Neues Varromittel

  • Hallo lb. Imkerfreunde,
    ich möchte euch den Newsletter des LVBI (bayerische Imker) nicht vorenthalten, was meint ihr dazu?


    Newsletter Oktober 02 Nr. 3



    Am 12./13. Oktober fand der Deutscher Imkertag in Weimar statt. Die aktuellste Neuigkeit ist eine Zulassung eines Varroamittels. Dr. Ritter gab bekannt, dass vor ein paar Tagen das Mittel Apiguard zugelassen worden ist. Apiguard wird bereits seit zwei Jahren in England angewendet, es handelt sich um ein Thymolpräparat mit einer Wirkung von 94 % (lt. Hersteller).



    Ein wichtiger Schritt in der Varroabekämpfung im Hinblick auf Resistenzen und Rückstände!



    Mehr zu diesem Mittel werde ich in den nächsten Wochen im Internet veröffentlichen, den Link hierzu gebe ich per Email bekannt.



    Ihr


    Thomas Schuhbauer



    Newsletter in eigener Sache:


    Ich habe einige mir bekannte Email-Adressen als Newsletter-Empfänger aufgenommen. Wenn dies aber nicht in Ihrem Interesse ist, schicken Sie einfach eine Email als Text geben Sie an: unsubscribe

  • Hallo,


    so neu ist dieses Mittel nicht! Vor etwa fünf Jahren war es schon in Erlangen bekannt. Seit dem wird es auch in England schon angewendet. Der Erfolg ist ähnlich wie bei Thymovar. Allerdings ist die Wirksamkeit, wie bei allen Thymolpräparaten von der Beute abhängig, d.h. in einräumigen Beuten wirkts erheblich besser. Apiguard muss man sich vorstellen wie diese Mottenmittel die in Gelform in einer Plastikverpackung daherkommen. Eigentlich agr nicht übel. Allerdings riecht das Zeug ganz schön stark.


    Solange wir eine Varroabehandlung für unsere Bienen brauchen, wäre wohl eine abwechselnde Beahndlung aus AS mit Thymol sicher nicht schlecht. Vielleicht könnte man sich dadurch auch die Restentmilbung im Winter sparen und den Bienen einen stressigen Eingriff.


    Wir sollten uns schon mit einem Mix an Behandlungsmethoden "bewaffnen". Bislang weiss ja noch niemand GENAU, WIE die Mittel überhaupt wirken. Man geht bei den Säuren ja immer von einem ätzenden Faktor aus, bei Thymol von einem sensorischen. Was aber, wenn die Mittel im Metabolismus der Milben abgebaut werden (hptschl. AS)??? Dann wäre sogar eine Resistenz denkbar, bei Oxalsäure sogar wahrscheinlich!


    Hier ein Link zum Vertrieb von Apiguard: http://www.thorne.co.uk/thorne15.htm


    und http://www.vita.demon.co.uk/products.htm#Apiguard


    sowie http://www.apiguard.com


    Hier ein Link zu den schweizerischen Ergebnissen:
    http://www.apis.admin.ch/deutsch/Themen/Varroa.htm#Thymol


    Thymianöl hat übrigens KEINE Wirkung auf die Milben!


    Ich hatte den Hersteller von Apiguard schon im Juni angeschrieben, aber bis heute keine Antwort bekommen :cry:

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    ganz sicher

    nur nicht beim bee-space

  • Hallo Ihr!
    Habt Ihr in der Zwischenzeit mehr zum Thema APIGUARD gehört?
    Das Imkereizentrum hat einen interessanten Artikel dazu geschrieben:
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    APIGUARD - kommt ein neues Varroamittel?



    Was ist Apiguard?


    Apiguard ist ein spezielles Gel, das den aktiven Wirkstoff Thymol langsam abgibt. Laut Firmenangaben wirkt es gegen die Varroamilbe und auch gegen die Tracheenmilbe und die Kalkbrut. Es wird in Alutassen mit 50 Gramm Gel sowie auch in 1 kg und 3 kg Kübel für Imker mit größeren Völkerzahlen angeboten.
    Das Gel reguliert die Freisetzung von Thymol im Bienenvolk.





    Einsatz von Apiguard


    Die Alutassen werden geöffnet, mit der Öffnung nach oben, auf die Oberleisten der Bruträhmchen gestellt. Am besten wird die Tasse in der Mitte platziert. Nach 10 Tagen ist die Tasse zu kontrollieren und wenn sie leer ist, ist eine zweite Tasse nachzustellen.
    Wenn nach 10 Tagen noch ein Gel ind er Tasse ist, diese noch bis zum 15. Tag im Volk belassen und dann herausnehmen. Die zweite Tasse ist für weitere 10 bis 15 Tage in das Volk zu stellen.
    Die Behandlungsdauer beträgt daher in Summe 20 bis 30 Tage.
    Apiguard wird von den Bienen sehr gut vertragen und laut EU-Richtlinie (EU-Höchstrückstandsmengen-Verordnung) wurde wegen der geringen Giftigkeit kein Rückstandsgrenzwert festgelegt.



    Die Wirkungsweise


    Die gleichmäßige Verteilung des Wirkstoffs Thymol im Volk erfolgt durch den Dampf und durch das soziale Verhalten (Putzverhalten) der Bienen.
    Verdampfung:Während der ersten Tage wird Dampf und Lösungsmittel langsam abgegeben. Im Gegensatz zu anderen Anwendungsformen, wie z.B. Thymolkristalle, werden die Bienen nicht geschädigt. Die Konzentration des Thymoldampfes aus dem Gel steigt langsam bis zu einem Sättigungsgrad an.
    Kontaktwirkung:Die Arbeitsbienen klettern in die Apiguard-Tasse und entfernen dort das Gel (Putzverhalten). Das Gel bleibt im Haarkleid der Bienen hängen und während die Bienen durch den Stock laufen, verteilen sie das Gel im Volk. Das Gel kann von den Bienen eventuell beim Flugloch aus dem Stock getragen werden. Aber die Sput die das Gel bei der Reise durch das Brutnest hinterlässt verbleibt dort, bis es ebenfalls aus dem Stock entfernt wird.


    Bei geringeren Temperaturen braucht Apiguard länger zum Verdunsten und die geringere Aktivität der Bienen bewirkt, dass das Gel nicht gründlich genug verteilt wird.Es ist daher wichtig, Apiguard in aktiven Völkern und bei Temperaturen über 15 Grad Celsius einzusetzen.



    Wie ist Apiguard einzuschätzen?


    Der Wirkstoff Thymol hat seit dem Misserfolg von Thymovar in der imkerlichen Praxis keinen sehr guten Ruf. Die neue Anwendungsform mit Apiguard ist auf Praxistauglichkeit auf kleineren und größeren Bienenständen zu prüfen; es kann durchaus sein, dass mit Apiguard eine bessere Wirkung erzielt wird.
    Auf alle Fälle sollte man mit entsprechender Vorsicht an den Einsatz von Apiguard herangehen, falls es in Österreich zur Bekämpfung der Varroamilbe freigegeben wird.




    Autor: Peter Frühwirth
    email: fruehwirth@imkereizentrum.at


    www-links: Vita (Europe) Ltd.
    ---


    http://www.imkereizentrum.at/netautor/napro4/appl/na_professional/parse.php3?mlay_id=10120&mdoc_id=1031856&xmlval_PARENT_KEY[]=10&xmlval_ID_DOC[]=1021984&xmlval_ID_KEY[]=55[/url]

  • Hallo torben,
    bei sachgemäßer Anwendung hilft das Mittel sicherlich.
    Aber hast du schon mal Thymol gerochen ? :evil: 
    Nach 30 Tagen Behandlungsdauer verläßt du fluchtartig den Bienenstand. Wenigstens gings mir so. Den Bienen hats scheints nichts ausgemacht.
    Ich allerdings konnte noch nach 1/2 Jahr die entsprechenden Völker am Geruch erkennen.

    Grüße an alle


    Michael



    -Denken ist wie googeln. Nur krasser-

  • Zitat

    Aber hast du schon mal Thymol gerochen ?



    nein, noch nicht.
    Meine Vereinskollegen berichteten aber, dass selbst der Honig ein wenig nach Lakritz (oder so) schmecken soll.......! :oops:

  • Ja, torben,


    es ist ein eigentümlicher Geruch. Und er hat im Honig m. E. nichts verloren.
    Findest Du nicht auch ?
    Aber wenn Vereinskameraden von dir das Zeug schon benutzen, kannst Du dir ja mal ne Nase von holen. :wink:

    Grüße an alle


    Michael



    -Denken ist wie googeln. Nur krasser-