Kleiner Bericht zum VSH Wochenende bei den bayrischen Buckfastimkern

  • Zu erwähnen wäre noch, das die hellblaue Gummimatte nur eine "antistatische" Beigabe für Elektronikarbeiten sein soll.
    Wichtig war für mich der größere Arm, die 144LED Ringleuchte und der Versand aus einem EU Land. Das spart mir dann 10% Zoll und 19% Einfuhrumsatzsteuer gegenüber Chinaversand.
    Die 7 Tage Versandzeit waren auch ganz angenehm.

    Einziger Minuspunkt für Nichtbastler, bei mir waren die Netzteile nicht DE.

    Also entweder neue 12V und 5V kaufen, Gehäuse zertrümmern und in ein einzelnes Gehäuse mit langem Anschlusskabel unterbringen oder Steckadapter für GB benutzen.


    Liebe Grüße Bernd.

    Pushen wir uns nicht an den Stöckchen dieser Welt, bewegen wir Baumstämme, auf denen wir stehen.

  • Der Andreas Gottschalk ist (Mitbe-)Gründer der Nordberliner Immenfreunde, bei denen ich auch ab und an mitmache, und war im November beim Imkerverein Kreuzberg zu Besuch, wo Fred Zautke, seines Zeichens verantwortlich am LIB Hohen Neuendorf für das Varroa-Toleranzthema, einen Vortrag über die Arbeit des Länderinstituts gehalten hat.


    Andreas hat eine tolle, stichprobenartige Zusammenfassung verfasst, die er mir dankenswerterweise zwecks Veröffentlichung überlassen hat.


    Das passt deswegen so gut in diesen Faden, weil aufgezeigt wird, wie unterschiedlich die Herangehensweisen beim Thema VSH-SMR sind, um das entsprechende Merkmal bei den Bienen zu isolieren.

    In Hohen Neuendorf arbeitet man ganz anders, als das bei den Bayrischen Buckfastzüchtern der Fall ist.

    Man kommt auch zu anderen Ergebnissen, wie es aussieht...


    Hier gehts zum Artikel.

  • Kleine Ergänzung, nach neueren Studien, die ich gelesen habe, werden auch Arbeiterinnenzellen bei der Cerana befallen. Hier wurde sich früher nur auf Aussagen anderer verlassen.

    Liebe Grüße Bernd.

    Pushen wir uns nicht an den Stöckchen dieser Welt, bewegen wir Baumstämme, auf denen wir stehen.

  • Hallo Ralf!


    Die Buckfastimker gehen praktisch an die ganze Thematik heran. Was hilft mir die ganze Theorie, wenn ich praktisch nicht gewillt bin, die Infektion mit Varroamilben durchzuführen?

    Daran scheitern die meisten...

    :wink:


    Und im übrigen ist mir und vielen anderen aus der Buckfastszene die ganze Theorie nichts neues. Auch die wieder Mal angeführte Hygiene (Pintest) und das Recapping werden zu hoch gewichtet. SMR hat damit wenig zu tun...

    :u_idea_bulb02:


    Pintest lässt sich halt sehr leicht machen. Viel leichter als Milben ernten und infizieren und dann noch auszählen...

    :eek:

    Grüße Luffi


    Nicht weil es schwer ist, wagen wir es nicht, sondern weil wir es nicht wagen, ist es schwer. :u_idea_bulb02:

    (Lucius Annaeus Seneca - römischer Politiker, Dichter und Philosoph - * 4 v.Chr, † 65)

  • Moin Stefan,

    also beim Vorgehen im HN wird infiziert, und zwar gezielt, indem Milben in Zellen gegeben werden, und dann geprüft wird, ob just diese Zellen ausgeräumt werden. So verstehe ich es zumindest.


    ich finde bemerkenswert, dass dort seit 1991 geforscht wird, und erst jetzt erste konkrete Erfolge zu sehen sind. Da sind die Buckfastimker viel schneller?!


    Auch das erklärte Ziel: So viel VSH, dass es nur eine Behandlung pro Jahr braucht, überrascht mich. Da scheint ihr ehrgeizigere Ziele zu verfolgen.


    Grüße

    Ralf

  • Guten Tag Ralf.


    Soweit ich informiert bin, gibt es doch schon die Zuchtlinien bei der carnica, welche mit einer Behandlung pro Jahr gut durchkommen.


    Der Buckfast, traue ich aus eigener Erfahrung eine "Leistung" zu, welche schon heute in die Richtung einer Behandlung von alle 2 Jahre geht.


    Die meisten Informationen, bekomme ich Intern, welche ich wahrscheinlich auch nicht öffentlich stellen darf.


    Wo steht ihr heute?


    luffi .

    Die Antwort auf meine Frage, zu den weiteren Selektionkriterien bei den 100% ausräumenden, mit dem Nadeltest steht noch aus.


    Generell, möchte ich vorallem wissen, welche Fortschritte, nun Allgemein in der Richtung einer Behandlungsarmen, oder sogar Behandlungsfreien Bienenhaltung über die Zucht, für die Praxis zu erwarten, oder sogar schon erreicht worden ist?


    lg sulz.

  • ...Generell, möchte ich vorallem wissen, welche Fortschritte, nun Allgemein in der Richtung einer Behandlungsarmen, oder sogar Behandlungsfreien Bienenhaltung über die Zucht, für die Praxis zu erwarten, oder sogar schon erreicht worden ist?

    Vielleicht hängt es auch davon etwas ab?!

    Ich weiß, dass ich nicht weiß. (Sokrates)

  • Die USDA in Luisiana zb. hat bereits Linien die VSH nachweislich und wirksam vererben, Punkt

    Es ist möglich sich darüber umfassend zu informieren, Punkt

    zb,: http://www.glenn-apiaries.com/vsh.html

    oder: http://scientificbeekeeping.co…istance-walking-the-walk/

    Wer die Möglichkeit und den Langen Atem hat in D am Aufbau von Bucki-VSH Linien mit zu helfen, sollte nicht mehr fragen: klappt das überhaupt, sonderst besser schnell mit anpacken!

    Jeder, und sei er noch so klein, Schritt in Richtung vererbbarer also echter Resistenz ist sehr sehr wichtig.

    Der Anfang ist unbestreitbar gemacht.

    Tut euch zusammen, macht euch schlau und legt los!

    Wo und wie dürfte langsam bekannt sein.

    Von alleine oder mit ausdiskutieren wird das nicht besser!

    Der für diesen Winter voraus gesagte 30%e (plus Dunkelziffer!) Völkerverlust muss doch.......!

    Das, was du sicher weisst, hält dich vom Lernen ab.

    sine missione

  • Also wenn Du Informationen hast, dann stelle diese Online oder sag einfach nichts dazu. Diese Geheimniskrämerei hilft doch niemanden. Ich bin für klare Worte.


    Mir ist gar nicht mehr bewusst, eine Frage schuldig geblieben zu sein, aber ich will mal versuchen das für dich erschöpfend zu beantworten.


    Es gibt noch keine flächendeckende Nichtbehandlung, auch nicht bei unseren Versuchsvölkern. Aber wir kriegen es inzwischen hin mit einer Behandlung im Sommer klar zu kommen. Die Behandlung im Winter - wie es anscheinend immer noch in verschiedenen unbelehrbaren Kreisen propagiert wird - ist aus züchterischer Sicht einfach kontraproduktiv. Winterbehandlungen sind nur was für Imker, die kurzfristige Ziele verfolgen. Z.B. wenig Milben innerhalb der nächsten 9 Monate in den Völkern zu haben, um maximalen Honigertrag zu erhalten. Das ist nichts schlimmes und auch mir gefällt es, Honig zu ernten. Das Behandeln immer und zu jeder Zeit bringt aber längerfristig unser System "Bien" zum degenerativen Verfall.


    Die einmalige Winterbehandlung ist ein Relikt aus der Varroamilbensteinzeit der 80er und 90er Jahre. Da hat das funktioniert und die Völker sind damit gut klar gekommen. Heutzutage gehen Völker schon mit geringer Belastung ein, weil sie nicht mehr gegen Krankheiten ankämpfen können. Völlig "verweichlicht" das ganze... Bitte robuste und weniger krankheitsanfälligere Bienen nicht mit Stechern und Schwärmern verwechseln!


    Behandelt wird in unseren VSH-Projektgruppen derzeit nur noch bei Bedarf. Das ist ein Idealfall, der vom "harten Kern" immer mehr voran getrieben wird. Und wir finden immer mehr Nachahmer und Lehrlinge, die das auch praktizieren. Erst damit ist eine wirkliche Selektion in Richtung Varroaresistenz und behandlungsfreie Imkerei möglich. Wir nennen diese Art der weitestgehend Behandlungsfreien Völkerführung "schadschwellenorientiert".


    Ich selbst habe zu Beginn alles behandelt, was mehr als 1% Befall zu definierten Zeitpunkten hatte. Das hat sehr gut funktioniert. Es gibt da kaum mehr Verluste als bei normaler konventionellen Blockbehandlung im Sommer und der Winterbehandlung. Spannend wird es erst ab höheren Schadschwellen.


    Bei 3% erst zu behandeln führt zwar dazu, dass du besser selektierte Varroamilbenarme Völker hast, aber eben auch dazu, dass dir diese Völker ab 3% bereits im Herbst fast zusammenbrechen. Es ist dann oft zu spät, noch was zu retten. Verluste von 25% schon bei guter VSH-Genetik sind da einzuplanen.


    Inzwischen behandle ich bei mehr als 2% Befall phoretisch festgestellt mit CO2. Es geht auch Auswaschmethode (viel genauer und daher wohl besser) oder Puderzucker (etwas genauer und daher auch besser). Wenn man aber das mit dem CO2 in den Griff kriegt, nicht gerade bei Tracht misst oder Abends oder wenn gerade gefüttert wurde, dann erhält man bei CO2 genügend aussagekräftige Ergebnisse. Bei 2% Befallsschwelle zur Behandlung sind 10% Verluste auf jeden Fall einzuplanen.


    Und bitte fragt mich jetzt nicht: Mit was behandelst Du denn? Es gibt genügend effektive Methoden auf dem Markt, dass man eine solche Frage gar nicht stellen muss. Am liebsten nehme ich Oxalsäure im brutfreien Zustand. Wobei Brutentnahme IMMER das beste Mittel ist! Gerade im Sommer. Es gibt nichts effektiveres aber auch nichts arbeitsintensiveres...


    Daher bin ich zum Scalvinikäfig gekommen. Dieser gehört fest zu meiner Milbenernte- und Behandlungsstrategie. Ob ich da hinsichtlich Nicht-Schädigung der eingesperrten Königin auf dem richtigen Weg bin? Ich weiß es nicht. In letzter Zeit kommen mir Zweifel, ob nicht wertvolle Königinnen dabei geschädigt werden. Ich habe vor zukünftig da weniger mit zu Arbeiten. Es wird wohl besser sein die Königin zu einem bestimmten Zeitpunkt x ganz heraus zu nehmen. Meistens so Anfang Juli, wenn ich 3 Wochen später die Milbenernete machen will. Das Volk soll dann nachschaffen können und bei noch gegebener Brutfreiheit das Volk auf den Varroamilbenbefall testen. Die entnommene Königin in ein Mini geben und den Befallstest auf Varroamilben nach Auslaufen der Brut abwarten. Im Wirtschaftsvolk mit der Nachschaffungskönigin die Milben mit Puderzucker ernten und damit Testvölker infizieren. Oder mit Oxalsäure besprühen, weil sie ja noch brutfrei sind. Völker unter 2% Befall werden meistens laufen lassen und auch nicht mehr umgeweiselt. Völker mit viel Milben werden später mit jungen getesteten Königinnen umgeweiselt. Die alten bebrüteten Waben gehen raus aus den Völkern! Sind die Völker inzwischen zu klein, werden diese ganz abgefegt und vereinigt und dabei gleich mit neuer Königin beweiselt. Auch hier wird je nach Befall behandelt oder auch nicht.


    Um es klar zu stellen: Ich teste jedes Volk am Ende der Honig-Saison auf den Varroamilbenbefall im brutfreien Zustand!


    Somit einen ersten Teil der Betriebsweise erklärt, denke ich?


    Was passiert mit den entnommenen Königinnen?


    Die besten behalte ich zur eigenen Nachzucht und zur Weitergabe innerhalb der VSB-Projektgruppe (VSB = Varromite Surviving Bee - kurz übersetzt: Zucht einer Biene, die trotz der Varroamilbe überlebt und Honig bringt).


    Wir vermehren davon und lassen diese auf Belegstellen begatten, die über VSH-Genetik verfügen. So möchten wir die additive Genetik des VSH / VSB in den Zuchtlinien anreichern.


    Wir haben auch Imker dabei, die große Imkereien (100+ Völker) und unser VSH-Genetik testen. Dort wird allgemein festgestellt, dass es inzwischen deutlich weniger Milben in den Völkern gibt. Ein großer Teil der Völker hat kaum mehr Milben. Sie behandeln aber allermeistens!


    Inzwischen haben wir immer wieder Völker, die 3 Saisons ohne Behandlung überleben und Honig davon geerntet werden kann. Es wird! Aber man kann sich nicht nur auf eine einzige oder wenige Genetiken verlassen. Es muss diese Genetik potenziert werden. Und ich freue mich über die neuen Mitstreiter, die sich jedes Jahr den VSH-Projektteams anschließen. Es wird aber nicht einfacher dadurch. Wie im Bienenstock kommen aber neue Ideen dazu und das führt zu einer Verbesserung?

    :lol:


    Ich selbst hatte Völker, die drei Jahre ohne jegliche Behandlung überlebt haben. Aktuell habe ich 76% meines Bestandes nicht behandelt. Winterbehandlung wird nicht durchgeführt.


    Milbenfall innerhalb 5 Tagen (ja, ab und zu teste ich auch nur anhand des Milbenabfalls auf dem Schieber...):


    48% - 0 Milben

    17% - 1 Milbe

    9% - 2 Milben

    4% - 3 Milben

    22% - mehr als 3 Milben


    Höchstzahl: 44 Milben! Das ist ein Volk mit einer erst im September spät begatteten Königin, welche erst im Oktober eingeweiselt wurde. Ich lasse das laufen. Steht unter Beobachtung!


    Ein vielversprechendes Volk, dessen Königin scalvinisiert war, unter 1% Befall im Sommer, jetzt im zweiten Winter ohne jegliche Behandlung war leider letzte Woche weisellos. Es hatte auch keine Milben auf dem Bodenbrett. Es ist daher oben auch nicht berücksichtigt. Habe aber von diesem Volk einige vielversprechende Nachzuchten. Schade, aber so ist das eben. Gerade nach diesen Altvölkern mit ganz wenig Milben schau ich eben auch mal zur Weihnachtszeit, ob alles passt. Da korrigiere ich bei Bedarf auch schon mal den Bienensitz. Wäre ja Schade, wenn gerade diese Perlen verhungern würden... Hat jetzt auch eine junge spät begattete Königin aus Miniplus erhalten. Auch die Miniplus mit eindrohnbesamten Königinnen kontrolliere ich um Weihnachten obligatorisch!

    :u_idea_bulb02:


    Ich weiß, dass jetzt wieder die Dauerskeptiker und Berufskritiker kommen und an den Zahlen sich "aufgeilen"... Aber jeder der mit dem Finger auf uns VSH-ler zeigt, soll bitte darüber nachdenken, dass auf ihn selbst drei Finger zurück zeigen, weil er/sie/es NICHTS auf dem züchterischen Weg unternimmt.

    :wink:

    Grüße Luffi


    Nicht weil es schwer ist, wagen wir es nicht, sondern weil wir es nicht wagen, ist es schwer. :u_idea_bulb02:

    (Lucius Annaeus Seneca - römischer Politiker, Dichter und Philosoph - * 4 v.Chr, † 65)

  • ...Generell, möchte ich vorallem wissen, welche Fortschritte, nun Allgemein in der Richtung einer Behandlungsarmen, oder sogar Behandlungsfreien Bienenhaltung über die Zucht, für die Praxis zu erwarten, oder sogar schon erreicht worden ist?

    Vielleicht hängt es auch davon etwas ab?!

    .......Und viele Wege führen nach Rom. und abgerechnet, wird in der Praxis.


    Damit packe ich die Sache auf einem anderen Weg an.


    Mit bestem Dank, für die Infos.


    lg sulz.


    Ps. luffi ...du warst schneller. muss deinen Beitrag zuerst lesen.