Umzug von Deutsch Normalmaß nach Kuntzsch hoch bzw. von Seegeberger auf Lagerbeute

  • Hallo zusammen,


    ich lese - noch nicht allzu lange - hier (und sonst noch überall) mit, nachdem ich mich in diesem Jahr entschieden habe, vorerst ein Bienenvolk zu halten und erste Erfahrungen zu sammeln.

    Ich habe in irgendeinem Thread auch schon mal etwas geschrieben, aber mich nicht vorgestellt.

    Ich heiße Dominic, bin Vater von drei Kindern und habe seit kurzer Zeit einen Garten in direkter Waldnähe. Da ich schon immer an Pflanzen und Tieren interessiert war, habe ich die neuen Möglichkeiten dazu genutzt, mich für etwas zu interessieren, was mir spannend und auch ein wenig nützlich erscheint.

    Der Hype um Bienen ist vielleicht mit ein Faktor, dass ich die Idee entwickelt habe, aber ohne den Garten hätte ich sie nie verwirklicht.

    Nun stehe ich hier, neugierig, staunend und verstehe zu wenig.
    Für gewöhnlich suche und finde ich in Foren nach den Informationen, die ich benötige, aber ich bin den gesamten Vormittag noch nicht zum Arbeiten gekommen und habe dennoch keine Lösung, die genau zu meinem Problem passt.
    Mir fehlt da scheinbar irgendetwas. Eigene Erfahrung zum einen, aber vielleicht auch nur ein Schlagwort oder ein Fingerzeig. Bisher habe ich das Wort "umwohnen" gefunden, aber das leider nicht in der Konstellation mit der Lagerbeute und nicht mit dem aktuellen Zeitpunkt "Spätsommer".

    Herausforderung:
    Umzug eines Ablegers von 2019 aus Segeberger mit Deutsch Normalmaß auf eine Lagerbeute mit Kuntzsch hoch so schnell wie möglich, damit ich die geborgte Beute zurückgeben kann.

    Hintergrund:
    Ich habe diesen Ableger vor ca. 2 Wochen gekauft. Zu dem Zeitpunkt hatte ich die Lagerbeute noch nicht, daher wurde mir die Beute bis nach dem Umzug geborgt.
    Die Wahl auf die Lagerbeute ist gefallen, weil ich Rückenprobleme habe und als Neuling gerne etwas mit Sichtscheibe haben wollte, um die Bienen nicht zu viel zu stören, aber dennoch schauen kann, ob alles stimmt. Ich glaube, das gibt mir am Anfang etwas Ruhe. Ich hänge aktuell schon jeden Tag immer mal wieder am Flugloch. Bevor ich zur Arbeit gehe, schaue ich kurz nach und wenn ich nach Hause komme ebenfalls. Vor dem zu Bett gehen auch. Meine Frau ist begeistert! ;)

    Heute Abend werde ich meine Lagerbeute (https://www.bienenhalten.de/bienenhaus/bienenhaus-classic/) bekommen und ich würde die Bienen gerne möglichst bald dahin umziehen.

    Der Ableger ist - so weit ich das beurteilen kann - recht aktiv. Er befindet sich auf 11 Rähmchen, von denen bei der letzten Durchsicht zwei mit Honig gefüllt waren. Ich konnte beobachten, dass Pollen reingetragen werden. Es kommen auch Bienen ohne Pollenpakete zurück. Da weiß ich aber nicht, was sie bringen. Es blühen noch ein paar Dinge durch die Gärten und vielleicht kommt auch noch etwas von den Waldbäumen bzw. den Blattläusen. Die Königin legt Eier. Der Ableger wurde vor dem Kauf mit Milchsäure behandelt.
    Mein Standort ist der Berliner Stadtrand mit Gärten direkt am Wald.

    Nun habe ich schon ein bisschen recherchiert, aber leider nicht den 100%-Treffer erzielt. Ich bin auch noch zu unerfahren, um die Puzzlestücke so zusammenzusetzen, dass ich mich beruhigt darauf verlassen kann.
    Mein Nachbar ist zwar auch Imker, aber er hatte solch eine Problematik nie. Für andere Probleme habe ich ihn jedoch als Ansprechpartner vor Ort.

    Meine Materialien:
    1 Zarge Segeberger mit Boden und Deckel.
    1 Lagerbeute "Bienenhaus Classic"
    11 besetzte DNM-Rähmchen
    50 gedrahtete Kuntzsch-hoch-Rähmen mit Mittelwänden
    2 Flachträger, um verschiedene Formate längs in die Lagerbeute zu hängen
    1 Trennschied zur Verkleinerung
    1 Königinnen-Absperrgitter
    1 Bienenflucht


    Was ich herausgefunden habe:
    - Deutsch Normalmaß kann mithilfe von Trägern in die Lagerbeute eingehängt werden
    - Umbau der DNM-Rähmchen und 90°-Drehung allerdings scheidet aus, weil die Rahmen dann zu hoch für die Beute wären
    - Wenn ich die DNM quer reinhänge, bringt mir das Sichtfenster nicht mehr so viel

    Kurzzeitziel:
    Die Bienen von der Segeberger in die Lagerbeute umziehen.

    Mittel- bis langfristig:
    Die Bienen von DNM auf Kuntzsch hoch umziehen.


    Folgende Szenarien kann ich mir jetzt vorstellen:

    1. Ich hänge einfach die 11 DNM-Rähmchen in die Lagerbeute, beschränke den weiteren Raum mit dem Trennschied und beschäftige mich mit der Zufütterung für den Winter.
    Hier bin ich leider nicht sicher, wieviele der Rähmchen im Querformat hineinpassen. Laut der Webseite bienenhalten.de passen mit den Trägern "ca. 21 DNM-Rähmchen" ingesamt hinein. Ca. 21 ist jetzt irgendwie komisch, weil das 10,5 pro Bereich bedeuten würde. Wenn nicht 11 passen, würde der nächste Bereich eröffnet werden müssen, der dann nicht voll werden würde. Das wäre sicher nicht optimal.
    Trotzdem erscheint mir diese Lösung am wenigsten aufwendig für die Bienen, auch wenn ich dann meine Sicht in die Wabenzwischenräume verliere.
    Vielleicht könnte ich auch auf 10 Rahmen reduzieren, damit es in einen Bereich passt.

    2. Ich hänge die 11 DNM-Rähmchen rein und versuche die Bienen noch auf Kuntzsch hoch umwohnen zu lassen.
    Mit der Brut sehe ich da weniger Probleme aus technischer Sicht, da dort einfach mit dem Absperrgitter gearbeitet werden kann, aber ich weiß nicht, wie ich die Bienen dazu bekomme, den bisher vorhandenen Honig umzulagern.
    Es gibt ja bei der Magazinimkerei die Methode mit dem entfernt liegenden Honigraum, der ohne Deckel einen Lichteinfall bekommt, der die Bienen zum Umlagern anregt. Das geht aber bei der Lagerbeute nicht, weil der Deckel komplett schließt.

    Reicht es, wenn die Honigwaben im hinteren Teil der Beute untergebracht wären? Dann würde ich die Träger so installieren, dass vorne und hinten DNM hängen und mittig die leeren Kuntzsch hoch, in die dann umgelagert werden sollte.
    Ich weiß nicht, ob es jetzt noch gut ist, die Bienen jetzt noch zum Bau von Waben zu verdonnern.
    Der Punkt mit dem Wabenbau wäre sowohl beim Umwohnen als auch beim Umlagern zu beachten.
    Ich vermute hier wird mir abgeraten :)


    3. Ein weiteres Szenario habe ich aktuell noch nicht. Aber das kann sicher kommen, wenn ich eure Antworten lese und etwas vollkommen anderes vorgeschlagen wird.
    Ich bin für alles offen. Oberste Priorität ist schließlich, das Volk erfolgreich durch den Winter zu bringen.


    Sorry für so viel Text. Ich hoffe, die Überschriften erlauben auch Leuten mit knapper Zeit, sich zu hilfreichen Antworten hinreißen zu lassen. :)


    Viele Grüße aus Berlin!
    done

  • Hallo,

    kauf dir für nen Fuffi eine Segeberger (Boden , Zarge, Deckel) und setzt die um.

    Evtl. nimmt der auch die neue statt der alten Segeberger zurück...

    Dann einfüttern, Winterbehandlung und gut ist.

    Bei den 300€ für die Lagerbeute ist das bestimmt noch im Buget.
    Im Frühjahr dann einen Kunstschwarm machen und umsiedeln.
    Die Segeberger kannst du dann für eingefangene Schwärme nutzen oder wieder verkaufen...

    ps: Profil ausfüllen, thx


    Grüße Thomas

    Steingarten ist Keingarten
    Für alle die, die kein Imker sind: gemeint ist Schottergarten, reimt sich aber nicht so prickelnd...

  • Hallo Dominic,

    herzlich willkommen hier.

    Ich sag ja immer, nicht der Goldsucher ist reich geworden sondern der Schaufelverkäufer 8o

    Das ist schon ein stolzer Preis für die Kiste. Nun gut, jeder so wie es ihm gefällt.

    Ich kann mich ansonsten nur dem Rat von Thomas anschließen. Besiedel die teure Kiste im nächsten Jahr. Jetzt ist das nur Stress für dich und die Bienen. Das Fenster findet man als Anfänger ganz schick, aber aus Erfahrung mit der Warrėfensterbeute kann ich sagen, dass man diesen Einblick eigentlich überhaupt nicht braucht. Mit der Zeit erkennt man schon am Flugloch was Sache ist.

    LG

    Karin

    Willst du Gottes Wunder sehen, musst du zu den Bienen gehen.

  • Hallo, erst mal ein herzliches Willkommen aus Sachsen !

    Schön, dass Du Dich vorgestellt hast.

    Ich hatte in meinem ersten Jahr dasselbe Problem. Diese Umwohnschienen sind zwar nutzbar, aber heute würde ich sagen, es ist Geigelei.

    Mach nächstes Jahr ´nen Kunstschwarm, das ist für Bienen und Imker stressfrei, Du hast alles auf neuen MW und gleich einmal die Varroabehandlung mit gemacht.

    Jetzt ist es zu spät im Jahr. Die Bienen bauen die Mittelwände nur noch sehr ungern aus, wenn überhaupt. Jedenfalls meine.

    Ich weiss, als Beginner fehlt einem die Geduld...

    beegoodies Tip ist gut.

  • Es gibt wunderbare 2 bis 5 Jahre nutzbare "Hauben", die auf die oberste Zarge der Segeberger gesetzt werdn können und dann mit dem üblichen Deckeln abgedeckt werden. Nachsehen ohne zu öffnen ist dann nur mit dem die Bienen vielleicht irritierenden Lichteinfall bei Abheben des Deckels immer wieder möglich.

  • Vielen Dank für eure Einschätzungen.

    Schön, dass sie sich wider erwarten alle decken. :)


    Ich habe mit dem Imker, von dem ich das Volk gekauft habe gesprochen und er überlässt mir die Segeberger bis zum nächsten Frühjahr.


    Helmuth T Solch eine Haube ist sogar dabei. Das ist zwar nur eine Draufsicht von oben, aber in der Tat besser als gar nichts.


    Nun muss ich mich zwar noch etwas gedulden, aber wenn es für die Bienen besser ist, ist es gut! :)


    Achso, diese Beute habe ich mit etwas Zubehör gebraucht gekauft. Sie war also nicht ganz so teuer. Ich wollte nur, daß klar ist, was ich hab. Daher der Link zur Herstellerseite.

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  • Mach nächstes Jahr ´nen Kunstschwarm, das ist für Bienen und Imker stressfrei, Du hast alles auf neuen MW und gleich einmal die Varroabehandlung mit gemacht.

    Jetzt ist es zu spät im Jahr. Die Bienen bauen die Mittelwände nur noch sehr ungern aus, wenn überhaupt. Jedenfalls meine.

    Perfekt!