Erfahrungen mit Räubergitter?

  • Da ich das Räubergitter immer wieder in die Beiträge einbringe und echt davon überzeugt bin, beschreibe ich hier auch noch kurz meine Erfahrungen:

    Ist schon ein bisserl her, aber da ich auch grad den Verdacht hab - was hat es denn mit diesem "Sichtschutz als Ausgangshilfe" auf sich?

  • Lebt der noch? Dann bei dem Wetter Flugloch zu. Abends wegstellen. Leere Kiste an den Platz. Kleines Flugloch vor dem Bienensitz, also seitlich, ist immer positiv. Erst bei Trachtflug macht man größer. Größe siehst Du an der rechten Kiste. Ist aber ein Herbstfoto.


    Gruss

    Ulrich

  • Lebt der noch? Dann bei dem Wetter Flugloch zu. Abends wegstellen. Leere Kiste an den Platz. Kleines Flugloch vor dem Bienensitz, also seitlich, ist immer positiv. Erst bei Trachtflug macht man größer. Größe siehst Du an der rechten Kiste. Ist aber ein Herbstfoto.


    Gruss

    Ulrich

    Hm. War wohl ein Fehlalarm. :-)

    Hab grad (abends, praktisch kein Flugbetrieb mehr) reingeguckt, proppevoll, alles ruhig, nix aufgeflogen, dicke schwere Wabe mit frischem, offenen Nektar drin.


    Vermutlich hat mich Anfänger nur der heftige Flugbetrieb nervös gemacht. Ich kann jetzt zum ersten Mal ein Volk praktisch "ständig" beobachten, weil es gleich neben meiner Veranda steht.


    20210504_124055.jpg


    Hatte mich auch bis jetzt nicht getraut, reinzugucken, weil bei Ablegern ohne Königin sollte man ja eigentlich nicht. Meinen hatte ich mit 2 Weiselzellen gebildet.


    Das in einam anderen Thread erwähnte hin- und herfliegen hab ich und das Bienen auch mal unter dem Eingang landen und auf der Frontseite herumkrabbeln. Was ich nicht hab, ist schwarzer Staub oder Wachskümel.

  • Ich verwende eine einfache Methode gegen Räuberei, eigentlich aus der damaligen Ratlosigkeit heraus entstanden. Ich wußte, ich muss was tun, wußte aber nicht was, und hab erst mal das Flugloch geschlossen damit das Völkchen überlebt.


    Wenn ich jetzt Räuberei vermute schließe ich abends nach dem Flugbetrieb das Flugloch des geräuberten Volkes und lasse es am nächsten Tag auch zu. Wenn sich da immer noch Bienen tummeln und den Eingang suchen, weiß ich das es wirklich Räuberei war. Wenn der Trubel von außen vorbei ist und die Räuber ihre Quelle aufgegeben haben, ist öffne ich das Flugloch minimalst, so zwei Bienenbreiten und erweitere vorsichtig über die nächsten Tage.

    Anfänger seit langem...:) , Zander 1,5, Umstellung auf Naturwabenbau,

  • Das ist ein schlechter Ratschlag. Es mag bei Dir funktioniert haben, dann hast Du Glück gehabt. Aber noch eher vermute ich, dass es bei Dir keine Räuberei war. Passt auch zu Deiner Beschreibung. Nicht alle Bienen kommen abends zurück. Manche nächtigen draussen, andere haben sich in fremde Kisten verflogen und finden erst nach dem nächsten Trachtflug ihre eigene Beute wieder.


    Die Räuber suchen auch am 2 ten und 3ten Tag. Und wenn man das Volk weggestellt hat, überfallen sie das Nachbarvolk. Deshalb stellt man eine leere Beute an die Stelle des entfernten Volkes. Die Kiste ist leer, und damit haben die Räuber das Gefühl, gesiegt zu haben.


    Gruss

    Ulrich

  • Hallo Immenlos,


    vielleicht hatte ich Glück, das kann sein. Bin mir aber sehr sicher das es Räuberei war, der Flugbetrieb ist "Hektischer" , und wegen der zerfransten Zellen.


    Die Nachzügler können sich ja gerne ich die Nachbarbeuten einbetteln, da sind sie doch gut aufgehoben.....


    Und wenn die Räuber "gesiegt" haben sind sie ja nicht vom Räubern geheilt, sondern suchen sich das nächste angreifbare Volk....


    Ich finde diese Methode für mich sehr praktisch weil so einfach....kein Verstellen, kein Gedöns....

    Anfänger seit langem...:) , Zander 1,5, Umstellung auf Naturwabenbau,


  • vielleicht hatte ich Glück, das kann sein...


    Und wenn die Räuber "gesiegt" haben, sind sie ja nicht vom Räubern geheilt, sondern suchen sich das nächste angreifbare Volk....


    Ich finde diese Methode für mich sehr praktisch weil so einfach....kein Verstellen

    zu 1.: Sehr wahrscheinlich pures Glück, ein Einzelfall.


    zu 2.: Eben. Weshalb sollten angefixte Räuber nicht am nächsten oder übernächsten Tag diesselben Versuche an der Stelle machen, an der sie gestern bereits Erfolg hatten, aber am Abend plötzlich den Eingang geschlossen vorfanden, wenn er am übernächsten Tag wieder offen ist? Bienen, v.a. Räuberbienen haben ein ganz hervorragendes Gedächtnis. Da gibt es ebenso simple wie trotzdem beeindruckende Verhaltensexperimente dazu. Etwas ganz anderes ist es dagegen, wenn man ihnen beibringt, daß an der so vielversprechenden Stelle der unsagbar wertvolle Vorrat ausgegangen und rein gar nichts mehr zu holen ist (leere Beute).

    Trotzdem bleiben Räuber ihr Leben lang angefixt - da hast Du freilich recht, denn "Nektar" mit nur 20% Wassergehalt finden sie nirgends in der Natur, sondern nur in fremden Völkern.


    zu 3.: Daß das Glück Dir immer hold ist, darauf würde ich an Deiner Stelle lieber nicht vertrauen.

  • Hallo Ribes,


    zu 1. man muss auch mal Glück haben......:)


    zu 2. die "Trachtquelle" im beräuberten Volk ist ja versiegt weil jetzt unerreichbar. Die anderen

    Völker am Stand stehen als potenzielle Trachtquelle ja auch zur Verfügung, können diese Angriffe aber abwehren durch ein an die Volksgröße angepasstes Flugloch ( sonst würde ja jeder Ableger platt gemacht ). Oder siehst du das anders? Verstehe ich was falsch?

    Lerne gerne dazu...

    zu 3. ich werde aufmerksam sein


    Generell gut daran finde ich für Anfänger dass sie erstmal durch das Schließen des Flugloches den Druck rausnehmen, für das beräuberte Volk und für sich selbst.

    Anfänger seit langem...:) , Zander 1,5, Umstellung auf Naturwabenbau,

  • Die Trachtquelle ist da und riecht so lecker vor sich hin. Die Räuber merken sofort, wenn die Futterquelle wieder zur Verfügung steht. Akzeptiere einfach, dass Dein Weg nicht ok ist. Begründungen findest Du oben genug.


    Das Sicherste ist auch das Aufwändigste: Den Räuber identifizieren und aus dem Flugkreis entfernen. Geht aber nicht, wenn es Nachbars Bienen sind. Und schimpfen bringt auch nichts, weil jede Räuberei beginnt mit einer (eigenen) Eselei.


    Gruss

    Ulrich

  • Hallo Ulrich,


    vielen Dank für Deine/Eure Hinweise!

    Ich kann es leider nicht verstehen denn alle Beuten riechen ja fein nach konzentriertem Nektar...und trotzdem werden nicht alle ausgeräubert. Auch nicht alle Ableger....


    Warum wird ein Volk beräubert und die anderen nicht? Als Antwort kenne ich bisher nur ein unangepasstes Flugloch und Weisellosigkeit. Gibt es noch andere Gründe?


    Und die Eselei kann natürlich auch mir passiert sein, aber was wenn es der Nachbarimker war....

    Anfänger seit langem...:) , Zander 1,5, Umstellung auf Naturwabenbau,

  • Die Eselei ist nicht böse gemeint. Ist ein altes Sprichwort. Es reicht, wenn wir ein Volk haben, was nicht stark genug ist, hoffnungslos weisellos, krank etc. Die Natur will sich selbst helfen, Selektion. Wir sehen das aber anders und wollen erhalten. Wenn man mehr Völker hat, löst man Völker, denen man nicht helfen kann, auf. Aufpäppeln ist der falsche Weg.


    Mehrere Tage das Flugloch geschlossen halten, ändert nichts an dem Problem, welches das Volk hat. War es weisellos und Du hast eine Königin zugesetzt, ist zwar das Problem gelöst, aber die Räuber sind immer noch wild auf diese Speisekammer.

    Gruss

    Ulrich