Spättrachthonig bei 18%. Soll ich mischen?

  • Hallo liebe Imker,


    die Überschrift sagt eigentlich schon viel. Mein Spättrachthonig lag nach der Schleuderung (ca.20kg) bei 18% Wassergehalt. Mit diesem Wassergehalt besteht die Möglichkeit, dass der Honig zum Gären anfängt. Ich könnte diesen Honig jedoch mit meinem Frühtrachthonig (Wassergehalt 16%, ca 15kg) vermischen um so den Wassergehalt auszugleichen. Was haltet ihr von der Idee? Wäre Klasse wenn ihr mir helfen könntet.


    Mit freundlichen Grüßen


    Snipes89

  • Probieren, der wird ganz anders schmecken wie das zuvor geschleuderte.

    Ab ins Neutralglas. Normalerweise haben so schöne Spättrachthonige keine lange Halbwertszeit. Aber ich denke solange Du nicht über 19% rauskommst hält der auch locker ein halbes Jahr.

    Unserer hatte auch 18% (einzige Schleuderung dieses Jahr).

    Klar kommt dr nicht in DIB Glas.

    Der ist spätestens Weihnachten weg.


    ULI

    Genieße das Leben.

    Sei Dankbar und Glücklich.

  • Was ich von der Idee halte? Nichts!


    Aus 15kg gutem und 20kg weniger gutem Honig 35kg weniger guten Honig machen? Wozu?


    20kg sind doch schneller weg als man sich umschauen kann.


    Bis die Verwandschaft mit Probiergläsern versorgt ist, ist doch nichts mehr übrig?!?


    Und ein Glas wirst Du doch auch selbst haben wollen! Weil Du ja auch selbst wissen willst, wie der sich über die Zeit verändert.


    Da bleibt noch nicht einmal was übrig für den Bärenfang. Beim Bärenfang ist der Wassergehalt vollkommen irrelevant!


    Selbstgemachter Bärenfang ist ein hervorragendes Mitbringsel wenn man jemanden besucht. Und Bärenfang gärt auch nicht. Nur mal so als Tipp!

  • Mit diesem Wassergehalt besteht die Möglichkeit, dass der Honig zum Gären anfängt

    Er wird sich bei zu langer oder falscher Lagerung evtl. absetzen (Phasentrennung). Von Gärung ist er auch dann noch weit entfernt. Honig ans Gären zu bringen, ist schwieriger als man denkt.


    Übrigens kann man, wenn man diese Sorge hat und keinen geeigneten Lagerplatz den Honig einfach einfrieren.

    I never loose - either I win or I learn (Nelson Mandela)

  • Herzlichen Dank für die zahlreichen Rückmeldungen. Ich denke auch das ich dann mindestens einfach die Hälfte des Spättrachthonigs selber verwenden werde und den Rest verkaufe. Ich möchte nur einfach keinen Honig in den Verkehr bringen der dann anschließend zum Gären beginnt.


    Lg

  • Richtig gelagert

    Die Kontrolle darüber wie er gelagert wird hast Du ab dem Moment nicht mehr, wenn er Dein Haus verlässt.


    Honig ans Gären zu bringen, ist schwieriger als man denkt.

    Ich hatte schon gärigen 17.5%er. Und der stand nicht in der Sonne...


    Was ich am allerwenigsten gebrauchen kann, sind unzufriedene Kunden!


    Rest verkaufe

    Verkaufen? Gigantische 20kg?


    Lass mich raten: das ist Dein erster Honig? Unzufriedene Kunden kannst Du noch viel weniger gebrauchen als ich...


    Verkauf den 16%er.


    Den 18%er verteile an die Verwandschaft und mach aus dem Rest Bärenfang. Dann hast Du immer ein schönes Mitbringsel, wenn Du mal jemanden besuchst und musst nicht stundenlang im Laden nach einem exotischen Wein suchen. Das spart Dir Geld und Zeit und ist somit mindestens so gut wie die paar Euronen, die Du durch den Verkauf einnimmst.


    Zu Bärenfang verarbeitet geht er nicht kaputt, nicht einmal dann wenn er mehr als 20% haben sollte. So wird er auch wesentlich schneller verkonsumiert als ein ins Glas abgefüllter Honig. An einem geselligen Abend gehen locker ein, zwei oder auch drei Fläschchen weg. Da guggst Du gar nicht so schnell wie Deine 20kg weg sind.


    Just my $0.02

  • An anderen Stellen wird hier von Regulierungswahn und Sagrotan-Imkern gesprochen (andere Threads) und nun soll 18%iger Honig zu Bärenfang verarbeitet werden, weil der Wassergehalt zu hoch ist? Muss man nicht verstehen :/


    18% ist völlig okay Snipes89 , du willst ihn bei der überschaubaren Menge ja nicht erst 2 Jahre in den Keller stellen bevor du ihn abgibst. Einfach ein halbes Jahr Hakltbarkeit geben ab Verkauf und gut ist. Lass dich nicht verrückt machen.

  • Danke Llecter ja so war meine Idee...ich werde jetzt 10kg für meine Verwandschaft behalten und die anderen 10kg auf meine Abnehmer verteilen. Werde ihnen einfach offen und ehrlich sagen das Sie den Honig nicht zulange aufheben sollen.


    Wie gesagt danke für die zahlreichen Meldungen. Meine persönliche Meinung und nein das ist nicht meine erste Schleuderung gewesen, dass es auch zu Schade ist einen 18% Honig zu Bärenfang zu verarbeiten. Meine Idee wäre eventuell einfach gewesen ihn mit einem trockenem Honig zu "strecken"


    Grüße Snipes89

  • 18 % Wassergehalt, was soll dem Honig fehlen? Die deutsche Lebensmittelverordnung sieht höchstens 20 % vor. Wer erklärt mir, warum ein Honig mit 16 % Wassergehalt besser ist als einer mit 18 %.

    Worauf wird Wert gelegt? Blütenbildung im Glas zwischen Honig und Glaswand (Kunde irritiert) oder schön streichfähig ( Kunde zufrieden). Wer jetzt noch Geschmacksunterschiede festellen will, der muss mir das genauestens erkklären. Aber über Geschmack lässt sich bekanntlich nicht streiten,


    meint der Bienenpeter

  • nun soll 18%iger Honig zu Bärenfang verarbeitet werden, weil der Wassergehalt zu hoch ist?

    Da könnte man doch glatt meinen, dass Bärenfang ein schlechtes Produkt wäre? Das genaue Gegenteil ist der Fall: Bärenfang ist ein hervorragendes und auch beliebtes(!) Produkt!


    Einfach ein halbes Jahr Hakltbarkeit geben ab Verkauf und gut ist.

    Du klebst das Etikett auf beim Verkauf vor dem Kunden?


    Ich klebe die Etiketten nach dem Abfüllen auf. Wie lange das Glas dann im Lager steht bis es über den Ladentisch geht, ist ungewiss... Das Datum ist dann aber schon aufgedruckt...


    Habe schon von Imkern gehört, die beim Verkauf das alte Datum durchstreichen und ein neues draufschreiben... So kann man auch Kunden vergraulen...


    Wer jetzt noch Geschmacksunterschiede festellen will, der muss mir das genauestens erkklären.

    Oh, den Unterschied kann man sehr wohl schmecken, ob Du das nun glaubst oder nicht. Zumindest bei flüssigen Honigen ist die Konsistenz eine andere.


    Und vor dem Verzehr kann man den Unterschied sogar sehen. Nämlich daran, wie er vom Löffel auf das Brot herunterfliesst.

  • 18 % Wassergehalt, was soll dem Honig fehlen?

    Um eines klarzustellen: einem 18%er fehlt natürlich nichts! Selbstverständlich ist der verkehrsfähig. Es ist halt nur eine unterdurchschnittliche Qualität.


    Im Ausgangspost sollte aus Angst vor Gärung aus einem sehr guten Produkt und einem unterdurchschnittlichen Produkt durch Zusammenkippen ein mittelmässiges Produkt geschaffen werden. Dabei werden auch noch zwei vermutlich sehr unterschiedliche Geschmacksrichtungen zu einem vermanscht.


    Ich habe dem Threadersteller erläutert, wie er aus einem sehr guten Produkt und einem unterdurchschnittlichen Produkt zwei sehr guter Produkte machen kann.


    Selbstverständlich kann man auch den 18%er belassen und in den Verkehr bringen. Dann hat man auch zwei verschiedene Geschmacksrichtungen.


    Aber doch auf gar keinen Fall zusammenkippen!

  • Aber doch auf gar keinen Fall zusammenkippen!

    Vor allem nicht Frühtracht und Sommertracht mischen. Das sind zwei völlig verschiedene Geschmacksrichtungen: pappig-süss-nichtssagend vs. intensiv-vielschichtig. Wenn schon mischen, um den Wassergehalt zu senken, dann Frühtracht mit Frühtracht und Sommer / Wald mit dem jeweils gleichen.

    Abgesehen davon halt ich 18% auch für unproblematisch, bei den Schweizern wären sogar noch 18,5% für die strengere Goldsiegelqualität erlaubt. Zumal 20kg ja schnell weg sind, entweder verschenkt, selber gegessen oder verkauft.


    Grüsse, Robert

  • Habe es jetzt noch einmal herausgesucht: ein 18%er kann bei 18°C schon nach wenigen Wochen gären.


    Erst unter 16.5% kann man einigermassen sicher sein, dass er bei 18°C länger als 1.5 Jahre hält.


    Wer darauf vertrauen möchte dass der Kunde weniger als 18°C auf dem Küchentisch oder im Küchenschrank hat, der soll das doch gerne tun. Mein Bärenfang hält auf jeden Fall länger. Unabhängig von der Lagertemperatur.


    Quelle: Dr. von der Ohe, Institut Cele