Zu viele Bienenvölker in Berlin

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    Ich wohne hier am Niederrhein in einem 176'Haushaltedorf.

    Mittlerweile tummeln sich hier ca 8 Imker dauerhaft und das doppelte bis dreifache zur Rapsblüte.

    Ich habe keinen Bienenstand, wo nicht im Umkreis von 1 km ein anderer Imker steht.

    Die Imker die in meinem Umkreis stehen, haben zwischen einem und Hundert Völker.

    Kontakt habe ich im direkten Umkreis zu keinem Imker.

    Das ist nicht ohne Grund so. Von den meisten habe bei meinem Start keine wohlwollende Worte gehört.

    Mittlerweile weiss ich, dass die Gräben zwischen den Imkern sehr tief sind.

    Das gilt nicht nur von Verein zu Verein so, sondern auch innerhalb der Vereine in bestimmten Gruppen.

    Seit dem ich selbst Vereinslos bin, bin ich verwundert wieviel Imker es gibt, die schon lange den Weg gegangen sind.

    Die etablierten Imker haben sogar teilweise die Preise gesenkt, um unter meinen Honigpreis zu bleiben.

    Soche pauschalen Vorurteile, wie es gibt zu viele Imker in Berlin, kann ich nicht nachvollziehen. Auch die Gegenseitigen Schuldzuweisungen sehe ich als Verbreitung von Parolen wie in alten Zeiten.

    In Anbetracht das viele Altimker wohl als Imker in den nächsten Jahren ausscheiden und das ein Grossteil der sogenannten Neuimker das Handtuch schmeissen, sehe ich das Ganze sehr gelassen.

    Der Trend wird wie jeder Trend wieder abflauen.

    Dennoch bin ich froh über neuen Wind in der teilweisen verkrusteten Imkerschaft.

    Gerade das moderne Imkern in Städten wie Berlin sehe ich positiv und nicht negativ.

    Imker, die sich nicht mit Bienen und deren Notwendigkeiten auseinandersetzen, werden auf kurz oder lang das imkern aufgeben.

    Übrig bleibt eine neue Generation von Imkern, die ihren Weg gegangen sind und die Imkerei neu beleben.

    Das sich zwischendurch das Establishment ihre Pfründe sichern will, ist nicht verwunderlich.

    In Anbetracht der Mengen an Honig die wir Importieren, existiert noch ein gewaltiger unerschlossener Absatzmarkt.

    Freier Imker

    Ohne Verein, DIB, Imkerverband und sonstigen Establishment

    Neutral und unbelastet.

  • Dass jemand Verkauf für lästig empfindet, muss doch nicht heißen, dass er deswegen keinen anständigen Preis verlangt.


    Ich für mich habe kein Interesse daran, Honig zu verkaufen und ja, ich finde/fände es lästig. Aber kannst Dir sicher sein, wenn es so weit kommen sollte, dass ich verkaufe, wird der Honig richtig vermarktet und ein anständiger Preis kalkuliert

    wenn ihnen ausgerechnet einer der allerwichtigsten Aspekte beim Imkern lästig ist?

    Wieso der allerwichtigste Aspekt?

    Klasse, wenn du trotzdem einen guten Preis verlangst! Das machen viele so, aber sehr viele eben nicht. Die verschenken den Honig eben - und das ist nunmal der allerschlechteste Preis.


    Ich schrieb "einer der allerwichtigsten Aspekte" und meinte damit nicht die Wichtigkeit für den Imker, sondern die Wichtigkeit , die Bedeutung bei der Bienenhaltung an sich. Honig macht nunmal mit den größten Arbeitsaufwand in der Imkerei aus und ist dementsprechend "wichtiger" Bestandteil bei der Imkerarbeit.

    Rennen ist auch einer der allerwichtigsten Aspekte beim Fußballspielen, wer also nicht gerne rennt und trotzdem Fußball spielt...ist wie ein Imker, der sich nur ungern mit Honig und dessen Verkauf beschäftigt. Gibt's beides, ich weiß...!


    Dann kauf ihnen doch einfach ihren Honig ab.

    ich bin Imker, kein Händler...

  • Das sich zwischendurch das Establishment ihre Pfründe sichern will, ist nicht verwunderlich.

    Wo gibt es denn Pfründe zu sichern, kaum ein Hobby-Imker verkauft doch auskömmlich und dein Preis hat die Altimker nochmal zu Preisdumping bewogen. Da verschenke ich lieber den Honig, als diese Marktspielchen mitzuspielen. Das ist weniger schädlich als mit Minimalstpreisen die Kundenerwartung auf niedrigem Niveau zu halten. Selbst wenn die Altimker ausscheiden, wirst du mit dem gesetztem Preisniveau klarkommen müssen.

  • Die verschenken den Honig eben - und das ist nunmal der allerschlechteste Preis.

    Verschenken kommt drauf an, an wen und in welcher Menge. Mal a Glasl für die leidgeprüften Nachbarn finde ich fair, dto an liebe Freunde und Verwandte, denen backe ich ja z.B. auch mal an Kuchen. Aber generell doch nicht? Gibt es echt Leute, die ihren Honig, also den Teil davon, den sie nicht brauchen, komplett verschenken?!


    Die etablierten Imker haben sogar teilweise die Preise gesenkt, um unter meinen Honigpreis zu bleiben.

    Was ist denn da schief gelaufen, dass Ihr die Spirale nach unten gewählt habt? Bist Du unter deren Preis davor gegangen? Wenn ja, was hat Dich dazu getrieben?

    HG

    Monika


    Wir sollten immer daran denken: Im wesentlichen sind unsere Bemühungen auf eine vernünftige, fürsorgliche Pflege beschränkt. (Bruder Adam)

  • @ Melanie,willst Du damit andeuten das Du die Imker nicht im Griff hast? 😀

    Spass beiseite, selbst die annähernden und geschätzten Zahlen lassen Rückschlüsse zu.

    Die Völkerzahlen sind naturgemäß Schwankungen unterworfen und ich zum Beispiel habe unfreiwillig meine Völkerzahl verdoppelt. Bin ich nun deshalb böse?🙄


    hornet

    Auch wenn mein Hauptaugenmerk nicht auf der Honigproduktion und Vermarktung liegt verkaufe ich nicht unter den Kosten die durch die Bienenhaltung entstehen und mit den Preisen des DIB Glases bei Aldi konnte ich leider nicht mithalten und bei den Preisen hätte ich draufgezahlt. Ich verkaufe auch nicht zu Dumpingpreisen an Abfüller sondern esse den alten Scheiss selbst😂.

    Ich seh auch kein Problem das mein Blütenhonig aus reiner Standimkerei eventuell 10 Cent günstiger ist als der Sortenhonig den der Erwerbsimker überwiegend produziert... dafür hat er zusätzliche Kosten und die vergrössern meinen Wettbewerbsvorteil erheblich... meine KV und Rv wird anderweitig finanziert und fiskalisch zählt meine Imkerei als Liebhaberei. Ich spare sogar das Abführen der Steuer.

    Wenn Ich jetzt darüber nachdenke das die in Deutschland produzierte Honigmenge den Bedarf nicht deckt und wir auf Honigimporte angewiesen sind halte ich das Argument das Einsteiger erheblichen Einfluss auf den Markt haben für nicht schlüssig.

    Mich beschleicht manchmal das Gefühl das Hobby-Imker mehr auf die Einnamequelle Imkerei angewiesen sind als die Berufsimker (mit denen ich nicht tauschen möchte)

  • Verschenken kommt drauf an, an wen und in welcher Menge. Mal a Glasl für die leidgeprüften Nachbarn finde ich fair, dto an liebe Freunde und Verwandte, denen backe ich ja z.B. auch mal an Kuchen. Aber generell doch nicht? Gibt es echt Leute, die ihren Honig, also den Teil davon, den sie nicht brauchen, komplett verschenken?

    Ja, ich. Aber ich bin mit meinen maximal 2 WV noch nie über 40kg/a hinaus gekommen. Familie, Freunde, Nachbarn. Zu jedem Besuch, Geburtstag, eben allen besonderen Gelegenheiten gibt es ein Glas dazu. Alle freuen sich inklusive mir und es wird als was besonderes geschätzt. Keine Ahnung, wenn ich plötzlich 100kg+ hätte!?!

  • eben allen besonderen Gelegenheiten gibt es ein Glas dazu. Alle freuen sich inklusive mir und es wird als was besonderes geschätzt.

    Na, nu, ich habe das leise Gefühl, das ist etwas anderes als da, was hornet meint.

    HG

    Monika


    Wir sollten immer daran denken: Im wesentlichen sind unsere Bemühungen auf eine vernünftige, fürsorgliche Pflege beschränkt. (Bruder Adam)

  • In Anbetracht der Mengen an Honig die wir Importieren, existiert noch ein gewaltiger unerschlossener Absatzmarkt.

    Wenn Ich jetzt darüber nachdenke das die in Deutschland produzierte Honigmenge den Bedarf nicht deckt und wir auf Honigimporte angewiesen sind halte ich das Argument das Einsteiger erheblichen Einfluss auf den Markt haben für nicht schlüssig.

    Das könnt ihr euch gleich mal abschminken. Dieses Scheinargument wird leider auch von offizieller Seite einiger Verbände gerne gebracht und dadaurch trotzdem nicht richtiger.


    Diese 80 % sind Honige, die wir Freizeit- und Berufsimker gar nicht bedienen wollen, weil die vom Großhandel importiert und an Kunden weiterverkauft werden, die eben nicht 10 oder 16 EUR pro Kilogramm zahlen wollen, sondern höchstens 1 oder 3 EUR. Diese Kunden sind z.B. Discounter oder große Lebensmittelhersteller, die den Honig als eine Zutat unter vielen für ihre Produktion benötigen. Bei denen ist nur der Preis wichtig, ob China oder Imkerhonig aus Bayern ist egal, Hauptsache billig.


    Übrigens, ein gehöriger Teil der 80% Importhonige wird nicht etwa zum Verbrauch in Deutschland importiert, sondern zum Reexport in andere Länder! Der "Bedarf" setzt sich also zusammen aus tatsächlichem Bedarf und Bedarf des Handels für Exportgeschäfte. Schon sehen die 80% nicht gedeckter Bedarf ganz anders aus, oder? Das war aber noch nicht alles.


    Da zusätzlich auch noch ein Teil der 20%, die wir im eigenen Land produzieren zu Spottpreisen in den Großhandel gelangen, ist der Marktanteil, mit dem Freizeit und Berufsimker einen halbwegs fairen und dem Wert guten Honigs entsprechenden Preis erzielen können, sehr viel kleiner als 20%. Von einem unerschlossenen Marktpotenzial in Höhe von 80% kann also überhaupt keine Rede sein.


    Nur eine ganz kleine Gruppe von Menschen ist bereit, einen fairen Preis jenseits der 12 EUR /kg zu zahlen und nur diese Gruppe ist das Marktpotenzial für jene, die ihre Arbeit und die der Bienen nicht unter Wert verkaufen wollen.
    Alle anderen brauchen entweder keinen Honig oder kaufen Honig aus EU- und Nicht-EU-Ländern für 2,99 das Glas. Und die werden niemals bei euch Honig kaufen, außer ihr habt auch diese Preise.

  • Alle anderen brauchen entweder keinen Honig oder kaufen Honig aus EU- und Nicht-EU-Ländern für 2,99 das Glas. Und die werden niemals bei euch Honig kaufen, außer ihr habt auch diese Preise.

    Tja, dann werden sie wohl verzichten müssen. Drei Euro das Glas ist inakzeptabel.

    HG

    Monika


    Wir sollten immer daran denken: Im wesentlichen sind unsere Bemühungen auf eine vernünftige, fürsorgliche Pflege beschränkt. (Bruder Adam)

  • Alle anderen brauchen entweder keinen Honig oder kaufen Honig aus EU- und Nicht-EU-Ländern für 2,99 das Glas. Und die werden niemals bei euch Honig kaufen, außer ihr habt auch diese Preise.

    Tja, dann werden sie wohl verzichten müssen. Drei Euro das Glas ist inakzeptabel.

    Dann bleibt der Honig eben im Keller

    Carnicabiene in Segeberger Deutschnormal (DNM) 1.0 :)

  • Aber das ist offensichtlich auch gar nicht der Punkt, denn ein kleines Dorf in RLP mit 530 Einwohnern ist der Kern des Problems... Meine Güte, bei uns im Verein wohnen >5 Imker an einer Hauptstraße auf einem Streckenabschnitt, bzw. in einem Radius von ca. 5-600m, zwei davon sind sogar direkte Nachbarn, Haus an Haus... 8|


    Gruß Andreas

    Ich denke es gibt vielerorts in D solche Dörfer

    Und es werden immer mehr

    Die Neuimker klagen, sie hätten ja keine Kunden

    Sie verschenken den Honig teilweise. Und wer Honig geschenkt bekommt, kauft keinen mehr.

    Oder sie senken den Preis...

    Ich bin bei 5 €, drunter geht keiner weg. Außer ich verschenke mal ein Glas zum auf den Geschmack kommen. Zum Glück kann ich einen Großteil meines Honigs in einer Großstadt vermarkten.

    Die Neuimker im Ort aber haben ein Problem und gehen in ihrer "Not" dann von 4,50 auf 4 € ....

    Carnicabiene in Segeberger Deutschnormal (DNM) 1.0 :)

  • Dann bleibt der Honig eben im Keller

    Garantiert nicht :) Der übliche Preis für Honig vom Imker war schon zu meinen Jugendzeiten 5 Mark das Glas, später 5 Euro, als ich umzog 6 Euro. Ich weiß die aktuellen Preise nicht, die dürften aber eher höher liegen. Ist ja schon ein paar Jahre her, dass ich umgezogen bin ;)

    HG

    Monika


    Wir sollten immer daran denken: Im wesentlichen sind unsere Bemühungen auf eine vernünftige, fürsorgliche Pflege beschränkt. (Bruder Adam)

  • Und da du doch so ein fantastisches Honigjahr hast, weiss ich nicht wo es ein Problem gibt, Anfänger war schliesslich Jeder von uns mal.

    Ach ja der Absatz... ;)

    Höre ich da etwa Neid heraus? Ja ich bin immer noch am Schleudern!

    Aber du hast es wohl auch verstanden. Der Absatz ist das Problem. Die Neuimker klagen, dass sie ja keine Kunden hätten. Und Vermarktung kommt von Markt.

    Wenn zeitweise zuviel Honig am Markt vor Ort ist, sinkt der Preis. Im Grunde müssen Neuimker anderen Imkern ja Kunden abwerben...

    Oder sie verschenken Honig an Freunde, die dann keinen Honig mehr kaufen.

    Was die Neuimker in ihrer Panik allerdings nicht bedenken: Ich kann den heute geschleuderten Honig auch in 5 Jahren noch verkaufen. Richtig gelagerter Honig hält sich.

    Carnicabiene in Segeberger Deutschnormal (DNM) 1.0 :)

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