Ableger: (Wann) Soll mit einer zweiten Zarge bei guter Entwicklung erweitert werden und wenn ja wie?

  • Wir sind eine Jungimkerfamilie, Mama, Papa mit zwei Teenager, und haben alle dieses Jahr einen Imkerkurs gemacht. Vor 4 Wochen hat jeder von uns einen Ableger auf 4 oder 5 Rähmchen übernommen. Die Völker stehen nebeneinander, entwickeln sich gut, sie werden mit Apifonda gefüttert (jedes Volk hat 4,5 bis 5,5 kg verarbeitet) und wir haben je nach Volk 8.000 bis 10.000 Bienen (Zander, Photos gemacht und am Computer -> 1/8 Rähmchen = 125 Bienen gezählt), eher mehr da die Flugbienen am Spätnachmittag noch unterwegs waren. Unsere Völker sind sehr zahm, bisher brauchen wir (noch) keinen Schutz und sind noch nicht gestochen worden. Nun zu unserer Frage (unser Imkerpate ist im Urlaub): Alle Rähmchen der ersten Zarge (10 St.: 5 übernommen, 5 mit eingelöteter Mittelwand ergänzt) sind bald besetzt und mit Brut/Futterkranz oder nur mit Futter belegt. Sollen wir eine Zarge draufgeben und wieviel Rähmchen (mit Mittelwand) sollen wir wo einstellen? Weitere Frage: Sollen wir das Flugloch wann verengen?


    Vielen Dank für Eure Ratschläge und viele Grüße vom Fuße der Schwäbischen Alb

    Eure Huifluibee Familie

  • Hallo Imkerfamilie und herzlich willkommen hier im Forum. Ist ja selten, dass alle Familienmitglieder gleichzeitig vom selben Virus befallen werden.

    Aber jetzt mal Klartext. Bei Euch ist bisher doch alles gut gelaufen! Imkerkurs gemacht, Völker bekommen und sogar Pate ist vorhanden. Und hier ist das Problem, der ist im Urlaub! Wenn die Katze aus dem Haus ist tanzen die Mäuse, oder wie?!:) Ihr wolltet wo Euren Paten beeindrucken, wenn der aus dem Urlaub zurück kommt?

    Hier mein Rat. Lasst alles so wie es ist. Füttert weiter mit Futterteig, gruppiert die MW so, dass sie gut ausgebaut werden aber hängt sie nicht mehr zw. die BW. Die Weisel bestiftet junge Waben jetzt nur noch sehr zögerlich und unbebrütet geblieben wirken sie in der Wintertraube als Trennschied.

    Wartet ohne viele Eingriffe die Rückkehr Eures Paten ab!

  • Moin,


    wenn es zweizargig sein soll müsste es Ende Juli aber dünnes Flüssigfutter sein, den Teig lagern sie ein, werden aber kaum bauen.


    Auch mein Rat: Macht einfach so weiter, auch einzargig überwintert es sich gut.


    Beste Grüße


    Peter

  • Moin,

    wir haben erst zweizargig gearbeitet, wie die Vorgängerin von der wir die Imkerei übernommen haben; sind aber nach einem Jahr bei allen Völkern wo es möglich war auf einzargig umgestiegen. Unsere Erfahrung ist, dass die Durchsicht deutlich einfacher ist und wir erweitern nur auf zweizargig, wenn mehr als 9 Rähmchen voller Brut sind. Bisher hat das gut geklappt, aber wir sind erst im 2. Jahr.

    Gruß,

    Agnes

  • Zitat

    gruppiert die MW so, dass sie gut ausgebaut werden aber hängt sie nicht mehr zw. die BW.

    Dazu habe ich jetzt mal ne Frage:
    Wie bzw. wohin würdest Du die MW gruppieren?
    Ich habe einen Ableger, dem habe ich vor einer Woche eine MW zwischen die BW gehängt.
    Das Ergebnis: MW ist ausgebaut, hat einen Futtergranz und ist bestiftet, so wie es sein soll.
    Die Mittelwände die ich an das Brutnest gehängt habe sind fast unberührt.
    Heute habe ich das durchgemischt in BW-MW-BW-MW... und füttere weiter flüssig.

  • Wenn die Mittelwand mitten im Brutnest bestiftet wurde, ist alles ok. Etwas später im Jahr kann so etwas aber dazu führen, dass diese Wabe nicht mehr bestiftet wird und sie das Brutnest wie ein Schied teilt. Die Königin bliebe dann nur auf einer Seite.

    Betriebsweise von Werner Gerdes. Nach dem Auffüllen der Zarge nach Werners Anleitung muss man nach einigen Tagen schauen, dass die Königinn auf der Seite mit den meisten Brutwaben ist.

  • Moin,

    ... Unsere Erfahrung ist, dass die Durchsicht deutlich einfacher ist und wir erweitern nur auf zweizargig, wenn mehr als 9 Rähmchen voller Brut sind.

    Gruß,

    Agnes

    Das heißt doch, dass es bei der Entscheidung um das „ Wohl“ des Imkers geht.

    Nicht um die Bienen?

    Ist das Klima in einer gut 20cm hohen Kiste bei unten ohne wirklich dem Bien gerecht?

    Es wird in jedem Jahr Frühling, nur wann?

  • Wir hatten tatsächlich das Gefühl, dass wir das Volk bei der Durchsicht von zwei Zargen extrem stören. Es gab viel Unruhe, was bei einer Zarge gar nicht der Fall ist, dazu kam die Überlegung, dass ein kleinerer Raum im Winter besser "beheizbar" ist.

    Allerdings ist unser zweizargiges sehr großes Volk dies Jahr nicht geschwärmt, im Gegensatz zu einigen Anderen, wo wir gar nicht hinterherkamen mit der Schwarmkontrolle.

    Wir suchen da noch nach der optimalen Betriebsweise für uns.....wir sind ja quasi noch "Grundschüler"

  • Moin, moin!

    Nein, es geht um das Wohl der Bienen. Die überwintern da ausgezeichnet, werden weitaus weniger leicht beraubt und haben nicht soviel überflüssigen Raum, den sie im Winter und im zeitigen Frühjahr nicht besetzen. Daher auch keine Probleme mit Schimmel...

    Die Durchsichten sind deutlich schneller, was dem Wärmehaushalt der Biens gut tut, und sie sind deutlich verlässlicher, als so eine Kippkontrolle. Bei der Winterbehandlung zerreißt man nicht die Wintertraube. und quetscht sie dann wieder zusammen.

    Gruß Clas

    "Ach, das Risiko...!" sagte der Bundesbeamte für Risikoabschätzung abschätzig...

  • Moin, moin,


    meine Erfahrung geht eher dahin, dass zweizargige Völker den Honighimmel in der zweiten Zarge schließen und Raum oberhalb dessen ignorieren, um alsdann schwarmtriebig zu werden...

    Die Einzargigen brauchen Raum im HR, Baustellen dort.

    Die kriegen bei mir als erstes eine Halbzarge mit ausgebauten Waben übers ASG, und wenn sie die angenommen haben und bevor da alles voll ist, die nächste mit Anfangsstreifen zwischen den beiden oberen waagerechten Drähten und vielleicht 3 ausgebauten Waben. Jeweils wenn die in Arbeit sind und gut angetragen dann die nächsten...

    Ich werde wohl kein Volk mehr zweizargig machen.


    Gruß Clas

    "Ach, das Risiko...!" sagte der Bundesbeamte für Risikoabschätzung abschätzig...

  • Wenn die Mittelwand mitten im Brutnest bestiftet wurde, ist alles ok. Etwas später im Jahr kann so etwas aber dazu führen, dass diese Wabe nicht mehr bestiftet wird und sie das Brutnest wie ein Schied teilt. Die Königin bliebe dann nur auf einer Seite.

    Betriebsweise von Werner Gerdes. Nach dem Auffüllen der Zarge nach Werners Anleitung muss man nach einigen Tagen schauen, dass die Königinn auf der Seite mit den meisten Brutwaben ist.

    Frage?

    Ich hab die Betriebsweise von Gerdes so verstanden, dass er neue Rähmchen mit Mittelwänden immer an der dritten Stelle gibt, damit die Bienen diese schnell ausbauen, weil die Bienen ja störenden Freiraum (in Form einer Mittelwand) zwischen Brut haben.

    Ich hab das letztes Jahr genauso gemacht und die Bienen bauten im Juli/August die Mittelwände sehr schnell aus und Kö stiftete davor, auf der neuen und auf der dahinteren weiter.

    *************************************
    Aktuell 6 Buckfast Völker auf 12er Dadant.
    Ziel 6 starke Völker einwintern.

  • Im Herbst und im folgenden Frühjahr ist die Königin aber nur auf einer Seite. Ist sie an der Beutenwand, entwickelt sich das Volk schlechter. Deshalb darauf achten, dass sie auf der stärkeren Seite ist. Gerdes schaut dafür nach ca 8 Tagen nach und setzt sie gegebenenfalls um.

  • Im Herbst und im folgenden Frühjahr ist die Königin aber nur auf einer Seite. Ist sie an der Beutenwand, entwickelt sich das Volk schlechter. Deshalb darauf achten, dass sie auf der stärkeren Seite ist. Gerdes schaut dafür nach ca 8 Tagen nach und setzt sie gegebenenfalls um.

    Ok Danke, das geht so aus seinem Buch zur Betriebsweise nicht raus, werde ich jetzt beim auffüttern genau drauf achten.

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    Aktuell 6 Buckfast Völker auf 12er Dadant.
    Ziel 6 starke Völker einwintern.

  • Zitat

    gruppiert die MW so, dass sie gut ausgebaut werden aber hängt sie nicht mehr zw. die BW.

    Dazu habe ich jetzt mal ne Frage:
    Wie bzw. wohin würdest Du die MW gruppieren?

    Konkret auf die Frage der Themaersteller und auf diesen Satz bezogen:


    Alle Rähmchen der ersten Zarge (10 St.: 5 übernommen, 5 mit eingelöteter Mittelwand ergänzt) sind bald besetzt

    Habe ich heraus gelesen, dass mind. eine (von 5)unbesetzte MW noch ausgebaut werden muss. Das es demzufolge dem Ableger zu viel zugemutet wird, wenn mit einer ganzen Zarge mit MW`s erweitert. Und das vor allem Jahreszeit bedingt irgendwann Schluss ist mit bestiften der MW. Dazu hat ja Dankes werter Weise bereits immenlos geschrieben. Das heisst, die unausgebauten bzw. schlecht ausgebauten MW können an das BN herangesetzt, um dort besser ausgebaut zu werden.

    Hinzufügen möchte ich noch, dass es z. Bsp. einen grundsätzlichen Unterschied macht ob man Carnica oder Buckfast damit konfrontiert. Carnica nimmt MW mitten im BN dankend an, zumindest bis einige Zeit nach der Sonnenwende.

    Die Buckfast hingegen, je reinrassiger umso deutlicher, reagiert auf eine MW mitten im BN wie auf ein Trennschied und kann, statt schwarmträge durch diesen Fehler zum Schwarmteufel werden. Vor allem, wenn der Imker nicht damit rechnet, so wie es mir mit der Buckfast anfänglich ergangen ist.