Milbenbefall 2019

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    Hätte man so ein Volk, (Drobi hat ja eins) wars das jetzt mit Behandlung.

    Dazu hätte ich gerne eine Begründung.

    Ist der Varroabefall im Mai schon zu hoch (muss man beobachten), kann man immer noch mit gängigen Massnahmen reagieren.

    Wenn Du im Mai behandelst, kannst'e auch kein Honig ernten.

    Der Pessimist ist ein Optimist, der aus seinen Erfahrungen gelernt hat.


  • Wenn Du im Mai behandelst, kannst'e auch kein Honig ernten.

    1. Warum denken wir Imker beim Wort "Behandeln" immer (nur) an TAM (Tierarzneimittel)?

    Biotechnische Methoden sind auch eine Art des Behandelns und im Mai angesichts des i.d.R. für Bienen reich gedeckten Tisches für ein Bienenvolk gut zu verkraften, wenn der Imker mit einem Minimum an Augenmaß und Fachverstand vorgeht.


    2. Ein Schwächling - so wie hier als Beispiel diskutiert - schleppt seine Probleme fort. Von dem ist - mit oder ohne TAM - sowieso nichts zu ernten, der macht nur Sorgen und Arbeit. Der gehört bei erster Gelegenheit umgeweiselt. Der bloße Verdacht auf schlechte Genetik sollte für diese Entscheidung bereits ausreichen, auch wenn Drobi Milbenimport aus Räuberei für wahrscheinlicher hält.

    Solch rigorose Auslese birgt zwar das Risko von Fehlentscheidungen, hat aber doch ausreichende Trefferquote, um langfristig zu einer genetischen Verbesserung zu führen - was bei anderen Zuchtmerkmalen ja praktisch längst bewiesen ist (die legendären Stecher, von denen die alten Imkeranekdoten erzählen, gibt es in D nicht mehr oder nur noch als Ausreißer).

  • Der Behandlungszeitraum ist um diese Zeit übrigens vorbei.

    Sehe ich nicht so. Bevor ein Volk durch die Varroa verloren geht, wird behandelt und auf eine Honigernte verzichtet.

    Aber wer weiß schon, welches Volk im Herbst Probleme macht. Gerne würde ich auf eine Ernte verzichten, wenn das den Bienen gegen die Varroa hilft. Man kann auch das eine tun ohne das andere zu lassen, manchmal benötigt man dafür aber eine Glaskugel. Viele Grüße Jörg

  • Hallo Imkerfreunde

    Einen Tag nach der Bedampfung sind 35 Milben gefallen und heute nochmal 15 Milben. was mir auffiel war das es sehr viele kleine Milben waren, also eher Männchen.

    Meiner Meinung nach, dürfte eine Behandlung in den letzten Dezemberwochen oder 12 Tage später für die Honigernte keine Rolle spielen.

    Ob das Volk schon Brut hat kann ich nicht sagen, aber wenn sich die Möglichkeit bietet schau ich mal nach.

    Ich habe ja wie schon im Sommer erwähnt, ein paar Völker auf Kaltbau gesetzt., auch dieses. Habe den Eindruck das die Kaltbauvölker gegenüber den Warmbauvölkern leichte Vorteile in der Volksstärke aufweisen. Kann ich aber erst im Frühjahr präzisieren.

    Gruß Reinhard / Lehre mich die wunderbare Weisheit,daß ich mich irren kann.(Teresa v. Avila)

  • Hallo BaarImker, wenn es wirklich so wäre, wie du meinst dann ist das Volk erledigt. Ich glaub aber noch nicht an viel Brut.

    Gruß Reinhard / Lehre mich die wunderbare Weisheit,daß ich mich irren kann.(Teresa v. Avila)

  • ...Ich glaub aber noch nicht an viel Brut.

    Nach Bericht eines unserer BSV finden sich hier (330m über NN)

    bereits knapp Frauen-Handtellergroße verdeckelte Brutnestchen bei der Carnica-Landrasse (Holzmagazinbeuten mit offenem Gitterboden, Windeln tlw. eingeschoben mit Lüftungsspalt, tlw. ohne Windel). Mich wundert es nicht: Knapp zwei Drittel der ersten Bienenjahreshälfte sind verstrichen, der Vorfrühling hat begonnen (Hasel, Winterlinge, Schneeglöckchen, Nieswurz beginnen zu blühen = übrigens einen Monat früher als 2019).

  • Blüten ja, aber Frühling?

    Brut gibt es, muss aber nichts heißen!

    Die Völker können auf jeden Wetterwechsel zu jeder Zeit reagieren.

    Wichtig ist genügend Futter in bester Qualität.

    Über den Rest müssen wir uns nicht den Kopf zerbrechen.

    Es wird in jedem Jahr Frühling, nur wann?

  • keinimker : #427 bezieht sich auf die Vermutung von Drobi in #426.

    Blühbeginn der Hasel ist phänologisch als Beginn des Vorfrühlings definiert.

    Freilich können Völker auf Wetterwechsel reagieren, ebenso wie Milben auf die Möglichkeit, sich in Bienenbrutzellen zu vermehren. Das ist bei Interpretation des Milbentotenfalls zu einzupreisen. Und ausgeräumte Brutzellen nach einem Kälteeinbruch zu dieser Jahreszeit müssen nicht zwingend auf VSH hinweisen, da hast Du freilich recht.

  • Bei den ersten Gotland-Versuchen gingen 5 von 6 Nichtbehandelten ein. Das Eine schrumpfte ebenfalls extrem zusammen, aber überlebte als Mini-Völkchen und bekrabbelte sich dann. Ich will damit sagen, dass es sich eventuell lohnen könnte, ein vermeintlich sterbendes Volk nicht voreilig einzuschläfern; denn das könnte ein solches sein, mit Talent zur Resistenz und würdig zur Nachzucht. Von solchen Völkchen hätte ich gerne Zuchtstoff, wenn es sie in meiner Nähe gäbe.

  • Meine Anfängermeinung:

    Die Biene kann mit allen natürlichen Sachen umgehen.

    Das haben die letzten Millionen Jahre bewiesen.

    Sie könnte auf lange Zeit gesehen auch mit der Varroa zurechtkommen.

    Die Honigbiene kann nur mit "Einem" nicht zurechtkommen:

    Mit einem Bienenhalter der kurzfristige Aktionen ausführt, die er aus seinem geringen Wissen über Bienen schlussfolgert.

    Das haben die letzten 30 Jahre bewiesen und die Wissenschaftler auch bestätigt, dass wir sehr wenig über Bienen wissen ...

    Ich bitte um Entschuldigung - bitte nicht falsch verstehen - nicht persönlich nehmen - und es gibt Ausnahmen!


    Rolf

    Konfuzianer:

    "Man soll ein anständiges Menschenleben führen, aus dem einfachen Grund, weil man ein anständiges Menschenwesen ist."

  • Meine Anfängermeinung:

    Die Biene kann mit allen natürlichen Sachen umgehen.

    Das haben die letzten Millionen Jahre bewiesen.

    Daß es die westliche Honigbiene bis heute gibt, beweist nur, daß sie im Verlaufe ihrer Evolution bislang mit allen Widrigkeiten zurechtkam. Das kann mit der Varroamilbe genauso sein, sie könnte aber auch ihr Garaus werden - wenn es denn uns Imker nicht gäbe. Allerdings sind es ja auch letztlich Imker, die diese Infektion erst verschuldeten.