Oxalsäure sprühen-Blockbehandlung

  • Was spricht gegen eine Zulassung der Sublimation von Oxalsäuredihydrat ?

    Gibt es einen plausiblen nachvollziehbaren Grund wie z. B. höheres Gefährdungspotenzial von Mensch und Tier im Vgl. zu anderen org. Säuren ?

  • Dr. L! Der im Kampfanzug vor der Beute kniet und dazu schreibt wie gefaehrlich das alles ist und nur 85% Säue gut ist.

    Bis bald Marcus

    48 Völker 32x Segeberger Hartpor 4x Einfachbeute , alle DN 1,5. 6xDadant US und 5x Zander und einmal Warre :O)

  • Es scheint nicht ganz so einfach zu sein, fundiert zu beantworten, ob mehrmaliges Sprühen in kurzen Abständen für die Bienen zu schädlich ist. Ich halte es für weniger gut, weil es mehrfach die selben Bienen trifft. Die Konzentration dürfte daher ähnlich sein, wie bei der Winterbehandlung im Träufelverfahren auch, oder höher. Im Durchschnitt pro Biene ganz sicher höher. Das kann nicht gut sein. Darüber kann man aber noch diskutieren.

    Es gibt ja nichtmal gesicherte Erkenntnisse darüber, wie die Säuren überhaupt wirken. Es gibt mehrere Thesen, die sich aber teilweise auch widersprechen. Wie soll man da die Schädlichkeit gegenüber den Bienen verlässlich beurteilen?

    Was ich hingegen gar nicht verstehe:

    Warum ändert man ein, wahrscheinlich funktionierendes Konzept, ausgerechnet in der Saison, in der man nur eingeschränkt handlungsfähig ist? Wenn dieser Zustand auch noch absehbar zeitlich begrenzt ist?

    Warum man sich nicht Hilfe holt? Bei kleiner Völkerzahl sollte das kein großes Problem darstellen und bei großer ist es oft ein Muss.

    Wenn man körperlich so eingeschränkt ist, dass man keine Waben ziehen kann, um die Königin auf einer Wabe zu käfigen, kann man trotzdem mehrfach alle Waben ziehen, um sie einzusprühen? Was bedeutet mehr Aufwand?

    Vielleicht wäre erst mal hierüber nachzudenken, bevor man ein vermeindlich stärker Bienen schädigendes Verhalten in Erwägung zieht.

    Ich persönlich würde, in diesem Fall ganz besonders, die erprobte Behandlung mit AS der umstrittenen Sprühbehandlung mit OXS im Block vorziehen.

  • Es scheint nicht ganz so einfach zu sein, fundiert zu beantworten, ob mehrmaliges Sprühen in kurzen Abständen für die Bienen zu schädlich ist.

    Ich würde es auch nicht ausprobieren wollen. Verdampfen scheint soweit ok zu sein, was ich mitbekommen habe, aber sprühen?

    Wenn man körperlich so eingeschränkt ist, dass man keine Waben ziehen kann, um die Königin auf einer Wabe zu käfigen, kann man trotzdem mehrfach alle Waben ziehen, um sie einzusprühen?

    Hmmja, das ist ein Punkt. Leere Mittelwände sind eigentlich leichter als Waben mit Brutnestern :/ Evtl ist das Füttern ein Knackpunkt? Aber da gibt es auch diese genialen Futtertröge, wo eine aushelfende Person nicht einmal mit den Bienen in Berührung kommt.

  • Varromed könnte man doch bis zu 5 mal träufeln.

    Ich habe bis jetzt noch von keinen Bienenschäden gehört, auch beim Test an einigen Völkern bei mir, keinen Totenfall früh morgens, im Gegensatz zu AS.


    Grüße

    Uwe

  • Ich verwende nie Zucker in der OS-Lösung, sei sie geträufelt oder gesprüht und nein, Bienen nehmen auch keine gezuckerte OS-Lösung auf.

    Herr Rübengrün : Habe ich das richtig verstanden, dass Du die Träufelbehandlung mit OS im Winter ohne Zuckerzusatz durchführst? Mit gleichem Erfolg wie mit Zucker? Wenn ja, warum gibt es dann überhaupt die Zuckervariante?


    Herzliche Grüße,

    Thanaidh

  • Der Preis.

    Dr. L! Der im Kampfanzug vor der Beute kniet und dazu schreibt wie gefaehrlich das alles ist und nur 85% Säue gut ist.

    Nachdenken und nachschauen hilft: Chitin ist ein Biopolymer, das nur von sehr starken Säuren angegriffen wird. Da die Natur selten zu 100 % arbeitet, besteht der sog. Chitinpanzer zu einem Teil aus Chitosan, welches gegenüber Säuren instabiler ist als Chitin.


    Für die chem. Interessierten - Chitosan kann durch Natronlauge oder enzymatisch (Deacetylase) aus Chitin entstehen.


    Da nun Ameisensäure 60 %ig oder gar 85 %ig (s.o.) eine starke Säure darstellt, dürfte die Wirkung auf die "Bienenhaut" nicht ganz ohne sein. Gerade die Jungbienen, deren Chitinpanzer noch nicht fertig ausgehärtet ist, sind die Leidtragenden. Ebenso die Bienen, an denen die Varroen schon Fehlstellen in den Chitinpanzer gefressen haben.


    Feinste Oxalsäurepartikel, die aus der Dampfphase nach Sublimation kondensieren sind dagegen trocken und damit nicht schädigend für die Bienen; denn der Chitin/Chitosan-Panzer wird nicht angegriffen und die Tracheenöffnungen sind durch das Haarkleid geschützt. Man kann auch beobachten, dass die Bienen sofort mit ihrem Putzverhalten dagegen arbeiten.


    Zum Wirkungsmechanismus der Säuren gibt es zahlreichen Austausch hier im IF - das Fass möchte ich jetzt nicht wieder öffnen...


    Nur soviel - es ist ein großer Unterschied, ob man mit wässriger Oxalsäure/Zuckerlösung, mit reiner wässriger Oxalsäurelösung oder mit trockener Oxalsäure arbeitet. Die Applikationsform ist schon entscheidend, ob wirksam oder giftig.



    Nun zum Preis: Oxalsäuredihydrat bekommt man zu 10 - 12 €/kg im Versandhandel. Damit errechnen sich Kosten pro 1 g-Dosis von ca. 1 Cent.

    Nutzt man Tabletten sind es ca. 11 Cent / Dosis, dafür ist es bequemer.

    AS 60 %ig ad us vet kostet ca. 10 € pro Liter - d.s. 50 Dosen à 20 ml bzw. 20 Cent pro Dosis. Bei billigstem Stoff zu 3 - 4 € / kg kostet eine Dosis ca. 7 Cent.


    Ergo - die Kosten sind vergleichbar.

    Für einen normalen Imker ist es zu teuer

    Rechnen !


    Somit nochmals die Frage

    Was spricht gegen eine Zulassung der Sublimation von Oxalsäuredihydrat ?

  • Rechnen !

    Ja, rechne mal vor. :) Ich schätze, dass Du für das Zulassungsverfahren auch so grob in den mindestens fünfstelligen Bereich kommst, es braucht Studien, es braucht den Verwaltungskram und und und (viele Sachen vermutlich, die ich noch gar nicht mal weiß).


    Dass die Anwendung dann spottbillig ist (im Vergleich zu neuen Völker z.B.) oder vielleicht auch vergleichbar mit der Ameisensäure, ist mir schon bewusst. Bei letzterem würde ich persönlich gar nicht so genau nachrechnen; da reicht mir die, soweit ich mitbekommen habe, weit bessere Verträglichkeit und die anderen Vorteile der (kristallinen) Oxalsäure, die ich schon aufgezählt hatte.

  • Ich schätze, dass Du für das Zulassungsverfahren auch so grob in den mindestens fünfstelligen Bereich kommst, es braucht Studien, es braucht den Verwaltungskram und und und (viele Sachen vermutlich, die ich noch gar nicht mal weiß).

    Schätze mal das Du mit dem "Du" in Deinem Text eigentlich "man" meinst! Bleibt trotzdem die Frage, was Du Dir deren Kopf zerbrichst?? Das hätten DIE nämlich gerne so! Das alles, was nicht zugelassen ist ohne weitere Festlegung verboten ist.

    Das kann man schon bei Berufsimkern nicht durchsetzen geschweige denn bei allen anderen. Ein Verbot kann genauso wie ein Gesetz ein leere Worthülse sein, mangels Gegenstand nicht greifen und/oder mangels Kontrolle nicht (Straf-) Rechtlich relevant sein. Kapiert es doch endlich mal. Es ist einfach schnurzpipe.:rolleyes:

  • "Der Preis"


    Da hat mich aber reichlich Mistverstanden.

    Deine Rechnung in allen ehren, aber mit dem Preis ist das gemeint, was bei den Konzernen ankommt.

    Schön ist das du uns das Klasse vorgerechnet hast.

    Bei der Verdampfung benötige ich für 2 Cent Material.

    Bei dem Nassenheimer pro bezahle ich 8,60 Euro/Liter 60 % AS und dann komme ich bei ca 2,80 Euro pro Anwendung aus (300ml)

    Ein gewaltiger Unterschied.

    Dafür lohnt es sich nicht ein Zulassungsverfahren anzustreben.

    Schon gar nicht, wo es sowieso die meisten auch ohne Zulassung das Mittel verwenden.

    Die Diskussionen über eine höhere Auswinterungsrate als Umlage im Verhältnis zu dem Aufwand etc möchte ich gar nicht antreten.

    Das soll jeder für sich entscheiden.

    Für mich sind da die Ergenmisse der Fischermühle zur Bibel geworden, da sie sich mit meinen prakrischen Erfahrungen decken.

    Das sie wissenschaftlich nicht Representativ sind und den wissenschaftlichen Anspruch der ststistischen Menge erfüllen, interessiert mich nicht.

    Der Erfolg gibt der Studie einfach recht.

    Das schreibt ein Skeptiker, der sich dreimal überlegt, was er seinen Bienen zumuted.

    Das muss und soll aber jeder für sich entscheiden.

    Freier Imker

    Ohne Verein, DIB, Imkerverband und sonstigen Establishment

    Neutral und unbelastet.