Tote Bienen nach Ameisensäure Überdosis

  • Hallo zusammen,

    ich habe diese Woche zum ersten Mal eine Ameisenbehandlung (Nassenheider professionell) bei meinem Jungvolk (Zander, Einzargig) vorgenommen. Nach zwei Tagen kontrolliert und den mittleren Docht durch einen kleinen ersetzt. Obwohl ich darauf geachtet habe, dass sich der horizontale und vertikale Doch nicht berühren, ist es anscheinend doch passiert und es wurde einiges an Säure aus der Flasche gezogen. Gestern um 12:30 waren 140 ml drin, heute um 7:00 waren nur noch 70 ml drin. Da es sehr warm war, ist die Ameisensäure (60 %) auch leider verdampft. Vor dem Flugloch so wie auf dem Boden liegen tote Bienen (siehe Foto).

    Die Behandlung habe ich jetzt abgebrochen, kann ich noch irgendwas tun?

  • Da kannst du wohl einfach nur noch abwarten. Ich hab letztes Jahr allerdings wegen eines Fehlers auch einen erschreckend hohen Totenfall gehabt und die Völker sind trotzdem gut über die Runden gekommen. Aber das bei dir sieht jetzt wirklich krass aus, vor allem, wenn es von einem auf den anderen Tag so aussieht.

  • Es könnte auch sein, dass das Volk im Vorfeld bereits Varroa/Virenschäden hatte und das es deshalb zu einem starken Abgang an vorgeschädigten Bienen gekommen ist. Es ist mindestens eine Biene mit deformierten Flügeln zu sehen. Ich würd mir mal den Boden anschauen. Am Ende liegt der voll Bienen.

    Bei mir kommt schon lange kein AS mehr in die Völker.

  • Das ist wirklich nicht normal.

    Allerdings war die Dosis schon enorm hoch.

    Ich hoffe du hast dir den Nassenheimer gemerkt und aussortiert.

    Ich hatte vor drei Jahren auch mal einen fehlerhaften Nassenheimer.

    Ferner kontrolliere ich bei dem Aufsetzen nochmal, ob der Aufsatz auch richtig aufgeschraubt ist.

    Gib dem Volk Futter, damit es sich erholen kann.


    Viel Glück.

    Freier Imker

    Ohne Verein, DIB, Imkerverband und sonstigen Establishment

    Neutral und unbelastet.

  • Also wenn ich das jetzt richtig verstehe, ist der Bruttaum verhonigt und es muss Platz geschaffen werden. Ich weiß nicht wie die Königinnensituation ist... Wie gehe ich jetzt am Besten vor?


    (Hinzu kommt, dass ich das Jungvolk auf Zander bekommen habe und selbst nur DNM Rähmchen und Mittelwände habe, wobei ich bestimmt auch Zander Leerwaben auftreiben kann, wenn ich welche brauche?!)

  • Drummond Auf dem Foto erkennt man (ich) nichts. Viel zu klein. Wenn Du nirgends Stifte oder offene Brut gesehen hast, dann ist die Königin ziemlich sicher tot. Stifte erkennt man in den ersten Imkerjahren oft nicht allzu gut, aber Maden müsstest Du problemlos erkannt haben, wenn da welche gewesen wären. Hast Du noch ein zweites Volk? Falls ja, mach eine Weiselprobe! Häng ein Wabenstück mit jüngster Brut (Stifte) in dieses Volk. Das kann ein ganzes Rähmchen oder auch nur ein kleines Wabenstück sein. Wenn sie beginnen, Weiselzellen auf diesem Wabenstück anzulegen, sind sie weisellos. Diesfalls solltest Du Dir eine Königin zukaufen.

    «Wer heute die Dunkle Biene, die Carnica oder die Buckfast will, findet dieselbe Ausgangslange vor: Allein intensives Züchten und gepflegte Belegstationen entscheiden darüber, ob sich die gewünschte Rasse halten, bzw. erhalten lässt. Der Unterlassungsfall nennt sich Swissmix, hat alle erdenklichen Eigenschaften und ist vor dem Anspruch der Biodiversität wertlos» (aus: mellifera.ch-Magazin, April 2018, S. 10).

  • Hallo Drummond,


    hast du inzwischen neue Erkenntnisse gewonnen?


    Ich frage, weil ich jetzt leider eine ähnliche Situation vorgefunden habe wie du - allerdings erst 2 Tage nach Ende der Behandlung mit dem Nassenheider Professional. Während der Behandlung (Segeberger, 2-zargig, 290 ml AS) sah alles unauffällig aus, normaler Flugbetrieb und kein Totenfall. 2 Tage nachdem ich den Verdunster entfernt habe, fand ich ungefähr das Bild, das du oben gepostet hast.

    Ich habe jetzt den Boden gesäubert (viele tote Bienen) und eine Futterzarge mit ca. 5l Sirup aufgesetzt. Das Futter haben sie aber nicht abgenommen, obwohl nur noch wenig Futter im Volk ist.


    Die Bienen kommen mir viel zu ruhig vor, was soll ich jetzt machen? Nach Brut habe ich noch nicht geschaut, weil ich die Bienen nicht zusätzlich stressen wollte. Da aber das Futter nicht abgenommen wird, weiß ich überhaupt nicht mehr weiter.

  • Hallo Drummond,


    hast du inzwischen neue Erkenntnisse gewonnen?

    Willkommen erst mal hier im Forum als Mitschreiber und auch Beginner!?

    Solltest Du noch Anfänger sein ist es unvorteilhaft, andere Anfänger um Rat zu fragen, finde ich zumindest.

    Ich frage, weil ich jetzt leider eine ähnliche Situation vorgefunden habe wie du -

    Richtig! Ähnlich vom Bild her, muss aber nicht gleich von der Ursache her sein, ist aber wahrscheinlich. Da Du aber nichts von der Dauer der Anwendung geschrieben hast, gibt es immer noch 2 Arten der "Überdosierung". Das wäre dann 290ml abhängig von der Raumgröße in zu kurzer, aber auch in zu langer Dauer (aus der Brut gegangen, völlig depressiv geworden).

    Ich habe jetzt den Boden gesäubert (viele tote Bienen) und eine Futterzarge mit ca. 5l Sirup aufgesetzt. Das Futter haben sie aber nicht abgenommen, obwohl nur noch wenig Futter im Volk ist.

    Wie sahen die Toten aus? Und wie viel sind "viele"? Es kann sein, dass sich die AS in einzelnen Bienen bei Langzeitbehandlung im Körper angereichert hat und die dann auch Tage später sterben.

    Zum Futter solltest Du eine Spur legen damit es überhaupt gefunden wird. Deine Bienen sind jetzt moralisch bestimmt völlig am Ende. Hast Du noch viele Bienen drin oder siehst nur noch Rähmchen?

  • Und 5l Sirup sind für ein gestresstes Volk recht viel.

    Ich empfehle ein paar Tage abzuwarten, um dann mal in Ruhe durchszuschauen. Brutnest/frische Stifte oder Maden? Futterreserven? Vielleicht Königin?


    Gruß Jörg