Erfahrungen mit Räubergitter?

  • Liebe Mitimker*innen,


    jetzt hat es mich erwischt: Bei einem meiner Völker (Kunstschwarm, seit Ende Juni) hat gestern Abend nach dem Füttern eine Räuberei eingesetzt. (Ja, ich kenne den Spruch mit der "Eselei" ;), auch wenn ich mir im Moment meinen möglichen Fehler noch nicht erklären kann. :/)

    Nach einigen ratlosen Minuten, habe ich mich schließlich an die Möglichkeit eines Räubereigitters erinnert, die ich vor kurzem im Internet gefunden hatte. Da ich zurzeit keine fertig gebauten Räubergitter mit Holzrähmchen vorrätig hatte, habe ich auf die Schnelle eines aus einer Abdeckgaze und einigen Reißzwecken improvisiert, das ich zeitnah durch etwas "Haltbareres" ersetzen will.


    Meine Frage: Ist denn so ein Räubereigitter auch ein adäquates Mittel, die räubernden Bienen nachhaltig "zurückzuschlagen", oder werden die von nun an immer wieder vorbeischauen, weil sie in meiner Beute einmal eine lohnende Futterquelle ausgemacht haben - selbst wenn sie durch das Gitter nach ein paar Tagen vielleicht die Lust verloren haben, vergebens dagegen anzufliegen? Habt ihr bereits Erfahrungen mit einem Räubergitter in der einen oder anderen Form gemacht?


    (Ich weiß, dass die empfohlene Methode das Verbringen des attackierten Volkes auf einen Stand außerhalb des Flugradius der Angreifer ist, leider stoße ich da momentan auf ein paar logistische Schwierigkeiten; wenn das Räubergitter nicht ausreichend ist, um die Räuberei zu beenden, ist das natürlich immer noch eine Möglichkeit.)

  • (Ich weiß, dass die empfohlene Methode das Verbringen des attackierten Volkes auf einen Stand außerhalb des Flugradius der Angreifer ist,

    Die empfohlene Methode ist zunächst das Flugleich klein zu halten. Klein heißt, im Zweifel: zwei Bienen breit und entsprechend hoch, also sehr klein.

    Ich hatte noch keinen Fall, wo das keine Wirkung zeigte.


    Ich vermute, damit wird weniger die Abwehr fremder Bienen vereinfacht als der Zugang so sehr erschwert, dass der gleiche Effekt eintritt, den das Räubergitter haben soll, d.h. die Räuberinnen merkten: "Du kummst hier net nei!"

    I never loose - either I win or I learn (Nelson Mandela)

  • War es denn wirklich eine Räuberei?

    Die empfohlene Methode ist zunächst das Flugleich klein zu halten. Klein heißt, im Zweifel: zwei Bienen breit und entsprechend hoch, also sehr klein.


    Also, ich habe im Internet schon schlimmere Attacken gesehen, aber beunruhigt hat mich, dass die ankommenden Bienen das Flugloch (war auf ca. 3x3 cm eingeengt) regelrecht "geflutet" haben. Normalerweise sieht man ja nochmal ein paar Bienen im Eingang, die die Ankommenden ab-checken. Hier ging es aber nur noch "rein-rein". Klar, könnte natürlich auch der geringen Größe des Flugloches geschuldet sein...

    Auch habe ich ein paar Bienen beobachtet, die miteinander kämpften (so meine Interpretation).

    Hatte gestern Abend beim Einfüttern in der Dämmerung begonnen und war heute Morgen wieder der Fall.

  • hat gestern Abend nach dem Füttern eine Räuberei eingesetzt.

    eine Räuberei entsteht nicht nach so kurzer Zeit.

    Nach einer Futtergabe (flüssig) ist es völlig normal, dass die Bienen "ausschwärmen" und in Beutennähe die Futterquelle suchen. (siehe #2)

    Auch völlig normal ist dann das Gedränge am Flugloch.

    Im Laufe des Tages kehrt wieder Ruhe ein ---- (hoffentlich)

  • eine Räuberei entsteht nicht nach so kurzer Zeit.

    Das geht schnell. Die Kommunikation in anderen Völkern läuft ja genauso.


    Man kann Räuberei aber gut erkennen:

    - Man sieht auffällig viele alte Bienen (fehlende Behaarung = dunkle Hinterleiber).

    - Der Flugverkehr ist deutlich anders als beim der o.g. Aufregung wegen Futtersuche in nächster Nähe.

    - Bei Öffnen der Beute fliegen die Räuberbienen ab.

    - Kämpfe sind nicht unbedingt typisch, aber das raus/rein am Flugloch ist auffällig schneller.

    - Die Bienen fliegen abends ungewöhnlich lang.

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  • Hatte gestern Abend beim Einfüttern in der Dämmerung begonnen und war heute Morgen wieder der Fall.

    Das spricht für Räuberei. Der typische Flugverkehr wegen Futtersuche in nächster Nähe, den das Füttern auslöst, hält nicht so lange an.


    das Flugloch (war auf ca. 3x3 cm eingeengt)

    Das muss noch deutlich kleiner werden.

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  • Räubergitter anbringen macht am meisten Sinn bevor die Räuberei losgeht und nicht erst wenn sie im Gange ist.


    Wird das Gitter angebracht wenn die Räuberei bereits im Gange ist, so besteht die Möglichkeit, dass die abfliegenden Räuber auch lernen, wie man das Gitter umgeht. Der grosse Andrang sollte aber trotzdem abgehalten werden.

  • Nachdem ich gestern das Flugloch noch weiter eingeengt und noch schnell ein etwas stabileres Räubergitter zusammengebaut hatte, entspannte sich die Situation gegen Abend glücklicherweise wieder - und ich dann auch. ;)


    Ich danke euch allen für eure Tipps und Einschätzungen!

  • Da ich das Räubergitter immer wieder in die Beiträge einbringe und echt davon überzeugt bin, beschreibe ich hier auch noch kurz meine Erfahrungen:

    Ich hatte letztes Jahr einen zu schwach gebildeten Kunstschwarm, der "entdeckt" und anschließend beräubert wurde.
    Da ich keinen Außenstand habe, musste ich mir etwas anderes suchen, was zuverlässig helfen sollte.


    Die ersten Räubergitter habe ich mir aus dünnen Holzleisten und Fliegengitter gebaut, etwa nach diesem Vorbild hier:
    "Simple robber screen"

    Ich habe aber sehr wenig Material zur Hand gehabt, habe daher die Gitter entsprechend klein (10x15cm Hochformat) gemacht und dann danach recht schnell gemerkt, dass die Räuber diese ziemlich kurze Strecke schnell zu überwinden lernen.

    Als Konstruktionsfehler erscheinen mir auch das verdeckte Flugloch und die Öffnung oben über die ganze Breite.


    Das war also nix.


    Danach habe ich größere Räubergitter gebaut, die nahezu die ganze Höhe des Dadant-Brutraums und etwa die halbe Breite abdecken.

    Ich habe das Flugloch unten etwas verengt und den Ausgang oben recht klein gehalten.

    Zur besseren Orientierung für die ausfliegenden Bienen dient eine Sichtblende, sonst hängen auch die ausfliegenden Bienen an der Ecke oben fest, bis sie erschöpft sind.

    Auch wenn die eine oder andere Räuberbiene den Weg finden sollte, so bleibt doch der Großteil der Räuberinnen unten vor dem Gitter und stiert dort in das Flugloch, während oben der Flugverkehr nach ein-zwei Tagen völlig ungestört abläuft.

    Das Gitter ist auch gegen Wespen gut geeignet.
    Ich befestige die Gitter im Notfall mit Spanngurten an der Beute. Nach kurzer Zeit ist die Räuberei völlig beendet.


    Ich habe zur Veranschaulichung ein Bild angehängt.



    Nachbau und Verbreitung des Bildes sind freigegeben.
    Hans

    Die Glücklichen sind neugierig. (F. W. Nietzsche)

  • Hallo


    Gute Zeichnung


    Anmerkung
    das bei Deinem ersten Versuch die Räuber oben rein gingen
    lag daran das Du oben keine Sperre hast
    Einfach außen eine Leisten quer drauf
    und die Räuber laufen dagegen und wieder nach unten


    Gruß Uwe