Aggressive Jungvölker

  • Hallo zusammen,

    Danke für die ganzen Antworten. Ich hoffe ich habe den Wohnort jetzt richtig eingetragen, falls nicht; ich wohne in Bielefeld :). Milben haben sie so gut wie keine, zumindest habe ich bis jetzt noch keine finden können, aber das sollte ja bei einem Ableger mit Milchsäurebehandlung auch normal sein, oder? Futter bekommen sie zur Zeit etwa einen bis eineinhalb Liter 3:2 Zucker:Wasser pro Woche. Vor ein paar Wochen hatten sie tatsächlich zu wenig zu essen, aber mittlerweile sollten sie ausreichend versorgt sein.

    beemax , aggressiv werden sie nur wenn ich den Deckel öffne, vor dem Flugloch kann ich mich gänzlich ungestört bewegen.

    @Bergmax, den Imker kenne ich leider nicht. Ich habe nur die Bienen von ihm gekauft und darauf vertraut, dass die Kontakte, die Pia Aumeier vermittelt auch seriös sind.

  • Eigentlich wird es in den Pia Kursen so gemacht, dass der Neuimker seine Völker mitsamt Kontaktadresse des abgebenden Imkers bekommt. Zumindest ist das hier bei uns so in dem Verein. Ich finde das auch wichtig, ich persönlich unterstütze die Neulinge, die meine Ableger bekommen, auch telefonisch oder per WA noch eine Weile. Vielleicht fragst Du mal nach.

    Aber ich kann ansonsten allen anderen Zustimmung geben- während guter Trachtsituation imkere ich in Shorts und Top. Das geht jetzt nur noch bedingt, teils sind die schon etwas genervt. Was du da allerdings beschreibst, ist schon grenzwertig.

    Ich würde es genauso machen wie Uwe Eichholz es rät.

    Viel Glück.

    Schnurrdiburr--da geht er hin.....

  • Seit einiger Zeit schwirrt mindestens eine Wespe vor den Fluglöchern herum und holt ab und zu auch mal eine Biene vom Himmel. Kann ich da etwas gegen unternehmen?

    Ja und nein

    Fluglöcher stark einengen

    Evtl. etwas mehr als 1 bis 1,5 l pro Woche füttern

    Wenn es viele Wespen sind, wollen die Party machen - dann könntest Du ihnen ein Bierchen spendieren ;)^^

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  • In Lauf meiner ersten Bienensaison wurden meine Völker auch zunehmend griffiger. Was rückblickend eher nicht an deren Genetik sondern an der Art & Weise meiner Durchsichten lag.

    Dank sehr erfahrener Anleitung wurde das dann besser. Insbesondere ruckarmes Waben ziehen, mehr Sicherheit, zügiges Arbeiten hilft.

    Zwei alte Geschirrtücher mit Nelkenöl helfen ebenso - bedecken die Beute vor und hinter der gerade gezogenen Wabe.

    => Umweiseln kompensiert nur bedingt imkerliche Unsicherheiten

  • Wie gehst du eigentlich an die Beuten? Shampoo, Schweiß, dunkel angezogen oder hell? Mein Mann ist geringfügig größer als ich (so'n bisschen bärenhaft) und liebt seine alte, schwarze Jeans. Die Bienen weniger. Ich habe ihm (also, meinem Mann) inzwischen klargemacht, dass ich mich weigere, mit ihm an die Beuten zu gehen, wenn er die Jeans anzieht. Die Mädels sind an sich echt lieb, obwohl es geheißen hatte, sie seien schon a weng rasser. Abern sie sind nicht lieb, wenn er (mit Jeans) kommt.


    Ich selber arbeite übrigens immer nur in Vollmontur (äh, die Schuhe sind offen, aber da gehen sie eh nicht so hin). Es wäre nicht nötig, aber ich bin ein Schisser, weil mir früher Stiche arg angeschwollen sind und das sitzt einfach noch im Kopf. Dafür bin ich meistens zu faul, den Smoker anzuwerfen. Im Anzug bin ich ruhiger, und ruhiger Imker = ruhige Bienen (außer bei Gewitter und Räuberei etc, aber auch da hilft Ruhe, um die Lage zu beruhigen).

  • Wie gehst du eigentlich an die Beuten? Shampoo, Schweiß, dunkel angezogen oder hell?

    Wenn ich Beuten öffne, dann zumindest mit Gesichtsschutz, da auch ich stark und lang anhaltende Lokalreaktion auf Stiche habe. Meine blaue Fleecejacke hassen die Bienen. Für Durchsichten verkleide ich mich komplett mit Imkerjacke und heller Hose, in der Hoffnung dass die Wächterinnen so nicht auf mich in normaler Optik geprägt werden ;-)

  • soll ich wieder tsss...?

    Was ist falsch an meinen Aussagen? Es ist nicht der Vergleich verschiedener Völker, sondern immer das gleiche Volk zu unterschiedlichen Zeiten. Groß zu klein. August zu Mai. Futtermangel zu Futterüberfluss... Angespannte Futtersituation halte ich für die häufigste Ursache von streitlustigeren Völkern.

    Und bitte keine wichtigen Wörter unterschlagen, wie bei der Antwort für Wiebke.


    Bei der Bekleidung konnte ich noch keine wesentlichen Unterschiede feststellen. Gelb führt allerdings leicht mal zum Anfliegen mit dem Ansinnen, Futter dort zu finden.

    Die Handhabung der Völker durch den Imker, die anfangs oft etwas unbeholfen, unschlüssig und langwierig ist, kann die Völker allerdings auch mehr beunruhigen, als die erfahrene Hand.

  • Wenn ich Beuten öffne, dann zumindest mit Gesichtsschutz, ...

    Hups. Die Frage ging eigentlich an Luis . War wohl 'n büschen spät gestern :blush:

    Bei der Bekleidung konnte ich noch keine wesentlichen Unterschiede feststellen.

    Schön für Dich. Bei uns ist es auffällig. Ein und das selbe Volk, ein und derselbe Imker, ist er hell angezogen, sind sie gnädiger. Den Einfluss der Handhabung schätze ich allerdings auch als größer ein. Bin ich hektisch, werden es die Ladies auch.

  • Der Ableger war sicher deshalb am Anfang brav, weil das Herkunftsvolk der Ablegerwaben sanftmütig war. Mittlerweile mischt sich die Genetik der neuen Königin unter, weil die alten Bienen wegsterben und junge Bienen nachkommen. Die jetzige Königin hat bei der Begattung vermutlich paar blöde Drohnen erwischt. Würde im Herbst oder im Frühjahr umweiseln.

  • Hallo Sepp,

    das mit den Räubern könnte es sein. Seit einiger Zeit schwirrt mindestens eine Wespe vor den Fluglöchern herum und holt ab und zu auch mal eine Biene vom Himmel. Kann ich da etwas gegen unternehmen?

    Hallo Luis,


    bist du sicher, dass das eine Wespe ist?

    normalerweise sind das Hornissen, die Eiweiß für ihre Brut benötigen. So war es bei einem unserer Völker im Garten letztes Jahr auch. Völlig auf Krawall gebürstet, aber auch wir haben Hornissen dabei beobachtet wie sie Bienen gefangen haben. Nachdem das Volk auf einen anderen Stand gebracht wurde war es völlig unauffällig.

    Bei uns sind die Wespen inzwischen schon auf der Suche nach Süßem, das heißt sie sind schon dabei ihre Nester aufzulösen.

    Vielleicht schaffst du ja mal ein Foto.


    Viele Grüße

    Meike

  • Hallo Luis,

    ich habe mir angewöhnt, immer die Imkerjacke zu tragen. Da dran hängt der Schleier und ist bei Bedarf schnell aufgesetzt. Ansonsten bei Wärme auch kurze Hosen. Hier sind zur Zeit viele Räuber unterwegs und die Bienen deshalb doppelt wachsam. In so einer Situation sind sie natürlich nicht erfreut, wenn ihnen das Dach über dem Kopf weggezogen wird. Als Jungimker ist man auch noch bissel nervös und das überträgt sich auf die Bienen. Mir hat da die Ruhe des erfahrenen Imkernachbarn sehr geholfen.

    Und ich habe noch nie Handschuhe benutzt. Damit kann man m. M. n. nicht feinfühlig genug arbeiten. So ein Stich in den Finger halte ich aus. Ist gut gegen Rheuma 😉

    Viele Grüße

    Karin

    Willst du Gottes Wunder sehen, musst du zu den Bienen gehen.

  • ist nicht der Vergleich verschiedener Völker, sondern immer das gleiche Volk zu unterschiedlichen Zeiten. Groß zu klein.

    Lieber Berggeist,

    ich habe das ohne äußere Einflüße und mit den Augen des Züchters betrachtet.

    Gerade gebildete Jungvölker die nach Schlupf ihrer ersten Brut und Verlust der Altbienen sanftmütig sind, bleiben das auch! Egal wie stark die dann werden. Kommt von der Queen Sanftmut von ihren Großeltern/Eltern und ist in ihrer Spermatheka vorwiegend Sanftmut drinn, wird das Volk friedlich sein und bleiben.

    Bei Hunger, Krankheiten,Milben und Gifteintrag sieht das unter Umständen anders aus, muß aber auch dann noch nicht!

    Ist die Spermatheka mischgefüllt, gibts/kanns , je nach Spermaabteil (Sperma wird ja nicht gemischt..),

    zeitweilig oder auch dauernd stichig werden.....

    Lg Wasi

    12er DD, und Buckies, gaanz sicher!

    Der Pessimist sieht die Schwierigkeit in jeder Möglichkeit!

    Der Optimist sieht die Möglichkeiten in jeder Schwierigkeit!

    W. Churchill

  • Luis

    Genetisch aggressive Völker sind meiner Meinung nach sehr, sehr selten. Mir ist noch kein einziges untergekommen in den letzten fast 10 Jahren und ich habe nicht nur ein paar Völker.


    Neben offensichtlichen und auch für Anfänger in solchen Fällen leicht erkennbaren Ursachen wie Hunger, Krankheiten, Parasiten wären noch unentdeckte Störungen durch Dritte (Tiere, Menschen) viel wahrscheinlicher, für mich die zweithäufigste Ursache
    .

    Als Hauptursache für aggressive Völker habe ich tatsächlich den Imker selbst ausgemacht und zwar in der Art und Weise wie er die Bienen behandelt und wie er schon an sie rangeht. Hier mal bei Leuten zuschauen, die ohne Schleier und Handschuhe eine größere Völkerzahl bearbeiten und auf Details achten.