Kann man Rapshonig mit Akazienhonig mischen

  • Hallo,
    ich bin derzeit noch kein Imker, neu hier im Forum, und bin an bienenfreundlichen Pflanzen interessiert.

    Neulich kam eine Frage im Bekanntenkreis auf:

    Kann man Rapshonig mit einer geringen Menge (höchstens 5%) Akazienhonig mischen, damit er cremiger bleibt?
    Denn gerade Rapshonig neigt ja dazu, ziemlich fest zu werden. Damit meine ich jetzt nicht unbedingt den Prozess des impfens, sondern eher das Gegenteil
    (den Erhalt der Cremigkeit)

    Viele Grüße aus Hannover
    Frank

  • Kann man Rapshonig mit einer geringen Menge (höchstens 5%) Akakazienhonig mischen (...)

    Machen die Bienen oft schon selber. Diese Honige neigen leider etwas zum Entmischen (Phasentrennung). Cremigkeit erreicht man anders besser. Das ist gutes Handwerk, das kommt weder über Nacht, noch klappt es immer gleichgut.


    Impfen allein kann bei Raps mächtig schief gehen und mit Beton im Glas enden. Impfen & rühren hilft. Aber zuviel rühren gibt Schleim. Hab ich grade 600 Glaser hier stehen :thumbdown:;(


    Honig ist immer spannend. Das die Zusammensetzung jedes Jahr anders ist, macht es nicht leichter.


    ;)

    Imkern im Spannungsfeld zwischen Hoffnung und resignativer Reife

  • Raps mit Akazie hatte ich vor 2 Jahren und dieses Jahr dank dem bescheidenen Frühjahr und der "glorreichen" Akazienblüte von 3 Tagen in den Kisten gehabt. Kann die Aussage von rase zu 100% bestätigen. Gut rühren und impfen hilft, bewahrt den Honig aber nicht vom entmischen wenn er es dann mal ins Glas geschafft hat.


    Rapshonig bekommst du aber je nach Motivation, Technik und Geduld Konsestenzmäßig von Nutella bis Bordsteinkante.


    Gruß Chris

  • Ich hatte letztes Jahr diese Mischung und mir wurde neulich ein Glas, welches sich "schön" entmischt hatte, zurückgebracht.
    Beim Verkauf war eher wie beschrieben "schleimig" - auch nicht schön

    Kannste machen nix.... Nur provozieren durch Zusammenmischen würde ich es nicht

    Man muß keinen Wind machen, aber man muß segeln können.

  • Naja, schleimig klingt unschön. Er ist halt noch fließfähig, aber eher in der Konsistenz eines Smoothies 8o
    feinsteif wäre schöner.

    Wenn man Honig zu viel Rührt, also überrührt, dann wird er auch so
    Und dieser Zustand des Honigs verändert sich leider auch nicht mehr, er zieht also nicht mehr an

    Man muß keinen Wind machen, aber man muß segeln können.

  • Die (Mikro)Kristalle sind dann nicht mehr schafkantig und griffig, sondern rundgelutscht. Effekt ist der gleiche wie bei Treibsand. Wenn der Honig dann länger steht, gibt es obenauf eine mehr oder weniger dünne Schicht flüssige Phase. Handel und speziell die Discounter haben die Konsumenten auf Schleim konditioniert, weil es natürlich die am leichtesten reproduzierbar herzustellende 'Qualität' ist. Mit dem richtigen Honig und Wassergehalt ist auch das Problem der Entmischung für die Industrie beherrschbar. Ich kann aber jedem Imker, der auch über Wiederverkäufer vermarktet, nur dringend davon abraten, gezielt Schleim zu produzieren, weil Aldi das auch tut. Es fällt Euch auf die Füße.

    Imkern im Spannungsfeld zwischen Hoffnung und resignativer Reife

  • Hm, meine späte Frühjahrstracht bzw. frühe Sommertracht zieht auch nicht wirklich an. Aber die habe ich erst letztes Wochenende geimpft und angefangen zu rühren. D.h. zwei Kübel zeigen eine leichte Verdickung, einer nicht (alle mit derselben Charge beimpft, unterschiedliche Beuten vom selben Stand). Ich rühre immer früh mit dem Auf und Ab zwischen 50 und 100 Bewegungen pro Kübel. Wann sollte man den Honig dann in Ruhe lassen und abwarten, damit man nicht überrührt? Über meinen "Grieß" im letzten Sommer hat zwar niemand gemeckert, manche fanden schön, daß er etwas mehr Konsistenz hatte, aber ich war mir nicht sicher, ob er gut genug war. Den hatte ich so lange stehen lassen, bis er von alleine dicker zu werden begann, hab es aber dann bereut und mir einen Melitherm gewünscht.

  • Ich habe das Gefühl, dass das Ergebnis auch stark von der Temperatur des Honigs beim rühren abhängt. Je wärmer er ist, desto eher bekommt man ein „schleimiges“ Ergebnis.

    Aber wie gesagt, das ist nur ein Gefühl und ich kann es nicht empirisch belegen. Habt Ihr die gleiche Erfahrung gemacht?