Spättrachthonig bei 18%. Soll ich mischen?

  • sehr viel strengeren Qualitätsrichtlinien des DIBs

    Da Du das erwähnst:


    Stell doch mal

    • ein Glas 18%er (also diese sehr viel strengeren Qualitätsrichtilinien)
    • in einen Küchenschrank (also nicht 14°C Honiglager, sondern realistische Kunden-Bedingungen).
    • und schau Dir das Ergebnis mal nach 24 Monaten an (also der MHD-Empfehlung der ach so strengen Qualitätsautorität).

    Berichte bitte in 24 Monaten...


    Ich bin gespannt...


    PS: Mein Bärenfang ist in 24 Monaten immer noch gut, sofern er noch nicht verkonsumiert ist.

  • Übermässiger Alkoholgenuss zerstört Nervenzellen. Ein Grund also, den ewig stehen zu lassen.

    Und wenn er eh nur rumsteht, brauche ich ihn erst gar nicht zu produzieren.

    Wenn ich den nur verschenke, dann kann ich auch gleich den Honig verschenken.


    Im Übrigen sind die meisten der selbst ermittelten Wassergehalte im Honig nicht korrekt. Fehler im Gerät und Fehler in der Anwendung des Gerätes sind sehr häufig.

  • Also ich brauche keine Honigkunden, die das Glas erst in einem Jahr aufgegessen haben;)

  • Eigentlich kann und darf ich als kleines Hobby-Imkerchen mit nur wenigen Jahren Erfahrung hier nicht mitreden, aber wenn ich lese, dass Honig mit einem Wassergehalt von 18% als qualitativ unterdurchschnittlich bezeichnet wird, frage ich mich, ob ich im falschen Film bin.

    «Wer heute die Dunkle Biene, die Carnica oder die Buckfast will, findet dieselbe Ausgangslange vor: Allein intensives Züchten und gepflegte Belegstationen entscheiden darüber, ob sich die gewünschte Rasse halten, bzw. erhalten lässt. Der Unterlassungsfall nennt sich Swissmix, hat alle erdenklichen Eigenschaften und ist vor dem Anspruch der Biodiversität wertlos» (aus: mellifera.ch-Magazin, April 2018, S. 10).

  • Na, mir gings natürlich um Gläser, die schon vor dem ersten Öffnen beim Kunden gärig werden.

    Und das passiert.

    Ich kann ja schlecht steuern, wieviel die Kunden in der Speisekammer oder auf dem Fensterbrett für schlechte Zeiten bunkern.

    Nur der Verweis auf kühle Lagerung und das entsprechend gesetzte MHD.

    Und ja, vor einigen Jahren habe ich mal einige hundert Kilo Frühtracht an einen größeren Kollegen abgeben wollen, der auch hier im Forum schrieb, er würde jeden Honig kaufen.

    Dem waren 17,5% dann aber doch zu viel, wollte er nicht haben.


    Aber nochmal: Ganz ruhig, kein Thema für Schaum vorm Mund, und wer eh nur ein paar hundert Gläser abfüllt, die bis Weihnachten leer sind, muss sich da wenig Sorgen machen.

  • Joew- deine Unkerei nervt.

    wer als Jungimker zweifelt, druckt ein näheres MHD drauf.

    Wenn Kunde reklamiert, wird getauscht.

    Honig ist zum Essen und wird durch Lagern nicht besser.

    Wenn man zweifelt, sollte man nicht alles gleich in Gläser füllen, 100kg in Gläser mit Phasentrennung kosteten viel Zeit und Aufwand, um dann als Backhonig zu Met oder Honigbier verarbeitet zu werden. Also nur soviel abfüllen, wie in den nächsten Monaten auch weg geht.

    Der 20-40kg Kübel mit Phasentrennung findet nach 2 Jahren auch einen Kunden.

  • Wenn beim Kunden der Deckel hochgeht, dann ist dieser Kunde unzufrieden.


    Unzufriedene Kunden möchte ich nicht haben, weil unzufriedene Kunden nicht wiederkommen.


    Und weil dieser Kunde nicht mehr wiederkommt, werde ich auch keine Gelegenheit haben, ihm das mit der Lagerung, mit den DIB-Qualitätskriterien, oder auch mit den 20% aus der Honigverordnung zu erläutern.


    Weder der DIB noch die Honigverordnung werden mir behilflich sein, diesen Kunden wiederzugewinnen.


    Aber das darf gerne jeder so handhaben wie er es mag...


    Im Ausgangspost sollte der 16%er geopfert werden, um den 18%er zu retten. In der Finanzbranche gibt es dafür ein Sprichwort: Du sollst schlechtem Geld nicht auch noch gutes hinterherwerfen.


    Aber auch das darf doch gerne jeder so handhaben wie er es für richtig hält.

  • Ich bin auch noch nicht so lange dabei und kann nicht mit viel Erfahrung aufwarten, würde das aber so einschätzen, dass man hier vielleicht nicht über einen Kamm scheren kann. Klar - je trockener, desto besser, außer Frage. Aber als per se "qualitativ minderwertig oder unterdurchschnittlich" hätte ich 18er jetzt auch nicht eingestuft und es macht wie oben schon erwähnt wohl schon einen Unterschied, welche Mengen man unter die Leute bringt bzw. welchen Kundenstamm man hat. Meine gesamte Ernte vom letzten Jahr zum Beispiel (insgesamt bescheidene 220 kg) war kurz nach Weihnachten komplett ausverkauft und bei mir kaufen die Leute meist 1 bis max. 3 Gläser auf einmal. Die sind bei den Allermeisten ratzfatz verbraucht und sie kommen wieder und kaufen nach, keiner lagert das monate- oder jahrelang. Von daher ist das sicher ein anderer Schnack als bei jemandem, der im Tonnenbereich absetzt, dabei sicherlich auch in größeren VPE oder auch Großgebinden - der "Kontrollfaktor" ist da wesentlich kleiner und daher jedes halbe Prozent weniger Feuchtigkeit eine sicherere Bank. Mit steigendem Um- und Absatz wird's unberechenbarer, was nach dem Verkauf mit dem Honig passiert.


    Unser Verein besteht zum überwiegenden Teil aus älteren Imkern, die schon jahrzehntelang imkern und Honig schleudern und verkaufen. Refraktometer nutzen mWn die wenigsten davon - Spritzprobe und gut. Würde ich mir (noch?) nicht zutrauen, aber bei denen sind mir auch keine Stadtgespräche über gärigen Honig bekannt. ;)

  • Ich verstehe die Diskussion auch nicht, Honig mit 18% Wassergehalt ist ein guter Honig, aber da sollte man nicht abrunden, wenn da 18,2 % sind, besser 17,9 % Wassergehalt. Die Bienenwirtschaft Meissen kauft Honig bis 18 % Wassergehalt auf, wer minimal darüber liegt kann seinen Honig wieder abholen.

    Honig mit 18% WG vor allem die letzte Schleuderung ist bei mir noch nie gärig geworden.

    Gruß Reinhard / Lehre mich die wunderbare Weisheit,daß ich mich irren kann.(Teresa v. Avila)

  • Mit den auf Dauer 16% macht schon stutzig. Aber zu den Geräten und der Anwendung schrieb ich ja schon etwas. In unserem Verein hatten sie 14 Prozenter, jedenfalls so lange ich noch nichts davon wusste. Vielleicht antwortet Snipes ja noch auf meine Frage. Ich bin mir recht sicher, dass sein Messergebnis nicht richtig ist, selbst wenn sein Gerät genau anzeigt.