Info über diverse BIO-Siegel

  • Hallo liebe Imker(innen),


    ich informiere mich gerade über diverse BIO-Siegel, und wäre sehr am Informationsaustausch mit einem zertifizierten Imker oder Imkerei interessiert.
    Vorab Danke.


    Gruß


    Matthias

  • Hallo liebe Imker(innen),


    falls sich, außer mir :D , noch jemand für eine Bio-Zertifizierung seiner Imkerei interessiert,
    wird er unter folgenden Links fündig.
    Die letzten beiden sind Seiten von Zertifizierungs-Unternehmen.


    www.bioland.de


    www.biokreis-online.de


    www.oepz.de


    www.demeter.de


    www.naturlandimker.de


    www.naturland.de


    www.abcert.de


    www.kontrollverein.de


    Grundsätzlich ist, gerade für einen Anfänger, die Prozedur an sich kein Problem.
    Man kann seine Ausrüstung und Betriebsweise unproblematisch an die Richtlinien anpassen.
    Was schmerzt sind zunächst die Kosten (ca. 400,- Euro/Jahr) für Überprüfung und Mitgliedschaft (Bio nach EG kostenlos).
    Da kann man den Honigpreis nicht auf dem Level der alteingesessen Imker belassen.
    Man sollte idealerweise das Biosiegel nicht primär als Verkaufsföderprogramm sehen,
    weil die meisten Kunden immer noch denken, Honig ist ja sowieso natürlich. (Mal gespannt wann die Bombe platzt. :roll: )
    Und die angrenzenden konventionellen Imker immer einen Spruche wie:
    Meine Bienen befliegen die gleichen Blüten, wie die Bio-Bienen...... auf Lager haben.
    Ich bin Mitglied bei Bioland.
    Besonders positiv finde ich, die Bekanntheit des Siegels,
    und die gute Vernetzung der Imker untereinander über einen Infobrief (Suche/Biete).


    Gruß
    Matthias

  • Hallo Matthias,
    Du hast vergessen zu erwähnen, dass neuerdings auch nach EU-Richtlinie das Winterfutter aus kontr. ökol. Anbau stammen muss, bzw. der Zucker. Kostet das Doppelte wie der normale Sirup. Ich habe leider nicht die Kunden, die mir soviel Geld für den Honig geben damit ich auf meine Kosten komme. Kann ich meinen Kunden auch schwer beibiegen, dass der Honig nun um z.B. 1€ teurer wird, damit die Bienen ab jetzt Biowinterfutter bekommen, der Honig von der Qualität aber völlig identisch bleibt. Leider wird das Thema Bio insbes. in der Imkerei "hochideologisiert". Faktisch haben aber viele Imker die mit alternativen Varroabehandlungmethoden arbeiten usw. die gleiche Honigqualität und darum geht es letztendlich doch oder?
    Gruss M. Brandt

  • Hallo Martin,


    natürlich zählt die Honigqualität. Ich hab' mich darüber schon reichlich ausgelassen. Hinter dem "Bio" steckt der Gedanke der "Nachhaltigkeit", deshalb auch keine Beuten aus Styropor z.B. Die Verwendung von Bio-Zucker ist ja auch nur logisch. Der "normale" Bio-Landwirt kann seine Tiere auch nicht mir konventionellen Futtermitteln speisen. Was würde der Verbraucher wohl sagen, wenn er erfährt, dass seine teuer erkauften Öko-Schweineschnitzel von Schweindln stammen, die mit konventionell erzeugtem Mais (der reichlich gespritzt wurde) gefüttert wurden?? Kann doch nicht sein, oder? Das ist zwar bei den Bienen/Honig etwas anders aber der Grundsatz ist der gleiche.


    Schade, dass deine Kunden nicht bereit sind mehr für einen so erzeugten Honig zu zahlen. Ich abin da mit dem Preis auch eher an der unteren Grenze. 5 EUR für das 500g Glas Blütenhonig ist doch nicht zu viel, zu einer Zeit wo der Langnese-Honig bei Lidl 3,79 EUR kostet?


    Was meiner Meinung an den Bio-Richtlinien geändert werden sollte, ist die Wanderregelung. Da sollte intensive Wanderung ausgeschlossen werden. Das hat für mich dann nix mehr mit ökologisch zu tun, wenn ich Dutzende Völker durch halb Europa/Deutschland karre um dann Sortenhonig zu erzeugen. Das sollte den dortigen Imkern überlassen werden. Das würde auch die regionale Vermarktung stärken. Darüber hinaus ist diese Wanderei auch für die Bienen ein Megastress, der die Anfälligkeit gegenüber Virosen durch verschiedene Faktoren erhöhen kann (Siede, Kirchhain, 2004). Irgendwo steht ja, dass überwiegend standorttreu geimkert werden sollte. Das ist auch gut so, weil da auch der ökologische Nutzen der Imkerei für die direkte Umgebung zum Tragen kommt. Zitat meines Öko-Kontrolleurs "extensive Streubienenhaltung"! Ich finde, das bringt den Sinn der Bio-Imkerei kurz und prägnant zum Ausdruck.


    Matthias
    Auch das EU Bio-Siegel ist nicht umsonst. Da muss auch der Kontrolleur kommen, der ja Geld kostet. Du sparst dir allerdings die Kosten für den Verband.

    42

    ganz sicher

    nur nicht beim bee-space

  • Hallo zusammen,


    Martin Brandt : Zu erwähnen gäbe es außer dem Bio-Zucker natürlich noch mehr. Wie die Verwendung von Biowachs-Mittelwänden (kosten auch mehr als normale) ,etc. Wollte hier nur eine Anstoßberatung geben, nicht alles vorkauen. Der Interessierte kann sich selbst schlau machen, oder bei speziellen Fragen mich auch gern anmailen.
    Das mit der „teuren“ Bio-Zucker-Verfütterung fällt bei mir nur mit etwa 7 – 9 Kg pro Volk ins Gewicht. Bedingt durch mein Dadant-Brutraummaß (und natürlich meiner Einstellung) wird auch nicht das letzte Gramm abgeschleudert. Bei den günstigen Klima – und Trachtverhältnissen unserer Gegend, holen die Bienen im Spätsommer bzw. Frühjahr genug rein.
    Bei mir geht auch kein Honigglas (500g) unter 5,- Euro weg. Schade das Du nicht mehr verlangen kannst. Geht den Imkern in meinem Verein leider genauso. Und das trotz solche Themen wie „Bienensterben“ und „Honigknappheit“ durch die Medien gegangen sind !


    reiner Schwarz: Das mit dem Wandern ist tatsächlich so eine Sache. Wobei ich Wandern im Nahbereich (- 100km) für unerläßlich halte. So gesegnet wohnen die wenigsten Standimker, das sie ohne Wanderung auskommen.
    Vorteil bei uns im Verband ist der erwähnte Austausch unter den Imkern. Tausche z.B. Kastanie gegen Sonneblume. Das funktioniert und wird praktiziert !!!


    Anm.: Die Mitgliedschaft beim Biosiegel nach EG ist kostenlos, nur Anmeldung erforderlich .
    Für die Überprüfung muß selbstverständlich bezahlt werden.


    Gruß
    Matthias

  • Hallo Rainer,
    die Zusammenhänge im Ökolandbau insbes. Nachhaltigkeit usw. sind mir klar und machen grundsätzlich auch Sinn. In dem Fall Ökosirup ist mir das aber alles "zu weit weg" vom eigentlichen Geschehen. Und Es ist ja eben auch nicht so, dass beim Ökohonig in erster Linie mit irgndwelchen Kreislaufsystemen oder Nachhaltigkeit geworben wird, (zumindest kommt es so beim Verbraucher an) sondern oftmals wird dieser Honig als qualitativ besser dargestellt, und das ist er nun mal nicht unbedingt. Ich bin vor kurzem bei einem Bioladen mit meinem Honig gescheitert, weil meine Bienen keinen Ökofutter bekommen. Nun wird dort der Biohonig aus Übersee angeboten - sehr ökologisch u. Nachhaltig! Es ist mit Sicherheit kein Einzelfall, dass lieber "Biohonig" aus irgendwoher mit langen Transportwegen angeboten wird u. der regionale Imker seinen Honig an diesen Stellen nicht verkaufen kann.
    Mit Deinen Bedenken zur Wanderung hast Du in Bezug auf die Umweltbelastung sicher recht. Aber wenn man Bienen mit Hilfe von Wanderungen immer ausreichend Tracht liefert schadet dass den Bienen in der Regel nicht. Im Gegenteil, die Bienen mit denen ich wandere sind Ende des Jahres stärker als die anderen (u.U. mit Ausnahme von Heide u. Waldtrachten) die sich mit Läppertrachten abgeben müssen. Aber das ist ja nichts neues. Ich weiß übrigens nicht wo der ökologische wert meiner Bienen besser zum Tragen kommt, in einer angewanderten Massentracht, wo es in der Regel nicht zu einer "Überweidung" kommen kann oder auf dem Heimstand mit deutlich schlechteren Trachtangebot
    Gruss M.Brandt :)