Zu viele Bienenvölker in Berlin

  • Gott sei Dank ist er nicht der Einzige der weiß wie man Honig verkauft.

    Richtig gemacht, erfordert das eine nicht unerhebliche Kenntnis und Vorleistung.

    Sowohl mental als auch finanziell.

    Einen Verkauf professionell zu betreiben, ist nicht immer ein Honigschlecken. Läuft es gut, hat man sofort die Neider. Läuft nix, dann bist Du im besten Fall der, der es einfach nicht kann, im schlechteren Fall gibt es das Mitleid kostenlos oben drauf.

    Wie bei Imkern üblich, sind alle (Vertriebs-) Meinungen vertreten.

    Wobei mir die, die Ihren Honig verschenken, immer noch die lieberen sind, als die, die ihn für 4€ das Pfund verkaufen. Verschenken stillt zwar auch einen Teil des Bedarfes, macht aber nicht den Preis kaputt. Das macht der, der Angst hat seinen Honig deswegen nicht bis nächstes Jahr verkaufen zu können und deswegen meint ihn billig abgeben zu müssen.

    Der deutsche Markt kann sich nur zu ca. 20% mit heimischem Honig versorgen. Der Rest wird importiert. Sicherlich ist da jede Menge billiger Honig dabei. Außerdem genügend Zeug was den Namen Honig vermutlich gar nicht tragen dürfte. Aber heimischer Honig mit Pollen von hier, zum desensibilisieren hier, ist da nicht dabei. Bestäubungsleistung der Früchte hier, auch nicht.

    Ansonsten gibt es ja in unserer Zeit den Trend zur Spezialisierung. Es spricht ja nichts dagegen, wenn der, der gut (und hoffentlich gerne) Honig produzieren kann, diesen im Eimer jemandem abgibt, der das mit dem Vermarkten gut drauf hat. Dann haben im Idealfall beide mehr davon.

    Es sollte also kein riesen Problem darstellen, hier eine Niesche zu finden, in der man (wenn schon nicht reich) zumindest auskömmlich seinen Honig verkaufen kann.

  • Der deutsche Markt kann sich nur zu ca. 20% mit heimischem Honig versorgen. Der Rest wird importiert.

    Hallo black.peterle,


    ich stimme dir grundsätzlich zu. Aber diese 20% geistern immer wieder durch die Imkerwelt und werden leider regelmäßig falsch interpretiert bzw. zum Schaden der Imker angeführt.


    Denn meist wird damit versucht zu suggerieren, wir hätten in Deutschland Honig- oder gar einen Imkermangel und Honigverkauf sei ein Kinderspiel. Wenn Verbände und Imkerzeitschriften das tun, kann ich das ja noch verstehen - die leben von uns Imkern und mehr ist da natürlich mehr. Denen ist ganz egal, ob wir Imker von unserem Honig gut leben können oder nicht, Hauptsache wir kaufen die Hefte oder zahlen die Mitgliedsbeiträge.


    Aber wir Imker sollten schon genauer hinschauen und nicht in dieses Horn blasen.

    Denn wie du schon sagst:

    Wirtschaftlich Honigverkaufen ist eben KEIN Kinderspiel und keineswegs ein Selbstläufer, mehr Imker und mehr heimischer Honig durch andere Imker machen das ganz bestimmt nicht leichter.


    Von den 80% Importhonig geht nämlich ein großer Teil gleich wieder in den Export! Der Rest geht in die Lebensmittelindustrie oder zu den Discountern. Dort zählt bekanntlich NUR der Preis. Entsprechend sind die Preise und Qualitäten. Kann man zufälligerweise gleich im vorletzten D.I.B. Akuell 3/2019 nachlesen:


    Hauptimportland ist China, mit nur 1,3 EUR/Kg - warum wohl?


    Diese 80% Importlücke ist also mitnichten der große Spielraum, den wir als Imker mal eben so easy-peasy erschließen können. Wir schlagen uns auch in Zukunft nur um die restlichen 20% der Kunden. Nämlich die, die bereit sind, regionale Qualität entsprechend zu hiesigen Preisen zu honorieren. Und da wird es bei uns schon ganz schnell eng.


    Billigheimer sind da pures Gift für's Image des Honigs, auch den der Kollegen!


    Und im D.I.B. Akuell 3/2019 kann man im gleichen Beitrag auch lesen, dass es andere Länder gibt, die Importhonige für 8 EUR/Kg aufkaufen - obwohl es doch jede Menge für 1,3 EUR/kg auf dem Weltmarkt gibt!

    Warum wohl?

    Der Wert des Honigs liegt eben vor allem im Image, im Auge des Käufers!


    Um so wichtiger ist es, dass wir Imker im eigenen Interesse alle gemeinsam am Image und damit AUCH an einem fairen Preis arbeiten, statt der Industrie in die Hände zu spielen, indem wir den "möglichst billig"-Wettbwerb auch noch selbst imitieren.

    Schenken ist da eine Gratwanderung - sie kann einerseits eine hohe Wertschätzung ausdrücken. Aber der Grat zum totalen Imageverlust hin zur "Loswerden-Ware" ist schmal, die Gefahr groß, dass die Leute das Gefühl bekommen, dass man Honig ja ganz oft einfach so von Imkern geschenkt bekommt, seit immer mehr davon im Bekanntenkreis damit anfangen.


    Wer auf Märkte geht, weiß, dass dieses Phänoment deutlich zugenommen hat. NOCH ohne größeren Schaden, aber bereits spürbar.

  • Wer auf Märkte geht, weiß, dass dieses Phänoment deutlich zugenommen hat. NOCH ohne größeren Schaden, aber bereits spürbar.

    NOCH? Ja nu, Imkerei ist Marathon, kein Sprint. Wenn die ganzen Neukunden erstmal angezuckert sind (die Bekannten, die vorher bei Aldi gekauft haben) und auf den Geschmack von echtem Honig gekommen, dann ist der Imkerboom auch schon wieder vorbei. Und ich kann dann immernoch liefern. Das ist die großartigste Werbung, die man haben kann für kleines Geld! Wieviel Kunden heute erzählen denn von früher, als der Honig noch von Opa kam!? Meinst Du, die hätten den da gekauft!?

    Imkern im Spannungsfeld zwischen Hoffnung und resignativer Reife

  • Hallo Hornet,

    der schenkende Imker ist mir deswegen lieber, weil der Beschenkte dann weiß, dass er demjenigen auch etwas schuldet. Ein billig vom Imker erworbener Honig suggeriert dem Käufer, dass er den Honig rechtschaffend erworben und vergütet hat und dies wohl ein angemessener Preis sein muss!

    Sonst würde derjenige den Honig vermutlich ja nicht für dieses Geld hergeben.

    Leider weiß der Endkunde nichts über die Kalkulation eines fairen Preises. Es interessiert die meisten wohl auch nicht. Es gibt in der ganzen Bandbreite an Imkern auch welche die sagen: Imkern ist ein Hobby und ein Hobby muss Geld kosten. Geld damit zu verdienen ist bei diesen als direkt obszön verpönt. In der Regel sind das aber Menschen die sich z.B. in der Industrie gute Stundenlöhne für ihre Arbeit zahlen lassen. Dass es Menschen gibt die von der Arbeit in diesem "Hobby" versuchen sich ihren Lebensunterhalt zu verdienen, interessiert leider sehr viele nicht. Vielleicht sollten mehr Imker hobbymäßig Industriedienstleistungen anbieten, natürlich weit unter Preis. Dann wollte ich diejenigen mal hören, wenn ihre Löhne daraufhin sinken.

    Alles eine Frage des Blickwinkels.

    Was mich oft ärgert ist, dass z.T. demonstrativ Fair Trade gekauft wird, in der Regel ja aus dem Rest der Welt, jedoch dem Nachbar nicht vergönnt, dass er von seiner Hände Arbeit leben kann.

  • Prima, Danke.


    Wer taucht jetzt beim Discounter auf und verkauft in Gläsern und Label, die ursprünglich für den kleinen Imker gedacht waren. Die Gläser sollten ja ein Qualitätsversprechen sein, die den regionalen Imker unterstützen, seinen Honig zu verkaufen.

    Jeder der einigermassen klar denken kann, kann sich ausrechnene, was dieses Versprechen wert ist, wenn die Marke jetzt im Supermarktregal steht.

    Dem Kunden interssiert es nicht, ob da klein gedruckt Imker X aus Berlin oder Imker Y aus Bremen steht.

    So ist.es.nicht verwunderlich, dass ich etliche Anfragen aus dem Bekanntenkreis habe, wo ich mein Honiglabel designen lassen habe.

    Als die meisten den Preis gehört haben,.war die Idee wieder vorbei.

    Also klebt demnächst ein Standartetikett auf den meisten Honiggläseen meiner Bekannten, da keiner mehr die Marke ihrer.eigenen Vertretung haben will.

    Für Leute wie mich,.bleibt nur der dornige und harte Weg, über sein eigenes Design seine eigene Marke zu etablieren.

    Jetzt zu den Preisen und deren Kalkulationen.

    Wenn ich mir im Forum teilweise die Kommmtare ansehe, wundert es mich nicht, dass die Kalkulation einiger nicht stimmen kann.

    Da werden alle zwei bis drei Jahre die Rähmchen weggeschmissen, Honig verfüttert oder Anschaffungen getätigt, die weit jenseits der Betriebsgrösse sind.

    Zudem haben einige von einer Mischkalkulation oder einer Gewinnschwelle wohl noch nie was gehört.

    Ich verkaufe einen Teil meines Honigs halt zu Eimerpreisen und einen Teil über den Privatverkauf. So werden die Fixkosten gedeckt und es bleibt was übrig, um kleinere Anschaffungen zu machen.

    Ich möchte aber nicht von Gewinn sprechen,.weil die Abschreibungen für Schleuder, Schleuderraum etc das wieder auffressen.

    Das die Berufsimker es in Deutschland so schwer haben, liegt an an verschiedene Faktoren. Klimatisch bedingt fehlen hier einfach die Mengen bei der Honigernte.

    Auch sind die Auflagen derart hoch, dass sich die Kosten hierfür nur bei grossen Absatzmengen lohnen. Natürlich spielt der Absatzpreis eine Rolle.

    Aber ein höherer Absatzpreis und damit verbunden eine höhere Marge führt unweigerlich zu mehr Konkurrenz. Die Konkurrenz die derzeit auch den Preis diktiert, sitzt im Ausland und nicht in Deutschland.

    Der Rest schlägt sich um den 20% Marktanteil.

    Dieser wird bei der anstehenden Rezession für hochpreisige Produkte geringer.

    Anstatt das sich Hobbyimker und Berufsimker gegenseitig in Pfanne hauen, sollten sie lieber gemeinsam gegen den Import von Produkten vorgehen, die meiner Meinung nach nur per Definition was mit Honig zu tun haben.

    Es sind die Imker in Berlin oder sonst wo, die eben für die Misere sorgen.

    Wir alle würden gerne mehr für unser Honig verlangen können.

    Freier Imker

    Ohne Verein, DIB, Imkerverband und sonstigen Establishment

    Neutral und unbelastet.

  • Viel wahr und doch viel Schmarrn.


    Wenn du wenigstens auf die ständige öffentliche Selbstkasteiung verzichten würdest.

    Ich gehe den gleichen Weg über das eigene Etikett/Label, von Marke möchte ich da bei weitem noch nicht sprechen, sehe ihn aber nicht als dornig und hart.

    Außerdem steht es jeden frei einen anderen, einfachen Weg zu gehen. Wer sich dagegen entscheidet, der soll aber auch nicht jammern.

    Ab da driftet für mich dein Posting leider auch ab in den Bereich der FakeNews, schade eigentlich. Mir ist es aber zu mühsam das auseinander zu klamüsern.

  • Bienen Ede

    Deine Profile gibt nicht viel her, von daher frage ich mich ob du nur über die Situation in Berlin schreibst oder wirklich ein Teil von ihr bist.

    Ich kann als Imker mit wenigen Völkern in Berlin mal beschreiben, wie ich das Handhabe. Die Zeit, für das erstellen einer Kalkulation kann ich mir für mich, meine Familie oder für die Bienen sparen. Ich bin einer von denen, die ihren Honig gerne verschenken. Vor allem schenke ich Honig viel lieber als Blumen, Baumarkt- oder Amazon-Gutscheine.

    Ich habe auch kein Problem damit Material auszutauschen, wenn es mir nicht mehr zusagt oder ich einfach mal wieder etwas neues probieren will. Ich darf im D.I.B Glas abfüllen und habe Spaß daran in meinem individuellen Glas abzufüllen. Aber vor allem genieße ich die Freiheit im nächsten Jahr all dieses zu ändern.

    Von den Berufsimkern kann ich viel über die Bienen lernen aber ihre Vermarktung des Honig interessiert mich nicht wirklich. Ja, ich verkaufe auch Honig. Richtpreis ist für mich, der Preis für „Berliner Honig“ im Supermarkt. Ich verkaufe den Honig für 4€ im 250g Glas. Davon spende ich dann auch noch gerne die Hälfte für den guten Zweck (z.B. Schulverein).

    Kurzum, ich bin einfach Hobbyimker.

    ...

    Es sind die Imker in Berlin oder sonst wo, die eben für die Misere sorgen.

    ...

    Kannst du mir jetzt noch mal konkret erklären, was mein Anteil an der „Misere“ ist?

    3 Völker, Langstroth Flachzarge / 8 Frame, Honigraum FlowHive

  • Hallo Hausecke,

    ich gehe mal davon aus, dass Du nicht explizit gemeint bist. Wer das halbe Pfund für 4,-- € verkauft ist nicht das Problem. Der Punkt für mich ist genau das was Du schreibst. Bevor ein Amazon Gutschein oder anderer Sch.... verschenkt wird, natürlich lieber ein Glas hochwertiger Honig.

    Deine 5 Eimer Honig sind bald alle und jemand der guten Honig gegessen hat, kehrt nicht zwangsläufig zur EU und nicht EU Plörre zurück. Wenn doch, dann war es eh kein Kunde für die Imkerschaft.

  • Wenn ich mir im Forum teilweise die Kommmtare ansehe, wundert es mich nicht, dass die Kalkulation einiger nicht stimmen kann.

    Da werden alle zwei bis drei Jahre die Rähmchen weggeschmissen, Honig verfüttert oder Anschaffungen getätigt, die weit jenseits der Betriebsgrösse sind.

    Kann man ja machen, als Hobbyimker. Man hat ja immer noch die Möglichkeit, sich an (vernünftigen) Marktpreisen zu orientieren. Oder Annahmen zu treffen, was man kalkulieren müsste, würde man anders arbeiten.

    Viel wahr und doch viel Schmarrn.

    Mir ist es aber zu mühsam das auseinander zu klamüsern.

    Woher willst Du dann wissen, ob da Schmarren drinsteht? Oder meintest Du, Du hast keinen Bock, darüber zu schreiben? Dann hättest Dir aber eigentlich Deinen Post gleich sparen können, finde ich. Wenn DIB-Gläser jetzt tatsächlich für gegen fast umme bei Discountern auftauchen (ich hab noch keine gesehen dort, bisher nur in "besseren" Supermärkten gegen akzeptablen Preis) fände ich das durchaus alarmierend. Auch wenn ich persönlich die Etiketten eh hässlich finde und gar nicht verwende, aber für viele Imker, die es mit designen nicht so haben, ist das schon eine Erleichterung.

    Ich bin einer von denen, die ihren Honig gerne verschenken. Vor allem schenke ich Honig viel lieber als Blumen, Baumarkt- oder Amazon-Gutscheine.

    Ist doch ok. Das zeigt ja auch eine Wertschätzung, dem Beschenkten und dem Honig gegenüber.

    Von den Berufsimkern kann ich viel über die Bienen lernen aber ihre Vermarktung des Honig interessiert mich nicht wirklich.

    Auch da kann man lernen ;)

    Ich verkaufe den Honig für 4€ im 250g Glas.

    Ist doch ok. Das sind 8 € pro das Pfund. Um die Imker ging es hier ja gar nicht.

    Kannst du mir jetzt noch mal konkret erklären, was mein Anteil an der „Misere“ ist?

    Ich glaube, da ist einfach ein "die" zu viel im Satz

    Es sind die Imker in Berlin oder sonst wo, die eben für die Misere sorgen.

    Für die Misere sorgen imho eher die Imker, die nicht sauber kalkulieren (oder sich wenigstens an vernünftig kalkulierten Preisen orientieren).


    In Deutschland gibt es, hat man nicht genug liebe Freunde, genug Leute, die sich freuen, ein Glas guten Honigs geschenkt zu bekommen, weil sie ihn sich nicht leisten können. Stund nicht in der Bibel was vom Zehnten für die Wohltätigkeit? ;) Das erreicht man nicht mit Verschleudern, das geht über ganz gezielt verschenken.


  • Wenn DIB-Gläser jetzt tatsächlich für gegen fast umme bei Discountern auftauchen (ich hab noch keine gesehen dort, bisher nur in "besseren" Supermärkten gegen akzeptablen Preis) fände ich das durchaus alarmierend.

    Die Aktion war im April. Es ist aber jederzeit wiederholbar, wenn dem Abfüller die Lagerkapazitäten ausgehen. Und bezeichnend ist die Stellungnahme des DIB, der angeblich vorab nicht informiert war, dann aber, mit an den Haaren herbeigezogenen Argumenten, die 4,99 € verteidigte.

    Kontraproduktiv, wenn man sich vorab innerhalb Verein oder Region darauf verständigt hat, den Honig nicht mehr zu verschleudern.

  • Ich bitte vielmala um Entschuldigung.


    Der Satz sollte heissen:


    "Es sind nicht die Imker in Berlin...."


    Sonst passt es nicht zu dem restlixhen Text.


    Mit Misere ist der Preis gemeint, den man für das Produkt Honig in Deutschland.erzielen kann.


    Sorry, nochmal .


    Ach so,.ich komme nicht aus Berlin und war auch noch nie dort. Schade

    Mein Profil war mal vollständig ausgefüllt.

    Freier Imker

    Ohne Verein, DIB, Imkerverband und sonstigen Establishment

    Neutral und unbelastet.