Honigraum leeren

  • Für so Arbeiten wie Schwarmkontrolle nehme ich mir keine Zeit.

    ...

    "Normale" unauffällige Völker sollten nicht diiieeee (!!!) Arbeit machen.

    Wenn doch?

    Dann würde ich mir andere Bienen halten.

    Ralf Kolbe berichtet auf seiner Homepage, dass in ihrem Betrieb nach 70% Schwarmverlust in 2008 nicht mehr mit standbegatteten Königinnen gearbeitet wird. - Sie imkern also ausschließlich nur noch mit Königinnen von der (Haus-)Belegstelle. (Begründung: Nachteile einer Standbegattung)


    luffi , wie siehst du das? Kommt die richtige Biene für die Betriebsweise ohne Schwarmkontrolle von der Belegstelle?

  • ... oh mann habt ihr Sorgen... Gern geb ich Kontra ...

    Ja, die alte Leier vom Neuling der das nicht können kann ... Ja, wird so sein, denn sobald einer länger imkert ist er ein Profi. Erlebe ich dauernd so ... Ich bin zu 100% überzeugt das ich in den letzten beiden Jahren mehr Völker offen gesehen habe, mehr Kös selber gezogen und besamt habe als die meisten (nicht alle) die hier ne Klappe führen. Das ist hald Fakt ... sorry!

    Ich frag euch mal als Bsp. warum seht ihr in den Brutraum zwischen aufsetzen des HR und abernten?? Es mag jetzt fix die eine oder andere Ausnahme geben, aber zu 98% absolut unnötige Arbeit. Klar wer gern schaut, toll, nötig auf keinen Fall - zumindest mal nicht mit meinen Bienen, Kisten und Betriebsweise. Aber wer gern schaut darf nicht jammern, wessen Betriebsweise es nicht zulässt, muss evtl. was ändern. Somit sind da viele Stunden weniger dran zu arbeiten. Arbeit in dem Sinn geben rein die Jungvölker, das Eine oder Andere welches nicht "rund" läuft.

    Natürlich gibt es Tage, Wochen in denen es deutlich mehr arbeit gibt. Allein bis die jungen Kös jetzt dann alle gezeichnet, alte gefangen sind, neue zugesetzt, hinterher kontrolliert ob sie raus sind und noch leben usw... ja klar das sind viele stunden, aber im Schnitt ... keinen ganzen Nachmittag für meine Völker. Ist leider so, ich wills nicht ändern 😉

    Ein kleiner Vorteil eines Anfängers, er lernt ein System unversauter als jemand der etwas schon lange macht.

    Lg und gute N8 ...

    😉






  • vosp

    ... ich bin zwar nur der Angänger, aber diese Frage kann ich dir auch mit JA beantworten!

    Neutral gesehen: Aber, richtige Kiste, richtige Biene heisst nicht das es klappt. Ein weiterer grosser Faktor (neben anderen) ist der Imker, sein Feingefühl bzw. sein Gespühr!

    Funzt der Imker nicht, klappt alles nicht! Was natürlich auch nicht so ist, speziell viele alte Hasen können alles!


    Es gibt auch keine generell richtige Biene. Je nach Standort und Tracht kann Biene A bei dir stimmen und die selbe bei mir nicht und umgekehrt. Eine Biene läuft besser auf Blüte, andere auf Blatt. Die Eine kommt mit Feuchtigkeit klar, die Andere nicht ... usw...

  • Wenn Dein Pate die Grütze lesen würde, die Du hier gelegentlich äußerst, in Verbindung mit seinem Namen, dann könntest Du Deine Bienen zukünftig im Internet bestellen. Ich würde Dich sofort und augenblicklich rauswerfen. Sowas macht man nicht im Windschatten des Chefs.

    Imkern im Spannungsfeld zwischen Hoffnung und resignativer Reife

    Dieser Beitrag wurde bereits 1 Mal editiert, zuletzt von rase ()

  • Ich frag euch mal als Bsp. warum seht ihr in den Brutraum zwischen aufsetzen des HR und abernten??

    Weil ich so ungern durch das Wohnzimmer des Nachbarn trapse in Imkermontur, auch wenn der echt lieb und verständnisvoll ist. Das ist viel zu schön aufgeräumt ;)


    Und ja, selbst die schwarmträgsten Buckies können vermutlich schwärmen - weißt ja nie, was eine junge, standbegattete Königin so alles anstellt, vor allem, wenn eine recht schwarmfreudige Königin schon mal am Stand war. Denk ich mal so.

    HG

    Monika


    Wir sollten immer daran denken: Im wesentlichen sind unsere Bemühungen auf eine vernünftige, fürsorgliche Pflege beschränkt. (Bruder Adam)

  • ... oh mann habt ihr Sorgen... Gern geb ich Kontra ...

    Ich bin zu 100% überzeugt das ich in den letzten beiden Jahren mehr Völker offen gesehen habe, mehr Kös selber gezogen und besamt habe als die meisten (nicht alle) die hier ne Klappe führen. Das ist hald Fakt ... sorry!

    Ein Argument "Masse statt Klasse". ? Die Erfahrung fehlt schlichtweg und alles was dahingehend von dir kommt, kann und wird nach 2 Jahren nicht auf deinem Mist gewachsen sein. Da aber nicht jeder Fragende deinen Hintergrund kennt, ist es schwer, daß sauber einzuordnen.


    vosp

    ... ich bin zwar nur der Angänger, aber diese Frage kann ich dir auch mit JA beantworten!

    Nein, nicht alle Königinnen für Schwarmträgheit müssen vorher auf der Belegstelle gewesen sein.

    Es reicht durchaus, den Bestand mit Königinnen zu bestücken, die von einem Züchter deines Vertrauens kommen, der die Schwarmträgheit ja sowieso mit in der Bewertung hat und dementsprechend selektiert. Dann haben selbst eigene Nachzuchten davon, noch einen grossen Hang zum Sitzenbleiben.

  • Da stehen so viele Allgemeinplätze in deinen Aussagen, happygerd - wie es sein sollte...

    Die erzähle ich mir im Winter auch immer, wenn ich meine Pläne mache, wie ich der GröBaZ werden kann (Grösster Bienenhalter aller Zeiten), und dann ist Mai, und dann fliegt alles auseinander, ganz einfach deswegen, weil die Theorie das eine, aber die Praxis das andere ist.

    Ich bin eben kein Luffi, mir reicht das Flugloch nicht, um zu wissen, was da drinne los ist.

    Nix für ungut.

  • Ich frag euch mal als Bsp. warum seht ihr in den Brutraum zwischen aufsetzen des HR und abernten??

    Weil ich so ungern durch das Wohnzimmer des Nachbarn trapse in Imkermontur, auch wenn der echt lieb und verständnisvoll ist. Das ist viel zu schön aufgeräumt ;)


    Und ja, selbst die schwarmträgsten Buckies können vermutlich schwärmen - weißt ja nie, was eine junge, standbegattete Königin so alles anstellt, vor allem, wenn eine recht schwarmfreudige Königin schon mal am Stand war. Denk ich mal so.

    Guten Tag Monika.


    Und wie oft, schaust du während dieser Zeit in das Brutnest rein? Und was machst du, wenn ein Volk gefunden wurde, welches schwärmen will?


    Ein "Schwarmteufel", will ja wohl kaum jemand.

    Woran erkennst du die Schwarmteufel, bzw. die Schwarmträgen, wenn der Schwarmakt verhindert wird?


    Lg Sulz.

  • Ich höre den Klang einer Stimme in meinem Ohr: Lass sie fliegen, schwarmlustige Völker kann ich eh nicht gebrauchen.


    Liebe Grüße Bernd.

    Pushen wir uns nicht an den Stöckchen dieser Welt, bewegen wir Baumstämme, auf denen wir stehen.

  • Dafür hat der Imker dann ja die schwarmträgen ;-) Völker und den Rest könnte er abräumen, mit neuer hoffentlich schwarmträger Königin verkunstschwarmen.


    Irgendwann, irgendwie und irgendwo ist es alles eine Frage der Ressourcenökonomie. Das was ich heute noch mit Zeigefinger und bösem Lächeln hinnehme, kann irgendwann bei den passenden Bedingungen oder der Bewußtseinsreife doch so einleuchtend sein, das man es auch tut.

    Ich will damit nicht sagen, das ihr Eure Schwärme fliegen lassen sollt, doch unter Umständen ist bei Einhaltung von Arbeits- und Selbstschutz, Zeitersparnis für die wichtigen Tätigkeiten eines Imkers/im Leben eine Option.


    Liebe Grüße Bernd.

    Pushen wir uns nicht an den Stöckchen dieser Welt, bewegen wir Baumstämme, auf denen wir stehen.

  • Ich höre den Klang einer Stimme in meinem Ohr: Lass sie fliegen, schwarmlustige Völker kann ich eh nicht gebrauchen.

    Ist "Imkern ohne Schwarmkontrolle" nur Teil einer "Betriebsweise mit Zucht"? - Also nur was für Profis? Und ggf. für besonders ambitionierte Hobbyisten?


    Irgendwann scheint der Punkt erreicht, da es eher möglich ist entsprechend viele Königinnen in gewünschter Qualität zu erzeugen, als wöchtentlich HR ab- und aufzustapeln, und Kisten zu durchwühlen. - Was man an Zeit und Ressourcen für die Schwarmkontrolle spart, investiert man statt dessen in die Zucht. - Ist das so?

  • Zitat

    Ist "Imkern ohne Schwarmkontrolle" nur Teil einer "Betriebsweise mit Zucht"? - Also nur was für Profis? Und ggf. für besonders ambitionierte Hobbyisten?

    Für Profis, nein nicht nur. Ambitionierte Hobbyisten, ich weiß nicht, dazu sagt mir der Begriff zu wenig. Ich würde sagen das ist eher etwas für Imker, die über das ich mach das schon seit Jahren so und mein Pate hat das auch schon immer so gemacht.


    Zitat

    Irgendwann scheint der Punkt erreicht, da es eher möglich ist entsprechend viele Königinnen in gewünschter Qualität zu erzeugen, als wöchtentlich HR ab- und aufzustapeln, und Kisten zu durchwühlen. - Was man an Zeit und Ressourcen für die Schwarmkontrolle spart, investiert man statt dessen in die Zucht. - Ist das so?

    Dafür gibt es kein klares Ja oder Nein. Aber in der Tendenz liegst du richtig.

    Auf die Schnelle würde ich sagen, wenn du an dem Punkt bist, wo du mehr Königinnen hast als Völker, fällt es dir leichter, die Königinnen zu verwenden, die es wert sind, sich in deinen Völkern zu beweisen.

    Darum ist das an sich keine Größenentscheidung, selbst mit 5 Völkern oder 2 könnte man das machen.
    Es ist halt eine Frage des Willens, will ich mir Zuchtstoff holen zum Umlarven, will ich mir Königinnen ziehen, will ich auf Belegstellen ....... also eher eine Frage: Will ich mir diesen anderen Aufwand machen.


    Liebe Grüße Bernd.

    Pushen wir uns nicht an den Stöckchen dieser Welt, bewegen wir Baumstämme, auf denen wir stehen.

  • Kommen wir zurück auf den Nachmittag für die 30 Völker. Wenn man alles abrechnet und NUR die Zeit der Beuteninspektion rechnet, bezweifelt keiner das das nicht möglich ist.

    In wie weit man das so machen will, konsequent Sonderlocken aus diesem System aussortiert und wo anders hinstellt um sie besser bemuttern/auflösen zu können, ist sicherlich eine Frage der eigenen Betriebsführung und Organisation.


    Ich kann es noch nicht, da ich im Moment für mich andere Schwerpunkte habe.


    Zur Problematik Erfahrungsschatz und Imkerjahre kann man sich in der Argumentation natürlich zweifelnderweise auf die Imkerjahre zurückziehen. Allerdings kann jemand der 10 Jahre mit 2 Völkern imkert nicht unbedingt vollumfänglich immer mehr Erfahrungen haben als jemand der 2 Jahre mit einer großen Anzahl von Völkern Umgang hat. Von der Tendenz eher nein, aber .....

    Genauso wenig sollte man sich mit der eigenen Überheblichkeit, gewonnen aus hervorragenden Kenntnissen aus Sparten des Imkerns, zu sehr aus dem Fenster lehnen, denn allein die Jahre mit den immer wieder verschiedenen Gegebenheiten, die sich aus Natur und Umwelt/Politik ergeben haben, kann man nicht durch Masse allein kompensieren. Hier ist mehr Demut vor Biene und Imker gefordert.

    Ja da muss ich mich auch an die eigene Nase fassen.


    Liebe Grüße Bernd.

    Pushen wir uns nicht an den Stöckchen dieser Welt, bewegen wir Baumstämme, auf denen wir stehen.