Honig aus bebrüteten Waben

  • Hallo!
    Ich habe heuer folgenden Versuch gemacht: Im Honigraum wurde abwechselnd eine Leerwabe und danach wieder ein bebrütete Wabe gegeben. Der Honig wurde getrennt geschleudert und begutachtet. Beide Honige schmecken gleich und sind auch in der Farbe vollkommen gleich. Sie kandierten jetzt auch zur gleichen Zeit. Der Honig ist ein Alpenrosenhonig (sehr heller Honig mit 16,8 Wassergehalt). Verhält sich dies mit anderen Honigsorten gleich bzw. wer hat ähnliche Erfahrung gemacht.
    (gleicher Honigraum im gleichen Volk vorausgesetzt)
    Dies sollte aber bitte nicht falsch verstanden werden. Ich bin trotzdem der Meinung wir lassen noch viel zu wenig bauen.
    mfg
    Leonhard Gruber

  • Hallo Leonard, schön, das Du selbst Versuche machst :) ! Ein Test fehlt aber noch dabei: neben bebrüteten und unbebrüteten Waben solltest Du auch Mittelwände in Deine Versuche mit aufnehmen. Vielleicht kommst Du dann zu einen etwas anderen Ergebnis. Volle Honigtöpfe wünscht Lothar

    Solange Menschen denken, das Tiere nichts fühlen,
    müssen Tiere fühlen, das Menschen nicht denken.

  • Hallo,
    den Versuch hättest Du dir auch sparen können :-?


    Der Honig muß so ja zwangsläufig gleich (schlecht?!?) :D schmecken und aussehen.
    Bei der Umwandlung von Nektar in Honig wird der süße Saft zig mal in den Waben umgetragen.
    Dabei wird der Honig in den hellen und Unbebrüteten Waben natürlich von den dunklen und Bebrüteten Waben kontaminiert.


    Wenn schon einen Versuch, dann bitte in getrennten Beuten.


    Wenn Du dann schleuderst wirst Du ein optisches und geschmackliches Wunder erleben und jede Menge Waben für die Kerzenherstellung entdecken :P


    Viele Grüße --- Harry ---

  • Hallo zusammen,


    da sieht man einmal wieder, wie man einen Versuch so hin drehen kann, daß am Ende das herraus kommt was man will.


    Sei mir nicht böse "biene.at" aber wenn du dich mal richtig mit der Sache auseinander setzt, dann hättest du selbst darauf kommen können, daß dein Versuch nicht zu dem Zeil führt einen eindeutigen Vergleich zu haben.
    Besser wäre gewesen die Hälfte der Völker mit unbebrüteten Waben auszustatten, und die andere Hälfte nur mit bebrüteten am Besten so richtig schwarze wo kein Licht durch scheint!


    Noch mal biete ich das mit dem Heidehonig in Donaueschingen an, sogar direckt aus der Wabe also sozusagen mit Beweiskraft!


    Grüße

    geht´s den Bienen gut, geht´s der Umwelt gut!

  • Ich muss da noch etwas ergänzen:
    Zu der Zeit als ich den Honigraum gegeben habe, war eine Massentracht - das heisst die Bienen können nicht besonders viel umgetragen haben. Die Waben waren innerhalb von einer Woche verdeckelt. Zwei Waben mit Anfangsstreifen waren ebenfalls ausgebaut und verdeckelt. Diese zwei wurden natürlich nicht bebrütet und ebenfalls geschleudert. Die Scheuderung fand aber erst nach einer weiteren Woche statt - das heisst - der Honig in den bebrüteten Waben hätte doch Zeit gehabt um sich seiner Umgebung "anzupassen". Dies tat er aber anscheinend nicht - übrigens schmecken beide Honige hervorragend. Vielleicht gibt es "empfindlichere" Honigsorten ?
    grüsse Leonhard Gruber - biene.at

  • Hallo, liebe biene.at,
    was, glaubst du, machen deine Bienen, wenn Menschen schlafen? Und sie beim besten Willen nicht ausfliegen können?
    Nektar, frisch gesammelt, hat um die 87% (oder höher) Wassergehalt, ein reifer und verdeckelter Honig um 18%.
    Was meinst du, wie das Wasser da rauskommt???
    Umtragen, umtragen, umtragen....
    Mach den Versuch mit den getrennten Beuten, und dann melde dich nochmal! Du wirst dich wundern! Versprochen!!! :lol:

    "Meet me in a land of hope and dreams"
    Bruce Springsteen

  • Eigentlich wollte ich zu diesem Glaubenthema nichts schreiben, möchte aber meine Beobachtungen und Versuche doch zum Besten geben.


    Habe diese Jahr ein Magazinvolk auf Anfangsstreifen in den Honigräumen (2 Zargen DNM) gesetzt (hatte keine Mittelwände mehr) und habe am 27.07. den Honigraum geschleudert. Dieser Honig wurde als erster in die saubere Schleuder gegeben. Alle anderen Völker hatten „normale“ Waben im Honigraum. Nach der Ernte dieses Standes habe ich kosten lassen, die ganze Familie, einige Kollegen, mit der Frage: gibt’s zwischen den beiden Chargen Unterschiede im Geschmack. Fehlanzeige: niemand hat einen Unterschied entdeckt. Da ich auch in der Farbe keinen Unterschied ausmachen konnte, habe ich Proben von beiden Chargen im "Spekol" (Extinktion im Photometer) gemessen. Innerhalb der 5% Fehlergrenze keine Unterschiede (n=5 Proben).


    Ich halte seit 1969 (mit Unterbrechungen) Bienen, ein Unterschied in der Honigqualität zwischen bebrüteten und unbebrüteten Waben ist mir noch nie aufgefallen, durch die Diskussionen hier wollte ich der Sache auf den Grund gehen.


    Allerdings darf ich auch sagen, daß die Waben in der Regel aller 3-4 Jahre ausgetauscht werden, ganz dunkle „Schwarten“ gibt’s bei mir nur in Ausnahmefällen und im Honigraum überhaupt nicht.


    Mit freundlichen Grüßen,
    G. Wustmann

    "Moral ohne Sachverstand ist naiv und manchmal sogar gefährlich"

  • G. Wustmann schrieb:


    Allerdings darf ich auch sagen, daß die Waben in der Regel aller 3-4 Jahre ausgetauscht werden, ganz dunkle „Schwarten“ gibt’s bei mir nur in Ausnahmefällen und im Honigraum überhaupt nicht.


    Hallo, G.,
    genau darum geht es doch gerade!
    Um den Unterschied, ob der Honig aus zigfach bebrüteten Waben kommt, die viele Imker in den Honigraum umhängen, wenn sie als Brutwaben nicht mehr taugen, oder aus Jungfernwaben, die erst ein oder zwei Jahre als Honigwaben benutzt werden und dann für ein oder zwei Jahre noch als Brutwaben dienen.


    Wenn du im Honigraum immer MWs oder Honigwaben vom Vorjahr gibst, wirst du keinen Unterschied merken, weil dein Honig dann schon top ist.


    Aber wenn du dunkle alte Brutwaben im Honigraum hast, und da kaum frische Waben, das macht einen gewaltigen Unterschied!


    Wer sowas hat, sollte sich wirklich den "Luxus" leisten, im nächsten Jahr bei wenigstens einem Volk den kompletten Honigraum als MWs zu geben und diesen Honig dann auch getrennt zu schleudern.


    Im übrigen halte ich das Ganze nicht für eine "Glaubensfrage", sondern mehr für ein Zeichen von falscher Sparsamkeit oder sogar Geiz.
    Wenn man keinen Zugang zu einer MW-Gießform hat, muß man ein paar Jahre sammeln, bis man genug von seinem eigenen Wachs zusammen hat, um daraus MWs umarbeiten zu lassen und bis dahin kosten neue MWs viel Geld...


    Viel Bauen ist aber wichtig für die Bienen und ihre Gesundheit. Jeder putzt seine eigene Wohnung doch regelmäßig, aber wenn sie irgendwann "abgewohnt" ist, wird renoviert. Bei den Bienen mit der schnellen Generationsfolge ist das nicht anders.


    Angenommen, im Frühling zieht ein Vorschwarm mit der alten Königin in einen Baum oder eine Höhle. Es wird frischer Wabenbau errichtet.
    Bei guten Verhältnissen wird dieser Schwarm im Spätsommer selbst noch einen Schwarm abgeben, der dann wieder auf frischem Bau sitzt.
    Stirbt ein Wildschwarm , sind zügig die Wachsmotten da und "entsorgen" die Wachsreste, so daß im nächsten Jahr theoretisch an dieser Stelle wieder ein neuer Schwarm einziehen könnte.
    Und auch bei Schwärmen, die jahrelang überleben, erneuern die Bienen die Waben, ansonsten gäbe es "Bonsai-Bienen", die aus viel zu kleingewordenen Brutwaben kämen.


    Wir versuchen doch alle, den Bienen so gut wie möglich zu helfen.
    Warum sparen so viele Leute am falschen Ende, nämlich der reichlichen und regelmäßigen Zugabe von Mittelwänden?
    Wer seinen eigenen Wachskreislauf aufbaut, wundert sich, wieviel Überschuß er nach ein paar Jahren hat, sogar, wenn alle Brutwaben nur zur Kerzenproduktion benutzt werden.

    "Meet me in a land of hope and dreams"
    Bruce Springsteen

  • Nehmt als Beispiel doch einmal die Betriebsweise der Heideimker in der Lüneburger Heide! Die haben doch vier von fünf Völkern auf diesjährigen Wabenbau gehabt! Krankheiten hatten die Bienen nicht, und Jahr für Jahr konnten sie tausende gesunde Völker verkaufen. Zugegeben, das Beispiel hinkt an einer Stelle, die Bienen konnten den ganzen Wabenbau durchbrüten. Aber die Heideimker hätten auch nie ein Schwarm auf vorjährigen Wabenbaueingeschlagen! Volle Honigtöpfe wünscht Lothar

    Solange Menschen denken, das Tiere nichts fühlen,
    müssen Tiere fühlen, das Menschen nicht denken.

  • Hallo!


    Gut - es macht anscheinend Spass meinen "Versuch" in Abrede zu stellen. Ich muss dies so zur Kenntis nehmen.
    Was mich bei dem ganzen trotzdem noch wundert, warum haben meine Schwärme (nur auf Anfangsstreifen) denselben Honig produziert... aber das wird wohl der Verflug gewesen sein..... :-? - egal - beschliessen wir halt dieses Thema.
    mfg
    L.