das spiegelt sich im Preis: Kein Hartholz ist so billig wie sie.

  • Beitrag von Llecter ()

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