Königin und einfach und mehrfach Stifte in Brutzelle

  • Hallo liebe Mitimker*innen,


    bei einer Komplettdurchsicht gestern habe ich festgestellt, dass in einer Randwabe (Dadant 12, aus Kunstschwarm seit Ende Juni d. J.) im Brutraum auf der der Beutenwand zugewandten Seite mehrere Brutzellen in einer etwa handgroßen Fläche mit mehreren Stiften gleichzeitig belegt sind. Würde für mich ja auf eine möglich anstehende Drohnenbrütigkeit zumindest hindeuten.

    Jetzt habe ich aber die diesjährige Königin ebenfalls im Volk gefunden (ist eindeutig gezeichnet) nebst frischen Zellen, die einfach mit Stiften belegt sind. Der restliche Brutraum ist ordnungsgemäß auf 4 Waben (von insges. 8 Waben) beidseitig mit offener und verdeckelter Brut bestückt.

    Meine Recherche hier im Forum hat dazu den Beitrag "Legestörung bei Königin??" gefunden, der ein ähnliches Phänomen beschreibt, und der eine mögliche Legestörung der Königin diagnostiziert, die ich natürlich hier auch nicht ausschließen kann.


    Nichtsdestotrotz zwei Fragen:

    1. Könnte es nicht auch sein, dass die Königin mangels Platz auf der äußersten Wabenseite mehrfach Stifte in den Wabenzellen untergebracht hat? Kommt so etwas vor?

    Könnte es dann nicht bedeuten, dass sie jetzt, nachdem ich nochmal erweitert habe und auch einige leere Zellen im bestehenden Brutfeld gefunden habe, jetzt (wieder) korrekt alles "richtig" mit 1 Stift versieht?


    2. Und falls sich wirklich zusätzlich zur Königin noch eine "Drohnenmutter" im Volk befindet, und ich würde die Bienen in der Entfernung abkehren und in eine neue Beute einfliegen lassen und gleichzeitig mit neuer Königin umweiseln: Kann ich die in diesem Volk vorhandenen "regulären" Brutwaben (also die mit nur 1 Stift und offener/verdeckelter Brut) in die neue Beute ebenfalls mit reinhängen?

    Ich habe an anderer Stelle gelesen, dass nur ggf. Futterwaben und Leerwaben bei dem Verfahren in die neue Beute gehängt werden sollten; der Artikel bezog sich allerdings auf das Verfahren bei klassischer Drohnenbrütigkeit.

    (die eventuelle zusätzliche Existenz einer "Drohnenmutter" im Volk könnte ich mir nur mit einem nicht ausreichenden Königinnen-Pheromon erklären ...)


    Puh, einge ganze Menge Text! Ich hoffe, mein Problem ist verständlich geworden und danke euch jetzt schon, dass ihr euch durch meinen "Roman" gekämpft habt :)

  • 1. Könnte es nicht auch sein, dass die Königin mangels Platz auf der äußersten Wabenseite mehrfach Stifte in den Wabenzellen untergebracht hat? Kommt so etwas vor?

    Ja

    Könnte es dann nicht bedeuten, dass sie jetzt, nachdem ich nochmal erweitert habe und auch einige leere Zellen im bestehenden Brutfeld gefunden habe, jetzt (wieder) korrekt alles "richtig" mit 1 Stift versieht?

    Ja

    Und falls sich wirklich zusätzlich zur Königin noch eine "Drohnenmutter" im Volk befindet,

    Sehr unwahrscheinlich

    ich würde die Bienen in der Entfernung abkehren und in eine neue Beute einfliegen lassen und gleichzeitig mit neuer Königin umweiseln

    Lass das.

    Warte ab, da noch Zellen zum Legen zur Verfügung stehen. Hast Du noch eine Leerwabe, die Du an das Brutnest hängen kannst. Dann siehst Du recht zügig, was los ist

    Kann ich die in diesem Volk vorhandenen "regulären" Brutwaben (also die mit nur 1 Stift und offener/verdeckelter Brut) in die neue Beute ebenfalls mit reinhängen?

    Ja, aber warum?

    der Artikel bezog sich allerdings auf das Verfahren bei klassischer Drohnenbrütigkeit.

    eben...

    Ich wurde gut erzogen. Keine Ahnung, was dann passiert ist...

  • Eine junge Königin hat manchmal Startschwierigkeiten. Es sind ja auch Zellen regelrecht bestiftet. Ruhe bewahren, machen lassen. Nicht zu oft kontrollieren/stören. In einer Woche mal nachschauen. Wenn vorhanden eine bebrütete Wabe (kein schwarzer Schinken) reinhängen. Dann hat sie nochmal Platz und die bebrüteten nehmen sie gerne an.


    Tom

  • Das mit dem Drohnenmütterschen kannst du ausschliessen.

    Was ich schon mehefach hatte, waren zwei Königinnen im Volk!

    Die junge Königin übt dann das mit legen noch. Sobald sie als ausreichender Ersatz angesehen wird, wird dann die Alte entsorgt. Leider wird dabei oft die junge Hoheit übersehen.

    In diesem seltenen Fall nichts machen.


    Bei einer alten Königin mit Legestörung würde das nicht so massiv an einem Punkt auftreten.

    Es entseht ein löchriges Brutnest oft einherhend mit wechselnden Arbeiterinnen- und Drohnenbrut.


    Zudem werden die Arbeiterinnen jetzt normalerweise die Zellen mit Eiern am Rand und doppelten Eiern ausräumen.


    Wsrte mal ne Woche und schau dann mal vorsichtig ins Volk rein.

    Junge Königinnen sind sehr wibbelig.

    Sollten dann noch viele Zellen mit doppelten Eiern belegt sein, dann must du handeln.


    Also viel Erfolg.

    Freier Imker

    Ohne Verein, DIB, Imkerverband und sonstigen Establishment

    Neutral und unbelastet.

  • Ich hatte das auch schon mit einer Königin, die im zweiten Sommer, also im Alter eines Jahres plötzlich anfing, Zellen mehrfach zu bestiften.

    Das hat sie bis heuer im Juni durchgezogen, dann erst wollte das Volk umweiseln...

  • Hast Du noch eine Leerwabe, die Du an das Brutnest hängen kannst. Dann siehst Du recht zügig, was los ist

    Wenn vorhanden eine bebrütete Wabe (kein schwarzer Schinken) reinhängen. Dann hat sie nochmal Platz und die bebrüteten nehmen sie gerne an.

    Habe leider noch keine Leerwaben, da ich meine Bienen erst seit Juni habe. Habe statt dessen noch eine Mittelwand an das Brutnest gegeben und 1:1 gefüttert, damit sie die (hoffentlich) flott ausbauen und weiterer Platz geschaffen wird.

    War die gezeichnet?

    Ja, ist sie. Bin mir sicher, dass die Königin im Volk vorhanden ist.

  • Warum ist es denn so schwer sich in die Bienen hinein zu denken?


    Eine Königin kennt und kann im Grunde nur 2 Versionen, Vollgas oder Pause. dazwischen ist sehr schwierig und bedarf einer Feinjustierung.

    Nehmen wir mal an, die Königin ist in eine Kiste voller Bienen gekommen und kann sich da grenzenlos austoben. Sind die Waben frei und vorbereitet, dann legt sie artig überall einen Stift in die Zellen. Hat z.b. der Imker gleichzeitig noch gefüttert, müssen die Zellen erst frei geräumt werden und die Königin wird immer wieder eingeschränkt. Da sie jedoch durch ihren Hofstaat auf volle Leistung gefüttert wurde, müssen die Stifte irgendwo hin, das kann sie nicht einfach abstellen oder zurück halten. Die Stifte kommen etwa alle 30 Sekunden heraus und dann müssen die verteilt werden. Frei in der Luft geht schlecht, sie benötigt irgendwo was um ihren Hinterleib dagegen zu halten.


    Hat man z.b. ein Miniplus auf einer Zarge, dann legt sie nach der Begattung in wenigen Tagen alles voll, dabei wird sie auch doppelt/mehrfach bestiften, da sie erst wieder runterfahren muss wenn alles voll ist. Dann pausiert sie bis die ersten Bienen schlüpfen und fängt wieder neu an.

    Ist das Mini schwach besetzt, und die Waben neben dem Bienensitz leer, dann wird sie sich direkt an der Nachbarwabe austoben bis sie wieder zur Ruhe kommt.


    Egal ob jung oder alt, jede Königin bestiftet mehr oder weniger doppelt. Bei großen Einheiten sieht man es eben kaum bis gar nicht, bei kleineren merkt man es dann eher. Sobald weniger Platz zur Verfügung steht wie die Königin könnte, passiert das. Durch Füttern/Tracht/Pollen/Platzmangel usw. kann sowas passieren. Wer einen Königinnenableger gemacht hat wird es auch schon bemerkt haben usw.


    Also lasst die Königinnen leben!

    Gruß Markus


    Ubi apis, ibi salus 
    Wo Bienen sind, dort ist Gesundheit