Kerzenverkauf aus eigenem Wachs

  • Das heißt für mich, wenn ich mit dem Kerzenverkauf weniger als 1/3 des Honiggewinns einfahre, gerate ich nicht in Kontakt mit dem Finanzamt, richtig?

    Nein, das bedeutet lediglich, dass die Einkünfte keine gewerblichen Einkünfte sind, sondern Einkünfte aus Land- und Forstwirtschaft.

    Es handelt sich hier um "Einnahmen aus dem Grunde nach gewerblichen Tätigkeiten, die dem Bereich der Land- und Forstwirtschaft zugerechnet werden" (§ 13a Abs. 7 Satz 1 Nr. 3 EStG). Hier werden die Betriebsausgaben pauschal mit 60 Prozent der Betriebseinnahmen angesetzt (Nr. 3 Anhang 1a zu § 13a EStG). Sie sind aber steuerpflichtig - auch bei nicht mehr als 30 Völkern.

    I never loose - either I win or I learn (Nelson Mandela)

  • Vielen Dank für die genauen Hinweise! Ich finde es nach wie vor sehr undurchsichtig und werde wahrscheinlich mal beim Finanzamt nachfragen, um einfach auf Nummer sicher zu gehen.

    Carnica auf DNM 1,5 mit Schied (Segeberger) im schönen Hochsauerland an der Grenze zum Märkischen Kreis

  • Die haben auf den Finanzämtern auch nicht täglich mit Imkern zu tun und sind deshalb auch nicht unbedingt drin in der Materie.

    Meinem Steuerberater haben sie da erzählt, ich könne keine Landwirtschaft betreiben, da ich ja kein Land bewirtschaften würde (die hatten wohl noch die alte 166 Völker-Regel im Sinn).

    Ließen sich aber umstimmen, ich hatte glücklicherweise das Seminar bei Steuerberater Burkhart gemacht und konnte dessen Zusammenstellung beilegen.

  • Bloß nicht merken, weil nicht mehr aktueller Stand:


    Bis 2015 gabs andere Grenzen bei der Ermittlung des Gewinns aus Land- und Forstwirtschaft nach Durchschnittssätzen. Skurilerweise musste ein Imker da aber auch noch selbstbewirtschaftetes Land nachweisen.

    Ist ja jetzt aber überholt, Imker brauchen kein eigenes Land beackern und können maximal 70 Völker führen, um die Ermittlung nach Durchschnittssätzen zu machen.

    Deswegen haben damals viele ihre Völkerzahl drastisch reduziert.

    Ist aber hier eigentlich alles nicht so wichtig, wollte nur Klarmachen, dass die Finanzbeamten da nicht immer wirklich im Thema drin sind.

    Im Zweifel sollte man da selber besser informiert sein.

  • Im oben genannten Heft habe ich noch eine interessante und relevante Passage zur Umsatzsteuer gefunden (wie WFLP auch schon geschrieben hatte):


    "Trotz Umsatzsteuerpauschalierung muss ein Imker aus selbst erzeugten gewerblichen Produkten wie Kerzen und Süßigkeiten oder aus Zukaufswaren die Umsatzsteuer abzüglich der für den Einkauf gezahlten Mehrwertsteuer an den Fiskus abführen, wenn diese Erlöse über 4.000 Euro pro Jahr liegen."


    Das werte ich als Freifahrtsschein (bis 4.000 Euro), steht ja schwarz auf weiß hier :D Muss man nur ein bisschen mehr dokumentieren, um im Falle einer Prüfung alles belegen zu können.

    Carnica auf DNM 1,5 mit Schied (Segeberger) im schönen Hochsauerland an der Grenze zum Märkischen Kreis