Nährwertampel...

  • Servus,


    es ist eine Entscheidungshilfe. Insbesondere die unteren sozioökonomischen Teile einer Bevölkerung verfügen oft über wenig bis kein Wissen und Bewußtsein über Ernährung. Dabei ist genau das einer der verhärtenden Armutsfaktoren, da mit schlechter Ernährung eine schlechte Gesundheit einhergeht, und somit die Möglichkeiten für eine erfolgreiche Beteiligung in der Gesellschaft vermindert werden. Das Marketing in der Lebensmittelbranche tut ein Übriges, damit in dieser Käufergruppe ungünstige Konsumentscheidungen getroffen werden.


    Ob sich dadurch etwas ändert? Es bleibt abzuwarten, aber schaden kann die Ampel nicht. Der aufgeklärte Konsument weiß ohnehin, dass z.B. viele Müller-Produkte viel Zucker enthalten - dank einer ansonsten ausgewogenen Ernährung und eines aktiven Lebensstils ist es da aber nicht von Bedeutung.


    Dass sich Zucker in irgendeiner Form unglücklicherweise in fast jedem verarbeiteten Lebensmittel wiederfindet ist einfach nur gröbster Mist, da gebe ich dir völlig Recht. In der Praxis kaufen wir beispielsweise schon länger z.B. keine fertigen Sahneheringe mehr (enthalten diverse Zucker, manche Produkte sogar Gelatine!), sondern nehmen "normal" eingelegten Hering, und veredeln diesen von Hand mit saurer Sahne, Apfel und Zwiebeln. Ditto für alles vom Eiersalat bis zum selbstgebackenen Brot. Das ist freilich wiederum ein Luxus, für den man neben dem Wissen um Lebensmittel und deren Zubereitung auch die Zeitressourcen haben muss.


    Und da ich jetzt soweit vom Thema abgerutscht bin: Honig ist eines der edelsten und naturnähesten Lebensmittel überhaupt, dieses kommt bei mir vorzugsweise auf mit gesalzener Butter (Achtung, oh du mein armes Herz!) dick bestrichenes Weißbrot (ade du gesunde Verdauung), und zwar so dick, dass es dafür zwei Ampeln bräuchte.


    Beste Grüße und guten Appetit ;)


    Peter

  • Leider ist das so,

    Es gibt ein nicht kleines Segment in der Bevölkerung, welches mit Nährwertangaben nichts anfangen kann.

    Die betroffene Gruppe kann mit der "Ampel" mehr anfangen als mit dem "Wegweiser Ernährung".

    Vor allem Personen mit Hauptschulabschluss meinen, dass der Nutri-Score die Auswahl gesunder Lebensmittel im Vergleich zum Wegweiser Ernährung eher erleichtere (66% versus 53% der Befragten mit Abitur). Auch Befragte mit starkem Übergewicht bewerteten den Nutri-Score als hilfreicher (68% versus 56% der Teilnehmer mit Normalgewicht).

    „Wenn Eltern einen geringen Bildungsstand haben oder übergewichtig sind, dann haben ihre Kinder ein deutlich erhöhtes Risiko, auch dick zu werden“, so Prof. Dr. Berthold Koletzko, Vorsitzender der Ernährungskommission der Deutschen Gesellschaft für Kinder- und Jugendmedizin. Der Nutri-Score erreiche diese Bevölkerungsgruppen offenbar gut und könne deshalb wirksam helfen, Kinder vor Übergewicht zu schützen.

    Leider präferiert die Ministerin den minder intuitiv auswertbaren "Wegweiser".

    Nur ein Schelm könnte ihr Industrienähe unterstellen.