• :P Hallo zusammen


    Suche ein Rezept zur Herstellung von Honiglikör (Bärenfang),
    Und wie kann man den Alkohol messen?


    Gruß
    Auenland

  • Hallo, Auenland,
    das genaue Rezept habe ich leider nicht zur Hand, wird nachgeliefert.
    Den Alkoholgehalt mißt man aber bei Likören nicht, sondern kann ihn anhand des Rezeptes ausrechnen.
    Entweder man setzt sie mit Trinkalkohol an (97%) und verdünnt dann entsprechend oder nimmt sofort einen relativ neutralen Branntwein, meistens mit 47%. Im Endeffekt sollte ein Likör zwischen 12 und max.18% Vol.Proz. haben. Für den Hausgebrauch ist das aber unwichtig, interessant wird das erst, wenn du ihn verkaufen willst... ;-)

    "Meet me in a land of hope and dreams"
    Bruce Springsteen

  • Hallo, alle Miteinander,
    Hallo, Auenland,


    ich habe ein altes Rezept von einem meiner Vorfahren aus Pommern gefunden.
    Grundlage des Bärenfang war selbstgebrannter Alkohol aus allem was man zu Schnaps machen konnte, in voller Prozentalkoholstärke.
    Da die Originalzutaten teilweise nicht mehr zu bekommen sind, habe ich das Rezept ein wenig abgeändert.
    Der fertige Bärenfang hatte immer die Prozente, die der Trinkfestigkeit des Zubereiters entsprach.
    Ich habe ihn für mich und unsere Freunde je nach Geschmack verdünnt, aber der richtige Bärenfänger hat auf die Verdünnung keinen Wert gelegt.
    Ich nehme eine Zweieinhalbliter-Weinflasche, ( hab ich aus Italien ) mit
    Schraubverschluss.


    In 1200 ml reinen Alkohol 96% - löse ich 1kg Blütenhonig, nehme aus einer Vanilleschote das Mark und gebe beides in die Lösung.
    50 gr. Zucker im Topf karamellisieren lassen und mit 100 ml Wasser ablöschen.
    150 ml Wasser aufkochen und 1 Beutel Husten- u. Bronchialtee darin ziehen lassen, dazu noch 3 Wacholderbeeren (zerquetscht) 3 Pimentkörner und 3 Pfefferkörner, 1 Stange Zimt etwas Kardamom ein Stk. Ingwer in kleine Stücke schneiden und alles in den Tee, abkühlen lassen und alles in die Honig-Alkohollösung geben.
    Alles schön mit dem Mixer oder Schneebesen verschlagen, in die Flasche füllen und im Keller solange stehen lassen (ca.4 Wochen) bis das Trübe sich abgesetzt hat, anschließend das Klare, vorsichtig in Flaschen abgießen, und möglichst lange reifen lassen, ein Jahr oder länger.
    Bei uns wurde und wird er in ein kleines Eichenfass gefüllt.
    Den Trub nicht weggießen sondern durchsieben, den kann man zum Verfeinern von Kohl oder für Soßen und für die knusprige Haut von Geflügel jeder Art nehmen, der Phantasie ist keine Grenze gesetzt.
    Mein Großvater hat den Trub für die schwierigen Magenprobleme, nach dem Gänsebraten, oder den Durchblutungsstörungen (wie er es nannte) noch verfeinert.
    Er goss ein Schnapsglas voll und gab noch 15 Tropfen Propolistinktur dazu.
    Es ist Geschmacksache aber hilft.
    Der fertige Bärenfang hat ungefähr 46%.
    Man kann auch Obstler, Gin, Weinbrand oder Whisky nehmen und mit Weingeist die Prozente erhöhen oder so lassen.
    Am besten findet man seinen Geschmack heraus wenn man mehrere kleine Mischungen macht, ist eine gute Winterbeschäftigung, aber jede Mischung aufschreiben und im nächsten Winter mit guten Freunden bei einer gemütlichen Probe verfeinern.
    Normalerweise setzte man den Bärenfang schon im Frühjahr mit den ersten Kräutern und Wurzeln im Alkohol an, und mit den letzten Beeren hörte man auf.
    An einem ganz bestimmten Tag im November kam er vom Trub und durfte erst nach Martini im folgenden Jahr genossen werden.
    Ich habe den Hustentee genommen weil in den meisten guten Mischungen die fast gleiche Zusammensetzung hat.
    Es waren dabei Maßbezeichnungen für ein 25 l Fass, auch noch in Sütterlin, die ich gar nicht mehr kannte, aber so habe ich es schon öfter gemischt und wir leben noch alle.
    Ja dann viel Spaß dabei und wohl bekomm`s


    Margret

  • Hallo Zusammen


    Zuerst bedanke ich mich für die schnellen Antworten.
    Was kostet den ein Liter Trinkalkohol, und wo bekommt nan ihn?
    Den Honiglikör wo ich mal probiert habe war mit Obstler angesetzt und hatte 35% Alkohol. :roll:


    Gruß
    Auenland

  • Hallo, Auenland,
    das Zeug ist leider teuer, ca.25€ per Liter in der Apotheke...
    Der, den du probiert hast, kann nach dem Alk.-Gehalt aber nur 25% Honiganteil gehabt haben, hört sich aber lecker an!
    Mein Rezept suche ich immer noch (oh segensreiche Ordnung!) :oops:

    "Meet me in a land of hope and dreams"
    Bruce Springsteen

  • Hallo


    Ja 25€ per Liter ist teuer, aber wiso kann bei dem Honiglikör
    den ich probiert habe nur 25% Honig enthalten sein?
    Kann man nicht einfach 70% Obstler nehmen?


    Gruß
    Auenland

  • Hallo,


    statt 96% Alc. kannst du auch 90% Alc. nehmen. Das geschmackliche Ergebnis ist absolut identisch, jedoch kostet der 90% nur die Hälfte von anderen (wegen den Steuerklassen).


    Schönen Gruss


    Reiner

    42

    ganz sicher

    nur nicht beim bee-space

  • Hallo Auenland,
    Ich mache mir meinen bärenfang schon seit einigen jahren selbst.
    Mir und meinen kunden schmeckt er sehr gut.
    1 fl. klarer oder vodka 0,7 32-36%
    1 glas honig
    2 gr. ingwer
    2 nelken
    saft einer 1/4 oder halben zitrone
    3 Wochen stehenlassen und ab und zu durchschütteln.
    mit einem schlauch abziehen und die gewürze dabei auf dem grund lassen.
    fertig
    Mit imkerlichem gruß
    Andreas Hoppe

  • Hallo,
    Ich erwärme den honig leicht und schütte den klaren dazu, ein wenig umrühren und abfüllen.
    Am besten eignet sich dunkler honig (blüten) wegen der farbe des bärenfangs.
    Mit imkerlichem gruß
    Andreas

  • sabi(e)ne schrieb:

    ...Im Endeffekt sollte ein Likör zwischen 12 und max.18% Vol.Proz. haben. Für den Hausgebrauch ist das aber unwichtig, interessant wird das erst, wenn du ihn verkaufen willst... ;-)


    Liebe Bäranfang - Freunde,
    für Liköre die in den Verkauf kommen gibt es einen vorgeschriebenen Mindestalkoholgehalt von 20 Volumen % (Ausnahme Eierlikör = 15 Vol.%). Honiglikör wird selten unter 32 Vol.%, „Bärenfang“ meist zwischen 37 und 42 Vol.% angeboten. Um diese Gehalte zu erzielen, ist die Verwendung höherprozentiger Destillate erforderlich. Da der Alkoholgehalt in Volumen % angegeben werden muss, sind Rezepte mit Gewichtsangaben nur bedingt umsetzbar. Der Honig muss ausgelitert werden. Die Berechnung des Mischungsverhältnisses erfolgt per Mischungskreuz (über eine Suchmaschine gibt es dazu jede Menge Rechenhilfen im Internet).
    Prost!
    Armin Spürgin

    Fachberater für Imkerei
    ALLB Freiburg